Marzipan-Currywurst mit Pommes: Rezept und Herkunft des Kultobjekts
Die Currywurst [ˈkʰœ.ʀiˌvʊʁst] (Anhörenⓘ/?) ist ein Gericht aus Brat- oder anderer Brühwurst, die ganz oder geschnitten mit einer tomatenhaltigen Sauce und Currypulver oder mit einem Curry-Ketchup serviert wird. Serviert wird das seit Ende der 1940er Jahre bekannte Gericht vor allem in der Imbissgastronomie, der es entstammt. Die Currywurst ist ein klassischer Vertreter der Deutschen Küchen und in entsprechenden Restaurants unter den einfachen Gerichten zu finden.
Wer auch immer sie erfunden hat, die Currywurst ist aus der deutschen Snacklandschaft nicht wegzudenken. Tatsache bleibt, dass des Deutschen liebstes Fastfood bis heute in Berlin zum Stadtbild gehört und auch im Ausland als „typisch berlinerisch“ angesehen wird. Kurzum: nicht nur wer in Berlin etwas auf sich hält, bekennt sich zum Genuss des schnellen Gaumenkitzels.
Herkunft zwischen Legende und Lokalkolorit
Also, wer sie nun erfunden hat, wird zwischen den Städten Hamburg und Berlin vermutlich niemals geklärt werden. Weit verbreiteter Auffassung gemäß ist die Currywurst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in West-Berlin entstanden. Die Gastronomin Herta Heuwer, die seit dem Sommer 1949 einen Imbissstand an der Kant-/Ecke Kaiser-Friedrich-Straße im Bezirk Charlottenburg betrieb, nahm für sich in Anspruch, die typische Currywurstsauce am 4. September 1949 erstmals kreiert und zur gebratenen Wurst serviert zu haben.
Fakt ist allerdings, dass die vermeintliche Erfinderin Herta Heuwer „ihre“ Currywurst im Jahre 1959 unter dem Namen „Chillup“ als Patent Nummer 721319 in Berlin schützen ließ. Herta Heuwer versah ihr Berliner Geschäft später mit Anschriften wie „1. Currywurst-Braterei der Welt“ und „Eine von uns erdachte Berliner Spezialität“ und ließ sich 1959 die Wort-Bild-Marke „Chillup“ für ihre Sauce eintragen - eine Zusammenziehung von Chili und Ketchup, verzeichnet am 21. Januar 1959 auf Anmeldung vom 21. Februar 1958 unter der Nummer 721319 als Warenzeichen für „Spezial-Sosse“ in der Zeichenrolle des Deutschen Patentamts - Heuwer bezeichnete das unzutreffend als „Patent“.
Glaubt man der Legende um die Currywurstherkunft in Berlin, so hat Herta Heuwer sie an einem verregneten Septemberabend mehr oder weniger aus Zufall erfunden. Mangels Kundschaft an diesem Abend hatte sie Zeit zum Mischen, Mixen und Ausprobieren und erfand somit das zehn Jahre später patentierte „Urrezept“. Versuche großer Firmen, Markenrechte an diesem Rezept zu erwerben, hat sie zeitlebens abgelehnt. Man sagt, sie habe niemandem ihr Rezept anvertraut.
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Heuwer kann die Entwicklung der Currywurst jedoch nicht ganz für sich allein beanspruchen. Zum einen erscheinen gewisse Details ihrer Darstellung nicht plausibel. Sie wollte sich genau erinnern, dass es am 4. September 1949, als sie ihre Sauce zum ersten Mal anrührte, ausgiebig regnete, wogegen es nach den Wetteraufzeichnungen ein trockener Tag gewesen sein soll. Zum anderen ist vor allem die Rolle des Schlachters Max Brückner aus Johanngeorgenstadt im Erzgebirge zu berücksichtigen. Demnach führten Heuwers „erste Saucenkreationen“ 1949 noch zu keinem großen Erfolg. Erst zusammen mit Frank Friedrich habe sie das endgültige Rezept entwickelt, das sie von da an in ihrem Imbiss verkauft habe.
Die Hamburger stützen sich in ihren „Currywursturheberrechten“ lediglich auf die Novelle des Uwe Timm: Die Geschichte der Currywurst. Im Jahr 1993 veröffentlichte Uwe Timm die Novelle Die Entdeckung der Currywurst, in der die Erfindung des Gerichts nach Hamburg ins Jahr 1947 verlegt wird. In dieser Erzählung soll die fiktive Protagonistin Lena Brücker die Currywurst erfunden haben. Trotz der Fiktionalität der Geschichte erinnere er sich aber daran, ganz real bereits 1947 am Imbissstand einer Frau auf dem Großneumarkt eine Currywurst gegessen zu haben.
Vier Jahre nach ihrem Ableben 1999 errichtete man ihr zu Ehren eine Gedenktafel an jener Stelle, wo ihre „1. Currywurst-Braterei der Welt“ stand (Charlottenburg, Kantstraße 101). Der bundesweite Tag der Currywurst wird traditionell am 4. September gefeiert, um an die Erfindung der Currywurst durch die Berliner Imbissbuden-Besitzerin Herta Heuwer am 4.
Regionale Stile und Servierarten
Die typische Berliner Currywurst besteht aus einer Brühwurst mit oder ohne Darm und wird in verschiedenen Schärfegraden (Cayennepfeffer) oder mit Körnern (Chili) angeboten (mundartlich auch als „Molotov-Wurst“ bekannt). Currywurst wird regional unterschiedlich zubereitet. Teilweise wird die Soße erwärmt, teilweise mit Currypulver gewürzt.
Bei der Berliner Currywurst als Element der Berliner Küche gibt es zwei grundlegende Varianten: mit oder ohne Darm. Anforderungen zur Beschaffenheit der Berliner Currywurst wurden bereits 1951 zwischen den Berliner Behörden und der Fleischerinnung abgesprochen; daraus ergab sich eine sogenannte Berliner Verkehrsauffassung, die später von der zuständigen Landesbehörde festgeschrieben und am 20. August 1967 in der Allgemeinen Fleischer-Zeitung veröffentlicht wurde. Dieser Auffassung zufolge, die Jahrzehnte später in Berlin anerkannt war, muss als Wurst eine feine, nicht gepökelte und nicht geräucherte Bratwurst mittlerer Qualität mit einem maximalen Fremdwasserzusatz von fünf Prozent verwendet werden.
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In den 1960er Jahren wurde die Currywurst in Ost-Berlin bekannt - unter anderem durch Konnopke’s Imbiß. Angeboten wurde zu DDR-Zeiten nur Currywurst ohne Darm; Bratwürste wurden schon vorher ohne Darm hergestellt. Serviert wurde die Wurst ungeschnitten am Stück mit Currypulver und kaltem dünnflüssigen Ketchup (oder kalter dickflüssiger Tomatensauce). Die typische Beilage ist ein kleines weiches Brötchen, mit dem sich die Sauce besonders gut tunken lässt, eine Schrippe oder eine Scheibe ungetoastetes Toastbrot.
Im Ruhrgebiet dagegen handelt es sich bei einer Currywurst immer um eine Bratwurst, die nicht gepökelt und nicht geräuchert ist, dafür aber auch gut und gerne nicht immer mit der typischen Currysauce, sondern auch mal mit Schaschlik-, Zigeuner- oder Jägersauce serviert werden darf. Chili ist hier eher nicht üblich. Ob Manta- oder Schimanski-Teller oder Bottroper Schlemmerplatte genannt, hier wird die C-Wurst meist von „Pommes Schranke“ (=rot/weiß) begleitet. Auf der Speisekarte steht dann für den Ortsfremden oft nicht verständlich nur „CPM“ = Currywurst mit Pommes und Mayo oder „CWPZM“ = Currywurst-Pommes-zum-Mitnehmen“.
Über die Werksgrenzen hinaus ist die Currywurst der Volkswagen-Kantinen in Wolfsburg bekannt. Die Currybockwurst wird seit 1973 zum Verzehr angeboten. 2014 stellte die VW-Fleischerei 6,3 Millionen Stück her. Die Wurst hat rund 20 Prozent Fettanteil und enthält weder Phosphate noch Milcheiweiß. Bei dieser Wurst ist das Brät selbst mit Curry gewürzt.
Konsumentenliebe, Zahlen und Popkultur
63 Millionen in Berlin: Würde man diese aneinander reihen, so hätte man um die 9.000 km Wurst, vom Ku’damm bis San Francisco. An diesem Verzehr sind nicht nur Imbissbuden beteiligt, sondern auch viele Betriebskantinen, die die Currywurst als beliebtestes Kantinen-Essen immer wieder anbieten. Bis heute ist sie der Renner in der VW Kantine in Wolfsburg.
Wie und wo auch immer, jeder kann „seine“ Lieblings-Currywurst finden, wie es auch zahlreiche Prominente auf Fotos immer wieder zeigen: Schauspieler, wie der verstorbene Harald Juhnke oder sein Kollege Wolfgang Völz, Politiker aus Berlin, aber auch aus dem Ausland wie George Bush, der beim Besuch des Schöneberger Rathauses von Richard von Weizsäcker an die nächste Imbissbude gezogen wurde. Auch im Rheinland genießt die Currywurst Popularität: Seit 1997 feiern die Kölner Tatort-Kommissare Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus Behrendt) ihre gelösten Fälle mit Blick auf den Kölner Dom mit einer Currywurst.
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Die ungebrochene Beliebtheit der Currywurst liegt sicherlich nicht nur am guten Geschmack der jeweils individuellen Rezeptur, sondern auch daran, dass sie ein Lebensgefühl vermittelt. Kein Snack ist so stark in allen Bevölkerungsschichten beliebt: wir finden die Currywurst auf den Speisekarten gehobener Restaurants, in Buden der feinen Einkaufsmeilen, aber auch auf den nächtlichen Vergnügungsmeilen. Sie schmeckt zwar schon am späten Vormittag, ist für Nachtschwärmer und Nachtarbeiter aber erst in der Dunkelheit vollkommen.
Rezept: Marzipan-Currywurst mit Pommes
Currywurst mal auf die süße Art. Marzipan-Rindswurst mit Mandel-Curry verfeinert und süßer Curry-Tomaten-Soße. Für die Currysoße die Zwiebel- und Knoblauchwürfel in einem Topf mit Öl 2 Minuten rührend anbraten. Mit Tomaten und Apfelsaft angießen und mit geschlossenem Deckel 10 Minuten sanft köcheln lassen. Mit einem Pürierstab feinmixen und nach Belieben mit Salz, Pfeffer, Curry und eventuell Curry-Ketchup abschmecken.
Tipp: Sollte die Soße noch zu flüssig sein, kann man vor dem Pürieren 50 g Soßen-Lebkuchen oder Früchtebrot in die Soße geben, danach Pürieren und noch einmal kurz aufkochen. Die Roten Würste auf einer Seite kreuzweise einschneiden. Die Würste mit warmer Currysoße und knusprigen Pommes servieren. Für die hausgemachten Pommes einen Topf mit ca. 2l Wasser aufkochen. Die Kartoffeln schälen und in fingerdicke Spalten oder Stifte schneiden. 1 EL Salz und 3 EL Weißweinessig ins Kochwasser geben. Nun die Kartoffelspalten ins kochende Wasser geben.
Schritt 1: In einem Topf das Frittierfett (2 l) auf 180° C (Kontrolle mit einem Fleisch-Kernthermometer) erhitzen. Sobald die gesamten Pommes Frites vorfrittiert sind, das Öl auf 190° C aufheizen und die Pommes wieder portionsweise 3-5 Minuten knusprig frittieren. Beliebte Beilagen zur Currywurst sind Pommes frites oder Brötchen.
Zutaten und Technik im Überblick
| Komponente | Zubereitung/Details |
|---|---|
| Süße Curry-Tomaten-Soße | Zwiebel und Knoblauch in Öl anbraten, mit Tomaten und Apfelsaft köcheln, feinmixen, mit Salz, Pfeffer, Curry abschmecken; optional Curry-Ketchup hinzufügen |
| Konsistenz-Tipp | 50 g Soßen-Lebkuchen oder Früchtebrot zugeben, pürieren, kurz aufkochen |
| Wurst | Marzipan-Rindswurst mit Mandel-Curry; Rote Würste kreuzweise einschneiden |
| Pommes - Vorbehandlung | Kartoffeln in Spalten/Stifte, in Wasser mit 1 EL Salz und 3 EL Weißweinessig vorkochen |
| Pommes - Frittieren | Vorbacken bei 180°C, Endfrittieren bei 190°C für 3-5 Minuten |
| Beilagen | Pommes frites oder Brötchen |
Servierkultur, Bestelljargon und Ernährungsaspekte
Bei der Abgabe wird die Wurst von Hand in mundgerechte Stücke geschnitten - einige traditionelle Imbissstände wie Krasselt’s Imbiß in Berlin-Steglitz servieren Currywurst nur mit einem schrägen Schnitt. Abschließend wird die Wurst mit der Sauce übergossen und reichlich mit Currypulver bestreut (oder umgekehrt). Auf Wunsch werden noch Cayennepfeffer (Bestellung: „scharf“ oder „extra scharf“) oder zerstoßene getrocknete Chilischoten (Bestellung: „mit Körnern“) hinzugefügt.
Gegessen wird der Asi-Teller oder das Bratwurst-Carpaccio (oder in Norddeutschland der „Kanzler-Teller“) meist in der Futterkrippe oder Frittenschmiede. Das Gericht wird dann als Taxiteller bezeichnet. Der Ursprung dieses Namens soll der Legende nach auf einen Taxifahrer zurückgehen, der kurz vor Ladenschluss eines Imbisses eine Portion Gyros mit Pommes, Zaziki und Mayonnaise bestellte.
Und das, obwohl die Currywurst mit ihren 400kcal ernährungsphysiologisch wohl eher eine Haupt- als eine Zwischenmahlzeit darstellt. Wird sie in Maßen und nicht täglich konsumiert, kann sie keinen Schaden anrichten. Eines jedoch wissen alle Currywurstanbieter: ob sie nun aus Brüh- oder Bratwurst, mit oder ohne Darm, geräuchert oder gepökelt angeboten wird: auf die feuerrote Sauce kommt es an.
Recht, Schutz und Institutionalisierung
Am 6. März 2020 wurde die Berliner Currywurst ohne Darm vom Deutschen Patent- und Markenamt als Geografische Herkunftsangabe 31 2017 001 169.4 eingetragen. Damit darf diese Art der Berliner Currywurst nur in Berlin hergestellt werden. Anforderungen zur Beschaffenheit der Berliner Currywurst wurden bereits 1951 zwischen den Berliner Behörden und der Fleischerinnung abgesprochen.
Das erste Produkt dieser Art wurde vom Unternehmen Meica unter der Marke CurryKing im Sommer 2002 auf den Markt gebracht. Es erwies sich als sehr erfolgreich und trug schon nach kurzer Zeit signifikant zur Umsatzsteigerung im Marktsegment der gekühlten Snacks bei. Bereits 2003 waren dementsprechend vergleichbare Erzeugnisse von zahlreichen Mitbewerbern erhältlich.
Kultstatus im Alltag
Alle Versuche von Döner, Pizza, Hamburgern, Sushi u.a. An diesem Verzehr sind nicht nur Imbissbuden beteiligt, sondern auch viele Betriebskantinen, die die Currywurst als beliebtestes Kantinen-Essen immer wieder anbieten. Fest steht: die Currywurst wird auch in den nächsten 60 Jahren Klassengrenzen überwinden und die besten Imbissbuden werden in die Stadtführer der Städte aufgenommen werden, um dem Ortsfremden an die traditionsreichen und kulinarisch besten Buden zu führen.
Die ungebrochene Beliebtheit der Currywurst liegt sicherlich nicht nur am guten Geschmack der jeweils individuellen Rezeptur, sondern auch daran, dass sie ein Lebensgefühl vermittelt. Kein Snack ist so stark in allen Bevölkerungsschichten beliebt. Sie schmeckt zwar schon am späten Vormittag, ist für Nachtschwärmer und Nachtarbeiter aber erst in der Dunkelheit vollkommen.
So entwickelten sich zahlreiche Vorlieben, die regional spürbar sind. Der Tradition Herta Heuwers folgend wird hierzu nicht einfach ein vorgefertigter Ketchup erwärmt, sondern selbst gemixt und vielfach experimentiert. Heuwer bestand zeitlebens darauf, weder Ketchup noch eine fertige Würzmischung verwendet, sondern die Sauce mit Tomatenmark angerührt und mit einzelnen Gewürzen sorgfältig abgeschmeckt zu haben.
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