Geschichte und Sammlerwert des Mauxion Schokolade Emailleschilds

Die Schokoladenmarke Mauxion, deren Wurzeln bis ins Jahr 1855 zurückreichen, hat sich von einer kleinen Berliner Confiserie zu einer der bekanntesten Deutschlands entwickelt. Am 3. Juni 1855 eröffnete der 25-jährige André Mauxion, ein französischer Confiseur, seine erste Confiserie in Berlin. Schon bald reichte die Produktion von Pralinen und Schokoladentafeln nicht mehr aus, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Als Mauxion 1895 die Geschäftsführung seinen Söhnen Alfred und Felix übergab, stellte sich heraus, dass die Fabrik in Berlin zu klein geworden war.

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg brachte der Schokoladenindustrie in Deutschland einen regelrechten Boom. Auch Mauxion profitierte davon und expandierte in den 1920er Jahren rasant. In dieser Zeit arbeiteten rund 1.800 Mitarbeiter im Unternehmen, und die Fabrik wurde auf den modernsten Stand gebracht. Doch der Traum von immerwährendem Erfolg währte nicht lange. Mit der Weltwirtschaftskrise in den späten 1920er Jahren geriet auch Mauxion in finanzielle Schwierigkeiten. Während des Zweiten Weltkriegs musste auch Mauxion sich an die veränderten Bedingungen anpassen.

Nach dem Krieg versuchten die Erben von Ernst Hüther, der das Unternehmen viele Jahre geführt hatte, den Betrieb wieder auf die Herstellung von Schokolade umzustellen, doch die Herausforderungen waren groß. Die Familie Hüther floh 1947 nach Westdeutschland und begann unter Leitung von Werner Hüther mit dem Wiederaufbau der Marke. Von Garmisch-Partenkirchen aus, wo sich das einstige Erholungsheim der Mauxion-Mitarbeiter befand, wurde 1949 der Markt erneut mit Mauxion-Produkten beliefert.

Während im Westen die Marke Mauxion in den 1950er Jahren wieder einen gewissen Glanz erlangte, blieb sie im Osten aus den Regalen verschwunden. Dort wurde die Schokoladenproduktion in der ehemaligen Mauxion-Fabrik unter dem Namen Rotstern fortgeführt, die zur größten Schokoladenfabrik der DDR avancierte. Heute ist die Marke Teil der Ludwig Schokolade GmbH und gehört zur Krüger-Gruppe.

Mauxion Werbung im Wandel der Zeit

Die Werbung spielte bei Mauxion schon früh eine zentrale Rolle, um die Marke im Bewusstsein der Konsumenten zu verankern und sich von der Konkurrenz abzuheben. Insbesondere in den “goldenen” 1920er- und 1930er-Jahren investierte das Unternehmen intensiv in moderne und auffällige Werbemaßnahmen, die damals als innovativ galten.

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  • Diese Schilder waren oft in leuchtenden Farben gehalten und zeigten das markante Firmenlogo - den zinnenbekrönten Turm, der sich aus den Initialen des früheren Firmenchefs Ernst Hüther zusammensetzte.
  • Auch die charakteristische Blockschrift und das blaue Band waren häufige Elemente.
  • Zeitungsanzeigen gehörten ebenfalls zu den gängigen Werbemitteln. Sie erschienen in großen Tageszeitungen und Illustrierten, oft mit ansprechenden Illustrationen oder Fotografien der Produkte.
  • Eine weitere Form der Werbung, die Mauxion nutzte, waren Reklamefilme, die in den Kinos vor den Hauptfilmen gezeigt wurden.
  • Ein legendäres Beispiel ist das Mauxion-Flugzeug, das über Großstädte flog und dabei Werbebotschaften in die Luft schrieb oder ein Banner hinter sich herzog.
Mauxion Emailleschild mit zinnenbekröntem Turm und Blockschrift

Mauxion war bekannt dafür, auch außergewöhnliche und spektakuläre Formen der Werbung einzusetzen. Ebenso ungewöhnlich war der Einsatz der sogenannten “Mauxion-Buben”, die als “Schokoladenjungen” verkleidet auf den Straßen unterwegs waren, um die Schokoladenprodukte direkt an Passanten zu verteilen.

Schokoladenautomaten und Werbegeschenke

Ein weiteres, innovatives Werbemittel waren die Schokoladenautomaten. Diese waren an verschiedenen Standorten wie Bahnhöfen, Parks oder belebten Straßen zu finden. Original alter Hahn und Henne Automat mit 10 Pfennig Einwurf um 1910-15, liess man die 10 Pfennig fallen drehte sich alles, und das Ferdervieh gaggerte und ein Schokoladenei fiel herraus.

  • Neben diesen groß angelegten Werbemaßnahmen wurden auch kleinere Werbegeschenke und Produkte verwendet, um die Marke im Alltag der Menschen präsent zu machen.
  • Dies trug maßgeblich dazu bei, Mauxion als Premium-Marke zu etablieren und sie im Gedächtnis der Verbraucher zu verankern - eine Strategie, die noch heute als wegweisend gilt.
Historischer Mauxion Schokoladenautomat

Der „Maux-Bub“ - Werbefigur und Legende

Die Geschichte des “Maux-Bub” ist von einigen Legenden und Anekdoten umgeben, und es gibt Hinweise, dass der berühmte Werbeträger möglicherweise nicht immer ein Junge war. Die Darstellung eines pausbäckigen Kindes mit kurzen Haaren und fröhlichem Lächeln war zwar als “Junge” bekannt, aber das Aussehen war so neutral, dass es auch als Mädchen durchgehen könnte.

Die Behauptung, dass der “Maux-Bub” in Wirklichkeit ein Mädchen war, könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Figur sehr kindlich und androgyn dargestellt wurde. Einige Zeitzeugen und Historiker spekulieren, dass Ernst Hüther seine eigene Tochter als Modell für die Figur verwendet haben könnte, um einen persönlichen Bezug zur Marke herzustellen.

Es war damals nicht unüblich, Familienmitglieder in die Unternehmensdarstellung einzubeziehen, insbesondere in einem Familienunternehmen wie Mauxion. Wenn die Tochter tatsächlich die Vorlage für den “Maux-Bub” gewesen wäre, hätte dies eine charmante persönliche Note in die Werbekampagne gebracht.

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Unabhängig davon, ob der “Maux-Bub” nun ein Junge oder ein Mädchen war, war die Figur in der Werbung äußerst erfolgreich. Sie diente als Sympathieträger und erlangte große Bekanntheit. Ob der “Maux-Bub” tatsächlich die Tochter von Ernst Hüther war oder einfach nur eine kindliche Werbefigur, bleibt eines der charmanten Geheimnisse in der Geschichte der Marke Mauxion.

Mauxion Werbefilm mit dem Maux-Bub

Mauxion Schokolade Emailleschild: Sammlerwert und Faszination

Die historischen Mauxion Emailleschilder gehören heute zu den begehrtesten und teuersten Sammelobjekten aus der Zeit der klassischen Schokoladenwerbung in Deutschland. Besonders geliebt und gesucht sind Schilder mit Kinder- oder Jugendarbeiten, Motiven wie dem „Maux-Bub“ oder nostalgischen Szenen. Ob Nestle oder Rüger …. es müssen ja nicht immer die klassischen Kindermotive sein. Jedoch gehören Kinder auf alter Reklame mit zu den meistgesuchten und teuersten Objekten. Wenn ich z.b. an die dicken Stollwerck Kinder oder dem Galactina denke. Aber für mich am schönsten sind die Biomalz Kinnings oder die Pfundskinder und als absoluten Favorit stufe ich das Mädel der Gerling und Rockstroh Schokolade aus Dresden ein.

Diese Woche sind so einige Mauxion Jungen (Mädchen) feil geboten worden. Auch als Grotte aber auch im Zustand 1. Bitte alle Auktionen vom Troedler aus Dresden beachten, da kommt einiges zum Vorschein auch für Kohleliebhaber ist wieder was dabei …. Tell Kohlen ???

Die Figuren und Schilder aus der Mauxion Werbung spiegeln nicht nur den Zeitgeist wider, sondern sind auch für Liebhaber von historischer Werbung und Schokoladengeschichte ein faszinierendes Sammelgebiet. Lust auf mehr Mauxion? Dann empfiehlt Sammler.Net Ihnen das reich illustrierte Buch von Claudia Streiberger “Mauxion Saalfeld” aus der Reihe “Arbeitswelten”.

Objekt Verkaufswert (Schätzung) Besonderheiten
Mauxion Emailleschild mit Maux-Bub Motiv 300-1200 € Zustand 1, selten, leuchtende Farben, Motiv Kind
Hahn und Henne Automat 500-2500 € Historisch, funktionstüchtig, Seltenheit
Mauxion Werbegeschenk (Blechdose) 50-250 € Guter Zustand, selten

Erinnerungen und persönliche Geschichten

Ich wohnte mal in der DDR (ich weiss ich wiederhole mich) aber wir hatten wenig gute Schokolade, nur die Mauxion Fabrik in Saalfeld (. u. e. A.), war als VEB Betrieb übrig geblieben, da Sarotti ja auch in Westberlin „unterschlupf“ fand.

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Unser Nachbar auf dem Dorf- ein alter Mann- wohnte ganz alleine in einem alten Bauernhaus. Er war schon 70 Jahre alt. In seiner Vitrine stand ein ca. 25-30 cm großer Schokoladenosterhase in Silberpapier eingepackt und lächelte mich an. „Er bekam ab dem Tag des Mauerbaus im Jahr 1961 monatlich ein Westpaket von einer Tante aus dem Westen. Besonders viel wert legte die Tante auf gute und viel Milka-Schokolade ( 1 kg /Monat), so dass der Hund des Hauses wöchentlich ebenfalls eine halbe Tafel „Westschokolade“ frass. Aus diesen Paketen stammte auch der Osterhase. Der Tag war gekommen und die Tante verblich. Der Hund der eigentlich trotz des Übergewichtes noch gut bei Laune war, konnte von da an nur noch mit Ostschokolade gefüttert werden. 20 Jahre später, die Mauer war lange gefallen, ging auch das Leben des alten Mannes zu ende, der Hase stand jedoch immer noch in der Vitrine. Als der Haushalt aufgelöst wurde, schnappte ich mir ihn und ich erfüllte mir meinen Traum (ich hatte mich nie getraut zu fragen) und wickelte den Osterhasen aus. IIIIIIgitt dachte ich nur noch eine helle harte Masse kam hervor und roch nach uraltem Muff. Im hohen Bogen warf ich den Hasen in die Tonne.

Vintage Schokoladenosterhase aus DDR Zeiten

Fazit für Sammler und Liebhaber

Liefern Sie Ihre Sammlung und gut erhaltene Schilder jetzt ein. Die facettenreiche Geschichte der Marke Mauxion und ihrer Werbeträger sowie die seltenen Schokoladenautomaten und Emailleschilder machen den Sammlerwert der Marke auch heute noch aus. Mit einem gut erhaltenen Mauxion Emailleschild besitzen Sie nicht nur ein Stück Markengeschichte, sondern auch eine begehrte Rarität der Werbekunst.

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