Keramikglasur Matt: Eigenschaften, Anwendung und Besonderheiten
Mattglasuren erfreuen sich in der modernen Keramik großer Beliebtheit, sowohl bei Hobbykünstlern als auch in professionellen Werkstätten. Sie verleihen Keramikobjekten einen besonderen Charakter und heben sie von traditionellem, glänzend glasiertem Geschirr ab. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften von Mattglasuren, gibt Hinweise zur Anwendung und erklärt, worauf bei der Verwendung von Mattglasuren geachtet werden sollte.
Was sind Mattglasuren?
Mattglasuren sind keramische Glasuren, die nach dem Brand eine nicht-glänzende, stumpfe Oberfläche aufweisen. Im Gegensatz zu glänzenden Glasuren, die das Licht stark reflektieren, streuen Mattglasuren das Licht diffus. Dies verleiht den Objekten ein samtiges, oft natürlich wirkendes Aussehen.
Eigenschaften von Mattglasuren
- Oberflächenbeschaffenheit: Die Oberfläche von Mattglasuren ist oft etwas rauer als die von glänzenden Glasuren. Diese Textur kann haptisch interessant sein und die Griffigkeit verbessern.
- Farbwirkung: Farben wirken auf Mattglasuren oft dezenter und erdiger als auf glänzenden Glasuren. Das liegt daran, dass die matte Oberfläche das Licht absorbiert und weniger reflektiert.
- Empfindlichkeit: Mattglasuren können empfindlicher gegenüber Gebrauchsspuren sein als glänzende Glasuren. Dies gilt insbesondere für weiße und schwarze Mattglasuren.
- Reinigung: Aufgrund ihrer leicht rauen Oberfläche können Mattglasuren schwieriger zu reinigen sein als glänzende Glasuren.
- Chemische Beständigkeit: Einige Mattglasuren sind empfindlich gegenüber Säuren und Laugen.
Zusammensetzung und Inhaltsstoffe
Glasuren sind Gemenge aus Fritten, Rohstoffen, Farbkörpern, Oxiden und Specks. Die genaue Zusammensetzung von Mattglasuren ist komplex und variiert je nach gewünschter Farbe, Brenntemperatur und Effekt. Die giftigsten Rohstoffe, die in der Keramik zum Einsatz kommen, finden sich kaum mehr in handelsüblichen Glasuren: Blei, Barium, Cadmium und Nickel kommen nur noch eingeschränkt vor. Kupfer, Zink und Lithium können sich zwar auch aus einer Glasur lösen.
Anwendung von Mattglasuren
BOTZ Flüssigglasuren eignen sich vorrangig für den 2 - 3 maligen Pinselauftrag. Einige Farben benötigen dickeren oder dünneren Auftrag, achten Sie auf Tipps auf dem Dosenetikett. Sie können prinzipiell aber auch 20 - 30 % Wasser zufügen und tauchen oder spritzen. Details, wie z. B. Augen oder Ornamente, können auf die angetrocknete Glasur gemalt werden. Diese Farbe mit einem weichen Pinsel sehr dünn auftragen, da sie sonst milchig wird!
Vorbereitung
- Scherben: Mattglasuren können auf verschiedenen Scherbenarten verwendet werden, z. B. Steingut und Steinzeug. Wichtig ist, dass der Scherben sauber, fettfrei und staubfrei ist.
- Schrühbrand: Der Ton wird in einem ersten Brand "geschrüht", um ihn zu härten und zu entgasen, damit die Glasuren später blasenfrei ausschmelzen können. Dabei bleibt der Scherben porös, um die Glasur ansaugen zu können. Für BOTZ Glasuren wird ein Schrühbrand bei min. 1000°C mit 10 min Haltezeit (HZ) empfohlen.
- Glasur anrühren: Glasuren in Industrie und Handwerk sind vorwiegend pulverförmig, im Schul- und Hobbybereich empfehlen sich Flüssigglasuren. Glasur, die bereits flüssig angerührt und damit gebrauchsfertig ist, enthält einen Binder mit u.a. Stellmittel, Dispersionsmittel und geringe Mengen Konservierungsmittel, um die Glasur lange streichfähig und stabil zu halten.
Auftragen
- BOTZ Flüssigglasuren eignen sich vorrangig für den 2 - 3 maligen Pinselauftrag. Einige Farben benötigen dickeren oder dünneren Auftrag, achten Sie auf Tipps auf dem Dosenetikett. Sie können prinzipiell aber auch 20 - 30 % Wasser zufügen und tauchen oder spritzen.
- Techniken: Mattglasuren können mit verschiedenen Techniken aufgetragen werden, z. B. mit dem Pinsel, durch Tauchen oder Spritzen.
- Schichtstärke: Die Schichtstärke der Glasur ist entscheidend für das Ergebnis. Zu dünne Schichten können zu einem ungleichmäßigen oder fleckigen Erscheinungsbild führen, während zu dicke Schichten zu Läufern oder Blasenbildung führen können.
Brand
- Temperatur: Die Brenntemperatur richtet sich nach der Art der Glasur und des Scherbens. Es ist wichtig, die Herstellerangaben zu beachten.
- Ofenatmosphäre: Die Ofenatmosphäre (oxidierend oder reduzierend) kann die Farbe und das Aussehen der Glasur beeinflussen.
- Abkühlung: Die Abkühlgeschwindigkeit kann ebenfalls einen Einfluss auf das Ergebnis haben.
Brennhilfsmittel
Als Schutz vor abtropfender Glasur wird Trennmittel, eine Kaolinmischung, direkt auf die Ofenplatte gestrichen. BOTZ Trennmittel ist bereits fertig angerührt. sind hoch temperaturresistente Materialien in Form von Klötzchen oder Stützen als Abstandhalter der verschiedenen Ofenplatten oder als Trägerobjekte für Keramik wie z.B. Kachelständer oder Dreifüsschen.
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Worauf ist bei der Verwendung von Mattglasuren zu achten?
Empfindlichkeit gegenüber Gebrauchsspuren
Wie das Hotelporzellan auch, wird der Scherben bei dieser Güteklasse durch eine harte, transparente und glänzende Glasur geschützt. Im Gegensatz zum klassischen Porzellan mit seiner transparenten, glasartigen Glasur sind Geschirre mit Mattglasuren in der Regel erheblich empfindlicher. Die Oberflächenhärte einer Mattglasur unterliegt einer weitaus höheren Sensibilität gegen Schneidspuren und Abrieb. Deshalb sollten Geschirre mit gewöhnlichen Mattglasuren einer besonders vorsichtigen Behandlung unterliegen. Sie eignen sich nicht für alle Arten von Speisen, bei deren Einnahme das Geschirr einem hohen mechanischem Druck ausgesetzt werden. Weiße Mattglasuren neigen dazu, gerade bei Trinkbechern und Tassen, die Öle aus Teein und Koffein aufzunehmen und bei langfristigem Gebrauch ihre Farbe zu verändern. Ebenfalls können Basilikum-reiche Dressings, Senfsaucen und Essigsaucen die Farbe einer weißen Mattglasur schnell angreifen. Schwarze Mattglasuren verhalten sich bei der Reflektion von Kratzern und Schneidspuren wie ein Spiegel und verstärken die Wahrnehmung selbst kleinster mechanischer Einwirkungen wie durch ein Vergrößerungsglas.
Reinigung
Aufgrund ihrer leicht rauen Oberfläche können Mattglasuren schwieriger zu reinigen sein als glänzende Glasuren. Es empfiehlt sich, milde Reinigungsmittel und weiche Schwämme zu verwenden. Scheuermittel und aggressive Reiniger sollten vermieden werden, da sie die Oberfläche beschädigen können.
Lebensmitteleignung
Nicht alle Mattglasuren sind für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Es ist wichtig, auf die Herstellerangaben zu achten und nur Glasuren zu verwenden, die als lebensmittelecht gekennzeichnet sind. Sind sie deshalb gesundheitsschädlich? Nicht unbedingt. Wenn sie keine toxischen Rohstoffe enthalten, können sie diese auch nicht abgeben. Und noch nie ist jemand daran gestorben, dass er von einem hässlichen Teller gegessen hat. Solange du dein Geschirr niemandem verkaufst und nur selber davon isst, steht es dir frei, diese Glasuren zu verwenden. Du kannst das Risiko übrigens erheblich verringern, indem du keine Nahrung in den Schalen und auf den Tellern aufbewahrst. Es dauert nämlich, bis die Säuren in deiner Salatsoße das Kupfer aus der Glasur gelöst haben.
Gesundheitliche Aspekte
Die giftigsten Rohstoffe, die in der Keramik zum Einsatz kommen, finden sich kaum mehr in handelsüblichen Glasuren: Blei, Barium, Cadmium und Nickel kommen nur noch eingeschränkt vor. Kupfer, Zink und Lithium können sich zwar auch aus einer Glasur lösen, es ist aber schwer, so viel davon aufzunehmen, dass man sich gesundheitlich schädigt und jedes Land hat ganz andere Richtwerte für diese Stoffe.
Glasuren für verschiedene Brennbereiche
- Steingut: Glasur im Steingutbereich von ca. 1020 - 1100°C soll den Scherben z.T. abdichten, hat aber hauptsächlich dekorierende Funktion. Steingutglasuren sind deutlich farbiger und effektreicher als Steinzeugglasuren, gehen aber eine nicht so feste Verbindung mit dem Ton ein. BOTZ Flüssigglasuren haften auch auf höher geschrühtem Steingut.
- Steinzeug: Steinzeug als Teilbereich in der Keramik meint dicht gesinterte Objekte im Brennbereich von ca. 1200 - 1300°C. BOTZ Steinzeugglasuren eignen sich sehr gut für die Herstellung von Eß- und Trinkgeschirr.
Glasurfehler vermeiden
- Rohstoff für Manganoxid, wird in schwarzen Tonen verwendet. Dadurch kommt es häufig zur Bläschenbildung von Glasuren auf schwarzen Tonen. Bläschen werden verringert bei höherer Schrühtemperatur. Heute gibt es schwarze Tone mit Manganspinell als Ersatz für Braunstein, auf denen die Glasuren nahezu blasenfrei ausschmelzen.
- Der Ausdehnungskoeffizient beschreibt das Ausdehnungsverhalten einer Masse oder einer Glasur und ihr Zusammenziehen beim Abkühlen in der letzten Brandphase. Abgekürzt als AK oder auch als WAK = Wärmeausdehnungskoeffizient angegeben. Hohe AK - Werte bedeuten eine große Volumenveränderung. BOTZ Produkte haben unterschiedliche, aber durchschnittliche WAK - Werte.
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