Lindt Vollmilchschokolade: Inhaltsstoffe, Herstellung und Bewertung

Weihnachtszeit ist Schokozeit. In unserem Test fällt allerdings jede dritte Milchschokolade durch. Hauptgrund: In fast allen Tafeln im Test steckt Mineralöl. Auch in einer Lindt-Schokolade ist der Gehalt aus unserer Sicht stark erhöht.

Produktprofil und Vermarktung

Lindt & Sprüngli verkauft weltweit Tafelschokolade, Pralinen, aber auch Schoko-Osterhasen und Weihnachtsmänner - meist etwas teurer. Die mehr als 150 Jahre alte Firma bezeichnet sich selbst als führend im Markt für Premium-Schokolade. So verbindet man Lindt vor allem mit Qualität. Genießen Sie als unseren Tafelklassiker diese zartschmelzende Lindt Vollmilch-Schokolade. Ausgewählte Cacaosorten und sorgfältiges Conchieren verleihen dieser Kreation unserer Maîtres Chocolatiers ihren einzigartigen Geschmack.

Lindt Vollmilch Tafel

Inhaltsstoffe der Lindt Vollmilch (Angaben auf der Verpackung)

Zutaten: Zucker, Kakaobutter, VollMILCHpulver, Kakaomasse, MILCHzucker, MagerMILCHpulver, Emulgator (SOJAlecithin), GERSTENmalzextrakt, Aroma. Kann HASELNÜSSE, MANDELN und andere SCHALENFRÜCHTE enthalten. Allergene: Glutenhaltiges Getreide und glutenhaltige Getreideerzeugnisse, Soja und Sojaerzeugnisse, Milch und Milcherzeugnisse. Dieses Produkt enthält Laktose. Dieses Produkt enthält Bestandteile tierischen Ursprungs.

Typische Zutaten erklärt

  • Zucker - Die süße Hauptzutat: Die erste Zutat der Liste und damit größter Bestandteil eines Schokohasen ist in der Regel Zucker - und nicht Kakao.
  • Kakaobutter - Das edle Fett: Kakaobutter, das Fett der Kakaobohne, steht oft an zweiter oder dritter Stelle in der Zutatenliste. Sie sorgt für ein angenehmes Schmelzgefühl.
  • Vollmilchpulver, MagerMILCHpulver, Milchzucker - Milch in Pulverform: Die Milch kommt als Pulver in die Schokolade.
  • Kakaomasse - Wie viel Kakaobohne steckt wirklich in der Schokolade? Die Kakaomasse besteht aus gemahlenen Kakaobohnen und ist verantwortlich für den schokoladigen Geschmack.
  • Emulgator (Sojalecithin) - Sojalecithin sorgt dafür, die Schokolade geschmeidig zu halten. Sojalecithin enthält noch geringe Mengen an Eiweiß und ist daher für Soja-Allergiker nicht geeignet.
  • Gerstenmalzextrakt - Verleiht eine harmonische Abrundung und eine leicht karamellige Note. Gerstenmalzextrakt ist zwar glutenhaltig, wird unseren Rezepturen jedoch in so geringem Anteil zugesetzt, dass der Glutengehalt im Gesamtprodukt unter 20 ppm liegt.
  • Aroma (Vanillin) - Am Inhalt der Lindt-Schokolade bemängeln wir auch das zugesetzte Vanillin-Aroma. Steht in der Zutatenliste lediglich „Aroma“, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um chemisch hergestelltes Aroma.

Nährwerte (pro 100 g, Herstellerangaben)

Brennwert2294 kJ / 550 kcal
Fett33 g
davon gesättigte Fettsäuren20 g
Kohlenhydrate55 g
davon Zucker55 g
Eiweiß7,2 g
Salz0,2 g

Sensorik und Herstellung

Am Geschmack hatten wir hingegen nichts auszusetzen. Die Lindt Vollmilch aus Alpenvollmilch erreichte in der Sensorikprüfung die volle Punktzahl. Das Geheimnis des einzigen Lindt Geschmacks liegt in der Lindt Gourmet-Schokoladen-Herstellung. Feinster Kakao: Ihren unvergleichlichen Geschmack verdankt unsere Schokolade unserer Philosophie, die Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade nachzuverfolgen. Ein einzigartiges Röst- und Mahlverfahren: Das ganz besondere hauseigene Röst- und Mahlverfahren ist als zweiter Schritt essenziell für den feinen Geschmack und die samtige Textur der Lindt Schokolade. Conchieren: Rodolphe Lindt revolutionierte im Jahr 1879 die Schokoladenherstellung, indem er das Conchieren erfand.

Conchiermaschine in Aktion

Conchieren: Erst die 1879 von Rodolphe Lindt erfundene und ständig weiterentwickelte Conche ermöglicht den einzigartigen Schmelz und die große Aromenvielfalt. Bis zu 72 Stunden wird die Schocolade in der Conche verrührt und erwärmt. Diese lange Conchierzeit ist besonders wichtig für die hohe Qualität der Schokolade. Währenddessen vermischen sich die festen und flüssigen Bestandteile und jedes einzelne Teilchen wird mit Kakaobutter umhüllt.

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Herstellungsdetails: Alpenmilch-Variante

Alpenmilch-Schokolade: Zur Herstellung von Alpenmilchschokolade wird Milchpulver aus dem Alpeneinzugsgebiet verwendet. In der Mehrheit unserer Schokoladenprodukte ist Kakaobutter das primäre und häufig auch das einzige eingesetzte pflanzliche Fett. Dies gilt insbesondere für ungefüllte Produkte wie Tafelschokolade, Hohlfiguren und saisonale Artikel.

Bewertung der Inhaltsstoffe und transparente Kakaoproduktion

Wir bewerten die Lindt Vollmilch aus Alpenvollmilch, wie fünf weitere Schokoladen im Test, insgesamt nur mit "mangelhaft". Nur die Hachez Dunkle Vollmilch schneidet mit "ungenügend" noch schlechter ab. Die Lindt-Schokolade ist wie 14 weitere im Test aus unserer Sicht stark mit Mineralölbestandteilen belastet. In den getesteten Tafeln stecken MOSH-Verbindungen. Die Hauptprobleme: Belastungen mit Mineralölbestandteilen und fehlende Transparenz in der Kakaoproduktion. Viele Hersteller legen ihre Lieferkette nicht bis zum Kakao-Bauern offen.

Das Gesamturteil beruht auf den Teilergebnissen Inhaltsstoffe sowie Kakaoproduktion und Transparenz. Weil der Gehalt an Mineralölbestandteilen in der Lindt-Schokolade aus unserer Sicht "stark" erhöht und Aroma zugesetzt ist, lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe "ausreichend". "Ungenügend" fällt das Teilergebnis Kakaoproduktion und Transparenz aus. Aus den Teilergebnissen Inhaltsstoffe sowie Kakaoproduktion und Transparenz ergibt sich das Gesamturteil "mangelhaft".

Transparenz und Lieferkette

Im Test kritisieren wir auch die intransparente Kakaoproduktion. Denn Lindt & Sprüngli legte uns die Lieferkette für die getestete Lindt-Vollmilch nur teilweise offen. So machte Lindt keine konkreten Angaben zum gezahlten Kakaopreis und konnte nicht belegen, dass hochgiftige Pestizide auf den Plantagen der Lindt-Lieferanten verboten sind. Verbotene Kinderarbeit und Rodungen von geschütztem Wald sind in der Kakaoproduktion für die getestete Lindt Vollmilch nicht auszuschließen. Lindt & Sprüngli legte uns auf Anfrage keine gegenteiligen Belege vor.

So reagierte Lindt & Sprüngli auf das Testergebnis: Der Schokoladenhersteller teilte uns mit, dass die komplette Kakaobohnen-Beschaffungskette im kommenden Jahr rückverfolgbar und verifiziert sein soll.

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Nachhaltigkeit, Programme und Ziele

Was unternimmt Lindt in Bezug auf die nachhaltige Beschaffung von Kakaobohnen? Im Jahr 2008 haben wir das Lindt & Sprüngli Farming Program in Ghana und in den Folgejahren in all unseren anderen Herkunftsländern der Kakaobohnen (Ecuador, Dominikanische Republik, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Peru) ins Leben gerufen, um Kakaobäuerinnnen und -bauern, ihre Familien und Gemeinschaften zu unterstützen. Die drei Hauptziele sind die Stärkung der Resilienz der Bauernhaushalte, die Verringerung des Risikos von Kinderarbeit und der Erhalt der biologischen Vielfalt und der natürlichen Ökosysteme.

Nachdem wir im Jahr 2020 unser Ziel erreicht haben, 100 % unserer Kakaobohnen über das Farming Program zu beziehen, haben wir das Programm 2021 auf Kakaobutter aus der Elfenbeinküste ausgeweitet. Bei der Produktion von Schokolade werden neben Kakaobohnen auch Kakaobutter und -pulver verwendet. 2022 konnte bereits auch ein kleiner Anteil Kakaopulver über unser Programm beschafft werden.

Der Kakaoanbau birgt ein hohes Risiko für den Verlust der Biodiversität durch Abholzung oder schädliche Anbaumethoden. Wir wissen um unsere Verantwortung und wollen unseren Beitrag leisten, dass durch Kakao verursachte Entwaldung verhindert wird. Lindt & Sprüngli verfolgt das Ziel, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Dafür wurden wissenschaftsbasierte Klimaziele von der Science Based Targets Initiative validiert. Ja. Lindt & Sprüngli veröffentlicht jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht zu den Fortschritten hinsichtlich ihrer Verpflichtungen in englischer Sprache.

Kakaoplantage und Rückverfolgbarkeit

Sicherheit, Qualität und Lagerung

Lindt & Sprüngli verfügt über ein lückenloses Qualitätsmanagement, das unsere hohen Qualitätsanforderungen von der Rohstofferzeugung bis in den Handel sicherstellt. Auf Basis unserer Qualitäts-Philosophie verwenden wir keine Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen und werden dies auch zukünftig nicht tun. Auf allen Produkten ist eine Zutatenliste angegeben, die in absteigender Reihenfolge alle eingesetzten Rohstoffe beinhaltet.

1. Schokolade sollte möglichst kühl und trocken gelagert werden, am besten bei gleichbleibenden Temperaturen von 14 °C bis 18 °C. 2. Mein Lindt-Produkt hat einen weißlichen Überzug. Im Laufe der Lagerung kann bei Pralinés und Schokoladen aufgrund von Temperaturschwankungen ein weißlicher Belag auf der Oberfläche entstehen. Diese nachträgliche Fettkristallisation wird als „Fettreif“ bezeichnet. Trotz aller Sorgfalt bei der Herstellung und umfassenden Qualitätskontrollen ist diese Veränderung in Einzelfällen nicht vermeidbar.

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Gesamtmarktbefund aus dem Test

Das zeigt der Test: Nur zwei Schokoladen im Test können wir mit dem Testurteil "gut" empfehlen. Sieben fallen mit "mangelhaften" oder "ungenügenden" Noten durch. Die Hauptprobleme: Belastungen mit Mineralölbestandteilen und fehlende Transparenz in der Kakaoproduktion. Viele Hersteller legen ihre Lieferkette nicht bis zum Kakao-Bauern offen.

Test und Analyse: Mineralölbelastung in Tafelschokolade

Hinweis zu Verpackung und Entsorgung

Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH (DSD) ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das wiederum der DSD - Duales System Holding GmbH & Co. KG angehört. Ziel des Labels ist, Verpackungsmaterialien wieder zu verwenden und so Rohstoffe einzusparen. Für die Nutzung des Symbols auf den Verpackungen muss eine zusätzliche Lizenzgebühr entrichtet werden. Seit 2009 ist es nicht mehr Pflicht, das Symbol auf Verpackungen anzubringen. Er ist lediglich ein Symbol dafür, dass die entsprechende Verpackung über die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack entsorgt werden darf. Der Grüne Punkt sagt nichts über die Umweltverträglichkeit der Verpackung aus.

Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten

  • Achten Sie auf die Zutatenliste: Hochwertige Varianten erkennen Sie vor allem an einem hohen Kakaobutteranteil - ersichtlich an der vorderen Platzierung in der Zutatenliste.
  • Prüfen Sie Kennzeichnungen zu Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit: Angaben zur Lieferkette und zu Programmen wie dem Lindt & Sprüngli Farming Program sind relevant.
  • Informieren Sie sich über Testergebnisse zu Schadstoffbelastungen: MOSH/MOAH-Analysen und Mineralölbestandteile können das Urteil stark beeinflussen.
  • Lagern Sie Schokolade kühl und trocken (ideal 14-18 °C) und beachten Sie: Fettreif beeinflusst nur das Aussehen, nicht den Geschmack.

Die Einschätzung beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben, der Testergebnisse und Herstellerinformationen.

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