Pralinen mit Grünkohl: Rezept, Herstellung und die Geschichte einer norddeutschen Delikatesse
Pralinenherstellung gehört heute zu den beliebtesten Hobbys, sei es zum Verschenken, Genießen oder Dekorieren. Besonders im Advent und zu besonderen Anlässen sind sie als kleine Aufmerksamkeit hochgeschätzt. Es gibt viele bewährte Rezepte, doch kaum eines ist so außergewöhnlich wie Pralinen mit Grünkohl - eine Mischung aus traditioneller norddeutscher Küchenkultur und innovativer Confiserie. In Oldenburg entstand das Rezept, das mittlerweile den Klassiker „Grünkohl mit Pinkel“ auf eine ganz neue Art interpretiert.
Die Tradition des Grünkohls im Oldenburger Land
Bremen und Oldenburg sind die wahren Hochburgen des Grünkohls. Der Grünkohl, im Südoldenburger Raum liebevoll „südoldenburger Palme“ genannt, hat in Oldenburg einen hohen Stellenwert. Seit 2010 darf sich Oldenburg offiziell Kohltourhauptstadt nennen. Kohltouren, Kohlkönig und die Frage nach Pinkel oder Bregenwurst sind feste Bestandteile der Oldenburger Kultur. Bei einem Grünkohlessen mit Freunden ist es in Norddeutschland Tradition, vor dem Genuss einen ausgedehnten Fußmarsch zu absolvieren, der für den richtigen Hunger sorgen soll. Wenn dann die Gesellschaft nach dieser Anstrengung am Tisch Platz nimmt, erwartet sie normalerweise, dass sofort serviert wird.
Das Lieblings-Wintergemüse der Niedersachsen ist und bleibt der Grünkohl. Doch statt ihn klassisch und herzhaft mit Pinkel zu essen, kann man ihn seit einiger Zeit auch als Praline vernaschen. Diese originelle Idee hat sich inzwischen als echter Gaumenschmaus und exklusives Mitbringsel verbreitet.
Kreative Innovation: Die Grünkohlpraline aus Oldenburg
Konditor Christian Klinge aus Oldenburg ist der Erfinder der berühmten „Grünkohl-Praline“. Sie kombiniert traditionelle Handwerkskunst der Chocolatiers mit einer regionaltypischen, aber ungewohnten Zutat: Grünkohl. In der Praline steckt eine grüne, würzig-süße Füllung aus italienischem „Palmizio“-Grünkohl und weißer Schokolade, dazu ein Schuss „Hullmann's Alter“ Weizenkorn zum Haltbarmachen. Ummantelt ist sie von dunkler Schokolade. Die Praline besteht aus drei Sorten Schokolade, verfeinert mit Schinusbeeren (Rosa Pfeffer). Im Kern der Süßigkeit befindet sich die italienische Grünkohlsorte „Palmizio“, die sogar im Oldenburger Botanischen Garten wächst.
Der Geschmack ist einzigartig: Natürlich süß, ein wenig herb und leicht kohlig im Abgang. Die Praline wird klassisch zum Kaffee oder als Dessert gereicht. Als die Oldenburger Tourismus und Marketing GmbH auf Christian Klinge zukam, ob er etwas mit Grünkohl und Schokolade machen könne, sagte er ja - und die Praline wurde zum Erfolg.
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Die Entwicklung der ersten Grünkohl-Praline
Für die Entwicklung arbeitete Konditormeisterin Jutta Klinge über ein halbes Jahr zusammen mit dem Oldenburger Grünkohl-Experten Christoph Hahn. Klinge fing an, Grünkohl zu kochen und verschiedene Prototypen zu entwickeln. Für die Füllung wurde Grünkohl mit kochender Sahne püriert und darin Butter sowie weiße Schokolade aufgelöst. Um den Geschmack zu perfektionieren, wurden Kunden, Freunde und Mitarbeiter regelmäßig zum Test eingeladen. Schließlich kam auch Spinatpulver zur Färbung zum Einsatz. Die Praline ist dadurch sechs Wochen haltbar.
Das Endprodukt ist genial: Eine Schale aus Milchschokolade, darauf eine Schicht dunkler Schokolade und eine cremige Grünkohlfüllung mit weißer Schokolade. Das Ganze wird mit dunkler Schokolade abgeschlossen und mit mildem rosa Pfeffer garniert.
Rezept für selbstgemachte Grünkohl-Pralinen
Zutaten:
- ca. 100 g Grünkohl (frisch oder fertig gegart)
- 100 ml Sahne
- 100 g weiße Schokolade
- 30 g Butter
- 1 EL Spinatpulver (optional, für mehr grüne Farbe)
- 2 EL Weizenkorn oder klarer Korn zur Haltbarmachung
- 150 g dunkle Schokolade (für den Mantel)
- Rosa Pfeffer (Schinusbeeren) zum Garnieren
Zubereitung:
- Den Grünkohl waschen, grob hacken und entweder in wenig Wasser oder direkt in der Sahne mit einer Prise Salz ca. 5 Minuten weich dünsten.
- Zusammen mit der Sahne fein pürieren.
- Weiße Schokolade und Butter über einem Wasserbad schmelzen.
- Die geschmolzene Schokolade und Butter unter das Grünkohlpüree rühren. Wer mag, fügt nun das Spinatpulver hinzu.
- Weizenkorn oder Korn unterrühren - das sorgt für Haltbarkeit und ein besonderes Aroma.
- Masse abkühlen lassen, bis sie leicht fest wird.
- In Pralinenhohlkörper oder selbst gegossene Schalen aus Milchschokolade die Masse einfüllen, ggf. mit einem Spritzbeutel.
- Mind. 24 Stunden bei kühler Temperatur trocknen lassen.
- Mit einer Schicht dunkler Schokolade „verschließen“, auf Backpapier setzen und fest werden lassen.
- Mit rosa Pfeffer garnieren.
Ein Tipp aus Oldenburg für Pralinen-Einsteiger
Speziell zum Einstieg greifen viele Pralinenfreunde gerne auf fertige Pralinenhohlkörper zurück, mit denen sich schnell und einfach auch größere Mengen an gleichmäßigen Pralinen fertigen lassen. Für die Füllungen empfiehlt sich die Verwendung hochwertiger Kuvertüren, mit denen die Pralinen auch umhüllt werden. Pralinen selber machen ist viel einfacher, als viele glauben: Mit ein bisschen Lust, etwas Neues auszuprobieren, stellen sich erste Erfolge schnell ein. Es ist auch die einfachste Art, Pralinen zu machen - perfekt für gemeinsame Aktivitäten mit Familie, Freunden und Kindern!
Weitere kreative Grünkohl-Varianten
Inspirationen aus dem Oldenburger Land zeigen, dass Grünkohl mittlerweile zum Lifestyle-Produkt geworden ist. In Bremen etwa gibt es ein „Grünkohlöl“, das jedoch eigentlich aus Schwarzkümmel und Senfsaat besteht, aber mit Grünkohlaroma versetzt wird. In Schortens entwickelt der Bioladen „Sonnenblume“ einen veganen „Grünkohl-Pinkel“. Und auch Grünkohldöner oder Grünkohl-Pralinen mit Pinkelfleisch werden immer beliebter.
Grünkohl-Pinkel-Pralinen für herzhafte Überraschungen
Bei einem Grünkohlessen mit Freunden ist es Tradition, eine kleine Vorspeise zu servieren. Die herzhafte Grünkohl-Pinkel-Praline sorgt hier für Begeisterung: Ein Teelöffel Grünkohl, abgedeckt mit einer Pinkelscheibe, wird in ein Papier-Backförmchen gegeben und kurz im Ofen oder der Mikrowelle erhitzt. Vor dem Servieren kommt noch ein Klecks Senf darauf - und fertig ist das Aha-Erlebnis.
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Tipps und Lagerung für selbstgemachte Pralinen
- Pralinen sollten an einem kühlen, dunklen Ort gelagert werden (max. 15-18 °C), am besten im Kühlschrank.
- Je nach Füllung sind sie ca. 1-2 Wochen haltbar.
- Wichtig: Schokolade beim Überziehen und Dekorieren nie zu stark erhitzen (maximal 45 °C), damit kein Grauschleier entsteht.
Pralinen als Geschenkidee und Erlebnis in Gemeinschaft
Pralinen sind das ideale kleine Geschenk. Pralinen selber machen ist ganz einfach! Und gemeinsam mit Freunden, Familie oder Kindern lassen sich mehrere Hundert Pralinen an einem Nachmittag herstellen. Besonders in der Weihnachtszeit oder für den Adventskalender sind sie sehr beliebt. Sie werden sehen, dass es viel einfacher wird, wenn sich jeder auf einen Arbeitsschritt konzentriert.
Pralinenkurse und Wissenswertes für Neulinge
Wer sich unter Anleitung an dieses Thema herantasten möchte, findet auf speziellen Pralinenkursseiten Kursanbieter in seiner Nähe. Viele Tipps und Tricks rund um die Pralinenherstellung gibt es auch im regelmäßig erscheinenden Pralinenmagazin von Frau Dr. Wiebalck-Zahn. Zudem werden im Glossar wichtige Hinweise zur Pralinenproduktion gegeben, etwa zur Temperierung der Kuvertüre oder zur Haltbarkeit von Pralinen.
| Merkmal | Grünkohl-Praline | Klassische Praline |
|---|---|---|
| Füllung | Grünkohl, Sahne, weiße Schokolade, Butter, Korn | Ganache, Nüsse, Nougat, Marzipan o.ä. |
| Schokoladenarten | Milchschokolade, dunkle Schokolade | Dunkle, Milch- und/oder weiße Schokolade |
| Besonderheit | Würzig-grüne Füllung, rosa Pfeffer, regionale Tradition | Süß, cremig, oft alkoholisch oder nussig |
| Haltbarkeit | bis zu 6 Wochen (mit Korn) | 1-2 Wochen |
Die Grünkohlpraline aus Oldenburg vereint Innovation, Genuss und Tradition auf ganz besondere Weise und eignet sich perfekt zum Verschenken oder als originelle Delikatesse auf jeder Kaffeetafel.
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