Pfefferminz Schokolade in der Schwangerschaft erlaubt
So einiges, was man gerne trinkt oder isst, ist in der Schwangerschaft nicht erlaubt oder sollte nur eingeschränkt genossen werden. Lies auch: Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen?
Pfefferminztee hilft gegen (Schwangerschafts-)Übelkeit, kann aber auch Wehen auslösen, wenn man es mit dem Verzehr übertreibt. Wie genau Pfefferminz(tee) in der Schwangerschaft wirkt, welche Folgen eine Überdosierung für Mutter und Baby haben kann und wie viel Minze man während der 40 Schwangerschaftswochen täglich essen und trinken darf, verraten wir euch im Folgenden.
Pfefferminztee in der Schwangerschaft: Warum ist die Heilpflanze gefährlich?
Eigentlich ist Pfefferminze eine super Heilpflanze. Sie findet Anwendung bei Magen- und Darmbeschwerden, wirkt krampflösend und regt die Verdauung an. Außerdem ist sie in Kombination mit Honig ein super Hausmittel gegen eine fiese Erkältung.
Als Teezubereitung lindert Pfefferminzea Magen-Darm-Beschwerden wie Krämpfe, Blähungen und Völlegefühl und Beschwerden beim Reizdarmsyndrom, die Gerbstoffe wirken entkrampfend und beruhigend. Auch bei Sodbrennen und morgendlicher Übelkeit soll Pfefferminztee helfen. Das Öl wirkt schleimlösend und befreiend bei Erkältung und Schnupfen. Auf die Schläfen gerieben lindert das Öl Kopfschmerzen, was besonders für Schwangere gut ist. Wegen des kühlenden Effekts durch die schnell verdunstenden Öle können die Salben Muskelschmerzen und rheumatische Beschwerden lindern.
Trotzdem sollten Schwangere nicht zu große Mengen Pfefferminztee am Tag trinken. Grund dafür: Pfefferminze enthält ätherisches Pfefferminzöl. Dieser Wirkstoff kann den Stoffwechsel stark anregen, die Gebärmutter stimulieren und vorzeitige Wehen, also auch eine Früh- oder Fehlgeburt auslösen. Zum einen wird Pfefferminztee nachgesagt, dass die Wirkstoffe in der Schwangerschaft die Gebärmutter anregen und dadurch Wehen fördern können - wenn sie in hoher Dosierung und über längere Zeit konsumiert werden.
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Ja, ätherische Öle stehen im Verdacht, vorzeitige Wehen und damit eine Fehlgeburt auslösen zu können, wenn sie über längere Zeit in großen Mengen geschluckt werden. Nicht aber in kleinen Mengen wie zwei Tassen Tee oder hin und wieder einer Kanne. Die Dosis macht das Gift, dieser kluge Satz von Paracelsus gilt auch hier.
Eine andere Gefahr ist die Verunreinigung mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Werden solche Pflanzen aus Versehen mitgeerntet, können die PA in den Tee gelangen. Zwar sind die Mengen, die bisher in Kräutertees gefunden wurden, so gering, dass Menschen sich nicht direkt mit dem Tee vergiften können. Trinkt man aber täglich in reichlichen Mengen von solch einem verunreinigten Tee, kann das tatsächlich im schlimmsten Fall der Leber schaden und eventuell auch dem ungeborenen Baby.
Bioprodukte sind übrigens nicht weniger belastet, da es sich bei den PA um einen natürlichen Inhaltsstoff der Pflanzen handelt. Deshalb rät das Bundesinstitut für Risikobewertung: „Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren.“
Wechselwirkung mit Sodbrennen und Stillzeit
Komplett auf Minztee sollte man in der Schwangerschaft verzichten, wenn man häufig unter Sodbrennen leidet. Pfefferminztee regt die Säureproduktion der Magenschleimhaut an, kann also Sodbrennen verursachen bzw. bereits auftretendes Sodbrennen verschlimmern.
Übrigens: In der Stillzeit solltest du nach Möglichkeit ganz auf den Verzehr von Pfefferminztee verzichten. Wie auch manchen anderen Kräutern, etwa Salbei, wird der Pfefferminze nachgesagt, die Milchbildung zu hemmen. Auch hier gilt aber, dass die Wirkung (die nicht erwiesen ist), wenn überhaupt erst ab einer größeren Menge eintritt.
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Wie viel Pfefferminztee in der Schwangerschaft?
Die Menge Tee ist entscheidend für die Wirkung während der Schwangerschaft. Ein bis zwei Tassen Pfefferminztee am Tag sind für Schwangere prinzipiell erlaubt. Und deinem Baby im Bauch kann Pfefferminztee in so geringen Mengen auch nicht schaden.
Minzöl enthält die ätherischen Öle in konzentrierter Form. Deshalb solltest du zur Vorsicht zum Beispiel keine Minzöl-Kapseln einnehmen, denn dann würdest Du ein Vielfaches an ätherischem Öl zu dir nehmen, als wenn du etwa eine oder zwei Tassen Pfefferminztee trinkst. Minzöl hingegen sollten Schwangere nicht einnehmen. Hier ist die Dosierung der Inhaltsstoffe zu hoch. Zum Inhalieren bei Übelkeit oder zum Einreiben bei Kopfschmerzen kannst Du es aber auf jeden Fall verwenden.
Ja, ok so wie viele Kräuter und Gewürze sollte man sie nicht säckeweise essen, aber das bisschen was da in den Tafeln ist, sollte kein Problem sein. Wenn du unsicher bist, was du in der Schwangerschaft benutzen, essen und trinken kannst, frag bitte immer deine Hebamme oder den behandelnden Arzt.
Alternative Teesorten: Was ist erlaubt in der Schwangerschaft?
Wer bisher gegen die morgendliche Übelkeit gerne zum Pfefferminztee gegriffen hat, sollte es auch mal mit Kamillen- oder Fencheltee versuchen. Die beiden Kräutertees können bedenkenlos in der Schwangerschaft getrunken werden. Bei Verdauungsproblemen wie Verstopfung kannst du alternativ zu Hagebuttentee greifen. Gegen Erkältungssymptome wie Husten hilft Thymiantee. Jedoch solltest du diesen ebenfalls in kleineren Mengen genießen und nicht kannenweise trinken.
Welche Tees in der Schwangerschaft bedenkenlos getrunken werden können und von welchen Sorten du die Finger lassen solltest, verraten wir dir hier: Tee in der Schwangerschaft: Welche Sorten sind erlaubt?
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Pfefferminze in anderer Form: Schokolade, Kaugummi, Bonbons
Kaugummis, Bonbons oder auch Schokolade mit Pfefferminze sind in der Schwangerschaft unbedenklich. Ich habe noch nie gehört, dass Minze in der SS verboten ist. Was soll denn Schoki, Zucker und Pfefferminz auslösen? Das klingt jetzt glaube ich blöd, so ist es aber echt nicht gemeint..... Danke für deine Meinung. Der Zucker ist schlimmer als die Minze. Ich habe mir grade vier genehmigt. Bin 39.
Wenn ich mich recht entsinne ist das Problem bei Pfefferminze und Salbei nur dass es die Milchbildung hemmt.... ist also eher ungeeignet in der Stillzeit bzw kurz vor der Geburt. Aber vermutlich werden selbst dann 2 After Eight nicht viel bewirken.... da ist ja im Verhältnis zum Rest nur ein Hauch Minze drin.... Du kannst die After Eight auch mir schicken.
Praktische Hinweise und Tipps
- Die Dosis macht das Gift: kleine Mengen Pfefferminze (z. B. in Schokolade) sind unproblematisch.
- Vermeide konzentrierte Präparate wie Minzöl-Kapseln während der Schwangerschaft.
- Bei häufigem Sodbrennen besser auf Pfefferminze verzichten, da sie die Säureproduktion anregen kann.
- Wechsle Kräutertees und trinke nicht dauerhaft nur einen Kräutertee, um PA-Exposition zu minimieren.
- Bei Unsicherheit immer Hebamme oder Arzt fragen.
Wissenschaftliche Einschätzung und Quellenhinweise
Bei Pfefferminze in der Schwangerschaft sind die wissenschaftlichen Meinungen geteilt. In der Frühschwangerschaft steht Pfefferminze in Verdacht, Fehlgeburten auslösen zu können. (Und: Könnte Pfefferminze wirklich Wehen auslösen, dann hätte die Volksmedizin diese Wirkung schon im Mittelalter erkannt und das Kraut als Wehenmittel und zu Abtreibungen genutzt. Davon ist aber nichts bekannt.)
Mehr zum Thema erfährst du in unseren Artikeln Pfefferminztee in der Stillzeit und Salbei und Stillen. „Das große GU PraxisHandbuch Kräuter“ von Engelbert Kötter, Gräfe und Unzer Verlag. Pharma-Wiki: Pfefferminze. Verbraucherzentrale: Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees und Tees. Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln. Deutsche Apothekerzeitung: Das Heilpflanzen-Lexikon - Pfefferminze. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Biodidaktik - Pfefferminze. Healthline: Is Tea Safe During Pregnancy?
| Form | Sicherheit in Schwangerschaft | Hinweis |
|---|---|---|
| Pfefferminztee (1-2 Tassen/Tag) | Prinzipiell erlaubt | Achte bei Sodbrennen auf Verzicht |
| Pfefferminzöl / Kapseln | Nicht empfohlen | Konzentrierte ätherische Öle vermeiden |
| Pfefferminzschokolade, Kaugummi, Bonbons | Unbedenklich | Geringe Mengen Minze enthalten |
| Kräutertees (generell) | Abwechseln empfohlen | PA-Verunreinigungen vermeiden |
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