Milch und Zucker: Der Hintergrund der innovativen Mode-Marke
Mode aus Milch - das klingt verrückt, ist es im Grunde aber nicht. Die revolutionäre Idee, Fasern aus Milch herzustellen, stammt von der einzigartigen Kombination aus Wissenschaft und Mode, angeführt von Anke Domaske. Die Mikrobiologin hat schon während ihres Studiums ein Doppelleben als Designerin geführt, was sie letztendlich auf die auf die Idee brachte, aus Milch eine neue Faser zu kreieren.
Die Entstehungsidee: Wissenschaft trifft Mode
Anke Domaske, Mitte 30, ist Modedesignerin, Mikrobiologin und Erfinderin einer Textilfaser - aus Kuhmilch. Mikrobiologie und Mode sind die beiden Leidenschaften von Anke Domaske. Naturfaser, hautverträglich, nachhaltig hergestellt - Anke Domaske suchte nach einem solchen Textil und stieß auf Milch als Ausgangsmaterial.
- Schon als 19-Jährige gestaltete sie T-Shirts und Kleider.
- Erste Erfahrungen in Bereich der Modewelt hatte die junge Studentin in Japan gemacht, wo sie ihre ersten Erfolg mit selbst entworfenen T-Shirts feierte.
- Ihre Urgroßmutter war Modedesignerin.
- „Mein großes Vorbild war schon immer Robert Koch, der ja viel für die Menschheit geleistet hat.“
Die Idee dazu kam ihr 2009, als ihr Stiefvater an Leukämie erkrankte und sie nach schonender Kleidung suchte. Doch Domaske interessierte sich auch für Naturwissenschaften, machte als Schülerin 1996 bei Jugend forscht mit und fand dabei heraus, wie dreckig Telefonzellen sind.
Die Entwicklung der Milchfaser
Domaske tüftelte an einem Verfahren, um aus Milch Fasern zu gewinnen. Ein Dreivierteljahr und viele Versuche später hatte sie das 80 Jahre alte Verfahren dann so weiterentwickelt, dass sie unter der Zugabe von rein natürlichen Rohstoffen aus dem Milchprotein Kasein eine robuste, antibakterielle, seidige Faser erhielt. Der Prozess ist eigentlich der Herstellung von Käse sehr ähnlich.
Textilfasern aus Milch - auf diese Idee muss man erst mal kommen. Während normale Kleidung in vielen Arbeitsschritten chemisch bearbeitet wird, besteht ihre Faser nur aus biologischen Rohstoffen. Die Milchfaser ist weich wie Seide, antibakteriell und selbst für Allergiker gut verträglich. Auch Allergiker können sich über diese neue Faser freuen, denn sie reagieren kaum auf das neue Gewebe.
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Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
Für die gleiche Menge an Baumwollfasern werden derweil 20.000 Liter Wasser benötigt. Um ein Kilogramm Kasein-Fasern herzustellen, braucht es nur 30 Liter Milch und zwei Liter Wasser - deutlich weniger als bei der Verarbeitung von Baumwolle.
| Material | Benötigte Wassermenge (Liter) | Benötigte Milchmenge (Liter) |
|---|---|---|
| Baumwolle | 20.000 | 0 |
| Kasein-Faser (Milch) | 2 | 30 |
Doch Milch wird in Deutschland im Übermaß produziert und kann so wenigstens sinnvoll verwertet werden. Jedes Jahr werden zwei Millionen Tonnen weggeschüttet, weil sie abgelaufen oder keimbelastet sind. Anke Domaske verwendet sie für ihre Faser und zahlt Molkereien vier Cent pro Liter. "Das macht mein Verfahren noch nachhaltiger", sagt sie.
Die Marke: Qmilk und innovative Produkte
Domaske besorgte sich Gründerkapital und rief Qmilk ins Leben, ein Start-up-Unternehmen in Hannover mit heute 20 Angestellten. Seit 2015 läuft die Pilotanlage. Für ihre Stoffe verwendet sie Abfallmilch: Modedesignerin Anke Domaske produziert chemiefreie Stoffe, die man sogar essen kann!
Oben knetet eine Maschine Milchpulver und Zusatzstoffe zu einem Teig. Der wird dann durch feine Düsen gepresst. "Die laufen mit mehreren hundert Metern pro Minute, also schneller als ein Auto. Der Faden darf nicht reißen, der ist dünner als ein Haar.
Eine Modekollektion mit Milchfasern als Stoff klingt zunächst seltsam, macht aber sehr viel Sinn, da der entwickelte Stoff sehr angenehm zu tragen ist. Er wird nicht umsonst auch als Milchseide bezeichnet, die sich zudem noch gut verarbeiten lässt.
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In einem Kleid stecken mindestens sechs Liter Milch! Je nach Anteil der Faser kosten ihre Stücke 200 Euro aufwärts.
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten
- Bettwaren oder Wischtücher für die Medizintechnik
- Textilien für Autohersteller
- Kosmetik und Granulat für zahnschonende Beißknochen für Hunde
Weil die Faser antibakteriell ist, produziert Anke Domaske inzwischen auch Bettwaren oder Wischtücher für die Medizintechnik und Textilien für Autohersteller.
Anke Domaske lebt für ihren Job - das spürt man, wenn sie voller Enthusiasmus durch ihre Werkhalle führt. "Wir fangen um 6:00 Uhr morgens an, und wir gehen so um 21:00 oder 22:00 Uhr abends nach Hause, und das sieben Tage die Woche."
Design und Innovation: Milk und weitere Marken
Die Food-Packaging-Agentur Milk hat das Verpackungsdesign für die gefriergetrockneten Früchte der Marke Fruucs entwickelt. Das Design setzt auf einen minimalistischen Ansatz mit direkt bedruckten Glaszylindern. Jede Fruchtsorte nutzt ihre natürliche Farbe als Gestaltungselement, während die Dachmarke durch einen einheitlichen weißen Look gekennzeichnet ist.
So entsteht eine emotionale Verbindung zum Produkt, die man sieht und schmeckt, erläutert Frederike Nier, Art Direktorin von Milk und Leiterin des seit November 2024 bestehenden Zürcher Standorts.
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Materialien, die wir aus dem Outdoorbereich kennen, werden zu klassisch geschnittenen Mänteln verarbeitet. Die Kollektion richtet sich an moderne Frauen, die jeden Tag Berufliches und Privates erfolgreich in Einklang bringen.
Die Key Visuals für Brandbook und Internetpräsenz entstanden im urbanen Raum und transportieren dieses Lebensgefühl.
Internationaler Vergleich und technische Möglichkeiten
Die Idee war nicht ganz neu. Deutschland, Belgien, Japan und England experimentierten mit der Herstellung von Milchfasern. Doch das neue Produkt war bei weitem nicht perfekt. Inzwischen ist die Milchfaser weiterentwickelt und bietet viele Vorteile. Es war erforderlich, neue Methoden zu entwickeln, um stabile, gesundheitlich unbedenkliche Fasern zu produzieren.
Erstaunlich dabei ist, dass die Milchseide nur wenige Cent teurer als beispielsweise die Baumwollfaser ist. Entsprechend groß ist Nachfrage durch die Industrie sowie durch Autobauer und ähnliche Betriebe. Ihre Firma stellt heute Kleidung für ihr eigenes und für fremde Modelabel her.
Visionen und Zukunft der Milchmode
Die Modekollektion aus Milch lässt sich in Zukunft wohl durchaus verkaufen, auch wenn sie im Moment noch nicht zum großen Schlager auf dem Modemarkt wurde. Nur über eine Sache ärgert sie sich, sagt Domaske: "Ein Kleid mit Schokoladengeschmack haben meine Mitarbeiter bisher noch nicht produziert, obwohl das technisch möglich ist." Ihre innovative Idee ist, das Produktangebot weiterhin zu erweitern und ihre Faser auch an andere Unternehmen zu verkaufen.
Fazit: Ästhetik und Nachhaltigkeit
„Ästhetik küsst Hightech“ - das ist die zentrale Botschaft der Marke Mirjam May. Erstmals wird Funktion und Stil vereint. Der neue Brand spiegelt Eleganz und handwerkliche Kompetenz wider.
Menschen den Unterschied tatsächlich spüren können: Die Kollektion aus Milchfasern bietet nicht nur Komfort und Innovation, sondern auch Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.
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