Ist in Milka Schokolade Schweineblut enthalten?

Dass Schokolade Blut enthält, ist ein Ammenmärchen. Sie besteht hauptsächlich aus Zutaten wie Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und Milch.

Bei vielen Haushalten ist Schokolade vom Frühstückstisch nicht wegzudenken. Es ist eines von diversen Schauermärchen, die im Zusammenhang mit unseren alltäglichen Lebensmitteln kursieren. Die Behauptung ist allem Anschein nach völliger Unsinn. Nichts deutet darauf hin, dass in der Produktion von Nutella das Blut irgendwelcher Tiere verwendet wird. Indizien oder gar Beweise für die Blut-Verschwörung lassen sich indessen nicht finden.

Ursprung des Gerüchts

Wahrscheinlich sind ein nicht genehmigtes Patent und ein Forschungsprojekt der ehemaligen DDR schuld an diesem Gerücht. Die wohl bekannteste Theorie zum Ursprung des Schauermärchens führt in die Zeit der DDR. Damals soll es ein Projekt gegeben haben, bei dem Forscher mit Blut experimentierten, um der Schokolade eine dunklere Farbe zu geben.

In ersterem Fall ging es um ein Verfahren, das darauf abzielte den Eiweißgehalt von Lebensmitteln mit der Zugabe von Blut zu erhöhen. Das Patent wurde jedoch nie erteilt. Im zweiten Fall experimentierten die Forscher mit getrocknetem Blut, das der Schokolade eine dunklere Farbe verleihen sollte. Wie das Magazin Focus berichtete, ist nicht geklärt, ob diese Schokolade jemals auf dem Markt kam.

DDR-Fabrik Fließband mit Süßwaren

Beispiele und Mythen

Auch die Legende, Schokolade oder Schokoladenprodukten wie Nougatcreme würde Rinderblut beigemengt, findet immer noch Verbreitung. Dabei stand nicht nur die DDR-Schokolade im Verdacht, Tierblut zu enthalten. Auch um die Nusscreme Nutella von Ferrero rankten sich lange Zeit die gleichen Gerüchte. Die Behauptung: In der DDR sei einst ein entsprechendes Patent angemeldet worden - für ein Verfahren, mit dem der Eiweißgehalt von Lebensmitteln durch den Zusatz von Blut erhöht werden sollte.

Lesen Sie auch: Tipps zum Schmelzen von Milka Schokolade

Die EU-Richtlinie 2000/36/EG und die deutsche Kakao- und Schokoladenverordnung schreiben aber vor, welche Bestandteile in Schokolade enthalten sein dürfen. Bereits der Name "Süßtafel" deutete darauf hin, dass diese Schokolade kaum oder auch gar keinen Kakaoanteil besaß. Für die Herstellung von Süßwaren mangelte es in der DDR häufig an den richtigen Rohstoffen. In der Folge etablierten sich bald Ersatzerzeugnisse wie die "Schlager Süßtafel" der Firma Zetti.

Der Fall "Schlager Süßtafel"

Bis heute hält sich das Gerücht, dass die beliebte "Schlager Süßtafel" neben Fett, Zucker, Molke, Nüssen und etwa sieben Prozent Kakao auch Stierblut enthalten haben soll. Der Leipziger Lebensmittelchemiker Klaus Valdeig widerlegte dies aber schon kurz nach der Wende 1991 im "Spiegel". Valdeig, der mit seinen Lebensmittelinnovationen eine wichtige Stütze der DDR-Wirtschaft war, bezeichnete das Gerücht als "absolute Räuberpistole".

Der Mythos vom Stierblut rührte wohl daher, dass die "Schlager Süßtafel" eine rötlich-graue Farbe hatte und einen krümeligen Biss hatte. Den gelegentlich strengen Beigeschmack der Schokolade erklärte Valdeig damit, dass Kühe preiswerte Futtermittel wie Silage oder auch Fischmehl erhielten, was sich schließlich auf die Qualität der Milch in der DDR auswirkte.

Schlager Süßtafel Verpackung DDR-Klassiker

Warum Gerüchte trotzdem bestehen

Klickt man sich durch Foren im Internet, wie „Gute Frage“, stößt man zum Beispiel auf den Vorwurf, Schweineblut werde genutzt, weil es ein billiges Fett. Andere Nutzer widersprechen und weisen darauf hin, dass lediglich Milchfette verwendet werden. Die Behauptung ist allem Anschein nach völliger Unsinn. Keine Hinweise belegen, dass in heutigen Produkten wie Milka Schweineblut verwendet wird.

Eine weitere Theorie steht in einer Linie mit der Mangelwirtschaft in der DDR. So ein Patent wurde jedoch nie erteilt, wie sowohl Focus als auch Zeitonline schon vor Jahren berichteten.

Lesen Sie auch: Inhaltsstoffe und Wissenswertes zu Milka Waffeln Rund

Fachliche Einschätzung

Fachliche Beratung: Dr. Petra Renner-Weber, Dipl. Oecotrophologin, Ernährungsberaterin VDOE, Praxis für Ernährungstherapie und Beratung, Wöllstein; Mitglied im Qualitätszirkel Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz (QZE e. V.) und im Adipositas-Netzwerk Rheinland-Pfalz; Dipl. oec. troph. Isabelle C. Keller, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.

Erklärvideo: Wie wird Schokolade hergestellt?

Sicherheitsrelevante Vorfälle in der Schokoladenbranche

Zu einem wohl nicht weniger unappetitlichen Vorfall kam es in einer Fabrik des italienischen Nutella-Herstellers Ferrero aber im April des vergangenen Jahres. In mehreren Ländern wurden Kinder-Überraschungseier und andere Schokoladenprodukten zurückgerufen, weil diese mit Salmonellen verunreinigt waren. Aber sprechen und schreiben sind dann doch noch 2 paar Stiefel!!

Was Verbraucher wissen sollten

  • Schokolade besteht hauptsächlich aus Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und Milch.
  • EU- und nationale Verordnungen legen fest, welche Bestandteile in Schokolade enthalten sein dürfen.
  • Gerüchte über Blut in Schokolade basieren meist auf historischen Experimenten, Fehlinformationen oder sensorischen Eindrücken.
  • Bei echten Sicherheitsproblemen (z. B. Salmonellen) informieren Hersteller und Behörden gezielt und rufen betroffene Produkte zurück.
These Fakt / Kommentar
Schokolade enthält Blut Keine Belege; Ammenmärchen und Fehlinformationen
DDR-Experimente mit Blut Forschung/Versuche sind dokumentiert, Ergebnis und Markteinführung unklar
Patent zur Eiweißanreicherung Patent wurde nie erteilt
Heutige Produkte (z. B. Milka, Nutella) Keine Hinweise auf Verwendung von Tierblut; gesetzliche Vorgaben für Inhaltsstoffe

Die Behauptung, Schokolade oder Schokoladenprodukten wie Nougatcreme würde Rinderblut beigemengt, findet immer noch Verbreitung. Doch sprechen und schreiben sind dann doch noch 2 paar Stiefel!!

Lesen Sie auch: Schweizer Schokolade Milka

tags: #ist #in #Milka #Schokolade #Schweineblut #enthalten

Populäre Artikel: