Salz-Lakritz ohne Zucker: Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile

Die schwarze Leckerei, auch als „Süßholz" bekannt, ist aber längst nicht für alle gleichermaßen ein Genuss - entweder Sie sind Liebhaber oder machen einen großen Bogen um die Süßigkeit. Trotzdem ist Lakritz seit Jahrhunderten fester Bestandteil des Süßwarenregals und kulinarischer Traditionen. Folgen Sie uns in die Welt der Süßholzwurzel und erfahren Sie, woraus Lakritz besteht und wie es sich auf unseren Körper und unsere Gesundheit auswirkt.

Was ist Lakritz und wie entsteht Salz‑Lakritz ohne Zucker?

Lakritz wird als Extrakt aus der Wurzel der Süßholzpflanze gewonnen. Die Wurzel wird zerkleinert und mit Wasser gemischt, bis ein feiner Brei entsteht. Nach mehrstündigem Kochen werden anschließend die Fasern entfernt. Je nach gewünschtem Produkt wird die Rohlakritzmasse anschließend weiterverarbeitet. Häufig wird das eingedickte Wurzelextrakt mit Zucker, Glukosesirup, Mehl und Kartoffelstärke vermischt. Um verschiedene Geschmacksrichtungen zu bedienen, werden häufig noch Aromen dazugegeben.

Salz‑Lakritz (häufig „Salmiak“ genannt) entsteht, wenn Ammoniumchlorid (Salmiak) in die Rezeptur eingebracht wird. Bei zuckerfreien Varianten wird auf Zucker und oft auch auf handelsübliche Süßstoffe verzichtet, sodass das Produkt aus Rohlakritz, Stärke, ggf. Geliermittel, Salmiak und Aromen besteht. Zuckerfrei: Diese Salz-Lakritz Herzen kommen ganz ohne Zucker aus und sind trotzdem absolut lecker sowie für Diabetiker geeignet.

Salz-Lakritz Herz ohne Zucker

Woraus besteht echtes Lakritz? Die wichtigsten Inhaltsstoffe

  • Rohlakritz / Süßholzextrakt: enthält Glycyrrhizin, das für den charakteristischen Geschmack verantwortlich ist.
  • Ammoniumchlorid (Salmiak): gibt dem Salzlakritz das herb-salzige Aroma.
  • Stärke, Mehl oder Gummi (z. B. Gelatine, Gummi arabicum, Pektin): als Bindemittel und Texturgeber.
  • Aromen, Farbstoffe und Glanzmittel (Anisöl, Carnaubawachs, Bienenwachs): zur Geschmacks- und Optikgestaltung.
  • Bei zuckerfreien Varianten: kein Zucker oder Zuckerersatzstoffe, stattdessen oftmals reines Rohlakritz und Aromen.

Der in der Süßholzpflanze enthaltene Pflanzenstoff Glycyrrhizin weist eine 50fach höhere Süßkraft auf als klassischer Haushaltszucker. Die Süßholzwurzel enthält etwa 400 verschiedene Inhaltsstoffe.

Gesundheitliche Vorteile der Süßholzwurzel

Die Süßholzwurzel als solche hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Denn sie:

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  • fördert die Verdauung,
  • hat eine antioxidative Wirkung,
  • lindert Magenbeschwerden und kann bei Magengeschwüren hilfreich sein,
  • wirkt entzündungshemmend und antibakteriell,
  • ist schleimlösend bei Atemwegserkrankungen und hilft gegen Husten,
  • wird zur Senkung der Leberwerte eingesetzt und kann die Leberfunktion schützen,
  • stärkt die Abwehrkräfte und zeigt in Studien antiviral wirkende Eigenschaften.

Schon die alten Römer tranken Tee aus Süßholz, der nicht nur gegen Husten, sondern auch gegen verschiedene Leberleiden sowie gegen Magenschleimhautentzündungen helfen sollte. In Hustensäften und Hustentabletten wird die Süßholzwurzel bis heute eingesetzt.

Süßholzwurzel und Glycyrrhizin

Wirkung von Glycyrrhizin und Salmiak

Der enthaltene Pflanzenstoff Glycyrrhizin wird im Körper durch Darmbakterien in Zucker und in die sogenannte freie Glycyrrhetinsäure umgewandelt. Diese kann ein Enzym in der Niere behindern, wodurch es zu Natrium- und Wasseranreicherungen im Körper und verstärkten Kaliumverlusten über den Urin kommt. Dabei treten folgende Symptome auf: erhöhter Blutdruck, Muskelschwäche und Wassereinlagerungen (Ödeme).

Ammoniumchlorid (Salmiak) wird bei der Herstellung von salz- beziehungsweise säuerlichem Lakritz eingesetzt. Der Geschmack des farblosen Salzes lässt sich als bitter-salzig-säuerlich beschreiben. Ammoniumchlorid kann in höheren Dosen Übelkeit, Erbrechen sowie neurologische Beschwerden wie Schwindel, Verwirrung und Kopfschmerzen verursachen.

Wechselwirkungen und Risiken

  • Glycyrrhizin kann Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Digoxin, Diuretika und blutdrucksenkenden Medikamenten (Antihypertensiva) haben.
  • Glycyrrhizin führt zu einer Erhöhung der Ausscheidung von Kalium und gleichzeitig zu einer erhöhten Aufnahme von Natrium.
  • Bei sehr hohen Dosen von Salmiak wurden Stoffwechselprobleme durch Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) beobachtet.

Wer sollte auf Lakritz verzichten?

Bestimmte Inhaltsstoffe von Lakritz können sich auf Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen negativ auswirken. Der Konsum sollte vermieden werden. Dazu zählen:

  • Menschen mit erhöhtem Blutdruck,
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Menschen mit Diabetes (aufgrund des Zuckergehalts in vielen Produkten),
  • Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen,
  • schwangere Frauen: Glycyrrhizin kann die Cortisolkonzentration im ungeborenen Kind beeinflussen und möglicherweise Risiko für Frühgeburt und Entwicklungsstörungen erhöhen.

Schwangere sollten daher am besten vollständig auf den Konsum von Lakritz verzichten oder nur sehr sparsam genießen. Forschende beobachteten in Studien Zusammenhänge zwischen mütterlichem Lakritzkonsum und erhöhten Cortisolwerten sowie möglichen Entwicklungs- oder Verhaltensauffälligkeiten beim Kind.

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Warnhinweis für Schwangere und Risikogruppen

Kann Lakritz impotent machen oder die Libido beeinflussen?

Der in Lakritz enthaltene Wirkstoff Glycyrrhizin soll die Produktion von Testosteron beeinflussen und dadurch indirekt Impotenz verursachen können. Männer, die bereits mit einem Testosteronmangel belastet sind, sollten daher sicherheitshalber auf den Genuss von Lakritz verzichten. Der Effekt hebt sich nach einigen Tagen wieder auf, dennoch sind die tatsächlichen Auswirkungen nicht vollkommen geklärt. Wussten Sie schon, dass Lakritz vorübergehend die Libido senken kann?

Unterschiedliche Lakritztypen und Kennzeichnungen

Abhängig vom Ammoniumchlorid- und Glycyrrhizinsäuregehalt wird Lakritz in verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Kinderlakritz: Der Ammoniumchlorid-Gehalt liegt unter 0,2 g pro 100 g Fertigerzeugnis. Da es weniger Glycyrrhizin enthält, ist der Geschmack milder.
  • Erwachsenenlakritz: Hier sind mehr als 20 g Salmiak pro kg verarbeitet. Die Konzentration an Glycyrrhizin ist höher und der Geschmack intensiver.
  • Starklakritz (salziges Lakritz): Enthält oft zwischen 44,9 und 79,9 g Ammoniumchlorid pro kg und ist für Liebhaber gedacht.

Produkte, die mehr als 20 g Salmiak pro kg enthalten, müssen mit der Aussage „Erwachsenenlakritz - kein Kinderlakritz“ gekennzeichnet sein. Salmiak-Gehalte zwischen 44,9 und 79,9 g/kg werden mit „Extra stark, Erwachsenenlakritz - kein Kinderlakritz“ gelabelt.

Empfohlene Verzehrmengen und Kennzeichnungen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt grundsätzlich nicht mehr als 100 mg Glycyrrhizin pro Tag zu essen. Dem BfR zufolge sollte die Aufnahme von Glycyrrhizin auf unter 100 Milligramm pro Tag beschränkt werden. Es gibt zudem Empfehlungen für Höchstmengen je nach Lakritztyp:

Produkt Empfohlene Höchstmenge (Erwachsene)
Kinderlakritz bis zu 100 g pro Tag (je nach Alter deutlich niedriger)
Erwachsenenlakritz (0,2 g Glycyrrhizin / 100 g) wenn möglich < 50 g pro Tag
Starklakritz (0,4 g Glycyrrhizin / 100 g) maximal 25 g pro Tag

Für Kinder gibt es keine explizit empfohlenen Höchstmengen; sie sollten jedoch deutlich weniger als Erwachsene konsumieren. Vorsicht bei importierten Lakritzwaren: die Anteile pro 100 g können deutlich höher liegen.

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Zuckerfreie Salz‑Lakritz: Besonderheiten

Zuckerfreie Salzlakritz ist besonders für Diabetiker interessant, weil sie ganz ohne Haushaltszucker auskommt. Zuckerfreie Salz-Lakritz Herzen sind extra starkes Erwachsenenlakritz und somit nicht für Kinder geeignet. Bei übermäßigem Verzehr können Süßigkeiten mit Maltit abführend wirken. Die Inhaltsstoffe sind bei vielen zuckerfreien Angeboten fast immer 100% Lakritz bzw. reines Lakritz aus Kalabrien oder anderen Produktionsregionen.

Zuckerfreies Salz-Lakritz - Verpackungsbeispiel

Praktische Hinweise beim Kauf und Verzehr

  • Achten Sie auf Kennzeichnungen: „enthält Süßholz“ oder Hinweise zu „Erwachsenenlakritz“ bei hohem Salmiakanteil.
  • Prüfen Sie Zutatenlisten: Zuckerfreie Varianten enthalten oft reines Rohlakritz und keine Süßstoffe.
  • Beachten Sie persönliche Risikofaktoren: Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaft, Medikamente.
  • Genießen Sie Lakritz in Maßen: Die Dosis entscheidet zwischen Genuss und gesundheitlichem Risiko.
Herstellung und Unterschiede von Lakritz und Salmiak

Kurioses und kulturelle Aspekte

Es gibt regionale Vorlieben: Im Norden Deutschlands liebt man Lakritz - im Süden eher nicht. Diese Beobachtung wird teils als „Lakritzäquator“ bezeichnet. Traditionelle Handwerksbetriebe stellen nach wie vor qualitativ hochwertige Lakritze her, während die industrielle Produktion den Geschmack je nach Land kulturell prägt. Lakritz ist vielseitig: als Bonbon, Stange, Sirup, Pulver oder sogar als Eiszutat.

Hinweis zu Heilanwendungen

Süßholz wird seit der Antike für medizinische Zwecke verwendet. Die Verwendung von Süßholz als Arzneimittel erfordert jedoch spezielle Kenntnisse. Die Dosierung und Anwendung sollte immer in Absprache mit einem qualifizierten Arzt oder Kräuterkundigen erfolgen.

Traditionelle Süßholzwurzel und moderne Lakritzprodukte

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