Sind in Keksen Vitamine enthalten und wie gesund sind sie?
Zur (Vor-)Weihnachtszeit beginnt die Zeit für beschauliches Entspannen und Genießen - und dazu gehören weihnachtliches Gebäck und ein aufwendig zubereitetes Festessen definitiv dazu. Die Winterzeit und speziell Weihnachten sind untrennbar mit süßen Naschereien verbunden: Spekulatius, Lebkuchen und Co. passen einfach viel zu gut zu einer schönen Tasse Tee im warmen Zuhause, geben Energie an sonnenarmen Tagen und sorgen für gute Laune.
Plätzchen haben es in sich: Mit Weißmehl, Fett und Zucker setzen sie sich aus Zutaten zusammen, die in erster Linie Kalorien liefern und den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben. Wenn man ehrlich ist, läppern sich die kleinen süßen Sünden irgendwann und tragen längerfristig nicht unbedingt zu unserem Wohlbefinden bei. Damit Sie die Leckereien nicht mit in das neue Jahr nehmen, lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.
Herkömmliche Kekse: Kalorienreich, aber vitaminarm
Mehr als die Hälfte der Kekse besteht komplett aus Weißmehl. Weißmehl verliert oft seine Nährstoffe und Ballaststoffe durch starke Verarbeitung. Denn sie bestehen aus isolierten und konzentrierten Kohlenhydraten, denen der Großteil der wertvollen Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe entzogen wurde. Die einfachen Kohlenhydrate werden im Körper dann sehr schnell zu reinem Zucker umgewandelt, was hohe Mengen an Insulin freisetzt und zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels führt.
Bei Bonbons gibt es kein gesünder - sie bleiben eine zuckrige Süßigkeit. Traubenzucker ist nicht besser als herkömmlicher Zucker und macht zudem nur ein Neuntel des Gesamtzuckers im Produkt aus. Fruchtsaftkonzentrat ist gerade einmal zu 1,3 Prozent in Bonbons enthalten.
„Vitamin-Kekse“ und Vitamingummibärchen: Was steckt dahinter?
Vitaminzusätze in Lebensmitteln sind meist nur ein plumper Verkaufstrick. Besonders Hersteller von Süßwaren und Fertigkost wollen ihre Produkte mithilfe künstlicher Vitamincocktails „gesundwerben“, kritisierte die Verbraucherorganisation foodwatch. Mit der werblichen Auslobung von Vitaminzusätzen setzen Hersteller einen Kaufanreiz, der offenbar vor allem Eltern suggerieren soll, sie könnten ihren Kindern etwas zu Naschen geben und gleichzeitig etwas Gutes tun.
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Besonders der Hersteller Storck setzt bei seinen Bonbons Nimm2 auf diese Masche: Er wirbt mit „wertvollen Vitaminen“, die in Wahrheit völlig überflüssig sind. „Die Masche funktioniert seit fast 50 Jahren - damit ist Nimm2 vielleicht der längste Etikettenschwindel der Welt“, sagt Anne Markwardt von foodwatch. Gegenüber foodwatch hat Storck schriftlich erklärt, dass die Vitaminanreicherung der Bonbons „nicht auf einem wie auch immer gearteten ernährungsphysiologischen Konzept“ beruhe.
Vitamingummibärchen sind verlockend süß, kunterbunt und versprechen eine Extraportion gesunder Inhaltsstoffe. Laut Herstellern enthalten sie so viele Mikronährstoffe, dass mit ihnen der Tagesbedarf von Vier- bis Siebenjährigen bis zu über 100 Prozent gedeckt werden kann - je nach enthaltenem Vitamin schon oft mit nur vier Bärchen. Die meisten der in Drogerien verkauften Vitamingummibärchen beinhalten vor allem die Vitamine C, E, B6 und B12 sowie Thiamin, Riboflavin und Niacin. Darüber hinaus zählen Gummibärchen nach wie vor zu Süßigkeiten.
Kinder und Erwachsene können ihren Vitaminbedarf in der Regel problemlos über eine ausgewogene Ernährung decken. Viele solcher Angaben in Werbespots und -anzeigen sind wissenschaftlich nicht belegt. Die Health-Claims-Verordnung (HCVO) ist ein wichtiger EU-Beschluss, der Verbraucher vor irreführenden oder falschen Aussagen zu vermeintlich gesunden Lebensmitteln schützen soll. In der Regel ist lediglich bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel eine Ergänzung unter ärztlicher Aufsicht sinnvoll.
Wann liefern Kekse sinnvoll Vitamine?
Sie bestehen vor allem aus Nüssen, Mandeln und Kokosprodukten. Mit ihren ungesättigten Fettsäuren wirken sich Nüsse und Mandeln positiv auf die Gesundheit aus. Sie weisen antioxidatives Vitamin E, Calcium und Magnesium auf. Als gesundheitlich vorteilhaft erweisen sich außerdem Kokosflocken, Kokosmehl und Kokosöl.
Vollwertiges Gebäck darf auch süß sein, die Zutaten, die zum Süßen verwendet werden enthalten jedoch wichtige Inhaltsstoffe und haben vor allem einen niedrigen glykämischen Index. Vollwertige Zutaten enthalten Vitamine, Mineralstoffe und wichtige Spurenelemente, die unser Immunsystem stärken und natürlich unsere Verdauung unterstützen, uns also fitter und leistungsfähiger machen.
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Mehl, Zucker, Fett: Besser wählen, besser backen
- Wenn du deine Lieblingskuchen, -gebäcke und -süßigkeiten etwas gesünder machen möchtest, dann tausch einfach das herkömmliche Weißmehl gegen Vollkornmehl aus.
- Vollkornmehl hingegen ist vollgepackt mit Nährstoffen und Ballaststoffen. Es enthält alle Teile des Weizens, einschließlich Keim und Kleie. Das bedeutet, dass wichtige Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe enthalten sind.
- Es gibt viele weitere Alternativen zu herkömmlichem Mehl (meist mit Type 405 gekennzeichnet), die du testen kannst. Sojamehl, Kokosmehl und Leinsamenmehl sind nur einige Beispiele.
- Natürliche Süßstoffe erfüllen denselben Zweck, ohne den Blutzuckerspiegel so stark zu beeinflussen. Xylit ähnelt herkömmlichem Zucker extrem. Erythrit hat nahezu keine Kalorien und Kohlenhydrate. Stevia wird aus einer Pflanze gewonnen.
- Einige Fette sind gut für dich und können sogar helfen, Gewicht zu verlieren. Dabei spricht man von ungesättigten Fettsäuren. Avocado: Ersetze Butter oder Öl in Rezepten durch pürierte Avocado.
Backen ist eine gesündere Alternative zum Frittieren, da es weniger Öl erfordert. Um gesünder zu backen, verzichte auf das Frittieren oder nutze eine Heißluftfritteuse.
Kinderkekse: gesund beworben, selten vollwertig
Die Verbraucherschützer haben die Zutatenlisten von 33 Kinderkeksen aus Supermärkten, Bioläden und Drogerien ausgewertet. Was den Verbraucherschützern ebenfalls auffiel: Die Kinderkekse tun oft gesünder als sie sind, werben mit Aussagen, die wenig über den tatsächlichen Nährwert aussagen. Steht auf der Verpackung „Mehrkorn“, heißt das nicht, dass das Produkt Vollkornmehl enthält. Auch wenn der Hersteller auf Dinkel setzt, heißt das nicht automatisch, dass der Keks gesünder ist als die Weizen-Variante.
Wer seinen Kindern gesunde Kekse geben möchte, sollte auf Vollkorn achten. Das volle Korn liefert mehr Ballaststoffe, die für längere Sättigung und eine bessere Verdauung sorgen. Und: „Der frühe Kontakt mit Vollkorn kann den Geschmackssinn positiv prägen und langfristig gesunde Essgewohnheiten fördern“, so Jutta Saumweber, Leiterin des Referats Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bayern. Man kann erst mal ein Produkt anbieten, das eine Mischung aus Weißmehl und Vollkornmehl enthält.
Vitamine in und rund um Gebäck: was wirklich zählt
Mit einer ausgewogenen Ernährung ist der Körper in der Regel gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Dennoch kann eine gezielte Nahrungsergänzung in bestimmten Lebensphasen sinnvoll sein. Dazu zählen Schwangerschaft und Stillzeit, aber auch ein höheres Alter. Einseitige Ernährungsweisen können ebenfalls dazu führen, dass die Versorgung mit einzelnen Nährstoffen nicht ausreichend ist.
Vitamin E kommt in pflanzlichen Ölen, Vollkornprodukten und Nüssen vor. Viele Kekse mit Nüssen und Mandeln liefern daher etwas Vitamin E und Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium aus den Nüssen. Vitamin C unterstützt das Immunsystem und fördert die Wundheilung - es steckt in Zitrusfrüchten, Paprika und Petersilie, aber nicht nennenswert in klassischem Keksteig.
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| Keks-Zutat | Möglicher Mikronährstoff | Bemerkung |
|---|---|---|
| Nüsse, Mandeln | Vitamin E, Magnesium, Calcium | Ungesättigte Fettsäuren wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. |
| Kokosflocken/-mehl/-öl | Fette, geringe Mikronährstoffmengen | Als gesundheitlich vorteilhaft beschrieben; antimikrobielle Wirkung wird Kokosöl zugeschrieben. |
| Vollkornmehl | B-Vitamine, Ballaststoffe | Vollkorn ist nährstoffreicher als Weißmehl. |
| Zucker/Weißmehl | - | Kalorien liefern, Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, kaum Vitamine. |
Gesunde Festküche als Kontext
Neben den süßen Verführungen können Sie selbst das Weihnachtsessen mit den richtigen Zutaten gesund und lecker zubereiten. Wichtiger Bestandteil ist winterliches Gemüse wie Rotkohl, Kohlrabi, Grünkohl, Pastinake, Schwarzwurzel, Möhren, Rote Beete, Topinambur, Chicorée oder Lauch. Der süßlich schmeckende Grünkohl wirkt sich besonders vorteilhaft auf die Gesundheit aus: Er ist reich an Vitamin C, wertvollen Ballaststoffen und Mineralstoffen wie Kalzium, Kalium, Eisen und Magnesium.
Neben der Menge kommt es in erster Linie auf die Art der verwendeten Fette an. Gesunde, natürliche Fette und Öle gehen auf einen pflanzlichen Ursprung zurück. Hochwertiges Kokosöl, Olivenöl oder Leinöl senken etwa den Cholesterin-Spiegel. Schlechte, ungesunde Fette wirken sich negativ auf den Körper und die Blutfettwerte Cholesterin und Triglycerid aus.
Kekse mit Mehrwert: Beispiele und Zutaten-Ideen
Leckere und gesunde Plätzchen, die unser Immunsystem stärken und natürlich trotzdem toll schmecken … Und das geht! Bei vollwertigem Gebäck werden nährstoffarme durch nährstoffreiche, natürliche Zutaten ausgetauscht, also beispielsweise Weißmehl durch Vollkornmehl oder gemahlene Nüsse. Die Zutaten, die zum Süßen verwendet werden enthalten wichtige Inhaltsstoffe und haben vor allem einen niedrigen glykämischen Index.
- Jede Menge Vitamin C steckt beispielsweise in Zitrusfrüchten. Es wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und hilft Erkältungen vorzubeugen.
- Der hohe Eisengehalt von Nüssen hingegen unterstützt die natürliche Blutbildung.
- Einige Zutaten haben außerdem eine antimikrobielle Wirkung wie Kokosöl oder Ingwer.
Ingwer schälen und fein reiben. Das Kokosöl mit Honig und Ei verrühren. Mehl, Mandeln und Gewürze zugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Backofen auf 170 Grad Celsius vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die ausgestochenen Bäumchen darauf verteilen. Die Kekse 12-15 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, bei 170 Grad.
Kinder, Kekse und Vitamine: praktische Tipps
Kleine Krümelmonster: Kinder lieben Kekse. Eltern kennen das: Die Lieblings-Tierkekse retten manchmal die Stimmung des Nachwuchses. Kinder brauchen eine klare Trennung zwischen Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln. Je bunter und abwechslungsreicher, desto gesünder.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt - am besten Wasser und andere zuckerfreie Getränke.
- Setzen Sie auf reichlich pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Getreideprodukte sowie Kartoffeln.
- Gehen Sie sorgsam mit Salz, Zucker, Süßigkeiten, Snackprodukten und fettreicher Kost um.
Wer seinen Kindern gesunde Kekse geben möchte, sollte auf Vollkorn achten. Geduld kann weiterhelfen. Man kann erst mal ein Produkt anbieten, das eine Mischung aus Weißmehl und Vollkornmehl enthält.
Nahrungsergänzung vs. Alltag: Braucht es vitaminisierte Kekse?
Mit einer ausgewogenen Ernährung ist der Körper in der Regel gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Eine Ergänzung durch Nährstoffpräparate sollte nur nach vorheriger Abklärung mit dem Arzt durchgeführt werden. In der Regel ist lediglich bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel ist eine Ergänzung unter ärztlicher Aufsicht sinnvoll.
Vegane Ernährung bei Kindern: Da Vitamin B12 fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, ist eine Nahrungsergänzung mit dem lebensnotwendigen Vitamin unersetzlich. Aus diesem Grund rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) von einer veganen Ernährung für Kinder, Schwangere und Stillende ab. Wer sich trotzdem vegan ernähren möchte, dem empfiehlt die DGE die dauerhafte Einnahme eines Vitamin B12-Präparats.
Was Kekse nicht leisten können - und was sie können
Nur wenige Lebensmittel, wie fettreicher Fisch und Eigelb, enthalten nennenswerte Mengen Vitamin D. Vitamin C unterstützen Obst und Gemüse - nicht der klassische Keks. Vitamin E in Nüssen, Mandeln und pflanzlichen Ölen kann in nussreichem Gebäck einen kleinen Beitrag leisten. Kinder und Erwachsene können ihren Vitaminbedarf in der Regel problemlos über eine ausgewogene Ernährung decken.
Gesund Backen kann genauso lecker sein wie traditionelles Backen, wenn nicht sogar noch mehr. Die kleinen Änderungen in deinen Rezepten können einen großen Unterschied für deine Gesundheit machen.
FAQ: Sind in Keksen Vitamine enthalten und wie gesund sind sie?
- Enthalten Standardkekse Vitamine? Plätzchen aus Weißmehl, Fett und Zucker liefern vor allem Kalorien und treiben den Blutzuckerspiegel in die Höhe - nennenswerte Vitamine sind kaum enthalten.
- Sind vitaminisierte Süßigkeiten sinnvoll? Vitaminzusätze in Lebensmitteln sind meist nur ein plumper Verkaufstrick. Sie ändern nichts daran, dass es sich um Süßigkeiten handelt.
- Welche Kekse liefern mehr Mikronährstoffe? Gebäck mit Vollkorn, Nüssen, Mandeln und Kokosprodukten kann Vitamin E, Mineralstoffe und Ballaststoffe beitragen.
- Wie mache ich Kekse „gesünder“? Weißmehl durch Vollkorn oder Nussmehle ersetzen, Zucker durch geeignetere Alternativen reduzieren und pflanzliche Fette verwenden.
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