Warum ist die McDonald's Eismaschine immer kaputt?
Der Sommer war heiß, und eines wollten wir alle: Eis! Aber wenn du dir eins bei McDonald’s kaufen wolltest, musstest du schon Glück haben. Die McFlurry-Maschinen bei McDonald's scheinen immer kaputt zu sein. Die Softeismaschine bei McDonald's scheint öfters als nicht kaputt zu sein. Ja, die Softeismaschinen von McDonald's sind dafür berüchtigt, dass sie oft kaputtgehen.
Um zu verstehen, wie gross das «Problem» der kaputten Softeismaschinen überhaupt ist, muss man einen Blick auf die Webseite McBroken werfen. Diese wurde 2020 von einem frustrierten Amerikaner gelauncht und dient dazu, zu sehen, in welchen Filialen die McFlurry-Maschinen kaputt sind und in welchen sie funktionieren. Diese Karte zeigt, wo in den USA die McFlurry-Maschinen kaputt sind (Stand: Freitag, 16 Uhr). Momentan sind gerade 14,72 Prozent aller Maschinen in Nordamerika kaputt. Besonders schlecht ist die Quote in New York, wo ganze 32 Prozent der Maschinen derzeit nicht funktionieren.
Das Problem um die Softeismaschinen ist so gross, dass man dazu im Internet Tausende von Memes findet, die zeigen, wie wir alle darunter leiden. «Sorry, d McFlurry-Maschine isch usser Betrieb»: Diesen Satz haben wahrscheinlich die meisten, die Fastfood konsumieren, bereits einmal gehört. Und natürlich immer dann, wenn das Glacé-Craving am schlimmsten ist, verschissen! McDonald's-Angestellte, wenn man etwas bestellen will, das mit einer Eiscreme-Maschine zu tun hat.
Dahinter steckt jedoch mehr als ungeschickte Mitarbeitende. Der Grund dafür ist aber komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt. Dies ist kein Abo. Politikirrtümer und Managementfehler erklären die Misere.
Einzigartiges Hersteller-Monopol und Software-Sperren
Diese werden nur von einer einzigen Firma hergestellt, nämlich Taylor. Weil Taylor ein Copyright auf die Maschinen hat, sind nur Angestellte ihrer Firma dazu befugt, sie zu reparieren. Das geht so weit, dass es für die McDonald's-Filiale illegal ist, zu versuchen, die Maschine selbst zu reparieren oder einen Handwerker damit zu beauftragen. Wenn also eine C602 kaputtgeht, ist Taylor alleine für die Reparatur verantwortlich. Auf ihrer Webseite wirbt Taylor damit, dass «schneller, persönlicher Service immer gleich um die Ecke ist».
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Wusstest du, dass es oft nur an der Software liegt, wenn eine Eismaschine „kaputtgeht“? Wenn Passwörter eingegeben und rätselhafte Fehlermeldungen entschlüsselt werden müssen, muss auch bei einfachen Defekten der Kundendienst angerufen werden. Taylor, der Hersteller dieser Maschinen, lässt niemanden an die Fehlercodes und Wartungsanleitungen heran. Das führt dazu, dass der Kundendienst gut beansprucht wird.
Wirtschaftliche Anreize und Reparaturkosten
Die Reparatur der Softeismaschinen kostet zudem ein kleines Vermögen. Das fand der Journalist und YouTuber Johnny Harris heraus, als er in einer Mini-Doku zum McFlurry-Maschinen-Problem recherchierte. Während seiner Nachforschungen bekam Harris Zugriff auf offizielle Dokumente, die zeigen, dass den McDonald's-Filialen pro 15 Minuten Reparatur durch Taylor bis zu 300 Dollar verrechnet werden. Taylor hat durch die hohen Reparaturkosten keinen Grund, diese Maschinen vom Kaputtgehen zu bewahren. So stammen laut Harris 25 Prozent des Umsatzes von Taylor aus Reparaturen und Wartungen.
The culprit: The Taylor C602 ice cream machine. Introduced in 2003, it's mandatory for ALL McDonald's franchises. No other options allowed. Period. Taylor the provider makes machines for other chains too. And they work fine. So why is McDonald's different?
Technische Komplexität: Reinigung, Desinfektion und Fehlercodes
Zu all dem kommt hinzu, dass es scheint, als wäre das Modell C602 eines, das besonders viel Pflege braucht. Dieses hat nämlich einen sehr aufwendigen Reinigungsprozess. Laut mehreren US-Medien soll die Reinigung und Desinfektion der Taylor-Eismaschine ganze vier Stunden dauern - und die Maschine muss täglich gereinigt werden. Während dieser vier Stunden kann die Maschine kein Eis herstellen.
Die Reinigung erfolge in elf Schritten: sieben Bauteile müssten dafür entfernt und gereinigt und der Rest der Anlage mit einem keimfreien Spezialhandtuch geputzt werden. "Alles an der Maschine ist miserabel", so eine frühere Mitarbeiterin. Wenn ein Kunde 30 Minuten vor Ladenschluss einen McFlurry bestelle, "will niemand riskieren, dass die eben gewischten Flächen wieder vollgespritzt werden." Um Keime abzutöten, müssen die Eismaschinen regelmäßig erhitzt werden. Normalerweise sollte das nachts erfolgen. Inzwischen seien aber viele McDonalds-Filialen rund um die Uhr geöffnet.
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iFixit zerlegte eine McFlurry-Maschine und schrieb, die Maschine spuckte mehrere «unsinnige, kontraintuitive und scheinbar zufällige» Fehlercodes aus. Es sei aber nicht möglich, sie zu reparieren. Auch hier war der Grund, dass die Maschine sich nur von Taylor-Mitarbeitenden reparieren liess. Wir würden nichts lieber tun, als ein Werkzeug zu entwickeln, um die Fehlermeldungen zu entschlüsseln, sodass die Betreiber der Filialen ihre Maschinen selbst warten können.
Also wollten wir selbst mal schauen, was sich im Bauch des Stahlungetüms verbirgt - und haben es auf unseren Teardown-Tisch gelegt. Und was haben wir gefunden? Viele Teile, die man leicht selbst ersetzen könnte: Einen Hitzeumwandler mit Kupferrohren, einen Motor und einen Treibriemen und drei Leiterplatten. Obwohl die Copyright-Behörde auf uns hört und eine Ausnahme für Eismaschinen zulässt, dürfen wir dir nicht erzählen, was wir auf der Hauptplatine unserer Eismaschine gefunden haben.
Versuche zur Umgehung und die Kytch‑Geschichte
Um das Problem der kaputten Eismaschinen zu lösen, haben 2018 zwei Informatiker eine App namens Kytch entwickelt. Diese sollte Restaurantbesitzerinnen und -besitzern helfen, Störungen an ihren Maschinen zu beheben, ohne einen Techniker rufen zu müssen. Anfangs wurde die App rege genutzt. Laut der New York Times begann die Popularität von Kytch im Jahr 2021 nachzulassen, als McDonald’s Mitteilungen verschickte, in denen die Arbeitenden gewarnt wurden, dass die Technologie «nicht sicher» sei. Ein Unternehmen namens Kytch hat versucht, eine Lösung zu finden, indem es ein Gerät entwickelt hat, das Fehlercodes in einfache Anweisungen übersetzte.
So blieb das Problem um die kaputten Maschinen also bestehen - und der Frust wurde grösser.
Rechtliche Schritte und die Forderung nach Reparaturrechten
Im US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act (DMCA) gibt es einen Absatz (1201), der es untersagt, Softwaresperren in Geräten zu umgehen - selbst dann, wenn man sie reparieren will. Wir! Wollen! Alle drei Jahre kann man die Copyright-Behörde bitten, für bestimmte Geräte eine Ausnahme im DMCA zu machen. Wir haben sie schon zu vielen Ausnahmen bewegen können, für alles mögliche von iPhones bis Traktoren. Wenn unsere Anfrage Erfolg hätte, könnte man die Eismaschinen so viel leichter reparieren. Man könnte sie nicht nur auseinandernehmen, sondern auch ihre Software genauer anschauen.
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Wegen dieses erneuten Flops beschlossen iFixit und die Organisation Public Knowledge, bei der US‑Regierung eine Petition einzureichen. Darin forderten sie, dass sie Teile herstellen dürfen, um die Maschinen zu reparieren. Diese Petition sorgte für Aufsehen: So reichten im März dieses Jahres die FTC und die Kartellabteilung des US-Justizministeriums eine Stellungnahme beim amerikanischen Copyright Office ein. Darin baten sie um die Ausweitung von Reparaturrechten für bestimmten Geräte - darunter auch die Softeismaschinen. Wenn das Copyright Office auf diese Forderungen hören würde, könnte es laut the verge dazu kommen, dass Maschinen schneller und einfacher repariert werden können.
Deshalb haben wir auch den US-Kongress gebeten, den Freedom of Repair Act wieder einzuführen. Dieser würde alle Tools für die Reparatur legalisieren und dafür sorgen, dass für alle Reparaturen eine Ausnahme vom DMCA Abschnitt 1201 gilt. Dabei geht es uns nicht in erster Linie ums Eis. Denn wir finden, dass Eis zum Sommer dazugehört, und dass die Maschinen, die wir kaufen, um es herzustellen, auch wirklich uns gehören sollten.
Was das für Betreiber und Kunden bedeuten würde
- Betreiber könnten kleinere Defekte selbst beheben und wären weniger abhängig von teuren Technikerbesuchen.
- Weniger Ausfallzeiten durch schnellere lokale Reparaturen würden zu höherer Verfügbarkeit von Softeis führen.
- Durch Einsicht in Software und Fehlercodes könnten Fehlermeldungen besser interpretiert und präventive Wartung möglich werden.
| Ursache | Auswirkung |
|---|---|
| Hersteller‑Monopol (Taylor) | Nur Hersteller darf reparieren, hohe Kosten, Abhängigkeit |
| Software‑Sperren (DMCA §1201) | Kein Zugriff auf Fehlercodes, verhindert Selbsthilfe |
| Komplexe Reinigung | Tägliche lange Ausfallzeiten, besonders Modell C602 |
| Hohe Reparaturpreise | Anreiz für Wartungsumsatz, Verzögerte Reparaturen |
Bis das Wirklichkeit wird, haltet durch - und schonmal eine Waffel in der Hand. Die McFlurry-Maschinen bei McDonald's scheinen immer kaputt zu sein. Das tat dafür Richard Adams, der als Berater für Betreiber von McDonalds-Schnellrestaurants arbeitet: Er habe rund hundert Filialen untersucht, dabei seien bei rund einem Viertel die Eismaschinen außer Betrieb gewesen. Der Ärger über den mangelhaften McFlurry-Nachschub war im vergangenen Jahr die am weitesten verbreitete Beschwerde von McDonalds-Kunden, hat die Datenanalysefirma Qantifind festgestellt.
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