Traditionelle italienische Kekse: Rezepte und Sorten

Weihnachten und Plätzchen sind wie Sommer und Aperol Spritz - das eine geht nicht ohne das andere. Wenn wir an Weihnachten denken, kommen uns unweigerlich die riesigen Plätzchendosen in den Sinn und das gemeinsame Backen.

Als begeisterte Italien-Fans haben wir für euch die besten italienischen Backrezepte für Weihnachten zusammengestellt, damit ihr Plätzchenbacken mit Italien verbinden könnt - Weihnachtsbäckerei all’italiana eben. Die passende Playlist dafür? Liefern wir euch natürlich auch: Unsere „Best of Bella Italia“-Playlist enthält genau die richtige Menge an Eros Ramazzotti für den Italo-Backmarathon.

Panettone - klassisch oder gefüllt?

Eins darf bei einem italienischen Weihnachten gar keinen Fall fehlen - der Panettone. Er ist ein absolutes Must-Have bei jedem Weihnachtsfest. Den Hefekuchen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Wir haben uns für einen gefüllten Panettone mit Nuss-Nougat-Creme und den obligatorischen kandierten Früchten entschieden. Wir zeigen euch die schnelle Variante. Nichts wie ran!

Wem die gefüllte Panettone-Version zu fancy ist, kann sich natürlich auch einfach an unserem klassischen Panettone-Rezept versuchen! Rum-Rosinen dürfen in dem original italienischen Hefegebäck genau so wenig fehlen wie etwas Orangenabrieb. On top gibt's ein paar gehobelte Mandeln und einen Hauch Puderzucker - fertig ist Weihnachten all'italiana!

Panettone aufgeschnitten mit Mandeln und Puderzucker

Süße Klassiker und Weihnachtsgebäck aus Italien

Panforte - der italienische Lebkuchen

Es gibt eine Sache, die in der Weihnachtsbäckerei auf keinen Fall fehlen darf: Lebkuchen - in Italien auch Panforte genannt. Hier kommt zusammen, was weihnachtlich zusammengehört: Mehl, Schokolade, Kakao, Mandeln, Pinienkerne und getrocknete Feigen. Wer mag, gibt Zitronat und Orangeat dazu - wer nicht draufsteht, lässt das einfach weg. Wichtig aber sind die Gewürze: Für das volle Weihnachtsaroma dürfen Zimt, Muskat und Koriander nicht fehlen! Und da es in Italien nie süß genug sein darf, landet neben Zucker auch ordentlich Honig im Teig. Backen, abkühlen lassen und genießen!

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Torrone - weißer Nougat

Wer noch nicht genug hat, der kommt mit unserem weißen Torrone auf seine Zuckerkosten! Neben Zucker (und zwar ordentlich) landen hier nur noch Honig, etwas Wasser, Eiklar, Salz und ein paar Mandeln in der klebrig-süßen Masse. Mehr braucht es nämlich nicht für eine ordentliche Torrone-Party! Zwischen zwei Oblaten geschichtet wird daraus der klassisch italienisch-süße Nougat, der selbstgemacht natürlich nochmal mehr hermacht als gekauft. Traut euch!

Torrone-Stangen mit Mandeln

Tronchetto di Natale - Bûche de Noël auf italienisch

Nennt es, wie ihr wollt: Tronchetto di Natale oder „Bûche de Noël“ sind ein und dasselbe Dessert. Die luftige Biskuitrolle bei uns mit gehaltvoller Mascarpone-Sahne-Creme gefüllt und - jetzt kommt das Beste! - mit mehr Schokocreme, Kakao und Pistazien getoppt. Foodporn vom Feinsten! Serviert den Tronchetto di Natale zum Kaffee an den Feiertagen oder gönnt euch die bontà zum (Kater-)Frühstück.

Mandelgebäck: Herzstück der italienischen Kekskultur

Mandeln? Gehen einfach immer, wenn ihr eine*n Italiener*in fragt. Der Klassiker zum Kaffeekränzchen (mit Espresso und nicht Cappuccino, per favore!) und in der Weihnachtszeit sind knusprige Biscotti. Funfact: Der Begriff „biscotti“ heißt eigentlich einfach „Kekse“ oder „Plätzchen“. Gemeint sind damit meist simple Mandel- oder Butterplätzchen, die zum Frühstück in den Kaffee getaucht oder zu Weihnachten gebacken werden.

Klassische Mandel-Biscotti und Cantuccini

Cantuccini: Knusprige, doppelt gebackene Mandelkekse aus der Toskana. Biscotti di Mandorle: Mürbe Kekse, oft mit Zitronen- oder Orangenaroma. Mandeln mit Backpulver, Bittermandelöl, der Hälfte des Puderzuckers und evtl. Mehl vermischen. Die Eiweiße mit dem Salz steif schlagen, dabei den Rest Puderzucker einrieseln lassen. Die Mandelmischung unter das steife Eiweiß kneten. Ich habe es mit den Händen gemacht. Achtung: Das ganze wird ziemlich klebrig ;-).

Paste di Mandorla - sizilianisches Mandelgebäck

We are goin‘ nuts für diese Mandelplätzchen - genauer gesagt, Paste di Mandorla aus Süditalien! Mandeln gehören schließlich genauso zu Weihnachten wie Weihnachtsbaum und Schoki. Also, warum nicht eine riesige Ladung Kekse für die Familie vorbereiten? Aus nur vier Zutaten - Mandeln, Zucker, Eiweiß und Bittermandelaroma - zaubert ihr im Handumdrehen diese süßen Leckerbissen.

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Paste di Mandorla - weiche sizilianische Mandelkekse

Amaretti - ohne Mehl, mit Charakter

Mit fünf Zutaten zum Keks-Glück - mit Amaretti! Der knusprige Mandelteig kommt ohne Mehl aus und ist somit glutenfrei - falls ihr Allergiker*innen in eurem Familien- oder Freundeskreis habt. Amaretti und kleine Amarettini sind unser Favorit unter den italienischen Plätzchenklassikern: außen knusprig, innen saftig, mit einer leckeren Bittermandelnote.

250 g gemahlene Mandeln (ohne Haut, also blanchiert), 200 g Zucker, 2 Eiweiß (Gr.). Gemahlene Mandeln und Zucker vermengen. Eiweiß (da viele Leser nachfragten: nein, das Eiweiß wird vorher nicht geschlagen), Honig, Orangenzesten sowie wer möchte ein paar Tropfen Bittermandel-Aroma dazu geben und mit den Händen oder einem Mixer zu einem glatten Teig verarbeiten. Hinweis: Der Teig ist sehr kompakt und klebrig, das gehört so, also keine Bange.

Den Teig dann abgedeckt ca. 25 Minuten im Kühlschrank platzieren. Unterdessen den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Puderzucker eventuell sieben, wenn er etwas klumpig ist und auf einen Teller oder in eine Schale geben. Aus dem Teig nun einzelne Portionen abstechen, die ca. einen gestrichenen Esslöffel groß sind. Wer einmal als Referenzkugel abwiegen möchte: jede Teigkugel sollte ca. 20 g wiegen. Diese zu kompakten Kugeln formen und jeweils rundherum im Puderzucker wälzen.

Die Kugel aufs Blech setzen und mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger von oben drei Kuhlen in die Kugel kneifen, so entsteht die typische Dreiecks- oder Hütchenform. Die weichen Mandelplätzchen dann ca. 10-12 Minuten lang backen, sie sollten dann etwas gülden geworden sein und nicht mehr ganz superweich. Wichtig: die Backzeit ist das wichtigste am Amarettini-Game. Fest oder hart sollten sie jedoch noch nicht sein, sonst erlebt man später ein ziemlich knackiges ungeliebtes Wunder, sie werden beim Abkühlen nämlich fester. Nur Zahnärzte lieben das.

Ricciarelli di Siena - zartes Mandelgebäck

Ricciarelli di Siena sind köstliche zarte Mandelkekse mit weichem Kern. Das weiche italienische Mandelgebäck ohne Mehl gehört seit Jahren zu unseren absoluten Lieblingssüßigkeiten. Kennengelernt habe ich die feinen Plätzchen auf einer Messe - in München. Ein Stand aus Siena hatte ausschließlich Ricciarelli alla mandorla im Angebot - feinstes marzipanartiges Gebäck, das mit seinem weichen Kern wirklich auf der Zunge zergeht. Es gibt Ricciarelli „pur“ oder mit Zitrone, in der dunklen Kakao-Variante, verfeinert mit Kokosflocken oder angereichert Nüssen. Und sie sind einfach der Hammer!

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Ähnlich wie Macarons bestehen Ricciarelli vor allem aus Mandeln, Zucker und Eiweiß. Die Konsistenz erinnert an Amaretti morbidi, also die weiche und große Amarettini-Variante. Ricciarelli-Kekse werden in ihrer Heimat übrigens sowohl zu Weihnachten als auch zu Ostern gerne gegessen. Einige Hinweise für das Ricciarelli-Rezept: Mandeln und Puderzucker müssen sehr fein sein, also lieber die bereits gemahlenen Mandeln und den Puderzucker nochmals in den Küchenhäcksler geben. Der Ricciarelli-Teig ist recht klebrig und erinnert etwas an Zimtsterne, lässt sich also so wie diese recht gut zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel ausrollen. Man kann ihn schneiden, zum Beispiel in die typische Diamantform oder Rautenform.

Ricciarelli di Siena müssen unbedingt hell bzw. weiß bleiben. So bleibt der an Marzipan erinnernde Kern schön zart und saftig. Testweise habe ich beim letzten Backen ausprobiert, ob man sie besser kurz und bei hoher Hitze backt oder sie lieber länger im Ofen lässt und quasi eher „trocknen“ lässt - diese Variante war definitiv die bessere. Lasst es euch schmecken!

Ricciarelli aus Siena, auf Puderzucker

Süße Spezialitäten: von Sizilien bis Neapel

Sizilianische Schokokekse mit Pistazien

Schokoladig, schokoladiger, sizilianische Schokokekse! Die kleinen Schoko-Bomben sind nach Cannoli und Arancini so ziemlich das Beste, was Sizilien zu bieten hat - vor allem in der Weihnachtszeit. Die saftigen, mürben Schokokekse werden on top mit einer Schokoglasur und gehackten Pistazien versehen - mhmm. Die Schoko-Plätzchen machen sich gut auf dem Plätzchenteller oder hübsch verpackt als selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk aus der Küche.

Struffoli - frittierte Teigbällchen aus Neapel

Wann cheaten, wenn nicht an den Feiertagen? Das denken sich auch die Neapolitaner - und servieren rund um Weihnachten diese kleinen, gebackenen Bällchen: Struffoli. Das typische Weihnachtsgebäck wird mit klebrig-süßem Honig und bunten Zuckerstreuseln serviert. Wenn Groß und Klein an einem Tisch sitzen und jeder sich eine „pallina“ (Bällchen) aus dem Berg von Struffoli nimmt, dann ist Weihnachten in Neapel!

Citronelli - italienische Zitronenplätzchen

Auch Zitrusfrüchte haben im Winter Hochkonjunktur. Gut, dass wir ein Rezept parat haben: Citronelli. Das Tolle an diesen kleinen fruchtigen Leckerbisschen: Man kann sie super zusammen mit Freunden machen oder verschenken. Wenn ihr noch auf der Suche nach einem besonderen, selbstgemachten Präsent seid, dann schnappt euch Mehl, Zucker und ein wenig Lemon Curd und ab geht die fröhliche Plätzchen-Sause all’italiana.

Citronelli - zitronige Plätzchen auf einem Teller

Torta di riso - Mini-Milchreistörtchen

Reis gibt’s nur in Risotto? Falsch gedacht! Diese Milchreistörtchen sehen nicht nur unwiderstehlich aus, sie schmecken auch so. Cremiger Milchreis, fruchtiges Zitronenaroma und knusprige Mandeln machen diese Törtchen zu einem Showstopper auf jeder Weihnachtsparty. Für das richtige Weihnachtsfeeling empfehlen wir euch die Milchreistörtchen mit einer dünnen Schicht Puderzucker zu bestreuen. Let it snow!

Scaviniscu - Grießplätzchen

Plätzchen mit Mehl kann jeder, aber habt ihr schon mal Grieß benutzt? Wenn nicht, dann wird’s Zeit! In Italien gehört Grieß nicht nur in Pastateig oder Gnocchi alla Romana (überbackene Grieß-Gnocchi), sondern auch in Süßspeisen. Wir haben auch direkt ein Rezept am Start: Grießküchlein mit Mandeln.

Variationen, Tipps und Kombinationsideen

Knusprig, zart und herrlich aromatisch - Mandelkekse sind wahre Klassiker, die in jeder Keksdose für Begeisterung sorgen. Von traditionellen italienischen Varianten bis hin zu originellen Eigenkreationen bietet die Welt dieser Leckereien unzählige Möglichkeiten. Möchten Sie lieber selbst backen oder mehr über die verschiedenen Arten erfahren?

Die italienische Backkunst bietet eine beeindruckende Vielfalt an Mandelgebäck, das zu verschiedenen Anlässen gereicht wird. So sorgt Bittermandelaroma für den unverwechselbaren Geschmack, während leicht geröstete Mandeln den Geschmack noch intensiver machen. Die Grundzutaten wie Mandeln, Zucker und Eiweiß bieten eine perfekte Basis, um verschiedenste Aromen und Texturen hinzuzufügen. Durch die Verwendung der gemahlenen Variante entsteht ein zartes, fast samtiges Mundgefühl, während sie gehackt oder geröstet für einen knackigen Biss sorgen.

Wussten Sie, dass Sie den Teig mit getrockneten Früchten, Nüssen oder einem Hauch Amaretto verfeinern können? Schokoladenkekse: Geben Sie Kakaopulver in den Teig oder tauchen Sie die gebackenen Kekse in weiße oder dunkle Schokolade. Fruchtige Kekse: Verfeinern Sie Ihren Teig mit gehackten, getrockneten Früchten wie Aprikosen oder Cranberries. Herzhafte Kekse: Kombinieren Sie gehackte Mandeln mit Parmesan und frischen Kräutern wie Rosmarin. Mandarinenkekse: Geben Sie fein abgeriebene Mandarinen- oder Orangenschale in den Teig, um Ihren Keksen eine frische, fruchtige Note zu verleihen.

Italienische Weihnachtsbäckerei - Rezepte und Tipps

Praktische Hinweise zum Backen

  • Die richtige Backzeit ist besonders wichtig: Bei Amarettini sollten die Kekse noch etwas weich aus dem Ofen kommen, da sie beim Abkühlen fester werden.
  • Für Ricciarelli und andere Mandelkekse sollten Mandeln und Puderzucker sehr fein gemahlen sein, damit die Konsistenz zart bleibt.
  • Viele traditionelle Rezepte kommen mit wenigen Zutaten aus: Qualität vor Quantität - gute Mandeln, echtes Bittermandelaroma und frische Eier machen den Unterschied.
  • Selbstgemachte Kekse eignen sich hervorragend als Geschenk: hübsch verpackt sind sie ein persönliches, leckeres Mitbringsel.

Tabelle: Überblick über ausgewählte italienische Kekse

Gebäck Hauptzutaten Besonderheit
Panettone Hefeteig, Rosinen, kandierte Früchte Traditionelles Weihnachts-Hefegebäck
Amaretti Mandeln, Zucker, Eiweiß, Bittermandel Glutenfrei, außen knusprig, innen saftig
Ricciarelli Mandeln, Puderzucker, Eiweiß Zartes, marzipanartiges Gebäck aus Siena
Cantuccini Mandeln, Mehl, Zucker, Eier Knusprig, oft zum Kaffee oder Vin Santo
Torrone Honig, Zucker, Eiklar, Mandeln Weißer Nougat zwischen Oblaten

Holen Sie sich das Dolce Vita nach Hause - Sie benötigen nur wenige Zutaten, und die Zubereitung ist einfacher, als Sie denken. Mandelplätzchen sind eine Spielwiese für Kreativität in der Küche und lassen sich mit wenigen Handgriffen individuell verfeinern. Ob klassisch oder kreativ mit Schokolade und Früchten - die Möglichkeiten sind grenzenlos. Besonders beliebt sind italienische Varianten wie Cantuccini oder Amaretti, die das Dolce Vita auf den Teller bringen.

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