Osterhase, roter Zucker, Bedeutung und Herkunft: Eine detaillierte Reise durch Tradition, Materialität und Brauchtum
Über die Herkunft des Osterhasen gibt es verschiedene Geschichten. Bis heute hat sich die Tradition gehalten, Brot und Kuchen in Lämmerform zu backen. Angeblich hat sich einmal beim Backen ein Osterlamm im Ofen so verformt, dass es einem Hasen ähnelte. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Osterhase, der angeblich auch die Ostereier färbt und versteckt, ein protestantischer (evangelischer) Brauch ist, der sich im 18. In der katholischen Kirche war es lange Zeit üblich, gefärbte Ostereier zu weihen. Um 1800 entstand dann auch in protestantischen bürgerlichen Kreisen eine romantische, sentimentale Welt, in der sich die Ostereiersuche zu einem nichtkirchlichen, familiären Festtagsbrauch herauskristallisierte.
Größere Aufmerksamkeit fand der Osterhase bereits in der Dissertation des Heidelberger Arztes Johannes Richier "De ovis paschalibus" ("Von Ostereiern"). Bereits um 1682 stellt der Mediziner fest, dass "in Oberdeutschland, in unserer Pfalzgrafschaft, im Elsass und in benachbarten Gemeinden sowie in Westfalen... Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich der Osterhase als unumstrittenes Symboltier für Ostern durch. Selbst in katholischen Regionen begannen die Familien nun mit der Eiersuche.
Dass der Feldhase zum Spezialisten fürs Eierfärben und -verstecken wurde, geht sicherlich auch auf seine Fruchtbarkeit und sein Paarungsverhalten in der vorösterlichen Zeit zurück. Häsinnen können zeitgleich mit verschieden entwickelten Föten trächtig sein und in einem Wurf fünf Junge zur Welt bringen. Auch ihr Verhalten in freier Flur hat sie zum Favoriten fürs Eierverstecken gemacht. Feldhasen verharren still in einer Mulde, bis sie bei Gefahr in letzter Minute davonhoppeln.
Warum gerade der Hase die Eier bringt, versuchte man auch damit zu erklären, dass im Frühjahr die ausgehungerten Hasen zur Nahrungssuche in die Dörfer und Bauerngärten kamen. Auch bildhafte Deutungen mussten als Erklärung herhalten. Bereits seit dem 18. Jahrhundert war das Dreihasenbild ein beliebtes Motiv zum Bemalen von Ostereiern. Abgebildet sind drei Hasen mit insgesamt nur drei Ohren. Da die drei Hasen in einer Kreisform angeordnet sind, entsteht der Eindruck, dass jeweils zwei Ohren zu einem Hasen gehören. Das Dreihasenbild stand lange Zeit für die göttliche Dreieinigkeit. Eine solche Abbildung befindet sich im Kreuzgang des Paderborner Domes.
(Erstveröffentlichung 2006 zur Sendung "Frühling - Das große Erwachen". Genau kann man es nicht sagen…Begonnen hat es mit der Zuckerhasenherstellung so in den 1850er Jahren.) Zucker, Zucker, Zucker - die Geschichte der roten Zuckerhasen nimmt hier ihren Anfang: Zuckerrüben wurden im großen Stil angebaut, der Zucker wurde für die breite Masse der Bevölkerung erschwinglich. Erste Metallwarenfirmen stellten dreidimensionale schwarze Eisenformen her. Diese Formen waren nicht ideal ( Rostanfällig ) und wurden Ende des 19. Jahrhunderts durch Zinn-Bleiformen ersetzt. Hier war das Material relativ weich und dadurch sehr kratzeranfällig, was die Formen schnell unansehnlich werden lies; auch der Bleigehalt war wohl nicht ganz unbedenklich. Ab den 1920er kamen dann Formen aus Gussaluminium auf dem Markt, die bis in die 50er Jahre produziert wurden. Nur mit diesen Formen wird bis heute gearbeitet. Der letzte Hersteller war eine Gießerei im Stuttgarter Raum.
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Ursprünglich wurde Zucker mit Bonbonsirup und Wasser zum Karamell gekocht. Bei Zuckerhasen, die süßen roten Osterhasen aus Zucker, haben in Deutschland eine lange Tradition. Besonders im süddeutschen Raum wurden sie klassischerweise rot hergestellt. Bevor die Schokoladenhasen ihren Siegeszug antraten, waren rote Zuckerhasen eine beliebte Ostersüßigkeit - und in manchen Regionen ist dieser Brauch bis heute lebendig geblieben. Allerdings beherrschen nur noch wenige Konditoren die Kunst des Zuckerhasengießens. Ursprünglich waren Osterhasen aus Zucker ein Luxus, den sich nur wohlhabende Familien leisten konnten. Freilandmuseum.de.
Importierter Rohrzucker war teuer, sodass Zuckerbäckereien ihre filigranen Zuckerfiguren zunächst vor allem für betuchte Kundschaft herstellten. Freilandmuseum.de. Doch mit der Züchtung der Zuckerrübe um 1800 entstand erstmals eine heimische Zuckerproduktion. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde Zucker dadurch auch für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar. Zuckerhasen-Formen im Wandel der Zeit: Eine historische zweiteilige Zuckerhasenform aus Aluminium (links) neben einem gegossenen roten Zuckerhasen (rechts). Solche Aluminium-Formen wurden etwa von 1920 bis 1950 hergestellt und kommen bis heute für die traditionelle Fertigung zum Einsatz. Durch die detailreichen Gussformen besitzen die fertigen Zuckerhasen filigrane Konturen und sind innen hohl, was Material spart.
Traditionelle Herstellung der Zuckerhasen: Ursprünglich bestand die Zuckerhasenmasse nur aus Zucker, Bonbonsirup und Wasser. Diese Mischung wurde auf ca. 150 °C erhitzt, bis ein karamellisierter Zuckersirup entstand. Dann fügte man rote Lebensmittelfarbe hinzu und goss die heiße Masse in die vorbereiteten Hasenformen. Nach kurzer Zeit kühlte der Guss an den Formwänden etwas ab - dann wurde der überschüssige Sirup wieder ausgegossen. So erhielt man einen hohlen, dünnwandigen Zuckerhasen, der nach dem Erkalten aus der Form gelöst werden konnte. Die leuchtend rote Farbe machte den fertigen Zuckerhasen damals zu etwas Besonderem. Tatsächlich hat das klassische Rot auch eine tiefe symbolische Bedeutung: Es steht für das Blut Christi und damit für die Auferstehung - ein christlicher Sinn hinter der süßen Tradition.
Erst im Laufe der Zeit fügte man der Zuckermasse Fruchtaromen hinzu, um den Geschmack zu verfeinern. Isomaltzucker - die moderne Alternative: Wir gießen unsere roten Zuckerhasen nun seit über 30 Jahren nicht mehr aus gewöhnlichem Haushaltszucker, sondern verwenden Isomaltzucker als Grundlage. Isomalt ist ein spezieller Zuckeralkohol, der nur etwa halb so süß schmeckt wie normaler Zucker. Dafür bietet er entscheidende Vorteile: Er ist zahnfreundlich (verursacht keine Karies) und hat einen geringeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Viele kennen Isomalt als Zuckeraustauschstoff aus zuckerfreien Bonbons oder Kaugummis. Nachteilig sind lediglich die höheren Kosten - Isomalt ist deutlich teurer als Rohr- oder Rübenzucker.
Auch in der Verarbeitung zeigt Isomalt seine Stärken. Die Isomalt-Masse muss nicht so lange gekocht werden wie herkömmliche Zuckerlösung, bis sie gießfähig ist. Zudem nimmt Isomalt keine Feuchtigkeit aus der Luft auf. Dadurch bleiben Zuckerhasen aus Isomalt länger trocken und kleben bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht so schnell. Darüber hinaus schont Isomalt die Zähne und liefert nur ungefähr die halbe Kalorienmenge von normalem Zucker.
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Zuckerhasen heute - lebendige Tradition aus der Oberpfalz: Die massenhaft produzierten Schokohasen haben den klassischen Zuckerhasen zwar an vielen Orten verdrängt, doch in der Oberpfalz wird diese Tradition bis heute bewusst gepflegt - und weiterentwickelt. In unserer Manufaktur in Weiden gießen wir nicht nur zur Osterzeit handgemachte rote Zuckerhasen, sondern inzwischen auch Winter- und Weihnachtsfiguren, Baumschmuck, Tiere, Geschenksets und unsere DrinkDrops für Sekt, Cocktails und besondere Anlässe. Dank unseres Online-Shops können Sie unsere zahnfreundlichen Isomalt-Zuckerfiguren aus der Oberpfalz das ganze Jahr über bestellen - als nostalgische Osterdekoration, als weihnachtlichen Hingucker, als kleines Mitbringsel, für Kindergeburtstage oder als individuelle Firmen- und Eventgeschenke. Bei vielen Menschen, die bei uns bestellen, wecken unsere Zuckerhasen Erinnerungen an lange zurückliegende Zeiten. Die Zutaten sind einfach, wenngleich es eine zeitgemäße Änderung gibt: Statt des Zuckers verwendet Segerer heute das kalorienärmere Isomalt, "weil es zahnschonender und für Diabetiker geeignet ist".
Der Konditor kocht es mit Wasser auf. Schnell gießt er die heiße Flüssigkeit in den Kupfertopf zurück. Eine dünne Zuckerschicht bleibt an der Innenwand der Form haften. Kurzes Erkalten, dann wird eine der Metallhälften abgehoben - und die Figur löst sich mühelos aus der Form. Die Prozedur erfordert Geschick und genaues Timing. Wie kleine Kunstwerke aus Zucker sehen die Hasen aus. Geschichte der Zuckerhasen beginnt schon im 19. Jahrhundert: Die Zuckerhasen verdanken ihre Herstellung der aufstrebenden Zuckerproduktion in Deutschland: Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, Zuckerrüben anzubauen und in Raffinerien zu verarbeiten. Ein findiger Konditor begann damals zusammen mit einem Eisengießer Model zu fabrizieren. Der geschmolzene Zucker wurde in die Formen gegossen und rot eingefärbt. Die roten Zuckerhasen symbolisieren den Sieg des Lebens über den Tod und stehen für Jesu Blut und die Liebe am Osterfest. Die gelben symbolisieren das helle Licht nach der dunklen Osternacht.
Wer in der Nachkriegszeit etwas auf sich hielt, stellte seinen Kindern einen Zuckerhasen ins Osternest. Anfangs waren es nur kleine Objekte, doch mit zunehmendem Zuckerrübenanbau wurde auch der Zuckerhase größer. In Baden-Württemberg waren die roten Hasen übrigens nie ganz verschwunden, inzwischen gibt es dort sogar ein kleines Museum und eine gläserne Zuckerbäckerei namens "Zuckergässle". Bei den Segerers in Neumarkt ist von Februar bis Ostern Saison, rund zehn Wochen lang. In dieser Zeit produzieren und verschicken sie an die 5.000 Zuckerhasen. Hinterher ist Schluss: "Das ist ein Traditionsartikel, der nur in dieser Zeit zur Verfügung steht", sagt Peter Segerer. Verschickt werden sie europaweit. Im nostalgischen Kinderbuch "Die Häschenschule" wurden die kleinen Langohren in Reimversen auf den Ernst des Lebens vorbereitet. Diese Idylle eines überschaubaren Lebens ist wohl auch der Grund für die Renaissance dieser possierlichen Hasenwelt in der Zuckerbäckerei.
Die sprichwörtliche Nostalgie erfährt Segerers Frau jedes Jahr aus den Kundenbriefen. Sie ist für den Versand zuständig. Eine ältere Dame schrieb ihr, dass sie früher die einzige in der Straße gewesen sei, die zu Ostern einen Zuckerhasen bekam. Jedes Nachbarkind habe damals an der Kostbarkeit "einmal schlecken" dürfen. Schokoladenhasen gehören zu Ostern wie die Ostereier. Doch das war nicht immer so. Früher waren die Hasen nämlich aus rotem Zucker. Nur noch wenige Konditoren beherrschen die Herstellung solcher Zuckerhasen. Peter Segerer aus Neumarkt ist einer davon. Blau und gelb sind die Zuckerhasen also normalerweise nicht. Die ursprüngliche und immer noch verwendete Farbe für die Figuren ist rot. Gekocht und in Formen gegossen gestaltet der Neumarkter Konditormeister daraus Häschen auf Wippen, Häschen mit Osterkorb, kleine Häschen, große Häschen, Häschenlollies und und und. Denn das „Rot“ hat eine christliche Bedeutung. Es leitet sich von der Farbe des Blutes Jesu Christi ab und symbolisiert die Auferstehung. Die Zutatenliste? Segerers Leidenschaft ging weit über die Herstellung hinaus: Rund 1000 antike Gussformen, gesammelt von Flohmärkten bis Müllcontainern, zeugen von seiner Hingabe. Viele dieser Schätze stammen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert - und werden nun auch unter Gaby Oberem weiterhin genutzt. Die neue Werkstatt bleibt also ein Ort des Bewahrens und Weiterentwickelns. Die Zuckerhasen sind längst überregional gefragt. Von Februar bis Ostern herrscht Hochbetrieb in der Werkstatt - und auch der Online-Shop läuft auf Hochtouren. Und keine Sorge: Auch wenn der Staffelstab nun weitergereicht wurde, bleibt der Kern erhalten. Rita und Peter Segerer mit ihren Zuckerhasen. In einem Online-Shop vertreiben die beiden erfolgreich die nostalgisch-schönen Süßigkeiten. Natürlich muss ein klassischer Zuckerhase rot sein, gerade noch bräunlich-gelb, wenn es sich um seinen Kameraden, den Karamellhasen handelt. Doch wenn Peter Segerer schon in der Oberpfalz die Tradition des Zuckerhasengießens hochhält, wollten wir bei unserem letzten Besuch wissen, ob er uns nicht eine „Sonderausgabe“ der Hasen herstellen kann. Neben roter Farbe kommen diesmal auch blaue und gelbe in den geschmolzenen Zucker (zusammen mit Heidelbeer- und Ananasaroma) - und tada - ein Hasentrio in rot - gelb - blau kommt sicher und unverletzt aus den Formen. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Die Zuckerhasenwerkstatt.
Historische Exemplare und Formensammlungen: Zuckerhasen-Formen stammen teils aus dem 19. Jahrhundert, teils aus 1950. Die ältesten Formen aus der Sammlung stammen aus 1850 und sind aus Eisen gefertigt. Wundervoll detailreich ausgestaltet sind die Formen und dementsprechend auch die fertigen Zuckerhasen. Vor dem Schoko-Hasen-Kult waren rote Zuckerhasen das Standardbild. In Neumarkt werden heute noch rote Hasen gegossen; die Formen reichen von Häschen auf Wippen bis zu Osterkorb-Varianten. Die rote Farbe symbolisiert Blut Christi und die Auferstehung; Gelb stand später für das helle Licht nach der Osternacht. Die Zuckerhasenproduktion ist saisonal: Von Februar bis Ostern wird hergestellt; danach endet die Saison. Produziert wurden und werden die Figuren als Unikate - Handarbeit, kein industrielles Massenprodukt.
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Bedeutung, Herkunft und Brauch heute
Der Osterhase als Überbringer von Geschenken an die Kinder ist, so nimmt man an, eine Erfindung des städtischen Bürgertums im 19. Jahrhundert. Ab 1850 wurde das Motiv Osterhase zunehmend vermarktet: Es entstanden die bekannten Hasenbilder, Bilderbücher, illustrierte Familienzeitschriften, später auch Osterpostkarten. Spätromantische Künstler arbeiteten mit dem Motiv des Osterhasen. Und schließlich halfen auch Bäckereien und Konditoreien mit ihren Biskuit-, Zucker- und Schokohasen bei der Verbreitung des Motivs mit.
Der Osterhase gilt heute in vielen Regionen als Symbol für Ostern, der viele bunte Eier versteckt. In Franken und der Oberpfalz ist das Handwerk der Zuckerhasen bis heute lebendig geblieben, doch hat die Schokoladenhasen-Konkurrenz der roten Zuckerhasen spürbar zugesetzt. Dennoch existieren spezialisierte Werkstätten, die rote Zuckerhasen als nostalgische Delikatesse weiter anbieten. Die Rotfärbung steht seit dem 19. Jahrhundert symbolisch für das Blut Christi und damit für die Auferstehung, während Gelb als Sinnbild des Lichts interpretiert wird. Die Zuckerhasenproduktion erlebte im Osternest eine evolutionäre Entwicklung von Luxusgut zu regionalem Kulturerbe.
Historisch bedeutsam ist auch der Wandel der Materialien: Von Eisenguss über Zinn-Blei-Formen zu Aluminiumformen - jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen für Details, Haltbarkeit und Hygiene. Heute dominieren moderne, gesundheitlich unbedenkliche Alternativen wie Isomalt, wodurch der traditionelle rote Zuckerhasen weiterhin eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt.
- Frühgeschichte des Osterhasen als Brauch und Symbol
- Entwicklung der Zuckerhasen-Herstellung und Formmaterialien
- Bedeutung der roten Farbe und ihrer christlichen Symbolik
- Moderne Varianten: Isomalt, nachhaltige Produktion, regionales Brauchtum
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