Macun Honig: Wirkung, Risiken und Erfahrungen

Epimedium Macun ist eine in Deutschland illegale Kräuterpaste. Hersteller bewerben sie als angeblich natürliches Aphrodisiakum zur Steigerung der Libido und Linderung von Erektionsproblemen.

Was ist Epimedium Macun bzw. Macun-Honig?

Bei Epimedium Macun handelt es sich um ein in der EU nicht zugelassenes Nahrungsergänzungsmittel, das in Form einer Paste zum Einnehmen erhältlich ist. Neben Inhaltsstoffen wie Honig, Kräutern und Gewürzen, zum Beispiel Ginseng, Ginkgo, Zimt oder Ingwer, führen die Hersteller der „Paste“ (türkisch: „Macun“) die Wirkung auf den Inhaltsstoff Epimedium zurück.

Diese Pflanzengattung kommt in Europa hauptsächlich als Zierkraut im Garten zum Einsatz. Sie ist umgangssprachlich auch unter folgenden Bezeichnungen bekannt: Horny Goat Weed, geiles Ziegenkraut, Elfenblume, Sockenblume, Barrenwort, Bishop’s Head, Yin Yang Huo.

Wegen des enthaltenen Pflanzenstoffs Icariin wird dem Kraut in der traditionellen chinesischen und orientalischen Volksheilkunde ein steigernder Effekt auf die Libido und Potenz nachgesagt. Besonders in der chinesischen Medizin wird dieses Produkt schon seit langer Zeit als Heilmittel bei erektiler Dysfunktion verabreicht.

Glas Epimedium Macun Paste auf Honigbasis

Wissenschaftliche Grundlage und Zulassung

Wissenschaftlich ist diese Wirkung bisher jedoch nicht belegt - weder in Macun mit Epimedium noch in ähnlichen Produkten. Bisher konnte jedoch seine Wirksamkeit nur bei Ratten nachgewiesen werden. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Grundlage für dieses Produkt äußerst dürftig, da es keine klinischen Studien gibt.

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Aus diesem Grund ist Epimedium in der EU als Zutat für Nahrungsergänzungs- oder Lebensmittel nicht zugelassen. Auch der Kauf und Verkauf von Epimedium Macun ist somit illegal.

Gefundene Problemstoffe in Macun-Produkten

Besonders das Präparat „Epimedyumlu Bitkisel Karisimli Macun“ der Firma Themra, eine Epimedium-Macun-Variante aus der Türkei, erregte vor einigen Jahren durch einen Produktrückruf Aufmerksamkeit: Grund waren mehrere Prüfberichte von schweizerischen und österreichischen Gesundheitsbehörden, laut denen im angeblich natürlichen Produkt auch der Arzneistoff Sildenafil nachgewiesen wurde.

Die Analyse ergab, dass dieses Produkt den pharmakologischen Wirkstoff Sildenafil enthält, welcher in der Produktbeschreibung bzw. auf der Verpackung nicht deklariert ist. Folglich entspricht die Behauptung des Herstellers/Vertreibers, dass es sich bei „Epimedyumlu Bitikisel Karisimli Macun“ um ein reines Naturprodukt handle, nicht der Wahrheit.

Neben Epimedium wurden in dem Produkt auch Bestandteile des Wirkstoffes Sildenfanil in pharmakologisch wirksamer Menge gefunden. In dem Produkt wurde der Wirkstoff Sildenafil gefunden. Sildenafil ist der Wirkstoff von Viagra.

Warum ist das gefährlich?

Sildenafil ist ein Phosphodiesterase-Hemmer, der zur medizinischen Behandlung von Erektionsstörungen verwendet wird. Mit der Einnahme dieses Produktes werden dem Körper medizinisch-therapeutische Dosen von Sildenafil zugeführt. Die Einnahme von Arzneimittelwirkstoffen aus nicht bekannten Quellen und in unbekannter Konzentration birgt ein nicht abzuschätzendes und daher unkalkulierbares Gesundheitsrisiko.

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Bei unkontrollierter Einnahme von Sildenafil können schwerwiegende Nebenwirkungen, wie z.B. Blutdruckschwankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall auftreten. Bei falscher Dosierung, bestimmten Vorerkrankungen oder der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente kann es im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Wechsel- und Nebenwirkungen kommen, zum Beispiel: Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder plötzlicher Herztod, Erblindung durch Schädigung des Sehnervs, Krampf- und Schlaganfälle.

Sildenafil sollte nicht von Personen eingenommen werden die bereits ein Nitrat-Medikament (z. B. Nitroglycerin) einnehmen, da sie potenziell lebensbedrohlichen Blutdruckabfall verursachen kann. Personen mit Herzproblemen sind einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf - Nebenwirkungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Brustschmerzen, Bluthochdruck ausgesetzt. Andere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Verdauungsstörungen, Schwindel, Sehstörungen und Schwerhörigkeit.

Warnhinweis: nicht deklariertes Sildenafil in Naturprodukten

Behördliche Maßnahmen, Rückrufe und Warnungen

Das österreichische offizielle Arzneimittelkontrolllabor des BASG führte an einer aus dem Markt gezogenen Probe des Produktes „Epimedyumlu Bitkisel Karisimli Macun“ des Herstellers Themra eine arzneimittelanalytische Untersuchung durch. Aufgrund dieses Untersuchungsergebnisses und der Auslobung („wirkt antidepressiv“, „verhindert eine vorzeitige Ejakulation“) wurde das Produkt durch das BASG als Funktionsarzneimittel und darüber hinaus als mögliche Arzneimittelfälschung eingestuft.

Erstaunlich ist, dass dieser Rückruf erst jetzt mitgeteilt wird. Bereits im August letzten Jahres hat das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen die gleiche Paste vom Hersteller Themra aus dem Verkehr gezogen. Die österreichischen Behörden stuften das Produkt „als mögliche Arzneimittelfälschung“ ein, da die Paste vorgibt „antidepressiv“ zu sein und eine „vorzeitige Ejakulation“ zu verhindern.

Die Lebensmittelfirma Orient Lebensmittel GmbH ruf jetzt dieses Produkt aufgrund einer Gesundheitsgefahr beim Verzehr zurück. Das Produkt kann zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen. Vom Verzehr dieser Produkte wird von deutschen als auch österreichischen Behörden dringend abgeraten.

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Verbraucher können die vom Rückruf betroffenen Produkte an den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgeben und bekommen ihren Kaufpreis zurückerstattet. Laut dem Händler ist vom Verzehr des Produktes dringend abzuraten. Ist die Paste bereits gekauft, kann sie auch ohne Kassenbon in der Verkaufsstelle zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird erstattet.

Bericht: Rückruf und Warnungen zu Macun-Paste

Weiteres Vorkommen ähnlicher Produkte

Weiters wurde dem BASG bekannt, dass über Online-Verkaufsplattformen Produkte gleichen bzw. ähnlichen Namens, in derselben oder ähnlicher Aufmachung und als „100% natürliche Aphrodisiaka“ vertrieben werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Produkte ebenfalls den nicht deklarierten Arzneimittelwirkstoff Sildenafil enthalten.

Tatsächlich decken Prüfberichte internationaler Behörden immer wieder auf, dass in zahlreichen nicht zugelassenen Nahrungsergänzungsmitteln unter Umständen verschreibungspflichtige Arzneistoffe wie Sildenafil oder Tadalafil versteckt sind. Besonders häufig handelt es sich um Waren, die im Internet als «natürliche» Schlankheitsmittel oder «naturnahe» Mittel zur Potenzsteigerung angepriesen werden.

Swissmedic warnt grundsätzlich vor jeglichem Bezug von Arzneimitteln und Medizinprodukten aus unbekannten Quellen im Internet und aus sozialen Netzwerken. Die amerikanische Arzneimittelbehörde warnt vor obigem Produkt. Dieser Honig wird als «natürliches» Aphrodisiakum angepriesen, enthält aber Wirkstoffe verschreibungspflichtiger Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen. Seine Einfuhr ist illegal.

Rechtliche Aspekte und Kaufempfehlungen

Ist der Kauf von nicht zugelassenen Arznei- und Lebensmitteln strafbar? Ja, sowohl der Kauf als auch der Verkauf von in Deutschland nicht zugelassenen Arzneimitteln sind strafbar. Ob das Produkt dabei als Nahrungsergänzungsmittel, Medikament oder Lebensmittel bezeichnet wird, ist unerheblich. Ebenso ist der Erwerb pharmakologisch wirksamer und verschreibungspflichtiger Substanzen wie Sildenafil oder Tadalafil ohne ärztliches Rezept in der EU illegal - das gilt auch, wenn die entsprechenden Substanzen nicht explizit in der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt sind.

Wichtig: Achten Sie beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten gegen Erektionsstörungen immer auf vertrauenswürdige Bezugsquellen, beispielsweise zertifizierte Online-Apotheken. Auch offiziell veröffentlichte Prüfberichte können eine Hilfe sein, um einen Überblick zu den Wirkstoffen natürlicher Aphrodisiaka zu erhalten. Nehmen Sie auch rezeptfreie Produkte nur nach Rücksprache mit einem Apotheker ein.

Was tun bei bereits gekauftem Produkt oder Symptomen?

Vom Verzehr dieser Produkte wird von deutschen als auch österreichischen Behörden dringend abgeraten. Verbraucher können die vom Rückruf betroffenen Produkte an den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgeben und bekommen ihren Kaufpreis zurückerstattet. Sollte nach Einnahme Beschwerden auftreten, insbesondere Brustschmerzen, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel oder Ohnmachtsanfälle, ist unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Sichere Behandlung von Erektionsstörungen

Nur ein Mediziner kann entscheiden, ob Betroffene potenzsteigernde Arzneimittel einnehmen können: Die Wahl des Präparats und die individuelle Dosierung hängt vom Gesundheitszustand des Anwenders und möglichen Vorerkrankungen ab. Wirkstoffe, die in potenzsteigernden, rezeptpflichtigen Medikamenten enthalten sind, dürfen ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Nur ein Mediziner kann beurteilen, ob Betroffene die Präparate bedenkenlos anwenden können.

Dank der modernen Medizin ist es möglich, Erektionsstörungen bei Männern jeden Alters gut und sicher zu behandeln. Die Online-Arztpraxis ZAVA bietet Ihnen mit dem Service zum Thema Erektionsstörungen eine kompetente ärztliche Behandlung, die auf Ihren persönlichen Gesundheitszustand zugeschnitten ist - ganz diskret von zu Hause aus.

Aspekt Fakten
Hauptproblem Sildenafil in pharmakologisch wirksamer Menge, nicht deklariert
Gefahren Blutdruckabfall, Herzinfarkt, Schlaganfall, Sehstörungen, andere Nebenwirkungen
Rechtliche Lage Epimedium in EU nicht zugelassen, Kauf/Verkauf illegal
Empfehlung Produkt nicht einnehmen, bei Kauf zurückgeben, bei Symptomen Arzt aufsuchen

Dr. Nadia Schendzielorz war von 2016 bis 2020 Apothekerin bei ZAVA und unterstützt das Team nun freiberuflich bei der medizinischen Textprüfung. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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