Ist Lindt 85 Prozent Schokolade gesund?
Dunkle Schokolade erfreut sich weltweit großer Beliebtheit und bietet sowohl geschmackliche Freude als auch mögliche gesundheitliche Vorteile. Dunkler Schokolade werden verschiedenste wertvolle Eigenschaften nachgesagt. Diverse Studien konnten diese teils auch belegen. Obwohl es im Lebensmittelrecht nicht klar festgelegt ist, enthält Bitterschokolade in der Regel rund 70 Prozent Kakao, manche Sorten auch 85 oder sogar 100 Prozent. Während umgangssprachlich häufig von dunkler Schokolade die Rede ist, werden Sorten mit einem Kakaogehalt von mindestens 70 Prozent als Bitterschokolade bezeichnet.
Wodurch gelten dunkle Schokoladen als potenziell gesund?
Das ist einer der Gründe, warum dunkle Schokolade als gesund gilt: Schokoladen mit besonders hohem Kakaoanteil enthalten automatisch weniger Zucker. Verantwortlich für die gesundheitlichen Wirkungen dunkler Schokolade soll primär ihr hoher Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen sein. Besonders hoch ist der Anteil an Flavonoiden, einer Gruppe von färbenden und schützenden Stoffen, die zu den Polyphenolen gehören. Kakaobohnen übertreffen mit dem Gehalt dieser sekundären Pflanzenstoffe sogar Äpfel und Zwiebeln. Studien zufolge können Flavonoide mit ihrer antioxidativen Wirkung die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Daneben punktet dunkle Schokolade mit wertvollen Mineralien und Spurenelementen wie Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink.
Welche wissenschaftlich belegten Effekte gibt es?
Bereits 2018 haben Wissenschaftler der kalifornischen Loma Linda University untersucht, wie genau die Inhaltsstoffe dunkler Schokolade im Körper wirken. Ab einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent soll der Genuss von Bitterschokolade Entzündungen lindern, die Stimmung heben und sich positiv auf das Gedächtnis und das Abwehrsystem auswirken. Im Rahmen ihrer Forschung wurde Probanden dunkle Schokolade in Portionen von 48 Gramm verabreicht, das entspricht etwa einer halben Tafel und 240 Kalorien. Zunächst nach einer halben Stunde und noch einmal nach 120 Minuten wurden Veränderungen der Hirnfrequenz gemessen. Dabei zeigte sich, dass sich die Hirnleistung durch den Verzehr von Schokolade deutlich verbesserte. „Über Jahre haben wir den guten Einfluss dunkler Schokolade auf verschiedene Nervenfunktionen auf ihren Zuckergehalt zurückgeführt“, wird Dr. Lee S. Berk, Professor an der School of Allied Health Professions Virginia und einer der Studienverantwortlichen, in der Pressemitteilung zur Untersuchung zitiert.
Auch ein italienisches Forschungsteam der Universität L’Aquila hat den Einfluss von dunkler Schokolade auf das Gehirn untersucht. Vorgestellt wurden die Studienergebnisse im Fachjournal „Frontiers in Nutrition“. Hierbei stellte man eine Verbesserung der Arbeitsgedächtnisleistung sowie der Verarbeitung visueller Informationen durch den Verzehr von dunkler Schokolade fest. Besonders stark war dies bei älteren Personen zu beobachten, die regelmäßig ein bisschen dunkle Schokolade aßen.
Auch auf die Sehkraft könnte dunkle Schokolade einen Einfluss haben. Das jedenfalls wurde in einer amerikanischen Studie im Jahr 2018 untersucht. Dazu hatten 30 gesunde Probanden jeweils in zwei getrennten Sitzungen einen Riegel Bitterschokolade mit einem Kakao-Gehalt von 72 Prozent (47 Gramm) und einen Riegel Vollmilchschokolade (40 Gramm) gegessen. Zwei Stunden nach dem Verzehr untersuchte man ihre Sehleistung in verschiedenen, standardisierten Tests mit Sehtafeln. Anhand dessen stellte man fest, dass sich alle drei Formen der Sehleistung durch die Bitterschokolade signifikant verbessert hatten. Besonders auffällig war die Verbesserung der Kontrastempfindlichkeit bei Kleinbuchstaben.
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Eine Metastudie, welche im „European Journal of Preventive Cardiology“ erschien, analysierte sechs Studien zum Thema Schokolade und Herzgesundheit, wobei diese insgesamt über 336.000 Probanden umfassten. Das Forschungsteam kam zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Schokolade mehr als einmal pro Woche mit einem um acht Prozent geringeren Risiko einer koronaren Herzkrankheit verbunden ist - im Vergleich zu einem Verzehr, der seltener als einmal die Woche stattfindet. Eine weitere Metastudie betrachtete die Auswirkung von Schokoladenkonsum auf das Diabetes- und Schlaganfallrisiko. Die Analyse umfasste die Daten von 508.705 Teilnehmern. Es zeigte sich, dass der Konsum von Schokolade in Maßen (maximal sechs Portionen pro Woche) zur Vorbeugung dieser Erkrankungen optimal seien. Eine Portion wurde als 30 Gramm Schokolade definiert. Bei Diabetes zeigte sich die höchste Risikosenkung von 25 Prozent bei zwei Portionen Schokolade in der Woche.
Wie viel und welche Schokolade ist empfehlenswert?
Je nachdem, wie hoch der Anteil der Kakaobestandteile ist, lassen sich verschiedene Schokoladensorten unterscheiden. Mit steigendem Kakaoanteil wird die dunkle Farbe - und die zart-herben Nuancen - entsprechend intensiver. Dunkle Sorten mit einem Kakaogehalt von ca. 50 Prozent werden wiederum als Zartbitter oder Feinherb bezeichnet. Liegt der Kakaogehalt von Schokolade zwischen 50 und 70 Prozent, wird sie teilweise auch als Edelbitter bezeichnet. In Milchschokolade stecken mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, in Vollmilchschokolade 30 Prozent und bei Zartbitterschokolade sind es 50 Prozent.
Ein weiterer Pluspunkt von Bitterschokolade ist der reduzierte Zuckergehalt, der sich positiv auf die Zahngesundheit auswirkt. Mit steigendem Kakaoanteil und geringerem Zuckergehalt von dunkler Schokolade steigt der Blutzucker geringer an, sodass insbesondere zuckerfreie Bitterschokolade mit 100 Prozent Kakao eine Option bei Diabetes ist. Dunkle Schokolade ohne Zucker ist in kleinen Mengen daher auch für Personen geeignet, die Schokolade lieben, aber gerne abnehmen bzw. nicht zunehmen möchten. Als Orientierung für einen gesunden Genuss gilt ungefähr ein Riegel bzw. eine Rippe einer Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakao.
Nachteile und Risiken: Kalorien, Schwermetalle und Kontaminanten
Natürlich sollte man sich nun trotz vielversprechender gesundheitlicher Wirkungen nicht ausschließlich von dunkler Schokolade ernähren. Denn nicht außer Acht lassen darf man den hohen Kaloriengehalt der Süßigkeit. 100 Gramm enthalten etwa 530 Kalorien, das ist bereits rund ein Viertel des täglichen Energiebedarfs von etwa 2000 Kilokalorien (Durchschnittswert für einen Erwachsenen bei geringer körperlicher Aktivität). Würde man sich täglich eine Tafel Schokolade gönnen, könnte das schnell zu einer Gewichtszunahme führen.
Achtung! Schokolade kann mit Schwermetall belastet sein! So erfreulich die Studienergebnisse auch klingen, die süßen Fakten haben leider einen Haken - aus Schwermetall. Denn kakaohaltige Produkte können mit Cadmium belastet sein. Die Verbraucherzentrale klärt auf, dass dieses giftige Schwermetall bereits in geringen Mengen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Weiterhin verdrängt es im Körper andere Mineralstoffe, so wird Cadmium anstelle von Zink verstoffwechselt. Durch diesen Eingriff in verschiedene Stoffwechselwege können chronische Entzündungen, Bluthochdruck, Nierenschäden, oxidativer Stress oder Störungen des Fettstoffwechsels eintreten.
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Eine Studie hat einen erhöhten Gehalt von Cadmium und Blei in Lindt-Schokolade nachgewiesen. Das Konsumentenmagazin «Consumer Reports» prüfte 28 Tafeln mit dunkler Schokolade auf ihren Gehalt an Cadmium und Blei; 23 der untersuchten Schokoladentafeln zeigten einen hohen Schwermetallgehalt. Teil der Studie waren auch zwei Schokoladentafeln des Schweizer Herstellers Lindt. Die Schokoladentafel mit 70 Prozent Kakaogehalt wies einen hohen Cadmiumgehalt auf, die Tafel mit 85 Prozent Kakaogehalt einen hohen Bleigehalt. Der Verzehr von zirka 30 Gramm dieser Schokoladen pro Tag würde dazu führen, dass ein Erwachsener einen Wert von Schwermetall überschreitet, der nach Ansicht der Experten von «Consumer Reports» schädlich sein könnte.
Grundsätzlich lasse sich sagen: je höher der Kakaogehalt einer Schokolade, umso höher der Gehalt an Schwermetallen. Deswegen empfiehlt «Consumer Reports», dunkle Schokolade zwischendurch gegen Schokolade mit tieferem Kakaogehalt oder gegen Milchschokolade auszutauschen. Das Konsumentenmagazin empfiehlt weiter, Kindern nicht zu viel dunkle Schokolade zu geben, da für sie die Gesundheitsgefährdung durch Schwermetalle höher ist.
Das Problem reicht über Schwermetalle hinaus: In einigen Zartbitterschokoladen hat ein Labor auch Rückstände von bis zu drei Pestiziden gemessen. In knapp der Hälfte der Tafeln bemängelten Testlabore Rückstände von gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoge) und in einigen Fällen aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die aus unserer Sicht überhaupt nichts in Lebensmitteln zu suchen haben, da sich unter ihnen auch krebserregende Vertreter befinden können. Böden können bekanntermaßen Cadmium enthalten - so kann das Schwermetall auch von den Kakaobohnen aufgenommen werden. Doch es reichert sich im Körper an und kann bei langfristiger Aufnahme zu Nieren- und Knochenschäden führen.
Qualität, Transparenz und ethische Aspekte
Beim Kauf von dunkler Schokolade spielen Herkunft, Produktionsverfahren und die Bemühungen der Hersteller um Transparenz eine wichtige Rolle. Gehen wir jetzt dahin, wo alles anfängt: auf den Feldern der Kakao-Bauern in Lateinamerika und Westafrika, wo der Großteil des Kakaos für unsere Schokoladen herkommt. Die Probleme beim Kakaoanbau sind seit Langem bekannt. Kennen die Anbieter die Lieferkette bis zum Ursprung der in ihrer Kakaomasse verwendeten Bohnen? Kümmern sie sich darum, dass sich beim Thema Kinderarbeit etwas ändert? Haben sie einen Plan, wann und wie sie zu existenzsichernden Einkommen der Bauern am Ende ihrer Lieferketten beitragen könnten?
Transparenz ist wichtig, denn sie ist die Voraussetzung für alles andere. Immerhin: Alle 21 Anbieter in einem Test beantworteten einen Fragebogen - mehr oder weniger ausführlich. Neun Schokoladen im Test tragen ein Fairtrade-Label auf der Verpackung, was schon einmal gut ist. Doch selbst der dort garantierte Mindestpreis ist dafür zu niedrig. Fairtrade hat darüber hinaus für die Länder Ghana und Elfenbeinküste jenen Kakao-Preis errechnet, den Bauern für ein existenzsicherndes Einkommen erzielen müssten - den so genannten Living Income Reference Price (LIRP).
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Im Test schnitten einzelne Produkte unterschiedlich ab: Für keine Bitterschokolade in unserem Test konnten Kinderarbeit oder Lieferkettenrisiken vollständig ausgeschlossen werden. Die Lindt-Schokolade in einem Test enthält Mineralölbestandteile MOSH/MOSH-Analoge, die sich im menschlichen Fettgewebe sowie in manchen Organen anreichern können, und das Unternehmen gab im genannten Test nur begrenzte Einblicke in die Lieferkette. Das Gesamturteil für diese Charge lautete „ungenügend“. Anbieter reagierten unterschiedlich auf Kritik und Laboranalysen; einige legten Gutachten vor und zeigten mehr Transparenz bezüglich Lieferketten.
Praktische Tipps: Wie Sie Schokolade gesünder genießen
- Bevorzugen Sie Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil (ab 70 %) in moderaten Mengen, um von Polyphenolen und geringerem Zuckeranteil zu profitieren.
- Beachten Sie Portionsgrößen: Eine Portion wurde in Studien häufig mit 30 Gramm definiert; als Orientierung gilt eine Rippe bzw. ein Riegel als sinnvolle Portion.
- Achten Sie auf Qualitäts- und Herkunftskennzeichnungen sowie auf Tests zu Schadstoffen; wählen Sie Hersteller mit transparenter Lieferkette und Nachhaltigkeitsansätzen.
- Wechseln Sie gelegentlich auf Schokolade mit niedrigerem Kakaoanteil, besonders für Kinder, um potenzielle Schwermetallbelastungen zu reduzieren.
- Lagern Sie Schokolade kühl (circa 12-18 °C), trocken und dunkel; vermeiden Sie Kühlschrankaufbewahrung, da Schokolade sonst bröckelt und Glanz verliert.
Kurz zur Herstellung (aus Ausschnitten erklärt)
Für ein intensives Schokoladenaroma werden die Kakaobohnen zunächst fermentiert, getrocknet und geröstet. Im Anschluss werden die Kakaobohnen gemahlen. Als Kakaomasse bilden sie nun die Grundlage für die Herstellung von Bitterschokolade, die zusammen mit Kakaobutter und Zucker mit einem Knetmischer vermengt wird. Für eine feine Konsistenz wird mithilfe eines mehrstufigen Mahlwerks ein flockiges Schokoladenpulver erzeugt, welches im Anschluss conchiert wird. Beim Conchieren wird die Schokomasse bei 55 Grad bis 90 Grad gerührt und geknetet, um unerwünschte Geschmacksstoffe - zum Beispiel zu bittere Nuancen - zu entfernen. Entsprechend ist dieser Schritt der Schokoladenherstellung für ein vollmundiges Aroma unverzichtbar. Damit die fertige Bitterschokolade beim späteren Genuss glatt unter dem typischen Knacken bricht und matt glänzt, wird sie temperiert und anschließend wieder abgekühlt.
Fazit für Lindt 85 % im speziellen Kontext
Eine Lindt EXCELLENCE 85%-Tafel bietet ein kräftiges, intensives Kakaearoma und durch den hohen Kakaoanteil potenziell gesundheitlich relevante Polyphenole. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen und Tests, dass dunkle Schokolade - und tendenziell besonders Produkte mit hohem Kakaoanteil - auch höhere Gehalte an Cadmium und Blei aufweisen können. Der erhöhte Schwermetallgehalt bedeutet nicht zwangsläufig, dass sofort ganz auf Schokolade verzichtet werden muss, wohl aber, dass Verbraucherinnen und Verbraucher informiert wählen und auf Portionsgrößen achten sollten. Wer besonders vorsichtig sein möchte, reduziert die Häufigkeit des Konsums oder wechselt zwischendurch zu Sorten mit niedrigerem Kakaoanteil und achtet auf Herstellertransparenz und Testergebnisse zu Schadstoffen.
| Aspekt | Wirkung / Hinweis |
|---|---|
| Polyphenole / Flavonoide | Antioxidativ, positive Effekte auf Gefäßgesundheit, Durchblutung |
| Kakaoanteil ≥70% | Mögliches Lindern von Entzündungen, kurzfristige Stimmungs- und Gedächtnisverbesserungen |
| Kalorien | Hohe Energiedichte (~530 kcal/100 g) → Portionskontrolle wichtig |
| Schwermetalle (Cadmium, Blei) | Höheres Risiko bei hohem Kakaoanteil; Vorsicht bei Kindern und Schwangeren |
| Qualität & Nachhaltigkeit | Transparente Lieferketten, Fairtrade und Herstellerangaben sind wichtig |
Ob Lindt 85 % Schokolade „gesund“ ist, lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten: Sie vereint potenziell positive Inhaltsstoffe wie Polyphenole und weniger Zucker mit Risiken wie hohem Kaloriengehalt und der Möglichkeit einer Schwermetallbelastung. Informierte Auswahl, moderate Portionsgrößen und Aufmerksamkeit für Unbedenklichkeits-Tests sind entscheidend.
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