Salbei, Honig und Tee: Wirkung und Anwendung von Salbeitee

Salbeitee hat eine außerordentliche Heilwirkung, zahllose Anwendungsmöglichkeiten und lässt sich darüber hinaus ganz einfach selber machen. Die Gattung Salbei umfasst rund 900 Arten. Ausschließlich der Echte Salbei wird als Heilpflanze verwendet, seine gesundheitsfördernde Wirkung ist seit Jahrtausenden bekannt. Bereits der botanische Gattungsname "Salvia" verweist auf seine wichtige Bedeutung für den Menschen, geht er doch auf das lateinische "salvare" für "heilen" zurück.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für einen Salbeitee brüht man getrocknete oder frische Blätter des Echten Salbeis (Salvia officinalis) mit Wasser auf.
  • Seine Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, desinfizierend, beruhigend und krampflösend.
  • Salbeitee ist ein beliebtes Hausmittel unter anderem bei Erkältungen und Entzündungen im Mundraum, bei Stress, Magen-, Darm- sowie Menstruationsbeschwerden.
  • Da er zudem die Körpertemperatur reguliert, kommt er bei vermehrtem Schwitzen zum Einsatz.
  • Salbeitee wird getrunken oder lauwarm zum Gurgeln genutzt.

Wirkstoffe und ihre Effekte

Die heilende Wirkung von Salbei beruht auf dem Zusammenspiel mehrere wertvoller Inhaltsstoffe, die in Form von Tee optimal für den Menschen aufbereitet werden können. Die Salbeiblätter enthalten große Mengen an Bitterstoffen, Gerbstoffen, Flavonoiden und ätherischen Ölen. Die wichtigsten ätherischen Öle sind dabei Cineol und Camphen, die im Körper antibakteriell und desinfizierend wirken. Sie sind in der Lage, sowohl Pilze als auch Viren und Bakterien in ihrem Wachstum zu hemmen. Außerdem regen sie die Durchblutung an.

Die Gerb- und Bitterstoffe veranlassen, dass sich die Gefäße zusammenziehen, Blutungen gestillt werden und sich Verschleimungen, etwa im Fall eines Hustens, leichter lösen. Die verschiedenen Salvia-Arten haben unterschiedliche Zusammensetzungen, wichtige chemische Verbindungen im Salbei sind Flavonoide, Terpenoide und ätherische Öle. Echter Salbei weist übrigens die größte Menge an ätherischem Öl auf. Darunter die Monoterpene α-Thujon, ß-Thujon, Campher und 1,8-Cineol sowie die Sesquiterpene, zu denen hier vorrangig ß-Caryophyllen, Humulen und Viridiflorol zählen.

Wie die meisten Heilpflanzen ist aber auch Salbei nicht zu unterschätzen: Bestandteil der ätherischen Öle ist nämlich auch Thujon, das niedrig dosiert mitverantwortlich für all die wohltuenden und heilenden Eigenschaften des Salbeis ist. Tatsächlich gehört es jedoch zu den Nervengiften und ruft bei zu hoher Dosierung unangenehme Nebenwirkungen hervor. Symptome einer Überdosierung sind zum Beispiel Schwindel, Erbrechen und heftige Krämpfe.

Bei welchen Beschwerden hilft Salbeitee?

Salbeitee kann bei zahlreichen Beschwerden und Krankheiten angewendet werden. Im Winter schätzt man den Tee vor allem aufgrund seiner heilenden Wirkung bei Atemwegserkrankungen, grippalen Infekten und Erkältungen. Salbeitee mindert dank seiner antibakteriellen Eigenschaften schmerzhafte Entzündungen im Hals- und Rachenraum und hilft sogar bei Mandelentzündungen. Heiserkeit, Halsschmerzen und Husten klingen schneller ab, wenn man Salbeitee trinkt, da er Verschleimungen löst und die Keime abtötet.

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Anwendung findet Salbeitee ferner bei nervösen Zuständen, Stress und psychischer Anspannung. Selbst bei leichten Panikattacken und Angstzuständen hat er eine beruhigende Wirkung und stellt das seelische Gleichgewicht wieder her. Des Weiteren zählt Salbei zu den Heilpflanzen, die stimulierend auf das Gehirn wirken. Man sagt dem Kraut, ähnlich wie Ginkgo, eine gedächtnis- und hirnleistungsfördernde Wirkung nach.

Wer unter Entzündungen des Zahnfleisches oder kleineren Entzündungsherden im Mundraum leidet, sollte mehrmals täglich mit kaltem Salbeitee gurgeln. Ein altes Hausmittel besagt, dass er - gemischt mit ein wenig Apfelessig - auf diese Weise auch bei Hals- oder Kehlkopfentzündungen helfen kann. Außerdem wirkt Salbeitee bei Magenkrämpfen, Völlegefühl, Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden. Frauen können ihn zur Linderung von Menstruationsbeschwerden nutzen, da er entspannend und krampflösend wirkt. Auch zum Abstillen wird er empfohlen.

Vor allem im Sommer interessant ist, dass Salbeitee auf natürliche Art die Körpertemperatur reguliert und die Schweißbildung mindert. Diese Wirkung können sich auch Frauen zunutze machen, die während der Wechseljahre unter Hitzewallungen leiden. Dazu kann der Aufguss kalt oder warm getrunken werden.

Salbeitee selber machen: Ernte und Trocknung

Der gesundheitsfördernde Tee wird aus den Blättern des Echten Salbeis (Salvia officinalis) hergestellt. Wollen Sie Salbeitee selber machen, können Sie die Blätter sowohl frisch als auch getrocknet verwenden. Im Idealfall stammen sie natürlich aus eigenem Anbau. Bei gekauftem Salbei empfehlen wir, unbedingt auf Bio-Qualität zu setzen, da so keine Pestizidrückstände in Ihren Tee gelangen. Das Tolle ist: Salbei wächst sowohl im Garten als auch im Topf auf dem Balkon. Wichtig ist nur, dass er einen sonnigen, warmen Platz hat und in gut durchlässiges, nährstoffarmes Substrat gepflanzt wurde.

Um sich mal eben eine Tasse aufzubrühen, können Sie den Salbei im Grunde fast das ganze Jahr hindurch frisch pflücken. Damit er aber bestmöglich auf die Gesundheit wirkt und die geballte Heilkraft in den Blättern steckt, warten Sie den optimalen Ernte-Zeitpunkt ab: Ernten Sie Salbei für den Salbeitee daher am besten kurz vor Beginn der Blütezeit. Dann ist der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wie den ätherischen Ölen am höchsten. Schneiden Sie junge Triebe ab oder pflücken Sie einzelne Blätter spätvormittags, wenn es warm und das Kraut trocken ist.

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Verwerten Sie die Blätter nicht sofort, sollten Sie den Salbei trocknen. Legen Sie die Blätter zum Trocknen auf eine sogenannte Darre. An einem warmen und gut belüfteten Platz trocknen die Salbeiblätter meist innerhalb von zehn Tagen. Wenig energiesparend, dafür deutlich schneller geht es, wenn man Salbei im Backofen trocknet. Geben Sie die Blätter dazu auf ein Blech und trocknen Sie sie bei 40 Grad Celsius. Das dauert durchschnittlich sechs Stunden.

Salbeipflanze mit Blättern und Blüten

Die getrockneten Blätter werden kühl und vor Feuchtigkeit und Licht geschützt in einem geschlossenen Gefäß aufbewahrt. So sind sie bis zu einem Jahr haltbar. Wer die Blätter mitsamt Stiel abgeschnitten hat, kann sie unter gleichen Bedingungen auch kopfüber an einer Schnur zum Trocknen aufhängen.

Zubereitung von Salbeitee

Je nachdem, bei welchen Gesundheitsproblemen der Salbeitee zum Einsatz kommen soll, bereiten Sie ihn etwas anders zu: Um Magen-Darm- oder Erkältungsbeschwerden zu lindern, nehmen Sie 1,5 bis 2 Gramm zerkleinerte Salbeiblätter. Übergießen Sie diese mit 150 Milliliter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee etwa fünf Minuten lang zugedeckt ziehen. Ein Deckel verhindert, dass sich das ätherische Öl mit dem Wasserdampf verflüchtigt. Bis zu dreimal täglich können Sie eine Tasse schluckweise davon trinken.

Bei übermäßigem Schwitzen, oder um ihn zum Gurgeln zu nutzen, übergießen Sie 2,5 bis 3 Gramm Blätter mit 150 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee etwa zehn Minuten lang ziehen. Mehr als zwei Tassen sollten Sie davon pro Tag nicht trinken. Eine Spülung für Mund und Rachen kann mehrmals täglich mit lauwarmem Salbeitee erfolgen.

Ein markanter, leicht bitterer Geschmack kennzeichnet den Salbeitee. Seine Wirkung gegen diverse gesundheitliche Beschwerden ist deshalb meist der Grund, warum man ihn trinkt - nicht etwa sein Aroma. Die Zubereitung von Salbeitee gegen übermäßiges Schwitzen erfolgt etwas anders: Nehmen Sie drei Gramm Blätter auf 150 Milliliter kochendes Wasser und lassen Sie den Aufguss zehn Minuten zugedeckt ziehen, bevor Sie ihn abseihen. Bei Nachtschweiß sollten Sie diesen Tee kalt trinken.

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Salbeihonig: Rezept und Anwendung

Um die Wirkung des Salbeis bei Husten und Halsschmerzen zu erfahren, ist es ratsam, den Honig möglichst schon im Sommer zuzubereiten. Zutaten: ½ kg Honig, Salbeiblätter, ev. Gewürznelken, Sternanis, Zimtstange, Rosmarinzweig, 1 Zitrone, Saft, Teefilterpapier.

Zubereitung: Ein größeres Glas mit Honig bereitstellen. Am einfachsten ist es, mit Teefiltern zu arbeiten. Diese können dann zum Schluss herausgenommen, ausgedrückt und verworfen werden. Den Zitronensaft durch ein Sieb in den Honig seihen, umrühren. Zwei Handvoll Salbeiblätter waschen, auf einem Tuch trocknen lassen. Die Blätter in einen Teefilter geben. Ev. Gewürznelken, Sternanis, Zimtstange, Rosmarinzweig dazu, je nach persönlichem Geschmack. Salbeihonig auf ein Fensterbrett in die Sonne stellen und mindestens eine Woche stehen lassen. Danach die Teefilter mit den Blättern und Gewürzen herausheben, durchdrücken, auf kleinere Gläschen mit Schraubverschluss aufteilen und verschließen. Dunkel aufbewahren und bei Bedarf ein paar Teelöffel pro Tag genießen.

Salbeihonig bei Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten teelöffelweise 3-5 mal am Tag einnehmen und auf der Zunge zergehen lassen. Der Honig kann auch besonders im Winter täglich 2 mal zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten eingenommen werden.

Glas mit Salbeihonig und frischen Salbeiblättern

Dosierung, Dauer und Vorsichtsmaßnahmen

Grundsätzlich liegt die empfohlene Dosis bei vier bis sechs Gramm Salbei pro Tag. Bei zu hoher Dosierung - auch über einen längeren Zeitraum hinweg - können aufgrund des Thujon Nebenwirkungen wie Erbrechen und Krämpfe auftauchen. Allergische Reaktionen sind möglich, wenn man zum Beispiel auf Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) empfindlich reagiert.

Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen (zum Beispiel der Atemwege) oder auch Schwangere sollten vorsichtshalber auf den Verzehr von Salbeitee verzichten. Gleiches gilt für stillende Mütter, da er den Milchfluss unterdrückt. Die Anwendung von Salbeitee sollte nicht länger als eine Woche dauern. Salbei darf nicht länger als vier Wochen innerlich angewendet werden; manche Experten empfehlen sogar eine maximal zweiwöchige Anwendung.

Bei der innerlichen Anwendung von Zubereitungen aus Salbeiblättern, beispielsweise als Teeaufguss oder Tinktur, wird die toxische Dosis an Thujon nicht erreicht. Dennoch wird empfohlen, für eine innerliche Anwendung möglichst Thujon-arme Varianten des Salbeis zu verwenden. Noch vorsichtshalber sollte man ohne ärztlichen Rat auch nicht mit Salbeiöl gurgeln, den Mund spülen oder inhalieren, wie es manchmal als Hausmittel empfohlen wird.

Vor der Anwendung eines ätherischen Öls sollten Sie immer die Verträglichkeit prüfen, und zwar mit dem Armbeugentest: Geben Sie einen Tropfen des ätherischen Öls in die Armbeuge und verreiben Sie es vorsichtig. Wenn die betreffende Hautstelle in den darauffolgenden Stunden rot wird, zu jucken beginnt und vielleicht sogar Pusteln bildet, vertragen Sie das Öl nicht.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

In seltenen Fällen ruft Salbei allergische Reaktionen hervor. Bei äußerlicher Anwendung von unverdünntem Salbeiöl können Hautirritationen auftreten. Bei Überdosierung und Daueranwendung von Salbei-Zubereitungen können Vergiftungserscheinungen auftreten, die auf Thujon zurückgeführt werden (Herzrasen, Hitzegefühl, epilepsie-artige Krämpfe, Schwindel etc.).

Möglicherweise beeinflussen Salbei-Zubereitungen die Wirkung mancher Arzneistoffe wie die von Barbituraten und Benzodiazepinen. Daher wird empfohlen, die gleichzeitige Einnahme zu vermeiden beziehungsweise zuerst Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Anhaltende Beschwerden sollten immer vom Arzt untersucht werden.

Herstellung und Verwendung von Salbeitee und Salbeihonig

Praktische Tipps für Einkauf, Lagerung und Küche

  • Salbei gibt es frisch, getrocknet oder als Kräutertopf zu kaufen.
  • Frische Blätter duften bei leichtem Abrieb aromatisch und besitzen eine kräftige Farbe.
  • Da Salbei recht kräftig schmeckt, würzt man damit besser zurückhaltend.
  • Wer frische Blätter mit Pflanzenöl bestreicht, sie in Frischhaltefolie einwickelt und einfriert, macht sie haltbar.
  • Getrocknete oder eingefrorene Salbeiblätter schaffen einen Kräutervorrat für den Winter.

Salbei ist aber nicht nur als Heilpflanze gefragt, sondern auch als Zutat in der Küche. Salbeiblätter schmecken aufgrund der ätherischen Öle dezent bitter bis frisch. Das Kraut macht deftige Speisen bekömmlicher und passt daher optimal zu Fleischbeilagen wie Bratwurst, Ente oder Gans. Eine besondere Zubereitung sind in Salbeibutter geschwenkte Nudeln. Für zwei Portionen werden 100 Gramm Butter in einer Pfanne aufgeschäumt und darin 20 Salbeiblätter mit einer Prise Salz erwärmt - anschließend werden die fertig gekochten Nudeln hinzugegeben und mit Parmesan bestreut.

Kurze Tabelle: Zubereitungsempfehlungen

Anwendung Menge Salbei Wasser Zugabe / Hinweis
Allgemeiner Salbeitee 1,5-2 g 150 ml kochend 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen, bis zu 3x täglich
Gurgeln / Schwitzen 2,5-3 g 150 ml kochend 10 Minuten ziehen, maximal 2 Tassen/Tag, Gurgeln mehrmals täglich
Tagesdosis 4-6 g - Nicht länger als 1-4 Wochen innerlich anwenden

Salbei ist eine Heilpflanze mit multiplen Heilwirkungen. In der HNO-Heilkunde macht man sich vor allem ihre entzündungshemmende Eigenschaft zunutze. Die Pflanze an sich ist sehr robust, sie kann sich unterschiedlichsten Gegebenheiten anpassen und treibt immer wieder neu aus.

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