Katzenfutter ohne Zucker und Getreide im Stiftung Warentest: Ausführlicher Testbericht und Hintergrundwissen

Katzen gelten als wählerisch, und das zeigt sich besonders beim Futter. Was gestern noch mit großem Appetit gefressen wurde, kann heute schon verschmäht im Napf liegen. Umso wichtiger ist nicht nur Abwechslung, sondern vor allem eine ausgewogene Ernährung, die den Bedürfnissen der Tiere gerecht wird. Gerade bei der riesigen Auswahl an Katzenfutter spielt die Qualität der Zutaten und eine reelle Nährstoffzusammensetzung eine entscheidende Rolle - insbesondere, wenn es um Futter ohne Zucker und Getreide geht. Stiftung Warentest und ÖKO-Test haben sich den aktuellen Markt genau angesehen und umfangreiche Analysen verschiedener Trocken- und Nassfutter-Produkte veröffentlicht.

Katze vor verschiedenen Futternäpfen - Illustration der Auswahl beim Katzenfutter

Was Stiftung Warentest und ÖKO-Test untersucht haben

Die Verbraucherschützer von ÖKO-Test haben sich zuletzt im März 2023 einige Nassfutter-Produkte für Katzen angeschaut und sie im Labor gründlich geprüft. Für Trockenfutter-liebende Miezen gibt es auch einen Test: Hier hat die Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe 5/2023 einige Trockenfutter-Produkte auf den Prüfstand genommen. In der „test“ Ausgabe 5/2024 widmen sie sich Nassfutter für Katzen. Auch die Preissteigerungen im Bereich Katzen-Nassfutter wurden untersucht.

Getestet wurden als Alleinfuttermittel deklarierte Produkte. „Stiftung Warentest“ überprüfte auch, ob diese Versprechen der verschiedenen Katzen-Nassfutter auch eingehalten werden können. Bei einigen fanden sie falsche Nährstoffzusammensetzungen, die bei dauernder Fütterung zu Mangelerscheinungen bei den Tieren führen könnten. Da alle Futter im Test als Alleinfutter deklariert seien, prüfte „Stiftung Warentest“, wie gut sie Katzen tatsächlich langfristig optimal versorgen.

Schwerpunkte der Analyse

  • Nährstoffgehalt: Das wichtigste Kriterium war die „ernährungsphysiologische Qualität“ - also ob das Futter tatsächlich alle essentiellen Nährstoffe in der richtigen Menge bietet.
  • Schadstoffprüfung: Untersucht wurde auch, ob Schwermetalle oder Rückstände im Futter enthalten sind.
  • Werbeaussagen: Deklarationen wie „ohne Zucker“ oder „getreidefrei“ wurden laboranalytisch geprüft.
  • Verpackung und Nachhaltigkeit: Auch die Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit der Verpackungen floss in die Bewertung ein.
Schema Nährstoffanalyse Katzenfutter (Laboruntersuchung, Nährstoffkreislauf)

Katzenfutter ohne Zucker und Getreide: Was sagen die Testergebnisse?

Für Trockenfutter gab es im Test 2023 gute Neuigkeiten: Im aktuellen Test fanden wir in wenigen Futtern Zucker, aber in unproblematischen Gehalten. Katzen animiert das nicht zum Fressen, sie können Zucker nicht schme­cken. Viele bekannte Marken setzten ohnehin auf zuckerfreie Sorten; ebenso trendig ist mittlerweile „getreidefrei“.

Bei Nassfutter war die Lage differenzierter: Die Tester überprüften zudem, ob Aussagen wie „ohne Getreide“ oder „ohne Zucker­zusatz“ stimmen, wie sie im Test angeben. Besonders Zucker können die Tiere nicht einmal schmecken, denn ihnen fehlt der Rezeptor für die Geschmacksrichtung „süß“. Trotzdem wird Zucker vor allem Leckerlis zur Farbstabilisierung zugefügt - mehr als 0,5 % sind das aber selten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich also für Katzenfutter ohne Zucker entscheiden.

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Kennzeichnung

Beispiele aus dem Test: Testsieger und Preissieger

Platz Produkt Sortenbezeichnung Preis (pro Portion) Besonderheiten
1 Whiskas Nassfutter Mit Geflügel in Sauce 0,93 € Sehr gute Nährstoffzusammensetzung, ohne Zucker*
2 Gut & Günstig Hello my cat (Edeka) Schlemmerhappen mit Huhn 0,73 € Ohne Getreide und Zuckerzusatz beworben
3 Coshida (Lidl) Schlemmerhappen mit Rind & Leber in Sauce 0,37 € Ohne deklarierte Zusätze, günstiger Preis

Das teuerste Produkt im Test, Bio-Paté für Adult Katzen von Edgard Cooper, kostet pro Tagesration 4,10 Euro. Und trotzdem schneidet das Bio-Produkt nur mit einer 3,0 ab. Zu hoch seien Kalzium, Phosphor und der Vitamin-A-Gehalt dosiert.

Durchgefallene Produkte: Mangelhafte Zusammensetzung trotz Verzicht auf Getreide oder Zucker

  • Benevo Complete Food (vegan): Jodgehalt zu gering, zudem Probleme beim Kalzium-Phosphor-Verhältnis.
  • Miamor Pastete mit Fasan: Fasan nicht nachweisbar, Nährstoffmängel bei B1, Jod und Proteinen.
  • Strayz Huhn und Zucchini: Viel Fett, Nährstoffzusammensetzung mangelhaft, trotz hohem Preis.

Der dauerhafte Verzehr insbesondere der letzten drei Sorten könne gesundheitliche Folgen wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion haben, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Futtermittel von Benevo, sowie Miamor und Strayz sogar „mangelhaft“.

Labortest Katzenfutter: Wie wird auf "ohne Zucker" und Nährstoffe geprüft?

Empfehlenswerte Trocken- und Nassfutter ohne Zucker und Getreide

Ökotest hat in ihrer Ausgabe 3/2023 insgesamt 21 Nassfutter-Produkte für Katzen unter die Lupe genommen. Neben 15 konventionellen Nassfutter-Produkten haben die Verbraucherschützer auch sechs Bio-Feuchtfuttermittel getestet. Das Defu Bio Katzenfutter Pâté Lamm "Sensitive" steht im aktuellen Test von Ökotest mit der Gesamtnote "sehr gut" zusammen mit zwei weiteren Produkten auf dem Siegertreppchen der Bio-Katzenfutter.

Das Wildes Land Adult Bio Ente & Pute mit Cranberries & Lachsöl wurde von den Verbraucherschützern aufgrund seiner guten Werte ebenfalls zum Testsieger gekürt. Es besitzt laut Analyse alle notwendigen Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren, die die Katze benötigt. Der Schadstoffgehalt ist, wie bei allen getesteten Bio-Nassfutter-Produkten, verschwindend gering. Außerdem fanden die Prüfer keinen schädlichen Rezyklatanteil in der Kunststoffverpackung.

Als dritter und letzter Testsieger erweist sich die ZooRoyal Bio Pastete. Sie bietet nicht nur im Vergleich zu den anderen Bio-Nassfutter-Produkten, sondern auch zum ebenfalls getesteten konventionellem Feuchtfutter ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Bei Trockenfutter schnitt das Attica Marken-Discount Knuspermenü mit Rind von Netto sehr günstig und nährstoffreich ab - laut Hersteller ohne Zusatz von Zucker & Konservierungsmitteln. Das Real Nature Wilderness Ranger's Forest Adult verzichtet laut Hersteller auf Zucker, Getreide und Zusatzstoffe - aber enthält stattdessen viel Fleisch und Kartoffelflocken. Das Katzentrockenfutter Müller’s Naturhof Getreidefrei* verspricht eine naturnahe Rezeptur mit wertvollen Proteinen für Ihre Katze. Wer es ganz natürlich mag, kann das hochwertige Trockenfutter Hamra von Wildcat Adult* wählen.

Infografik zu verschiedenen Katzenfutter-Arten: Nassfutter vs. Trockenfutter vs. Bio

Wie erkenne ich gutes Katzenfutter ohne Zucker und Getreide?

  • Zutatenliste: Achten Sie auf hochwertige Zutaten, wobei Fleisch an erster Stelle stehen sollte. Vermeiden Sie Futter mit vielen Füllstoffen wie Getreide oder künstlichen Zusatzstoffen. Fleisch sollte die Basis bilden, ein hoher Anteil ist wünschenswert.
  • Keine künstlichen Aroma- oder Konservierungsstoffe: Ein gutes Zeichen für hochwertige Qualität!
  • Gut deklariert: Die besten Futtermittel zeigen eine transparente Deklaration aller Inhaltsstoffe mit genauen Mengen.
  • Nährstoffgehalt: Alle lebenswichtigen Nährstoffe sollten enthalten sein. Ein gutes Futter sollte ausreichend Jod und Zink enthalten - das ist förderlich für die Schilddrüse sowie Fell, Haut und Immunsystem. Vorsicht vor zu viel Phosphor.
  • Lebensphase: Wählen Sie Futter, das dem Alter und den speziellen Bedürfnissen Ihrer Katze entspricht (Kitten, Adult, Senior).
  • Gesundheitszustand beachten: Berücksichtigen Sie Allergien, Nierenerkrankungen oder Übergewicht bei der Futterwahl.
Checkliste: Auf was bei Katzenfutter achten? (Zutaten, Getreidefreiheit, Zuckerfreiheit…)

Wissenswertes über Zucker und Getreide im Katzenfutter

Katzen können Zucker nicht schmecken: Sie sind nicht in der Lage, süßen Geschmack wahrzunehmen. Dennoch findet man in vielen Leckerlis Zucker, da karamellisierter Zucker der Soße eine braune, schmackhaftere Farbe verleiht. Aber auch diese Menge an Zucker ist für Katzen in der Regel nicht schädlich. Zucker ist im Katzenfutter also meist nicht so gefährlich, wie es die meisten vermuten.

Wer sich gesund ernähren will, der verzichtet auf Zucker. Denn Zucker macht dick und fördert beispielsweise das Diabetes-Risiko. Deswegen schlussfolgern viele Katzenhalter: Das gilt auch für die Katze. Zu viel Zucker kann bei der Katze Verdauungsprobleme auslösen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich also für Katzenfutter ohne Zucker entscheiden.

Beim Getreide streitet die Fachwelt: Während die einen dafür plädieren, dass Getreide gar nichts in Katzenfutter zu suchen hat, sagen die anderen, dass es im Futter kein Problem darstellt. Es liefert dem Stubentiger Ballaststoffe und fördert somit die Verdauung. Der Getreide-Anteil sollte allerdings nicht überwiegen. Achten Sie darauf, dass sich kein Zucker im Nass- oder Trockenfutter befindet.

Spezielle Futter: Vegan, vegetarisch oder Bio - was ist sinnvoll?

Im Test der Verbraucherschützer kam veganes Futter nicht gut weg. Das lag vor allem am zu geringen Nährstoffgehalt. Einzig unter den Trockenfutterprodukten fand sich ein pflanzliches Futter, das die Katze mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Allerdings war hier der Selengehalt etwas zu niedrig und auch das Verhältnis von Phosphor zu Kalzium stimmte nicht. Zu viel Phosphor kann bei Katzen auf Dauer zu Nierenerkrankungen führen.

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Im Gegensatz zu Hunden, die Allesfresser sind, sind Katzen reine Fleischfresser. Der Verdauungstrakt der Katze ist auf die Verarbeitung von tierischem Eiweiß spezialisiert. Daher können Hunde durchaus vegetarisch oder rein pflanzlich ernährt werden, während dies bei Katzen nicht artgerecht ist.

Schaubild: Unterschied Verdauungstrakt Katze (Fleischfresser) vs. Hund (Allesfresser)

Preisübersicht und Spartipps beim Katzenfutter

  • Die Kosten für Katzenfutter variieren je nach Art, Marke und Qualität.
  • Trockenfutter ist in der Regel günstiger als Nassfutter.
  • Günstige Trockenfutter-Marken gibt es bereits ab etwa 2 Euro pro Kilogramm, während Mittelklasse-Marken in der Regel zwischen 5 bis 8 Euro pro Kilogramm kosten. Für Premium-Marken müssen Sie mit Kosten ab 10 Euro pro Kilogramm rechnen.
  • Möglichst Großpackungen kaufen, um beim Kilopreis zu sparen.

Mit dem güns­tigsten sehr guten Futter sind es nur 135 Euro (Nassfutter, Jahresbedarf für eine Katze). Testsieger-Trockenfutter gibt es für nur 7 Cent am Tag.

Tabelle: Vergleich Kosten Katzenfutter pro Jahr (Nass, Trocken, Bio, Marken, Discounter)

Verpackung und Nachhaltigkeit bei Katzenfutter

Stiftung Warentest analysierte auch die Recyclingfähigkeit verschiedener Verpackungsmaterialien. Nassfutter ist in der Regel entweder in Weißblechdosen, Aluminiumschalen und -dosen oder in Kunststoffbeuteln erhältlich. Laut den Verbraucherschützer lassen sich Weißblechdosen am besten recyceln. Ihr Recycling-Anteil liegt bei stolzen 90 Prozent. Am schlechtesten seien die Beutel/Pouches wiederzuverwerten: Nur die dünne Metallschicht im Plastikverbund kann recyclet werden.

Punktabzüge gab es laut Stiftung Warentest auch für Katzen-Nassfutter in wenig nachhaltiger Verpackung. „Test“ rät daher, wenn möglich, zu einer Dose oder Schale zu greifen. Auf Beutel sollte man lieber ganz verzichten.

Vergleich Infografik: Recyclingfähigkeit Verpackungen (Dose, Schale, Beutel)

FAQ und Praxistipps

Worauf beim Kauf achten?

  • Transparente, vollständige Zutatenlisten.
  • Keine deklarationslosen Füllstoffe und klare Angabe von Fleischsorten und -mengen.
  • Hinweis „ohne Zucker“ und „getreidefrei“ wird immer häufiger eingesetzt, genaue Laborprüfung unerlässlich.

Kombination von Nass- und Trockenfutter?

  • Viele Tierärzte empfehlen, dem Stubentiger eine Kombination aus beidem zu geben.
  • Nassfutter versorgt mit Flüssigkeit, Trockenfutter ist praktisch und lange haltbar - immer ausreichend Trinkwasser bereitstellen!

Abwechslung & Futterakzeptanz

Einige Katzen sind richtige Feinschmecker und fressen daher nicht alles, was ihnen in den Napf kommt. Abwechslung im Speiseplan ist gesund. Kaufen Sie einfach mal eine andere Sorte und wechseln Sie nach einiger Zeit wieder.

Praxistest: Katze probiert verschiedene getreide- und zuckerfreie Futter

Empfohlene Marken und Alternativen ohne Zucker

  • Ziwi Dried Cat Food: Ohne Getreide und Zucker, hoher Proteingehalt.
  • GranataPet Symphonie No. 1: 97 % Fleischanteil, frei von Getreide und Zucker.
  • Wildes Land Pouch Probierbox: Ohne Zusatz-, Konservierungs-, Lock- und Farbstoffe.
  • Bio-Kausticks von Yarrah*: 92 % Fleisch, frei von chemischen Zusatzstoffen und Zucker.
  • Wildes Land Sticks: 93 % Fleisch, besonders beliebt bei Katzen.

Zusammenfassung der Testergebnisse

Produkt Getreidefrei Ohne Zucker Testergebnis Bemerkung
Whiskas Nassfutter mit Geflügel in Sauce Ja Ja Sehr gut Testsieger (Stiftung Warentest)
Wildes Land Adult Bio Ente & Pute Ja Ja Testsieger (ÖKO-Test) Bio-Nassfutter
Coshida Schlemmerhappen (Lidl) Ja Unbekannt Sehr gut Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Benevo Complete Food (vegan) Ja Ja Mangelhaft Nährstoffmängel
Grafische Übersicht: Testsieger, Preissieger und durchgefallene Produkte Katzenfutter (Stiftung Warentest vs. ÖKO-Test)

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