Männer und Schokolade: Eine bittersüße Analyse
Schokolade, die unbestrittene Lieblingssüßigkeit der Deutschen, wird durchschnittlich 10 Kilogramm pro Kopf und Jahr konsumiert. Eine Umfrage von SPLENDID RESEARCH aus dem Jahr 2017 unter 1.018 Personen zwischen 18 und 70 Jahren untersuchte den Schokoladenkonsum, die bevorzugten Sorten und die absoluten Favoriten der Deutschen. Dabei zeigte sich, dass die Geschmäcker so vielfältig sind wie die Schokoladensorten selbst. Doch was hat das mit Männern zu tun?
Schokolade als Spiegelbild der Männerwelt
Die Film- und Seriendatenbank IMDb beschreibt den Vergleich treffend: Männer sind wie Schokolade - süß, manchmal klebrig und sie können süchtig machen. Diese Analogie eröffnet eine interessante Perspektive, um das Verhalten und die Eigenschaften von Männern zu beleuchten.
Vielfalt und Vorlieben
Ähnlich wie bei Schokolade gibt es auch bei Männern eine große Vielfalt an "Sorten". Die SPLENDID RESEARCH Umfrage ergab, dass keine der 16 getesteten Schokoladensorten von deutlich mehr als der Hälfte der Bevölkerung uneingeschränkt gemocht wird. Vollmilchschokolade erfreut sich mit 55 Prozent der größten Beliebtheit. Bei der Wahl des absoluten Favoriten liegt jedoch die dunkle Konfektmasse Nougat mit 16 Prozent vorn. Die eingefleischtesten Fans hat die Bitter-/Zartbitterschokolade, die zwar nur 40 Prozent der Bevölkerung schmeckt, aber von 13 Prozent zur besten Sorte gekürt wird.
Übertragen auf die Männerwelt bedeutet dies, dass es keinen "perfekten" Mann gibt, der allen Frauen gefällt. Die Vorlieben sind individuell und vielfältig. Während einige Frauen den "Vollmilch"-Typ bevorzugen - den zugänglichen, unkomplizierten Mann -, fühlen sich andere eher zum "Zartbitter"-Typ hingezogen - dem geheimnisvollen, anspruchsvollen Mann mit Ecken und Kanten.
Unterschiede zwischen den Geschlechtern?
Die Umfrage ergab, dass es bei den bevorzugten Schokoladensorten kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Männer und Frauen wählen die gleichen Sorten in die Top 5, wenn auch in leicht anderer Reihenfolge. Dies könnte bedeuten, dass die grundlegenden Bedürfnisse und Wünsche an einen Partner bei Männern und Frauen ähnlicher sind als oft angenommen.
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Altersbedingte Geschmacksveränderungen
Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch im Vergleich der Altersgruppen. Zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen mögen Schokolade mit Keks. Im mittleren Lebensabschnitt von 30 bis 59 Jahren belegt die Vollmilch den ersten Platz, während bei den 60- bis 70-Jährigen die Marzipanschokolade am meisten Menschen anspricht.
Auch in der Männerwelt verändern sich die Vorlieben mit dem Alter. Jüngere Frauen bevorzugen vielleicht den "Keks"-Typ - den lockeren, verspielten Mann -, während ältere Frauen eher den "Marzipan"-Typ suchen - den reifen, erfahrenen Mann mit Substanz.
Subtiler Rassismus im Dating: Ein bitterer Beigeschmack
Die Journalistin und Autorin Alice Hasters thematisiert in ihrem Buch "Was weisse Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" subtile Formen von Rassismus in Beziehungen. Sie zitiert eine Studie der Dating-App OkCupid aus den USA, die zeigt, dass schwarze Frauen im Vergleich zu anderen Teilnehmergruppen schlechter bewertet werden und weniger Likes, Unterhaltungen und Verabredungen erhalten.
Hasters argumentiert, dass die Partnerwahl oft auf Vorurteilen und Fetischisierungen basiert. Schwarze Menschen werden seit jeher auch in Verbindung mit Lebensmitteln und Konsumartikeln wie Kaffee und Schokolade gebracht, die historisch mit Kolonialismus, Ausbeutung und Versklavung von Schwarzen Menschen verknüpft sind.
Der "Schokoladen"-Vergleich als Mikroaggression
Der Vergleich "Du bist wie Schokolade" kann somit als Mikroaggression verstanden werden, die unbewusste kolonialrassistische Bilder abruft und wiederholt. Es ist wichtig, sich dieser subtilen Formen von Rassismus bewusst zu sein und sie offen anzusprechen, um eine gleichberechtigte und respektvolle Beziehung zu ermöglichen.
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Eigene Erfahrungen und Konsequenzen
Alice Hasters berichtet von ihren eigenen Erfahrungen mit Rassismus in Beziehungen. Sie wurde mit Witzen über ihre Hautfarbe konfrontiert und erlebte, wie ihr Anderssein von Partnern thematisiert wurde. Sie hat beschlossen, mit dem freundlichen Lächeln aufzuhören und offen über das Thema zu sprechen, um in ihren Beziehungen akzeptiert und ernst genommen zu werden.
Schwarze Herren Schokolade: Mehr Schein als Sein?
Die Schwarze Herren Schokolade inszeniert sich seit 1903 als Schokolade für "echte Männer", die angeblich nichts Süßes mögen. Das gesamte Marketing suggeriert eine dunkle, kräftige Schokolade. Doch der Geschmack ist überraschend mild und süßlich.
Suggestion und Erwartung
Die Schwarze Herren Schokolade hält nicht, was Marketing und Image versprechen. Sie ist nicht schlecht, aber es fehlt ihr die Spannung und Tiefe, die man von einer "Herrenschokolade" erwarten würde.
Kakao aus der Initiative Transparence Cacao
Der Kakao für Stollwercks Schwarze Herren Schokolade stammt aus der Initiative Transparence Cacao, die sich für eine transparente Lieferkette einsetzt. Da die Schokolade vornehmlich aus Arriba-Kakao hergestellt wird, kann man davon ausgehen, dass der Kakao zumindest teilweise aus Ecuador stammt.
Konditoren: Mehr als nur ein Frauenberuf
Konditormeister Benedict Weiss aus Friedrichshafen ist ein Allrounder, der in seiner Backstube keine Herausforderung scheut. Er hat seinen Meister gemacht und eine Weiterbildung zum Schokoladen-Sommelier absolviert.
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Klischees und Vorurteile
Oft wird der Beruf des Konditors eher mit Frauen in Verbindung gebracht. Benedict Weiss ist jedoch der Meinung, dass sein Beruf handwerklich anspruchsvoll und erfüllend ist, unabhängig von Geschlechterklischees.
Vielfalt und Leidenschaft
Das Besondere an seiner täglichen Arbeit ist die Vielfalt. Von Rezeptentwicklung über Betriebswirtschaft bis hin zu Marketing und Reparaturen ist alles dabei. Für eine Ausbildung zum Konditor sollte man eine Leidenschaft für Backen und Süßes mitbringen, insbesondere für die hochwertigen Rohstoffe.
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