Geschichte und Besonderheiten der Pralinen aus Brügge

Brügge ist nicht nur für seine malerischen Grachten und seine mittelalterliche Architektur bekannt, sondern auch für seine köstliche belgische Schokolade. Wer Schokolade liebt, wird sich in Brügge wie im Paradies fühlen. In den Straßen zwischen den alten Stadttoren und dem zentralen Marktplatz lässt sich entspannt bummeln und an jeder Ecke lassen sich die feinsten Schokoladenkreationen probieren.

Kurzer geschichtlicher Überblick

Mitte des 18. Jahrhunderts erfreute sie sich in der Oberschicht großer Beliebtheit, vor allem in Form eines Heißgetränks. Kakao, eine der Hauptzutaten der köstlichen Leckerei, wurde in großen Mengen aus Belgisch-Kongo importiert, wodurch sie Anfang des 19. Jahrhunderts auch für die Arbeiterklasse leichter zugänglich wurde. Eine Kombination aus hervorragender Ausbildung, einzigartigen Rezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, hochwertigsten Zutaten und einer unvergleichlichen Leidenschaft für das Produkt macht die belgische Schokolade zu etwas ganz Besonderem auf der ganzen Welt.

Einer der Hauptgründe dafür ist eine Erfindung des berühmten belgischen Chocolatiers Neuhaus. Er erfand das, was wir heute als Praline kennen, und begann in den späten 1800er Jahren, sein Produkt massenhaft zu exportieren. Die Geschichte der belgischen Schokolade wird im Schokoladenmuseum Choco Story auf faszinierende Weise erzählt. Das Erlebnis führt Sie durch die Geschichte von den Maya und spanischen Eroberern bis hin zu modernen Methoden der Schokoladenherstellung.

Choco-Story Museum - historische Ausstellungsräume

Choco-Story: Museum, Wissen und Praxis

Im Museum Choco-Story erfährt man auf drei Etagen in einem historischen Gebäude aus dem 15. Jahrhundert alles, was man aus 2.600 Jahren Schokoladengeschichte wissen muss. Das Museum besteht aus drei interessanten Teilen, die die Geschichte des Ursprungs und der Entwicklung der Schokolade erzählen. Es gibt einen interessanten Überblick über die Geschichte der Schokolade mit einer riesigen Sammlung historischer Artefakte und zeigt Ihnen alles, was Sie zur Herstellung von Schokolade brauchen, von den Rohstoffen bis zum Kochprozess.

Mehr als tausend Objekte, die zu einer privaten Familiensammlung gehören, machen das Museum zu etwas ganz Besonderem. Ein Höhepunkt dieses Besuchs ist es, der Herstellung von Schokolade vor Ort beizuwohnen und sie selbst zu probieren! Es ist ein toller Ausflug für die ganze Familie mit einer Schokoladensuche im ganzen Museum, um die Kleinen zu beschäftigen.

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Führung durch das Schokoladenmuseum Choco-Story

Brügger Chocolatiers: Tradition, Handwerk und kreative Extravaganz

Brügge reiht eine Chocolaterie an die nächste: Es gibt über 50 Geschäfte in der Innenstadt, die feinste Schokolade und fantasievolle Pralinen verkaufen, und keiner, der nach Brügge kommt, fährt ohne ein süßes Andenken an den Besuch in der mittelalterlichen Stadt wieder nach Hause. Alle, die mehr über Schokolade wissen wollen, können das Schokoladenmuseum oder die Choc in Brügge besuchen. Die Choc ist ein Schokoladenfestival, das regelmäßig in Brügge stattfindet. Im Rahmen des Festivals wird unter anderem auch ein Chocolade Walk angeboten und dieser Spaziergang führt zu den besten Chocolatiers der Stadt.

The Chocolate Line - Dominique Persoone

Eindrucksvoll, innovativ, cool - der Beitrag zu Brügge und seinem Schokowahnsinn muss einfach mit dem weltberühmten Chocolatier Dominique Persoone und seiner Chocolaterie The Chocolate Line beginnen! Der Spitzen-Chocolatier, der seit 1992 sein Geschäft in Brügge betreibt, verfolgt ein umfassendes Konzept. Der Kakao stammt von seiner eigenen Plantage in Yucatan, Mexico und wird dort in traditioneller Weise umweltfreundlich und naturnah angebaut. Er pflanzt Kakaobäume, unterstützt Projekte für bedrohte Tierarten, erzeugt nebenbei noch Honig und Gewürze, hat eine eigene Schokoladenfabrik in Brügge und ist, wenn es um Kunst und Innovation geht, stets sofort zur Stelle.

Weltbekannt hat ihn sein Chocolate Shooter gemacht, eine Schokoladenschnupfmaschine, die ursprünglich für eine Geburtstagsparty der Rolling Stones kreiert wurde. Ob Schokoladenlippenstifte, Massageschokolade oder Pralinen mit Hanfsamen oder Wasabi - beim selbsternannten Shock-O-Latier Dominique ist Schokolade Rock’n’Roll. Mit seinen innovativen Kreationen ist Dominique Persoone in der Welt der Schokolade international bekannt und so etwas wie der Willy Wonka von Brügge.

Auf der Plantage „The Chocolate Line Plantation” in Yucatán, Mexiko, baut Dominique Criollo-Kakaobohnen an. Außerdem half er in Virunga, im Kongo, beim Bau einer Schokoladenfabrik, um den Nationalpark und die Tiere zu schützen und Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung zu schaffen. Die Kakaobohne fällt nicht weit vom Stamm, denn Sohn Julius Persoone setzt diesen innovativen Kurs fort. Als kreativer Kopf im Atelier und Produktionsleiter von „The Chocolate Line” geht er auch weniger naheliegende Kooperationen ein, beispielsweise mit Modehäusern und der Medizinbranche.

Er schaffte es sogar weltweit in die Schlagzeilen, indem er Pralinen entwickelte, die medizinische Beschwerden lindern, darunter eine Praline mit künstlichem Speichel für Kehlkopfkrebspatienten. Probieren Sie unbedingt seine einzigartige Dame Blanche mit den tausend schwarzen Punkten des Vanillemarks!

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The Chocolate Line - kreative Pralinen und Ladenansicht

Dumon, Pralinette, Sukerbuyc und weitere Traditionshäuser

Ebenfalls 1992 begann die Chocolaterie Dumon mit ihrem Begründer Stephan Dumon ihre steile Karriere nach oben. Qualität und Geschmack der feinen Pralinen und Trüffel ließ das Unternehmen florieren, sodass es mittlerweile fünf Filialen, darunter drei in Brügge, führt. Wir besuchten das Geschäft am Eiermarkt. Das urige, winzige, alte Häuschen ist so klein, dass die Hälfte des Sortiments quasi im Keller zu begutachten ist.

Bei den Dumon-Pralinen lernt man die Pralinen-Füllung "Gryt" kennen, die aus einer Mischung von Gewürzen für das Bier hergestellt wird und einen Hauch von Lebkuchengeschmack in sich birgt. Der "Brugge Sweat" - brüggescher Schwan ist das Markenzeichen dieser Manufacturs, dessen Pralinen in Schwanform daherkommen. Auch Dumon stellt seine Schokoladenmasse noch selbst her.

Spitzen-Chocolatier Fangio De Baets setzt auf traditionelle Handarbeit in seiner Chocolaterie Pralinette in der Wollestraat, nahe dem berühmten Glockenturm Belfried. Wie in einer gläsernen Chocolaterie kann man im hinteren Teil des Ladens die kleinen Conchiermaschinen bei der Arbeit beobachten. Alles, was man hier kaufen kann, wird auch hier in Handarbeit produziert.

Die Chocolaterie Sukerbuyc hat sich mittlerweile einen Namen gemacht. Bereits seit 1977 fertigt sie feine Schokoladenleckerbissen an. Die Pralinen werden nach dem geheimen Familienrezept hergestellt und können an der gegenüberliegenden Straßenseite in De Proeverie, dem englischen Teehaus unter den Fittichen der Chocolaterie, direkt gekostet werden.

Dumon Chocolatier - traditionelles Geschäft am Eiermarkt

Chocolaterie Mary & Co.

In Brügge befindet sich auch eine Filiale der bekannten Brüsseler Chocolaterie Mary. Die 1919 von Mary Delluc begründete Chocolaterie verfügt mittlerweile über 10 Verkaufshäuser, darunter 6 (!) in Brüssel und sogar eines in den USA. Wer den Laden von außen sieht und dann betritt, wird einem klassisch-edlen Ambiente begegnen, in dem Schokoladenträume wahr werden. Ob eine große Auswahl an feinsten Pralinen oder anderer Kostbarkeiten - hier schlägt das Schokoladenherz höher.

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Chocoholic, Zucchero Confiserie & Doopsuiker oder kleinere Läden wie das Truffelhuisje ergänzen das Angebot. Letzteres bietet neben allerlei seltsam dreinblickenden Hohlfiguren auch in Schokolade abgeformte Geschlechtsmerkmale - ein Tipp für Freunde des gepflegten Gags.

Handwerk, Rezepte und Spezialitäten der Pralinen aus Brügge

Eine Kombination aus hervorragender Ausbildung, einzigartigen Rezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, hochwertigsten Zutaten und einer unvergleichlichen Leidenschaft für das Produkt macht die belgische Praline so besonders. Bei einem Spaziergang durch die gepflasterten Straßen werden Sie viele Chocolatiers sehen, die ihre feinsten Produkte ausstellen, von bekannten Markennamen bis hin zu kleinen familiengeführten Schokoladengeschäften.

Wenn Ihr Pralinen kaufen möchtet, dann empfehlen wir: Stellt Euch ein kleines Sortiment aus der großen Auswahl zusammen. Die Pralinen- und Schokoladen-Preise variieren sehr stark. Also immer etwas aufpassen, sonst sind die Löcher im Portemonnaie recht schnell sehr groß. Im oberen Bereich werden bis zu 80 oder 90 € je Kilogramm Pralinen aufgerufen.

Chocolatier Besonderheit Empfehlung
The Chocolate Line Innovative Kreationen, eigene Kakaoplantage Melo’Choc, Chocolate Shooter, kreative Pralinen
Dumon Traditionelle Handarbeit, Familienbetrieb Gryt-Füllung, Schwan-Pralinen
Pralinette Gläserne Werkstatt, handwerkliche Produktion Hausgemachte Trinkschokolade beobachten
Mary Klassisch-edles Ambiente, internationale Präsenz Feinste Pralinen und saisonale Spezialitäten

Schokolade in Gastronomie und Events

"Choc`in Brugge" heißt das Festival, das jährlich fünf Wochen vom 11. November bis 18. Dezember in der flandrischen Hauptstadt stattfindet und mit besonderen Aktionen der chocolatiers lockt. Während des Festivals steht ganz Brügge im Zeichen der Schokolade, denn auch die Restaurants und Cafés der Stadt bieten Schokolade in allen möglichen Variationen an.

Ein weiteres Erlebnis bietet die Choco Jungle Bar: Alle, die nachspüren wollen, wie heiße Schokolade früher bei den Azteken, Maya oder im europäischen Adel des 17. Jahrhunderts getrunken wurde, sollten sich in die Vlamingstraat begeben. Man kann hier viele verrückte Dinge tun, wie z. B. in Baumhäusern sitzen, sich seine heiße Azteken-Schokolade nach dem Sonnenkalender würzen oder in spezielle Maya-Becher pusten, um den typischen Schaum zu erzeugen. Natürlich gibt’s hier auch Waffeln, Pfannkuchen und andere Spezialitäten wie Muffins, Cocktails oder frische Smoothies.

Choco Jungle Bar - thematische Inszenierung von Schokoladentraditionen

Waffeln, heiße Schokolade und süße Begleiter

Echte Belgische Waffeln sind eine gesamtbelgische Spezialität. Während die Lütticher Tradition eher auf süß und fettig setzt, hatten wir es in Brügge wohl mit der Brüsseler Variante zu tun. Sie ist nur sparsam gesüßt, megaknusprig und in unserem Fall war sie auf jeden Fall XXL! Das ist ein Muss: Lizzie’s Wafels (Sint Jakobsstraat 16). Die riesigen Waffeln bestellt man am besten mit einer „Beilage“ wie Sahne, frischen Erdbeeren, Eis und vor allem der hausgemachten Schokoladensauce.

Im Lizzie’s - auch hier etwas teuer aber seinen Preis wert - kann man wunderbar heiße Trinkschokolade genießen. Man kann zwischen weißer, dunkler und Vollmilch-Schokolade wählen. Serviert wird ein Glas aufgeschäumte Milch und eine zauberhafte Schokoladenblüte, die mit Schokoladenraspeln gefüllt ist. Ebenfalls sündig wird es im Aux Merveilleux de Fred mit seinen Merveilleux aus Baiser, Sahne und weiteren Zutaten wie Nüssen oder Schokolade.

Praktische Tipps für den Schokoladenbesuch in Brügge

  • Die bequemste Anreisemöglichkeit ist mit dem Zug von Deutschland über Brüssel nach Brügge. Da Ihr in der Innenstadt alles Wichtige fußläufig entdecken könnt, benötigt Ihr vor Ort kein Auto.
  • Besucht das Schokoladenmuseum Choco-Story und plant eine Chocolade Walk oder eine Schokoladen-Tour über das Tourismusamt ein.
  • Stellt Euch ein kleines Sortiment zusammen, denn die Auswahl ist überwältigend und die Preise variieren stark.
  • Besucht die Chocolatiers an Wochentagen zwischen Montag und Donnerstag, da besonders an Wochenenden die Stadt überquillt von Schokoladen-hungrigen Besuchern.
  • Wer nachhaltig Interesse hat: Zu Themen wie Bio, Fair und Nachhaltig findet sich in Brügge leider sehr wenig. Anbaubedingungen und Umweltschutz werden kaum thematisiert, am ehesten noch bei Innovateur Dominique Persoone.

Wo man noch einkehren kann

Für ein gemütliches Schokoladen-Erlebnis empfehlen sich Cafés wie De Proeverie - Tea Room mit der "Chocolademelk Proeverie": heiße Milch, in der man ein Stück echte Schokolade versinken lässt, das Gingerbread Tea Room, Books & Brunch, The Gulliver Tree oder Cafe au Lait für frische Waffeln.

De Proeverie - Tea Room mit Kamin und Schokolademelk

Warum Brügge ein unumgängliches Ziel für Pralinenliebhaber ist

Brügge bietet Schokoladenkultur auf höchstem Niveau. Hier reiht sich eine Patisserie an die nächste und trotzdem scheinen sie nebeneinander bestehen zu können. Die Kombination aus handwerklicher Tradition, innovativen Chocolatiers wie Dominique Persoone, historischen Schauplätzen und einem Schokoladenmuseum macht Brügge zu einem unvergleichlichen Ziel für alle, die sich für Pralinen interessieren.

Von klassisch-edlen Pralinen bis zu ausgefallenen Schöpfungen wie Schokoladenlippenstiften, Schokoladen-Pillen, Pralinen mit Curry oder Zwiebel-Speck, und den lokalen Spezialitäten wie dem „Brugsch Swaentje“ - Brügge ist ein Ort, an dem Schokoladenträume wahr werden. Ein langes Wochenende ist kaum ausreichend, um alles zu erkunden.

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