Milka Schokolade: Herkunft und Realität der Alpenmilch

Die Milka Schokolade, bekannt für ihre lila Kuh und die Werbung mit Alpenmilch, ist seit über 120 Jahren eine beliebte Schokolade. Doch woher stammt die Milch wirklich und was bedeutet der Begriff "Alpenmilch"? Dieser Artikel beleuchtet die Herkunft der Milka Schokolade und die Bedeutung des Begriffs "Alpenmilch".

Die Geschichte von Milka

Die Geschichte von Milka beginnt mit Philippe Suchard, einem Schweizer Chocolatier, der 1826 die Idee hatte, Schokolade für jedermann erschwinglich zu machen. Damals war Schokolade ein Luxusgut, das hauptsächlich in Apotheken als Medizin verkauft wurde. Suchard begann mit der Industrialisierung der Schokoladenherstellung und machte sie so einem breiteren Publikum zugänglich.

1901 wurde die Suchard Schokolade in "Milka" umbenannt, ein Name, der sich aus den Hauptzutaten Milch und Kakao zusammensetzt. Die Schokolade wurde erstmals in der lila Verpackung verkauft, die bis heute das Markenzeichen von Milka ist.

In den 1980er Jahren wurde die Firma Suchard an Jacobs verkauft, später wurde Jacobs-Suchard an den US-amerikanischen Konzern Kraft verkauft. Heute gehört Milka zum Lebensmittelkonzern Mondelez International.

Produktionsstandorte von Milka

Die Milka-Tafelschokolade wird heute fast ausschließlich im Werk Lörrach (Deutschland) hergestellt. Jährlich werden dort etwa 140.000 Tonnen der verschiedenen Milka-Tafelschokoladesorten produziert - hauptsächlich 100-g-Tafeln. Weitere Werke für andere Milka-Produkte befinden sich in Bludenz (Österreich).

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Die Alpenmilch-Werbung und ihre Realität

Milka wirbt seit jeher mit dem Alpen-Idyll: friedlich grasende Kühe auf grünen Bergwiesen vor strahlend blauem Himmel und der beeindruckenden Kulisse der Alpen. Diese Werbung suggeriert, dass die Milch für die Schokolade direkt von diesen Alpenwiesen stammt. Doch was steckt wirklich dahinter?

Alpenmilch: Ein ungeschützter Begriff

Entgegen der landläufigen Meinung wird für die Milka Schokolade kein frische Alpenmilch verarbeitet, sondern Milchpulver. Der Begriff "Alpenmilch" ist weder geschützt noch gesetzlich geregelt und wird daher oft inflationär eingesetzt. Er sagt im Grunde nichts über die Haltungsweise oder Fütterung der Kühe aus. Das bedeutet, dass das Alpenmilch-Pulver nicht unbedingt besser als anderes Milchpulver sein muss.

Die Herkunft der Milch

Laut Milka bezieht das Unternehmen die Milch für die Alpenmilch Schokolade aus den Alpen und dem Alpenvorland, um die Tradition zu wahren und die Transportwege kurz zu halten. Die Milch wird dann in Form von Magermilchpulver, Süßmolkenpulver und Butterreinfett einzeln bei der Schokoladenherstellung hinzugefügt.

Milka bezieht seine Alpenmilch-Produkte von OMIRA, einer der größten Molkereien in Süddeutschland. OMIRA bezieht die Milch von etwa 50 Kühen rund um Ravensburg und Neuburg.

Alpenmilch vs. Bergbauernmilch

Es ist wichtig zu wissen, dass es einen Unterschied zwischen "Alpenmilch" und "Bergbauernmilch" gibt. Die EU hat klare Richtlinien für den Begriff "Bergbauernmilch", da hier Fördermittel fließen. Der Begriff "Alpenmilch" ist dagegen nicht geschützt und auch nicht klar umrissen. Molkereien haben eigene Vorgaben, die den Begriff "Alpenmilch" zum Teil deutlich aufweichen.

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Kritik an der Alpenmilch-Werbung

Verbraucher sind anfällig für Marketingkonzepte, die ein gutes Gefühl beim Einkauf geben. Sie verlassen sich auf das, was auf den Verpackungen steht. Allerdings gibt es eine Reihe von Begriffen, die nicht genau eingegrenzt oder definiert sind. Das bietet den Herstellern Möglichkeiten der Auslegung.

Wenn Schokoladenhersteller oder Molkereien mit "Alpenmilch" werben, erscheint vor dem inneren Auge des Konsumenten sofort Alpenidylle pur: Kühe grasen auf grünen Berghängen und führen ein glückliches Leben auf der Alm. Doch dieses Bild entspricht in den meisten Fällen nicht der Wirklichkeit. Landwirtschaft ist in vielen Fällen Agrarindustrie und damit darauf bedacht, möglichst effizient zu produzieren.

Greenpeace hat die Milch einiger Hersteller getestet und wirft bestimmten Unternehmen eine Täuschung der Verbraucher vor. So wurde in der Studie nachgewiesen, dass Bärenmarke-Milch und auch die Alpenmilch der Molkerei Weihenstephan mit viel mehr Mais und Kraftfutter erzeugt wurde, als das bei Milch aus den Alpen oder dem Allgäu eigentlich üblich ist.

Was bedeutet das für den Konsumenten?

Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass der Begriff "Alpenmilch" kein Qualitätsmerkmal ist und nicht unbedingt bedeutet, dass die Milch von Kühen stammt, die auf Alpenwiesen grasen. Wer Wert auf regionale Produkte und eine artgerechte Tierhaltung legt, sollte auf Bio-Siegel, Heumilch oder Bergbauernmilch achten. Diese Bezeichnungen sind geschützt und geben Auskunft über die Qualität der Milch.

Alternativen zur Milka Schokolade

Wer eine Schokolade mit hochwertigen Zutaten und einem besonderen Geschmackserlebnis sucht, kann auf Alternativen zur Milka Schokolade zurückgreifen. Ein Beispiel ist die Kayambe 45% Grand Lait von Cluizel, einer französischen Manufaktur, die seit 1947 für die Verwendung hochwertiger, ausgewählter Zutaten steht.

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Die Kayambe 45% Grand Lait enthält ausschließlich Zucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Kakaomasse und Bourbon Vanille Schoten. Auf den Emulgator Sojalecithin wird verzichtet. Der Kakao für diese Schokolade stammt aus sieben Partner-Plantagen in Mexiko, Madagaskar, Guatemala, Brasilien, der Dominikanischen Republik, São Tomé und Kolumbien.

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