Manuka Honig und die Bedeutung von MGO: Ausführliche Erklärung und Qualitätsbewertung
Manuka Honig gilt als eines der begehrtesten Naturprodukte und wird besonders für seine außergewöhnlichen Eigenschaften geschätzt. Doch was bedeutet der MGO-Wert auf den Etiketten und wie erkennst du echten, hochwertigen Manuka Honig? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über MGO, dessen Bedeutung, Qualitätsmerkmale, Anwendungsmöglichkeiten und worauf beim Kauf unbedingt zu achten ist.
Was ist Manuka Honig und was macht ihn besonders?
Manuka-Honig wird traditionell als Naturheilmittel gepriesen. Er wird aus dem Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) gewonnen, die in Neuseeland und Teilen Australiens heimisch ist. Der besondere Honig aus Neuseeland kostet ein Vielfaches von heimischem Blütenhonig, und wer zum ersten Mal danach sucht, steht vor kryptischen Angaben wie MGO 300, MGO 600 oder UMF 15+.
Manukahonig entsteht, wenn Bienen den Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) sammeln, eines Strauchs, der fast ausschließlich in Neuseeland und in Teilen Südostaustraliens wächst. Was Manuka Honig von anderen Honigsorten unterscheidet, ist sein außergewöhnlich hoher Gehalt an Methylglyoxal, kurz MGO. Im Vergleich zu anderen, herkömmlichen europäischen Honigsorten enthält Manuka-Honig 300 bis 700 Milligramm pro Kilo, während herkömmliche Sorten nur etwa ein bis fünf Milligramm dieser Substanz enthalten.
Was ist MGO und warum ist es so wichtig?
MGO steht für Methylglyoxal, einen Stoff, der auf ganz natürliche Art und Weise in der Natur vorkommt, da er über Abbauprozesse von Zucker entsteht. Dieser Stoff entsteht im Honig auf natürliche Weise aus Dihydroxyaceton, einem Zucker, der im Nektar der Manuka-Blüte vorkommt. Die wesentlichen Inhaltsstoffe des Manuka-Honigs sind neben den Zuckern des Honigs in wechselnden Mengen das nicht-peroxidisch antibakteriell wirksame Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal (MGO). Forscher der Universität von Waikato (Neuseeland) fanden heraus, dass Methylglyoxal hauptsächlich durch einen katalytischen Effekt entsteht. Es ist zwar möglich, einem Honig künstlich Methyglyoxal zuzufügen. Damit verlieren wir aber einen der wichtigsten Vorteile von Manuka Honig. Nämlich: „Ein rein natürliches Produkt zu haben.“
Je mehr Dihydroxyaceton im Nektar einer Blüte ist, desto mehr Methylglyoxal kann im Honig entstehen. In Arbeiten des Instituts für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden konnte die Konzentration des Stoffwechselproduktes Methylglyoxal in bestimmten Manuka-Honigen aus Neuseeland gemessen und dessen antibakterieller Einfluss quantitativ in vitro nachgewiesen werden.
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MGO im Manuka Honig: Werte und ihre Bedeutung
MGO steht für Methylglyoxal und gibt direkt an, wie viele Milligramm dieses Stoffs in einem Kilogramm Honig enthalten sind. MGO 400 bedeutet also: mindestens 400 mg Methylglyoxal pro Kilogramm. In Neuseeland werden anstelle der MGO-Werte häufig auch die sogenannten UMF-Werte angegeben. Diese stehen als Abkürzung für 'Unique Manuka Factor'. UMF ist ein neuseeländisches Zertifizierungssiegel, das zusätzlich Echtheitsmarker prüft. Ein UMF 15+ Honig entspricht dann einer Lösung mit 15% Phenol usw.
| MGO Wert (mg/kg) | Empfohlene Anwendung | UMF-Entsprechung (ca.) |
|---|---|---|
| 100 - 150 | Purer Genuss, Brotaufstrich, Müsli, Tee | UMF 5+ |
| 250 - 400 | Tägliche Routine, Immunsystem, Erkältungszeit | UMF 10+ |
| 550 - 700 | Zielgerichtete, kurweise Anwendung (äußerlich/kur) | UMF 15+ |
| 1000+ | Nur selten, für spezielle Anwendungen | UMF 20+ |
Sowohl die MGO als auch die UMF Werte, geben immer Minimalwerte an. Das „+“ Zeichen hinter dem UMF Wert zeigt im Übrigen an, dass auch hier Minimalwerte angegeben sind.
Ein höherer MGO-Wert bedeutet nicht automatisch, dass der Honig für jeden Zweck besser ist. Er bedeutet vor allem, dass mehr Methylglyoxal enthalten ist - und dass der Preis steigt. Welche Stufe für Sie sinnvoll ist, hängt vom geplanten Einsatz ab.
Empfohlene MGO-Stufen und ihre Verwendung
- MGO 100 bis 150: Wer Manukahonig vor allem wegen seines besonderen Geschmacks als Brotaufstrich, im Müsli oder im Tee genießen möchte, ist mit einer milden Stufe bestens bedient.
- MGO 250 bis 400: Beliebteste Kategorie für alle, die Manuka Honig regelmäßig in ihre tägliche Routine einbauen möchten - etwa als Löffel am Morgen oder in der Erkältungszeit.
- MGO 550 bis 700: Höhere Stufen wählen erfahrene Anwender, die den Honig punktuell und bewusst einsetzen, zum Beispiel kurweise oder für die äußerliche Pflege.
- Über 1000 MGO: Sehr hohe MGO-Gehalte von über 1000 sind in den meisten Fällen nicht nötig.
Für den Genuss reicht eine niedrige Stufe völlig aus, für die tägliche Routine hat sich der mittlere Bereich um MGO 300 bis 400 bewährt, und wer gezielt auf einen hohen Methylglyoxal-Gehalt Wert legt, investiert in MGO 600 oder mehr.
Antibakterielle Wirkung und medizinische Anwendung
Lange Zeit wurde gerätselt, warum Honig entzündungshemmend wirkt. Dieses Phänomen konnte vor allem bei neuseeländischem Manuka-Honig beobachtet werden. Die University of Portsmouth liefert Daten, die zeigen, dass Manuka Honig gegen Escherichia coli und Proteus mirabilis-Erreger wirken kann. Ebenso zeigte sich in Untersuchungen eine Wirkung gegen Staphylococcus aureus. In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig, vor allem aufgrund des enthaltenen MGOs, eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, einschließlich einiger antibiotikaresistenter Stämme.
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Die Beobachtung: Wunden können bei der Behandlung mit MGO-haltigen Präparaten schneller und ohne Komplikationen abheilen. Außerdem wird MGO eine positive Wirkung bei Magen-Darm-Infektionen sowie bei einer beginnender Erkältung zugeschrieben. Der Einsatz von Manuka Honig in der modernen Medizin reicht von der Unterstützung der Wundheilung bis zur Hemmung von Bakterien und der Förderung eines feuchten und sauberen Wundmilieus.
Für positive Effekte von medizinischem Honig in der Wundbehandlung fehlen bislang jedoch die Belege. Im Gegenteil, es wurden sogar vermehrt Schmerzen bei der Anwendung festgestellt. Für eine arzneiliche Verwendung von Manuka-Honig existieren keine zugelassenen Fertigarzneimittel, so dass ein Bezug nur als Rezeptur bzw. individuell möglich ist. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden.
MGO und UMF - Zwei Qualitätsindikatoren
In Neuseeland werden anstelle der MGO-Werte häufig auch die sogenannten UMF-Werte angegeben. UMF (Unique Manuka Factor) ist das Siegel der neuseeländischen UMF Honey Association und berücksichtigt neben Methylglyoxal auch weitere Marker wie Leptosperin und Dihydroxyaceton, die die Echtheit des Honigs belegen. MGO gibt direkt den Methylglyoxal-Gehalt in mg pro kg an und ist in Deutschland am verbreitetsten. Die wichtigste Frage beim Kauf lautet nicht "Welcher ist der stärkste?", sondern "Wofür möchte ich ihn verwenden?".
Vorab ist zu sagen, dass du unbedingt darauf achten solltest, dass entweder MGO oder UMF auf dem Honig steht. Damit erwirbst du garantierte Qualität. Achte auf dem Honigglas auf die Bezeichnung MGO. Die Zahl, die dahinter steht bezeichnet die Menge MGO pro Kilogramm Honig. Ein UMF 15+ Honig entspricht dann etwa einer Lösung mit 15% Phenol.
Wichtige Qualitätsmerkmale für echten Manuka Honig
- Transparente Herkunft: Die Herkunft des Honigs sollte klar nachvollziehbar sein. Echter Manukahonig stammt aus Neuseeland und wird idealerweise auch dort abgefüllt.
- Laborgeprüfter MGO-Wert: Seriöse Anbieter lassen jede Charge in unabhängigen Laboren testen und können Analysezertifikate vorweisen.
- Zertifizierung: Das UMF-Siegel dürfen nur lizenzierte neuseeländische Imkereien tragen. Nur so ist garantiert, dass du 100%igen Manuka-Honig erhältst.
- Realistischer Preis: Echter Manukahonig mit hohem MGO-Wert hat seinen Preis. Die Manuka-Pflanze wächst fast nur in Neuseeland und blüht lediglich wenige Wochen im Jahr.
- Verbindliche Definition: Nur Honig, der bestimmte chemische Marker und einen DNA-Nachweis des Manuka-Pollens erfüllt, darf als Manuka Honig exportiert werden.
Anwendung und Lagerung von Manuka Honig
Innerliche Anwendung: Am beliebtesten ist der pure Genuss - ein Teelöffel Manukahonig, langsam im Mund zergehen lassen, idealerweise morgens auf nüchternen Magen oder abends vor dem Schlafengehen. Auch im Tee ist Manuka Honig ein Genuss; damit die empfindlichen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollte das Getränk allerdings nur noch lauwarm sein, denn Temperaturen über etwa 40 Grad können wertvolle Bestandteile abbauen. Als Faustregel gilt: Für den Genuss reicht eine niedrige MGO-Stufe völlig aus.
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Äußerliche Anwendung: Traditionell wird Manukahonig dünn auf die gewünschte Hautpartie aufgetragen, etwa als Maske, punktuell bei Unreinheiten oder als pflegende Auflage auf trockenen Stellen. Nach einer Einwirkzeit von 20 bis 30 Minuten wird er mit lauwarmem Wasser abgespült.
Wie bei jedem Lebensmittel ist die richtige Lagerung entscheidend - sie verlängert die Haltbarkeit von Honig und erhält seine Wirkung. Lagern Sie das Glas dunkel, trocken und bei Zimmertemperatur - der Kühlschrank ist nicht nötig und lässt den Honig nur unnötig hart werden. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 40 Grad sollten vermieden werden, da Hitze die empfindlichen Inhaltsstoffe abbauen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um Manuka Honig und MGO
- Welcher MGO-Wert ist für Einsteiger empfehlenswert? Für den Einstieg und den puren Genuss reicht eine milde Stufe wie MGO 100 bis 150 völlig aus.
- Was ist besser: MGO oder UMF? Keines der beiden Systeme ist besser, sie messen nur unterschiedlich. Beide geben verlässliche Hinweise, sofern sie korrekt auf dem Glas deklariert sind.
- Kann Manukahonig Medikamente oder Antibiotika ersetzen? Nein. Manukahonig ist ein Lebensmittel mit langer Tradition, aber kein Arzneimittel und kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung.
- Wie viel Manukahonig kann man täglich zu sich nehmen? Üblich sind ein bis drei Teelöffel pro Tag, pur oder in lauwarmen Getränken und Speisen.
- Warum ist Manukahonig so teuer? Die Ernte ist aufwendig, die Mengen begrenzt, jede Charge wird im Labor geprüft und die Nachfrage ist weltweit sehr hoch.
- Ist jeder Manuka-Honig zur Wundbehandlung geeignet? Nein, nur medizinisch-steriler und zertifizierter Honig darf dafür verwendet werden.
Kaum ein Naturprodukt hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen wie Manuka Honig. Aufgrund seines hohen Preises gibt es viele Fälschungen auf dem Markt. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes „Unique Manuka Factor Honey Association“ oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist, da diese Honige auf Reinheit geprüft und zertifiziert werden.
Interessant zu wissen: Der MGO-Gehalt kann in jungem Honig sogar noch natürlich nachreifen, da sich Methylglyoxal aus dem enthaltenen Dihydroxyaceton weiterbildet. Mit der Einführung separater Warennummern für Manuka-Honig - zur Unterscheidung des Honigs von anderen Blütenhonigen im internationalen Zollkodex - war es möglich, die tatsächlichen Exportmengen eines Jahres für Manuka-Honig zu beziffern.
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