Honig und Blähungen: Ursachen und Zusammenhänge
Für viele Menschen sind Verdauungsbeschwerden wie Blähungen nach dem Essen keine Seltenheit. Oftmals sind bestimmte Lebensmittel dafür verantwortlich, die der Körper nicht richtig verarbeiten kann. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sei es gegen Fruchtzucker, Gluten oder Milchzucker, sind vielseitig und können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit den Ursachen von Blähungen im Zusammenhang mit Honig und anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten befassen.
Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?
Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit liegt vor, wenn der Körper bestimmte Bestandteile von Lebensmitteln nicht richtig verarbeiten kann. Anders als bei Allergien ist das Immunsystem hier nicht beteiligt. Stattdessen fehlen oft Enzyme, die für den Abbau bestimmter Nahrungsstoffe notwendig sind. Dies führt zu Beschwerden, vor allem im Verdauungstrakt. Zu den häufigsten Unverträglichkeiten gehören die Laktose-, Fruktose- und Glutenunverträglichkeit.
Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit
Nahrungsmittelunverträglichkeiten äußern sich durch verschiedene Symptome. Zu den häufigsten zählen:
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Blähungen
- Darmgeräusche
- Durchfall
- Übelkeit
- Druck- oder Völlegefühl
In einigen Fällen können auch unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Hautausschläge auftreten. Da diese Beschwerden oft erst Stunden nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auftreten, kann es schwierig sein, den Zusammenhang zu erkennen.
Ursachen und Entstehung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Die Hauptursache für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist oft das Fehlen von Enzymen, die bestimmte Bestandteile der Nahrung abbauen. Ein bekanntes Beispiel ist die Laktoseintoleranz, bei der das Enzym Laktase fehlt, das den Milchzucker (Laktose) aufspaltet. Ohne dieses Enzym gelangt die Laktose unverdaut in den Darm, wo sie Beschwerden verursacht.
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Auch genetische Veranlagungen spielen eine Rolle. In einigen Fällen tritt die Unverträglichkeit erst im Laufe des Lebens auf, z. B. nach einer Magen-Darm-Erkrankung, die den Verdauungstrakt geschädigt hat.
Häufige Nahrungsmittelunverträglichkeiten
1. Laktoseintoleranz
Die Laktoseintoleranz ist die häufigste Nahrungsmittelunverträglichkeit. Sie betrifft Menschen, deren Körper das Enzym Laktase nicht in ausreichender Menge produziert. Dies führt zu Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Verzehr von Milchprodukten.
2. Fruktosemalabsorption
Bei der Fruktosemalabsorption kann der Körper Fruchtzucker (Fruktose) nicht richtig aufnehmen. Fruktose ist in vielen Obstsorten, Honig und einigen Gemüsesorten enthalten. Typische Symptome sind Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Verzehr von fruktosehaltigen Lebensmitteln.
Fruktose-Unverträglichkeit im Detail
Die Fruktose-Unverträglichkeit ist ein häufig unerkanntes Leiden. Blähungen, Stuhlveränderungen und Bauchweh sind unspezifische Beschwerden, die eine Vielzahl von Ursachen haben können. Bei manchen Menschen liegt die Ursache darin, dass ihr Darm bestimmte Bestandteile aus ihrer Ernährung nicht ausreichend verarbeiten kann. Eine dieser Unverträglichkeiten kann Fruchtzucker, also Fruktose, sein.
Fruktose ist nicht nur in Obst enthalten, sondern auch in vielen weiteren Lebensmitteln, zum Beispiel in Äpfeln, Honig, Ahornsirup, Bier und auch in Süßigkeiten.
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Ursachen und Symptome einer Fruktose-Unverträglichkeit
Bei einer Fruktose-Intoleranz reagiert der Körper nicht mit dem Immunsystem auf den Fruchtzucker. Stattdessen ist der Dünndarm nicht dazu in der Lage, die Fruktose aus der Nahrung vollständig aufzunehmen. Deshalb gelangen einige dieser Moleküle in den Dickdarm, der dafür aber gar nicht ausgelegt ist. Dort bauen Bakterien den Fruchtzucker dann ab. Bei der Umwandlung entstehen insbesondere Gase, die sich dann als lästige Blähungen und als Bauchdrücken äußern.
Eigentlich gibt es im Körper bestimmte Transporter, die dafür sorgen, dass der Fruchtzucker seinen Weg aus dem Dünndarm ins Blut oder in die Leber findet - und erst gar nicht im Dickdarm landet. Bei einer Fruktose-Unverträglichkeit sind einige dieser Transporter aber beschädigt, sodass sie ihre Aufgabe nicht erfüllen können. Das erklärt auch, warum die Schwelle, wie viel Fruktose man verträgt, bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist - sie hängt damit zusammen, wie viele dieser Transporter vorhanden sind. Große Mengen Fruchtzucker überfordern auch ein ansonsten gesundes Transportsystem: Als Faustregel gilt, dass ein gesunder Mensch in der Regel 35 bis 50 Gramm Fruktose verträgt, ohne Symptome zu entwickeln.
Diagnose der Fruktose-Unverträglichkeit
Die Fruktose-Unverträglichkeit wird durch einen Atemtest festgestellt. Die Patienten trinken dabei rund 25 Gramm gelöste Fruktose. Danach wird etwa zwei Stunden lang jede halbe Stunden gemessen, wie hoch der Wasserstoffgehalt in ihrem Atem ist. Der Hintergrund ist, dass Wasserstoff und Methan entstehen, wenn Bakterien den Fruchtzucker aufspalten, der in den Dickdarm gewandert ist. Diese Gase gelangen auch über das Blut und Lunge aus dem Körper. Wer Fruktose nicht verträgt, kann auch überlegen, sich einmal auf eine Sorbit-Unverträglichkeit testen zu lassen. Sorbit ist ein Zuckeraustauschstoff, der in vielen Lebensmitteln enthalten ist - und eine Unverträglichkeit kommt häufig kombiniert mit einer Fruktose-Intoleranz vor.
Umgang mit Fruktose-Unverträglichkeit
Viele der Betroffenen vertragen weiterhin Fruchtzucker in kleinen Mengen. Die Schwelle ist individuell verschieden. Viele Menschen vertragen trotzdem Fruchtzucker, wenn sie nur eine geringe Menge aufnehmen und dies langsam machen. Vorsichtig sein sollte man in diesem Fall mit Lebensmitteln, die sehr viel Fruchtzucker enthalten. Dazu gehören Obstsorten wie Äpfel und Birnen, Weintrauben, Mangos und auch Trockenfrüchte. Fruchtsäfte wie Apfelsaft enthalten ebenfalls viel Fruktose. Außerdem setzt sich Haushaltszucker aus Traubenzucker und aus Fruchtzucker zusammen - deshalb sind auch die meisten Süßigkeiten reich an Fruktose.
Obst wie Bananen, Aprikosen und die meisten Beerensorten vertragen Menschen mit einer Fruchtzucker-Intoleranz hingegen meistens recht gut. Es kann darüber hinaus helfen, Obst nicht pur zu essen, sondern es immer mit einer Mahlzeit zu kombinieren. Als Faustregel gilt, dass Verträglichkeiten ganz individuell ausgeprägt sind: Bei der Fruktose-Intoleranz gilt immer, dass die Betroffenen das essen dürfen, was sie vertragen. In einigen Fällen kommt es auch vor, dass der Darm sich nach einiger Zeit wieder erholt. Deshalb sollte man sich nicht scheuen, immer wieder einmal zu prüfen, ob man weiterhin mit Blähungen oder Bauchweh auf bestimmte Lebensmittel reagiert.
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Fruktose-Malabsorption und ihre Folgen
Schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung können Fruchtzucker über den Dünndarm nicht richtig aufnehmen. Eine Fructose-Intoleranz wird manchmal im Laufe des Lebens erworben. Man spricht dann auch einer Fructose-Malabsorption. Kommt noch eine funktionelle Störung des Darms hinzu, dann treten Unverträglichkeitsreaktionen auf. Nach dem Verzehr von fructosehaltigen Lebensmitteln treten bei Betroffenen typische Beschwerden auf: Übelkeit, Völlegefühl, Bauchgeräusche und Blähungen, Unterbauchkrämpfe und Durchfälle. Die Fructose-Intoleranz kann sich zu einem Reizdarmsyndrom fortentwickeln. Im Unterschied zur Lebensmittelallergie ist bei einer Unverträglichkeit keine Abwehrreaktion des Immunsystems verantwortlich, sondern eine Stoffwechselstörung. Bei der Fructose-Malabsorption ist die Aufnahme von Fruchtzucker aus dem Darm in die Blutbahn gestört.
In der Dünndarmwand befinden sich Transporteiweiße, die die Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei aufnehmen und durch die Wand hindurch befördern. Sind von diesen Proteinen nicht ausreichend viele vorhanden oder sind sie defekt, dann bleibt Fruchtzucker im Nahrungsbrei und wandert weiter in den Dickdarm, der von Bakterien besiedelt ist. Die freuen sich über die süße Mahlzeit und produzieren daraus ihrerseits Gase wie Wasserstoff oder Methan sowie kurzkettige Fettsäuren, die den osmotischen Druck ansteigen lassen. Wenn das Transporteiweiß GLUT-5 nicht funktioniert, wird auch die essenzielle Aminosäure Tryptophan nicht richtig aufgenommen. Sie ist eine Vorstufe für den körpereigene Stimmungsaufheller Serotonin, der uns das Gefühl von Gelassenheit, innerer Ruhe und Zufriedenheit vermittelt.
Die Fructose-Aufnahme kann nur vorübergehend verschlechtert sein, etwa infolge einer gestörten Darmflora nach einer Magen-Darm-Infektion oder Antibiotika-Einnahme. Sie kann aber auch dauerhaft sein. Ob verzehrte Fructose - anders als vorgesehen - in den Dickdarm gelangt, lässt sich mit einem sogenannte Wasserstoff-Atemtest feststellen. Unter ärztlicher Aufsicht nehmen Betroffene nüchtern ein Glas in Wasser aufgelösten Fruchtzucker ein. Anschließend wird über einen Zeitraum von zwei Stunden in Abständen der Gehalt an Wasserstoff im Atem gemessen. Anhand der sich ergebenden typischen Kurve kann der Arzt auf eine Fructose-Malabsorption schließen. Da durch bestimmte Bakterien im Darm aus dem Wasserstoff allerdings Methangas gebildet werden kann, ist eine ergänzende Überprüfung der Methanmenge in der Atemluft sinnvoll.
Angeborene und erworbene Fruktoseintoleranz
Im Gegensatz zu der seltenen angeborenen HFI vertragen Betroffene bei der erworbenen Fructose-Intoleranz noch Restmengen von Fruchtzucker. Denn zum Teil kann die Fructose auf dem Glukose-Transporter GLUT-2 "mitfahren". Bei der HFI dagegen nimmt der Körper die Fructose zwar komplett auf, kann sie aber aufgrund eines Enzymstörung (Defekt oder Fehlen von Aldolase B) nicht weiter verstoffwechseln. HFI-Betroffene müssen deshalb lebenslang eine streng fructosearme Diät einhalten. Oft lehnen sie schon als Kinder instinktiv Obst ab.
Anders als bei einer Lactoseintoleranz gibt es gegen Fructoseintoleranz keine Tabletten. Stattdessen müssen Betroffene ihre Fructose-Aufnahme im Blick behalten. Bei einer Frucose-Malabsorption wird auch Sorbit nicht vertragen. Sorbit (E 420) ist ein sogenannter Zuckeralkohol, der insbesondere in Kernobst wie Birnen, Äpfeln, Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen steckt. Es ist für Betroffene also dringend notwendig, beim Einkauf immer die Zutatenlisten zu lesen.
Ernährungstherapie bei Fruktose-Malabsorption
Die Ernährungstherapie bei einer Fructose-Malabsorption hat gute Erfolgsaussichten. Sie erfolgt in drei Stufen: eine vierwöchige Auslassphase (Karenzphase), in der auf Fructose und auf Sorbit verzichtet wird. Nach etwa zehn Wochen sollte der Speiseplan möglichst wieder ausgewogen und abwechslungsreich zusammengestellt sein (Dauerernährung). Fruchtzuckerhaltige Lebensmittel sollten günstigerweise weiterhin mit Eiweiß wie Joghurt oder Quark kombiniert werden, dann ist die Fructose besser bekömmlich. Außerdem sollten Betroffene möglichst darauf achten, nicht mehr Fructose als Glukose zu konsumieren.
3. Histaminintoleranz
Menschen mit Histaminintoleranz reagieren empfindlich auf histaminreiche Lebensmittel wie Käse, Rotwein oder geräuchertes Fleisch. Der Körper kann das Histamin nicht richtig abbauen, was zu Kopfschmerzen, Hautrötungen und Verdauungsproblemen führen kann.
4. Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Klebereiweiß Gluten, das in Getreidearten wie Weizen, Gerste und Roggen enthalten ist, eine Entzündung des Dünndarms auslöst. Betroffene leiden unter Durchfall, Bauchschmerzen und Nährstoffmangel. Eine lebenslange glutenfreie Ernährung ist die einzige Therapie.
5. Sorbitintoleranz
Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der in vielen zuckerfreien Lebensmitteln und Kaugummis vorkommt. Menschen mit einer Sorbitintoleranz können diesen Zuckeralkohol nicht richtig abbauen, was zu Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall führt.
Honig und seine Auswirkungen auf den Darm
Honig ist ein Naturprodukt, das von Bienen aus Blütennektar gewonnen wird. Er besteht hauptsächlich aus Zucker, vor allem Fruktose und Glukose, sowie geringen Mengen an Wasser, Enzymen, Vitaminen, Aminosäuren und Mineralstoffen.
Honig und Fruktose
Da Honig einen hohen Fruktosegehalt hat, kann er bei Menschen mit Fruktosemalabsorption oder -intoleranz zu Beschwerden führen. Die Fruktose im Honig kann im Dünndarm nicht ausreichend aufgenommen werden und gelangt in den Dickdarm, wo sie von Bakterien abgebaut wird. Dieser Abbauprozess führt zur Bildung von Gasen, die Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen können.
Honig als FODMAP-reiche Nahrung
Honig zählt zu den FODMAP-reichen Lebensmitteln. FODMAP steht für "fermentable oligo-, di-, monosaccharides and polyols", also fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole. Diese Zuckerarten und Zuckeralkohole können im Darm von empfindlichen Personen, insbesondere bei Reizdarmsyndrom, zu Beschwerden führen.
FODMAPs und ihre Wirkung im Darm
FODMAPs, die nicht im Dünndarm resorbiert werden, werden schnell durch Darmbakterien fermentiert, also abgebaut. Dabei werden im letzten Abschnitt des Dünndarms und im vorderen Teil des Dickdarms u. a. kurzkettige Fettsäuren und Gase wie Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan gebildet. Zudem sind FODMAPs durch ihre geringe Größe osmotisch aktiv, ziehen also Wasser in den Darm. Das alles ist eigentlich nichts Ungewöhnliches oder Schlimmes. Es wurde sogar gezeigt, dass FODMAPs einen präbiotischen Effekt haben können, also günstige Bakterien anlocken. Aber speziell Reizdarmpatient*innen scheinen leider besonders sensibel auf die FODMAPs zu reagieren.
Die FODMAPs ziehen Wasser an. D. h. sie erhöhen den osmotischen Einstrom von Flüssigkeit und damit den Wassergehalt des Dünndarms. Dies endet in weicherem Stuhl oder Durchfall oder zumindest in vergrößertem Stuhlvolumen. Bei Betroffenen mit einem Reizdarmsyndrom wird oft eine veränderte Mikrobiom-Zusammensetzung mit einer durchlässigeren Darmwand (Leaky Gut) vermutet. Man geht u. a. davon aus, dass sich vermehrt sogenannte gasbildende Bakterien angesiedelt haben. Geraten die FODMAPs also in den Darm von Reizdarm-Geplagten, findet dort durch den bakteriellen Abbau der Moleküle eine gesteigerte Gasbildung statt. Das Mehr an Gasen kann eine Reizung der Darmwand bewirken. Weil diese beim Reizdarm viel sensibler ist als bei gesunden Personen (Fachbegriff: viszerale Hypersensitivität), sind die Folgen u.
FODMAP-Diät zur Linderung von Beschwerden
Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom wurde die Wirksamkeit einer FODMAP-Diät, also die deutlichen Reduktion von FODMAPs in der Ernährung, durch mehrere Studien belegt. Dabei geht es darum konsumierte FODMAPs auf eine individuell verträgliche Menge zu reduzieren. Bei bis zu 86 % der Patient*innen mit Reizdarmsyndrom verbesserten sich die Darmbeschwerden.
Es gibt dabei zwei Möglichkeiten herauszufinden, ob man mit einer FODMAP-Diät seine Darmbeschwerden lindern kann. Die einfachste Methode herauszufinden, ob das generelle Reduzieren von FODMAPs die Reizdarm-Symptome verringern kann, ist das sich an sogenannten FODMAP-Tabellen zu orientieren. In diesen wird aufgezeigt, welche Lebensmittel viele FODMAPs enthalten und somit möglicherweise ungünstig für sensible Därme sind. Gleichzeitig werden aber in den Tabellen auch einfache Alternativen angeboten, die man im ersten Moment vielleicht nicht im Blick hatte.
Honig und Allergien
Etwa 2 bis 11 % der Bevölkerung reagieren allergisch auf die Proteinbestandteile im Honig mit einer Sofortreaktion (Typ 1 Allergie). Eine Abgrenzung zu Kreuzallergien ist allerdings schwierig. Ob und welche Allergene im Honig eine Allergie auslösen, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. So könnte der Honig selbst Auslöser der allergischen Reaktion sein, aber auch das Vorliegen einer Kreuzallergie auf die im Honig enthaltenden Pollen oder eventuelle Bienenrückstände sind möglich. Das erklärt auch, weshalb manche Pollenallergiker auf bestimmte Honigsorten allergisch reagieren und sie andere wiederum vertragen. Trotzdem muss eine Pollenallergie nicht gleichzeitig eine Honig-Allergie bedeuten. Falls eine Honig-Allergie vermutet wird, sollte beim Arzt ein Allergietest erfolgen. Eine gängige Methode ist der Pricktest, mit dem sich auch eine Honig-Allergie diagnostizieren lässt.
Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Die Diagnose einer Nahrungsmittelunverträglichkeit erfolgt meist durch einen H2-Atemtest, bei dem der Abbau bestimmter Zucker im Körper gemessen wird. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, Zusammenhänge zwischen bestimmten Lebensmitteln und Beschwerden zu erkennen. Auch Bluttests oder genetische Untersuchungen können zum Einsatz kommen, vor allem bei Verdacht auf Zöliakie.
Umgang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Die Reaktionszeit des Körpers auf unverträgliche Lebensmittel variiert. Bei manchen Menschen treten die Symptome bereits innerhalb von 30 Minuten auf, bei anderen kann es bis zu 24 Stunden dauern. In einigen Fällen kann es ausreichen, die Menge zu reduzieren. Bei Laktoseintoleranz helfen oft Laktasepräparate, die vor dem Verzehr von Milchprodukten eingenommen werden können. Bei Zöliakie muss jedoch strikt auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtet werden.
Eine ausgewogene und gut durchdachte Ernährung ist bei jeder Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit essenziell.
Ist Honig gesund?
Für viele gilt Honig als gesundes Süßungsmittel und wird oft sogar als Hausmittel gegen Husten und kleinere Wunden angepriesen. Doch wie gesund ist Honig wirklich?
Inhaltsstoffe von Honig
Der Hauptbestandteil von Honig ist Zucker - er macht ungefähr 80 Prozent des Bienenerzeugnisses aus. Dieser in Honig enthaltene Zucker besteht zum Großteil aus den Einfachzuckerarten Fruktose und Glukose sowie aus geringen Mengen an Zweifach- und Vielfachzuckern. Abgesehen von Zucker besteht Honig zu circa 17 Prozent aus Wasser, etwa drei Prozent machen Enzyme sowie andere Proteine, Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe, Farbstoffe und Aromastoffe aus.
Honig im Vergleich zu Zucker
Speisehonig ist vor allem ein kalorienhaltiger Energielieferant. Daher gilt zunächst: Wie alle Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt kann auch Honig bei übermäßigem Verzehr das Risiko von Übergewicht, Karies und Diabetes mellitus erhöhen.
Wer sollte lieber keinen Honig essen?
Kinder im ersten Lebensjahr, Säuglinge und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten keinen naturreinen Honig zu sich nehmen. Grund dafür ist das Bakterium Clostridium botulinum, dessen Sporen Bienen in den Honig eintragen können. Bei Menschen, deren Darmflora noch nicht vollständig ausgebildet oder instabil ist, kann sich dieses Bakterium im Darm ansiedeln und das Botulinum-Toxin erzeugen.
Manche Menschen reagieren auch mit Durchfall oder Blähungen auf fruktosehaltige Lebensmittel wie Honig. Grund dafür kann eine funktionelle Darmstörung sein, die sogenannte Fruktose-Malabsorption (intestinale Fructoseintoleranz). In diesem Fall ist ein kompletter Verzicht nicht notwendig. Stattdessen können Betroffene mit Hilfe eines Ernährungsberaters oder einer Ernährungsberaterin eine sogenannte dreistufige Ernährungstherapie, bestehend aus Auslassphase, Testphase und Dauerernährung, durchlaufen. Bei einer Fruktose-Intoleranz hingegen ist gänzlich auf Honig zu verzichten. Das gilt besonders für Menschen, die an der sogenannten Hereditären Fruktoseintoleranz oder kurz HFI leiden. Das ist eine angeborene, erblich bedingte Fruchtzuckerunverträglichkeit bei der der Körper aufgenommene Fruktose nicht richtig abbauen kann.
Honig als Hausmittel
Vor allem Kindern wird Honig gerne verabreicht, um Hustenreiz zu lindern. Inzwischen gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass Honig die Absonderung von Schleim und akuten Husten bei Kindern reduzieren kann. Für eine optimale Wirkung empfehlen Wissenschaftler Kindern ab einem Jahr eine Einzeldosis von 2,5 Millilitern, einzunehmen vor dem Zubettgehen. Vor allem Manuka-Honig hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Verantwortlich dafür ist sein hoher Gehalt an Methylglyoxal - ein Abbauprodukt des enthaltenen Zuckers.
Sekundäre Pflanzenstoffe, wie die in Honig enthaltenen Flavonoide und Phenolsäuren, wirken sich zudem schützend auf die Atemwege aus. Bittere Honigsorten enthalten mehr dieser Substanzen.
Honig und Wundheilung
Zur Behandlung von Wunden ist Honig nicht geeignet, unabhängig davon, ob er aus dem Supermarktregal oder vom Imker stammt. Honig ist ein Naturprodukt - und Naturprodukte können schädliche Keime enthalten. Das gilt auch für Manuka-Honig, nicht aber für sogenannten medizinischen Honig.
Honig und das metabolische Syndrom
Honig ist in geringen Mengen verzehrt gesund, weil er unter anderem den Blutzuckerspiegel senkt, einer übermäßigen Gewichtszunahme vorbeugt, den Fettstoffwechsel verbessert und das Risiko eines chronischen Entzündungsprozesses von Gefäßen verringert. Hinzu kommt, dass die oxidativen Eigenschaften von Honig den Stoffwechselzustand stabilisieren sollen. Dennoch ist Vorsicht geboten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) raten, maximal zehn Prozent der gesamten Energiezufuhr aus freiem Zucker zu beziehen. Bei 2.000 Kilokalorien am Tag entspricht das etwa 50 Gramm Zucker. Mit einem Honigbrötchen ist der tägliche Zuckerbedarf mit dem Frühstück somit schon fast gedeckt.
Honig und Herzgesundheit
Honig kann das Herz schützen, indem er Fettstoffwechsel und Blutdruck verbessert, antioxidativ wirkt, den Infarktbereich reduziert und den Zelltod (Zellapoptose) abschwächt - darauf weisen diverse vorklinische Studien hin.
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