Bahlsen Leibniz Keks Hersteller Informationen

Der hannoversche Zuckerhändler Hermann Bahlsen erfand 1891 den Butterkeks. Hermann Bahlsen (1859-1919) hat nicht nur den Butterkeks mit den 52 Zähnen erfunden, ihm ist auch das Wort "Keks" zu verdanken. Hermann Bahlsen arbeitete ab 1880 als Zuckerhändler in London und lernte dort dieses leicht süßliche Dauergebäck kennen, das die Engländer gern zum Tee aßen und "cakes" nannten. Zurück in Hannover gründete er 1889 eine Firma: die "Hannoversche Cakesfabrik H. Bahlsen". Zwei Jahre später kamen erstmals seine "Butter Cakes" auf den Markt, die in kleinen Tüten verkauft und 1893 auf der Weltausstellung in Chicago mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurden. Hermann Bahlsen war es wichtig, dass seine Kekse mit Buttergeschmack eine "Persönlichkeit" haben, und so nannte er sie werbewirksam "Leibniz Cakes" - zu Ehren des hannoverschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716).

Weil die Kunden jedoch das Wort "Cakes" nicht englisch aussprachen, deutschte Bahlsen es einfach ein und erfand 1911 den Begriff "Keks", der wenige Jahre später sogar offiziell im Duden aufgenommen wurde: 1915 steht zum ersten Mal im Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache das Wort "Keks" mit der Bedeutung "trockenes, haltbares Kleingebäck".100 Jahre hing ein großer, goldener Leibniz-Keks unbehelligt zwischen zwei Brezelmännern an der Fassade des Bahlsen-Stammhauses in Hannover. Bis irgendwann im Januar 2013 das fast 20 Kilogramm schwere und einen halben Meter hohe Firmenwahrzeichen aus vergoldeter Bronze aus fast fünf Metern Höhe von einem vermeintlichen Scherzkeks entwendet wurde. Wenige Tage später forderte ein bis heute unbekannter Erpresser, der sich als "Krümelmonster" ausgab, in einem Schreiben für die Rückgabe Gratis-Kekse für ein Kinderkrankenhaus und eine Spende für ein Tierheim. Andernfalls werde der vergoldete Riesenkeks bei Oskar (ebenfalls bekannt aus der Kindersendung "Sesamstraße") in der Mülltonne landen.

Historische Firmenfassade von Bahlsen mit Leibniz-Keks

Die Nachricht vom mysteriösen Keks-Klau in Hannover ging um die Welt. Gut zwei Wochen später, am 5. Februar 2013, tauchte der Gold-Keks - mit einer roten Schleife geschmückt - am Denkmal vor der Leibniz Universität in Hannover wieder auf und hängt seit dem 11. Juli 2013 wieder an seinen Stammplatz zwischen den Brezelmännern - auf Hochglanz poliert und von einer Videokamera überwacht. Der große Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz forderte bekannterweise ja "Klarheit in den Worten, Brauchbarkeit in den Sachen" (was auf Bahlsens Butterkeks ohne Zweifel zutrifft) und empfahl 1683 in seiner Abhandlung "Erfordernisse des Kriegswesens", dass Soldaten statt mit Brot besser mit dem länger haltbaren Zwieback verpflegt werden sollten. Doch dass der Universalgelehrte eine Schwäche für Butterplätzchen hatte, ist bislang noch nicht überliefert. Tatsächlich war es zu Bahlsens Zeit allgemein üblich, Nahrungsmittel nach bekannten Persönlichkeiten zu benennen: heute genießen wir ganz selbstverständlich Bismarckheringe, Mozartkugeln oder Schillerlocken und auch Leibniz Butterkekse.

Warum hat ein Leibniz Butterkeks eigentlich genau 52 Zähne? "Mit 50 würde der Keks anders schmecken", verriet der Enkel des Firmengründers und heutige Firmenchef Werner Michael Bahlsen in einem Focus-Interview vom 11. April 2014 aus Anlass zu seinem 65. Geburtstag. Den "Leibniz-Butterkeks" von Bahlsen kennt in Deutschland wohl fast jeder. 1889 begann die Erfolgsgeschichte des Volksgebäcks. Der Hersteller entwickelte sich zu einem weltweit agierenden Keks-Imperium. Dort hat auch alles begonnen: 1889 kehrt Hermann Bahlsen, nachdem er als Zuckerimporteur in London gearbeitet hat, in seine Heimatstadt zurück. Die Stadt ist im Aufbruch: Immer mehr Menschen kommen vom Land in die Stadt und suchen Arbeit in den Fabriken. Der 30 Jahre alte Bahlsen entscheidet sich, sein Gründerglück in Niedersachsen zu versuchen: Ein Fabrikgeschäft für englisches Gebäck steckt in Schwierigkeiten, Bahlsen übernimmt die Bäckerei mit zehn Angestellten. Er nennt seine Firma "Hannoversche Cakesfabrik H. Bahlsen" - eine deutsche Bezeichnung für "cakes" gibt es damals noch nicht. Wie die Konkurrenz verkauft Bahlsen das lose Gebäck anfangs aus der Tonne. Die Geschäfte laufen gut. "Er hat in England Rezepte gekauft und sich Mitarbeiter gesucht, die ihm Produkte entwickelt haben", erklärt Werner Michael Bahlsen, der heutige Firmen-Chef, den Erfolg seines Großvaters. Für den legendären Butterkeks stand der berühmte Hannoveraner Gottfried Wilhelm Leibniz Pate. Der deutsche Philosoph, Wissenschaftler und Mathematiker starb 1716 in Hannover. Hermann Bahlsen wollte besondere Namen für seine Produkte. 1893 baut Bahlsen eine Fabrik, in der 100 Arbeiter für ihn tätig sind. Der Leibniz-Keks mit seinen 52 Zähnen wird zu einem Markenprodukt in Deutschland. Bei der Weltausstellung in Chicago erhält Bahlsen für seinen Keks die Goldmedaille.

Hermann Bahlsen hat es als Unternehmer geschafft, doch er ist stets bemüht, sein Unternehmen weiter zu verbessern. So geht er auf Europa-Tour und knüpft Kontakte zu Biskuit-Fabrikanten in England und Frankreich. Aus Amerika übernimmt er die Idee der luftdichten Verpackung. So macht er seine Kekse lange haltbar. Die Kleinpackungen werden unter anderem am Bahnhof verkauft - mit dem Slogan "Was ist die Menschheit unterwegs?" Als 1911 um seine Fabrik herum ein Wohnviertel gebaut wird, errichtet Bahlsen ein Verwaltungsgebäude, das im Foyer einen modernen Musterladen beherbergt. Die Besucher kommen in Scharen, kosten und kaufen. Der Clou ist ein Schaufenster zur Bäckerei. In dieser Zeit entsteht der Begriff "Keks". Weil die Konsumenten "Cakes" nicht englisch, sondern deutsch aussprechen, entscheidet sich Bahlsen, den Begriff "Cakes" einzudeutschen. Das Wort "Keks" ist geboren. Zum Leibniz-Keks gesellen sich weitere Kreationen - darunter "ABC Russisch Brot" oder "Noch Eine".

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Bahlsen Werbefiguren und Leibniz-Keks Reklame (historische Markenbildnisse)

Im Jahre 1912 beschäftigt der Keks-Fabrikant 1.700 Angestellte. Die Hannoveraner nennen die Fabrik "Knusperhaus", sie ist die modernste Europas. Fließbänder hat Bahlsen noch vor dem amerikanischen Automobilbauer Henry Ford. Gesehen hat er diese in den Schlachthäusern von Chicago. Alles sauber? Doch die Fabrik ist nicht nur funktional, die Beschäftigten sollen sich auch wohlfühlen. Die sogenannten Leibniz-Blätter sind die erste deutsche Betriebszeitung. Außerdem sollen seine Mitarbeiter sauber sein und so gibt es feste Badezeiten. Einmal in der Woche, während der Arbeitszeit, ist Baden Pflicht. Bahlsens Standpunkt ist einfach: "Der Kern muss der äußeren Schale entsprechen." 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. 560 Bahlsen-Mitarbeiter müssen an die Front und die Rohstoffe werden knapp. Als wollte er gegen trübe Stimmung ankämpfen, vergibt Bahlsen Aufträge an Künstler. Sie sollen Dosen und Verpackungen für seine Kekse entwerfen. Bahlsen ist ein bedeutender Förderer der zeitgenössischen Kunst. Zusammen mit Fritz Beindorff und August Sprengel gründet er 1916 die Kestner-Gesellschaft. Und auch in der Kriegszeit plant er Neues: die TET-Stadt - Fabrik und Wohnstadt mit Schule, Theater, Kirche. Der Bildhauer Bernhard Hoetger entwirft das Utopia im Stil altägyptischer Tempel. Bahlsen geht fest davon aus, dass Deutschland den Krieg gewinnt. Doch mit der Niederlage begräbt er sein Projekt: "Es war ein schöner Traum, unser TET-Projekt. Ich begrabe es in dieser Nacht, einen anderen Vorschlag kann ich Ihnen nicht machen", schreibt er 1919 an Hoetger.

Er hinterlässt vier Söhne: Hans, Werner, Gerhard und Klaus. Als ihr Vater stirbt, sind sie zwischen elf und 17 Jahre alt. Aufgewachsen sind sie bis dahin ausschließlich beim Vater. Bahlsens Ehefrau Gertrud war nach der Geburt des jüngsten Sohnes krank geworden und verbrachte die meiste Zeit in einem Sanatorium. Hohmeyer ist es auch, die gemeinsam mit ihrer Freundin Anna Dora Thieme die entscheidende Idee für die Rettung des Unternehmens nach dem Krieg hat. Als der Absatz 1920 einbricht und keine Bank einen Kredit gewährt, erinnert sich Hohmeyer an den Freund ihres verstorbenen Chefs: Sir Grant aus England. Der Engländer gewährt einen Kredit in Höhe von 500.000 Reichsmark - die Rettung für Bahlsen. Die einen verlieren in dieser chaotischen Zeit ihre Ersparnisse, andere spekulieren sich reich: Im Januar 1923 kostet eine Packung Leibniz 300 Mark, im Mai schon über 1.000 und vier Milliarden im November. Beim Einkauf der Rohstoffe werden die Scheine gewogen, nicht gezählt. Nach Hans Bahlsen steigen auch die Gründersöhne Werner und Klaus bis 1930 in die Firma ein. Gerhard entscheidet sich dagegen und studiert Kunstgeschichte und Philosophie.

Jetzt bremst die Wirtschaftskrise den Aufschwung. Leibniz-Kekse sind noch immer sehr beliebt, aber für viele zu teuer. Bahlsen muss immer mehr Mitarbeiter entlassen. Eine neue Idee ist in Krisenzeiten gefragt - und die Bahlsen-Brüder haben sie: die Expressdose. Eine Dose mit einem Pfund Keksen für eine Mark. Das neue Produkt wird zum Verkaufsschlager: 25.000 Dosen werden 1933 pro Schicht im "Knusperhaus" produziert. Wieder hat das Unternehmen eine Krise erfolgreich überstanden. Im Zweiten Weltkrieg hat Bahlsen zunächst mit knapp werdenden Backzutaten zu kämpfen, wird dann aber zum kriegswichtigen Betrieb ernannt. Das Unternehmen produziert Notverpflegungen für die deutschen Soldaten, stellt Knäckebrot und Zwieback her. Nach Angaben des Unternehmens wurden in den Jahren 1943 bis 1945 rund 200 Zwangsarbeiter im Werk eingesetzt, vorwiegend Frauen aus Polen und der Ukraine. Historiker bezweifeln diese Darstellung, für die sich die Bahlsen-Erbin später entschuldigt. Der Konzern betont im Nachgang nochmals, dass er 1999 einer Stiftung zur Entschädigung von Zwangsarbeitern beigetreten sei. Demnach leistete das Unternehmen im Jahr 2000 eine Zahlung von einer Million Mark und 2001 eine weitere von 500.000 Mark.

Bahlsen Werk in Hannover nach dem Krieg

Am Ende des Zweiten Weltkriegs hat Hannover über 80 Bombenangriffe erlebt und ist eine Ruinenstadt. 60 Prozent der Fabrik und sämtliche Auslieferungslager sind zerstört. Bahlsen backt zunächst Brot, aber bereits 1945 laufen wieder Kekse vom Band. In Hermann Bahlsens Stammhaus in der Podbielskistraße haben jetzt seine drei Söhne das Sagen. Ein Team sind sie nicht, die Machtfrage ist pragmatisch gelöst: Jeder macht, was er am besten kann. Hans kümmert sich als Ingenieur um das technische Know-how, Werner übernimmt die Führung. Klaus ist der kreative Kopf und entwickelt neue Produkte. In den folgenden Jahren übernimmt Werner Bahlsen mehr und mehr das Ruder. Mitte der 50er-Jahre exportiert Bahlsen bereits in 74 Länder, Ende der 1960er-Jahre sind in dem Unternehmen weltweit 11.000 Mitarbeiter tätig. In dieser Zeit wird das Knabber-Sortiment um Kartoffelchips erweitert, und auch Kuchen werden jetzt produziert. Die Teilübernahme von Brandt erweitert das Sortiment noch einmal. 1975 steigt Werner Michael Bahlsen, der älteste Sohn von Werner Bahlsen, ins Unternehmen ein. Auch sein Bruder Lorenz steht nach Ausbildung und Studium bereit, das Keks-Imperium zu übernehmen. Doch die Söhne müssen sich gedulden: Erst mit 81 Jahren gibt Werner Bahlsen 1985 das Zepter ab. Ein paar Monate später stirbt er - am 21. Nach dem Tod von Werner Bahlsen führen seine Söhne Werner Michael und Lorenz sowie Cousin Hermann, Sohn von Hans Bahlsen, die Geschäfte. Doch bald entbrennt ein Machtkampf, zwischenzeitlich scheint ein Verkauf die einzige Lösung.

Dann kommt es jedoch anders: Werner Michael und Lorenz setzen sich durch, der Cousin zieht sich 1993 aus der Geschäftsleitung zurück, drei Jahre später steigt er schließlich ganz aus. Doch auch zwischen den beiden Brüdern gibt es bald Zwist. Doch nicht nur die Familienfehde sorgt für Unruhe und Negativ-Schlagzeilen. Aufgrund der sogenannten Paprika-Affäre fährt Bahlsen 1993 Verluste ein: 18,5 Millionen Chips-Packungen muss das Unternehmen vom Handel zurücknehmen, die wegen fehlerhafter Lieferungen eines Gewürz-Zulieferers mit Salmonellen verunreinigt sind - Kosten in Höhe von 50 Millionen Mark entstehen. In Hannover wird wenige Jahre später längst gemunkelt, was bald öffentlich wird: Es gibt erneut Streit in der Familie, die Keksdynastie zerbröselt. Aus der Teilung wird eine klare Trennung: Die salzigen Produkte gehen 1999 an Lorenz Bahlsen. Der Markenname "Bahlsen" und der süße Zweig an seinen Bruder. 2018 wechselt Werner Bahlsen aus der Geschäftsführung in den Verwaltungsrat der Bahlsen Gruppe. Lorenz Bahlsen gibt die Leitung seines Unternehmens 2019 an seinen Sohn Moritz weiter. Durch einen kuriosen Diebstahl gerät Bahlsen im Jahr 2013 in die Schlagzeilen - und das sogar weltweit. Ein Erpresser, der sich als "Krümelmonster" ausgibt, entwendet den goldenen Keks von der Fassade des Stammhauses in der Podbielskistraße und fordert von dem Unternehmen Gratis-Kekse für ein Kinderkrankenhaus und eine Spende an ein Tierheim. Gut zwei Wochen später taucht der Keks wieder auf. Im Januar 2013 wird dem Keks-Hersteller Bahlsen sein goldenes Wahrzeichen gestohlen. Das "Krümelmonster" meldet sich als Erpresser. Auf dem deutschen Keksmarkt ist Bahlsen bis heute die Nummer eins. Mit dazu beitragen dürfte die Geschäftsstrategie, die Ware in Outlets und im Fabrikverkauf teilweise deutlich vergünstigt auf den Markt zu bringen. Rund 2.500 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen weltweit.

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Bahlsen Logo und jüngste Verpackungsdesigns

Wir stellen nicht nur Dinge her, die dich nähren. Sondern auch Dinge, die dir wirklich etwas geben. Die herzhaften Dinge des Lebens. Mit Vollkorn und guten Zutaten. Und die, die glücklich machen - kleine Belohnungen und Leckereien. Wir sind da für jede Art von Familie. Und jede Art von Eltern. Für alle, die sich um Kinder kümmern und sie umsorgen. Wir suchen nach Wegen, die das Leben von Familien unterstützen. Was auch immer für dich am besten passt. Wer auch immer du bist. Bahlsen GmbH & Co. KG ist ein deutsches Familienunternehmen der Backwarenbranche mit Sitz in Hannover. Bahlsen produzierte 2020 ca. 130.000 Tonnen Gebäck. Zwischen 1996 und 1999 gehörte das Unternehmen den drei Gesellschaftern Werner Michael Bahlsen, Lorenz Alexander Bahlsen, dem späteren Gründer der The Lorenz Bahlsen Snack-World, und Andrea von Nordeck († 1998) zu gleichen Teilen. Von 1999 bis 2018 war Werner Michael Bahlsen alleiniger Gesellschafter und zugleich Geschäftsführer. Er ist heute Verwaltungsratsvorsitzender. Alexander Kühnen übernahm zum 1. Januar 2023 die Position des CEO. Bahlsen nannte 1891 seine Kekse mit Buttergeschmack (Butter Cakes) in der Art der seit 1886 von Lefèvre-Utile in Nantes produzierten Petit Beurre LU nach dem langjährigen hannoverschen Hofbibliothekar und Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716). Der Werbeslogan für Bahlsens Butterkekse lautete 1898: „Was ißt die Menschheit unterwegs?“

Historische Bahlsen-Verpackung im Gelb seit 1971

1903 wurde das seit 1896 als Markenzeichen eingetragene springende Pferd durch das TET-Zeichen ersetzt, die ägyptische Hieroglyphe ḏt (dschet, von Bahlsen „tet“ transkribiert), zusammengesetzt aus den Zeichen I10 (Kobra), X1 (Brotlaib) und N16 (Land, Erde, Ewigkeit) der Gardiner-Liste bedeutet „ewig dauernd“, ein Hinweis auf die durch Verpackung in Wachspapier noch gesteigerte Haltbarkeit des Dauergebäcks. Die Idee dazu hatte der hannoversche Museumsdirektor Friedrich Tewes von einer Ägyptenreise mitgebracht. 1904 kam die erste TET-Packung mit Leibniz-Cakes für 30 Pfennig auf den Markt. Ein besonderes Element der Werbung bildeten die künstlerischen Reklamemarken, die von Bahlsen in den Jahren 1912 bis 1914 herausgegeben wurden. Die Reklamemarken waren beliebte Sammelobjekte. Hauptperson und Erzähler der Bildergeschichte auf den Marken ist ein geflügelter Putto. Die Marken dieser Serie zeigen die erforderlichen Zutaten, den Herstellungs- und Verpackungsprozess und die weltweite Verbreitung des Produkts. Die Reklamemarken wurden den Kunden gegen Einsendung von Gutscheinen, die den Kekspackungen beigefügt waren, zugeschickt. Während des Ersten Weltkriegs gab Bahlsen insgesamt 64 Feldpostkarten heraus.

Darstellungen von Reklamemarken 1912-1914

1912 wurde die Firma in H. Bahlsens Keksfabrik umbenannt. In den Jahren 1916 und 1917 ließ Bahlsen Pläne für eine Retortenstadt unter der Bezeichnung TET-Stadt in Hannover entwickeln, die nicht verwirklicht wurde. Am 6. November 1919 starb Hermann Bahlsen, und Hans Bahlsen übernahm das Unternehmen. Zum ersten Mal nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Leibniz-Kekse wieder nach dem Original-Rezept produziert. Die Zeit des Nationalsozialismus ging für das Unternehmen mit wirtschaftlichem Erfolg einher. Vor allem die 1933 eingeführte Express-Blechdose mit einem Pfund Gebäck für eine Reichsmark wurde zum Verkaufsschlager. 1935 brachte Bahlsen die Salzlette neu auf den Markt. Die Salzstange gab es bis dahin nur in den USA. 1935 plante das Unternehmen, ein Foto von Adolf Hitler mit einer TET-Kekspackung auf Werbepostkarten zu nutzen. Infolge der Rohstoffknappheit wegen des Zweiten Weltkrieges wurde das Sortiment auf elf Artikel reduziert. Ab 1940 mussten mindestens 200 Zwangsarbeiter arbeiten. Nach Bekanntgabe der neuen Forschungsergebnisse räumte die Bahlsen-Familie Versäumnisse im Umgang mit der NS-Zeit ein. Die Studie von Hartmut Berghoff und Manfred Grieger wurde 2024 veröffentlicht.

Bahlsen-Nachkriegsproduktion und NS-Zeit Diskussion

1945 liefen wieder Kekse vom Band. 1963 wurde der Hersteller Feurich-Keks aus München übernommen. Im selben Jahr führte Bahlsen Erdnussflips auf dem deutschen Markt ein. Seit 1964 kooperierte Bahlsen mit der Flessner KG, die seit 1951 die erste automatische Produktionsanlage für Kartoffelchips in Europa betrieb. 1966 übernahm Bahlsen die Kuchenfabrik Brokat in Oldenburg, die 1991 an einen amerikanischen Konzern verkauft wurde. Von 1971 bis 1976 war der spätere niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht Geschäftsführer. In dieser Zeit entwickelte sich Bahlsen zum internationalen Unternehmen. 1980 wurde die Austin Quality Foods Company in Cary (North Carolina) übernommen und damit die Produktion in den USA aufgenommen. 1989 feierte man hundertjähriges Jubiläum mit einer „Auslese feinster schokolierter Keks und Waffeln“.

Bahlsen Global Presence Karte

Nach der Wiedervereinigung privatisierte die Treuhandanstalt viele ehemals volkseigene Betriebe. Bahlsen kaufte im sächsischen Radebeul die Dauerbackwaren GmbH, legte das Werk 1992/1993 aber still. 1991 kaufte Bahlsen zudem die Erste Thüringer Keksfabrik in Bad Liebenstein. 1993 fand eine Umstrukturierung statt; dabei wurde zwischen den zwei Unternehmensbereichen süß und snack unterschieden. Nochmals umbenannt wurde die Firma 1995 von Hermann Bahlsen Keksfabrik KG in Bahlsen KG. 1994 übernahm Bahlsen den französischen Keks- und Kuchenproduzenten St Michel, den man 2006 wieder veräußerte. 1999 teilte sich die Bahlsen KG nach familiären Problemen in drei Sparten: süß, salzig sowie Immobilien. 2002 entstand die Zwei-Marken-Strategie; neben dem bekannten Unternehmens-Logo wurden zwei neue Logos für Bahlsen und Leibniz entwickelt und eingeführt. 2005 wurde die Kuchenproduktion vom Standort Oldenburg nach Varel verlegt. 2013 geriet Bahlsen in die Schlagzeilen, nachdem unbekannte Diebe den goldenen Keks entwendet hatten. Seit 2014 veränderte Bahlsen mehrfach das Packaging und positionierte die Marke neu.

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Bahlsen Marken- und Verpackungsdesign Evolution

Im Januar 2013 erhielt Bahlsen internationale Aufmerksamkeit durch den Diebstahl des goldenen Kekses. Im Mai 2026 warb der Firmenchef Alexander Kühnen für vermehrtes Engagement von Unternehmen für die Demokratie. Dabei betonte er ausdrücklich, dass parteipolitische Positionen wie Remigration für seine Firma inakzeptabel seien. Für eine funktionierende Wirtschaft seien Fachkräfte, offener Handel in Europa und stabile Rahmenbedingungen wesentliche Voraussetzungen. Auf dem deutschen Keksmarkt ist Bahlsen bis heute die Nummer eins. Mit dazu beitragen dürfte die Geschäftsstrategie, die Ware in Outlets und im Fabrikverkauf deutlich vergünstigt auf den Markt zu bringen. Rund 2.500 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen weltweit.

Bahlsen globales Netzwerk und Outlet-Strategie

Wir stellen nicht nur Dinge her, die dich nähren. Sondern auch Dinge, die dir wirklich etwas geben. Die nahrhaften Dinge des Lebens. Und die, die glücklich machen - kleine Belohnungen und Leckereien. Wir sind da für jede Art von Familie. Und jede Art von Eltern. Für alle, die sich um Kinder kümmern und sie umsorgen. Wir suchen nach Wegen, die das Leben von Familien verbessern. Was auch immer für dich am besten passt. Wer auch immer du bist - so, wie du bist. WIE ALLES BEGANN. 1891 Der LEIBNIZ Cakes wurde geboren. Hermann Bahlsen kreiert unsere ersten Kekse: Einst wurden sie „LEIBNIZ-Cakes“ genannt - und sind heute als Butterkekse bekannt. Wie damals allgemein üblich bei Nahrungsmitteln, erhielten sie ihren Namen von einer bekannten Persönlichkeit: Sie wurden nach Hannovers prominentem Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz benannt.

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