Milch und Zucker bei Husten: Mythos oder Wahrheit?

Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind typische Symptome einer Erkältung. Viele Menschen greifen dann auf altbekannte Hausmittel zurück, darunter Milch und Zucker. Doch welche Wirkung haben diese tatsächlich? Dieser Artikel beleuchtet die Faktenlage und gibt Empfehlungen für eine sinnvolle Ernährung bei Husten.

Milch bei Erkältung: Freund oder Feind?

Oft wird behauptet, Milch würde die Erkältungssymptome verschlimmern. HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing entkräftet diese These: "Es gibt etwa eine australische Studie, die sagt, dass es keinen Unterschied macht, ob man während einer Erkältung Milch trinkt oder nicht. Das heißt, Erkältungssymptome werden nicht verschlimmert." Allerdings sollten Menschen mit Milch-Eiweiß-Sensibilisierung oder Laktoseintoleranz vorsichtig sein.

Heiße Honigmilch: Ein tröstliches Hausmittel?

Viele schwören bei rauem Hals auf heiße Honigmilch. Junge-Hülsing erklärt: "Wenn ein Hausmittel aus der Kindheit positiv besetzt ist, hilft es ja schon über den Placebo-Effekt. Objektiv gesehen schadet eine Honigmilch nicht, nutzt aber auch nicht unbedingt etwas." Der Nutzen liegt hier eher im Honig, der in naturbelassener Form ein gesundes Lebensmittel sein kann. Die Milch dient lediglich als Träger. Wichtig ist, den Honig nicht in zu heißer Milch zu verrühren, da dies die Struktur der hilfreichen Inhaltsstoffe zerstören kann.

Zucker bei Erkältung: Lieber vermeiden

Im Gegensatz zu Milch ist Zucker bei einer Erkältung nicht empfehlenswert. "Der Zucker verändert die Mundflora so, dass das Bakterienwachstum gefördert wird, und es wird mehr Magensäure produziert", erklärt Junge-Hülsing. Industriezucker schädigt zudem die Darmflora, die für eine gute Abwehr wichtig ist.

Weitere Ernährungstipps bei Husten

Neben Milch und Zucker gibt es weitere Aspekte, die bei der Ernährung während einer Erkältung beachtet werden sollten:

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  • Kaffee und Tee: Nicht zu viel Kaffee und Tee trinken, da beides im Körper die Säureproduktion anregt.
  • Erkältungstees: Maßhalten bei Erkältungstees, da ätherische Öle im Überschuss die Schleimhäute angreifen können. Eine Ausnahme ist Salbeitee, der die Schleimhäute pflegt.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, wenig raffinierten Lebensmitteln und chemischen Zusätzen, genügend hochwertigem Eiweiß und gesunden Fetten ist wichtig.
  • Flüssigkeitszufuhr: Viel trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten und den Schleim zu verflüssigen. Besonders geeignet sind Wasser und Kräutertees.

Bewährte Hausmittel gegen Husten

Neben einer angepassten Ernährung gibt es eine Vielzahl von Hausmitteln, die bei Husten Linderung verschaffen können:

  • Tees: Verschiedene Teesorten können je nach Art des Hustens helfen. Anistee, Fencheltee und Thymiantee unterstützen das Lösen des Schleims, während Lindenblütentee bei trockenem Reizhusten eingesetzt wird.
  • Honig: Honig kann bei Erkältungssymptomen wie Husten unterstützend eingesetzt werden. Allerdings sollten Kinder unter einem Jahr keinen Honig erhalten.
  • Zwiebelsaft: Zwiebelsaft wird aufgrund der schwefelhaltigen Senföle als "pflanzliches Antibiotikum" angesehen und soll die Keime bekämpfen.
  • Inhalation: Inhalationen mit heißem Wasserdampf, eventuell mit Zusätzen wie Kamillenblüten, Salz, Eukalyptusöl oder Thymian, befeuchten die Atemwege und erleichtern das Abhusten.
  • Kartoffelwickel: Kartoffelwickel auf der Brust entspannen die Atemmuskulatur und können den Hustenreiz besänftigen.

Hustenarten und ihre Behandlung

Grundsätzlich wird zwischen chronischem, akutem und subakutem Husten unterschieden. Ein akuter Husten verschwindet meist nach ein bis drei Wochen ohne spezielle Behandlung, während ein chronischer Husten länger als zwei Monate anhält. Zudem wird unterschieden zwischen Husten mit und ohne Auswurf.

  • Reizhusten: Reizhusten ist ein trockener Husten ohne Auswurf, der durch gereizte Atemwege entsteht. Hier helfen vor allem schleimhautberuhigende Maßnahmen wie Tees, Inhalationen und Wickel.
  • Produktiver Husten: Produktiver Husten geht mit schleimigem Auswurf einher. Hier ist es wichtig, den Schleim zu verflüssigen und das Abhusten zu unterstützen, beispielsweise durch schleimlösende Tees und Inhalationen.

Was tun bei Hustenreiz in der Nacht?

Wenn die Symptome nachts stärker werden, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Heißer Tee oder warme Milch mit Honig: Wirken beruhigend und befeuchten die Schleimhäute.
  • Brustwickel: Können den Hustenreiz lindern.
  • Feuchte Tücher im Schlafzimmer: Erhöhen die Luftfeuchtigkeit.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten oder sich das Krankheitsgefühl verschlimmert, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei schweren Symptomen wie Atemnot, hohem Fieber oder blutigem Auswurf ist eine ärztliche Untersuchung ratsam.

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