Ist in Schokolade Palmöl enthalten?
Schokolade ohne Palmöl wird von immer mehr Konsumenten explizit gesucht und gekauft. Palmfett ist aufgrund des Anbaus und in letzter Zeit auch wegen der gesundheitlichen Auswirkungen in die Kritik geraten. Viele Verbraucher vermeiden daher absichtlich die Produkte, die Palmöl enthalten.
Was ist Palmöl und woher kommt es?
Palmöl oder auch Palmfett genannt wird aus der Ölpalme gewonnen. Diese wird hauptsächlich in Südostasien angebaut. In Indonesien und Malaysia wird das meiste produziert. Für Palmöl-Plantagen werden vielfach große Waldflächen zerstört, Lebensgrundlagen vernichtet und klimaschädliches CO2 freigesetzt.
Warum steckt Palmöl in Schokolade?
Palmöl wird vor allem bei Industrieprodukten eingesetzt, die streichfähig sein und cremiger schmecken sollen. Das können also zum Beispiel Schokocremes sein oder Schokoladen die einen zarten Schmelz erhalten sollen, wenn die Qualität des eingesetzten Kakaos nicht so gut ist. In Schokolade wird zudem Palmöl für Füllungen und häufig als Ersatz für Kakaobutter verwendet. In der Süßwarenindustrie wird besonders auf das Geld geachtet, denn der Kunde will Schokolade günstig kaufen und hat den Preis für Schokolade im Fokus.
Ein Weg dazu ist: die gute Kakaobutter aus der Kakaobohne auszupressen und an die Kosmetikindustrie zu verkaufen, z.B. für Lippenstifte oder Lippenpflegestifte. Dort wird viel Geld für die Kakaobutter bezahlt. Da jedoch Kakao für Schokolade Fett benötigt, wird die ausgepresste teure Kakaobutter durch billiges Palmfett ersetzt. Auch deshalb kann der Kunde billig Schokolade im Supermarkt kaufen.
Wie weit verbreitet ist Palmöl in Lebensmitteln und Schokolade?
Jedes zweite Produkt im Supermarkt enthält Palmöl. Wie der Marktcheck zeigt, steckt in fast jeder dritten Tafelschokolade auch Palmöl. In fast allen Schokoriegeln steckt Palmöl - auch in Mars und Snickers. Acht von elf der getesteten Produkte enthielten Palmöl, diese weisen laut dem Bericht eine hohe Konzentrationen von "wahrscheinlich krebserregenden" Schadstoffen auf.
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Die in Österreich meistgekaufte Marke Milka setzt beispielsweise bei vielen ihrer Schokoladen auf Palmöl von Zulieferern, die mit Regenwaldzerstörung in Verbindung stehen. Viele Schokoladen enthalten immer noch Palmöl - das betrifft Markenprodukte wie Milka genauso wie Discounterprodukte. Gut zu wissen: Die klassische Schokolade von Milka enthält kein Palmöl. Auf der Unternehmensseite wird erläutert, dass Palmöl ausschließlich in „Schokoladen-Füllungen sowie bei einigen Kuchen- und Keksprodukten“ verwendet wird.
Gesundheitsrisiken: Schadstoffe in Palmöl
Beim starken Erhitzen von Palmöl können sogenannte Fettsäureester wie Glycidyl- und 3‑MCPD‑Ester entstehen. 3‑MCPD wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als "möglicherweise krebserregend" eingestuft, Glycidol - das bei der menschlichen Verdauung von Glycidyl‑Ester frei wird - sogar als "wahrscheinlich krebserregend". Eine Studie zu Palmöl veröffentlichte auch die europäische Lebensmittelbehörde und warnte, dass die in Palmöl enthaltenen Schadstoffe krebserregend und gesundheitsschädigend sein können.
Greenpeace hat nun eine Reihe von Lebensmitteln, die Palmöl enthalten, auf gesundheitsgefährdende Stoffe untersuchen lassen. Besonders hoch waren die Werte bei einer Milka‑Erdbeer‑Schokolade. Ein Kleinkind hätte bereits nach zwei Stücken die tolerierbare tägliche Aufnahme des Schadstoffs 3‑MCPD‑Ester erreicht. Greenpeace rät vor allem Kindern vom Verzehr der Produkte ab.
Ökologische und soziale Folgen des Palmöl-Anbaus
Durch den Anbau von Palmöl werden riesige Flächen Regenwald vernichtet und der Lebensraum unzähliger Arten zerstört. Für den Anbau von Kakao werden in den Ländern des Globalen Südens ebenfalls riesige Flächen an Wäldern gerodet. Aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Natur und die Menschen hat Greenpeace geprüft, wie umweltfreundlich und sozialverträglich die vielen Schokoladen in den Supermarktregalen sind. Das Ergebnis des Sortimentsvergleichs von Greenpeace ist wenig erfreulich: Bio und fair produzierte Schokolade muss man in den Regalen der Supermarktketten suchen. Insgesamt erfüllen nur sechs Prozent der Tafelschokolade diese Kriterien.
Für einen ungetrübten Genuss sollte bei der Schokolade sowohl auf die Bio‑Qualität als auch auf soziale Standards bei der Herstellung geachtet werden. Siegel wie Fairtrade bieten den BäuerInnen einen garantierten Mindestpreis für Kakao und setzen sich gegen Kinderarbeit ein. Mit mehr als der Hälfte des weltweiten produzierten Kakaos ist die EU der größte Abnehmer von Kakao.
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Welche Alternativen gibt es zu Palmöl in Schokolade?
Da Kakao von Natur aus palmölfrei ist, geht das auch für Schokoladen. In Craft Chocolate / feiner Schokolade wird daher explizit darauf verzichtet. Tatsächlich ist es bei Craft Chocolate / feiner Schokolade verpönt mit Palmfetten zu arbeiten, weil man bewusst auf Fremdfett verzichtet und nur die gute in der Kakaobohne vorhandene Kakaobutter zurückgreift. Wer nicht ganz auf Schokolade verzichten will, genießt am besten palmölfreie Produkte, z.B. die Schokolade von iChoc. In fast allen Schokoriegeln steckt Palmöl - auch in Mars und Snickers. Der Mars‑Konzern verwendet für seine Produkte immerhin RSPO‑zertifiziertes Öl. Doch es geht noch besser: nämlich mit palmölfreier, veganer Bio‑Schokolade wie der von iChoc.
Bio‑Marken wie Veganz nutzen Sonnenblumenöl für ihre palmölfreien Produkte. Im Biohandel findest du beispielsweise Schokoriegel von Alnatura, Allos, Barnhouse, Gepa, Rapunzel oder Rosengarten. Wer wie viele biologisch und fair hergestellte Produkte im Regal hat, steht in den Ergebnissen des Sortimentsvergleichs. Rapunzel verwendet ausschließlich Bio‑Zutaten, hat einen eigenen Fairhandels‑Standard und verarbeitet, wo nötig, nur faires Bio‑Palmöl.
Beispiele palmölfreier Aufstriche und Schokoladen
- Bio Nocciolata (REWE, EDEKA) (vegan)
- Bio Rigoni di Asiago Nocciolata Haselnuss Nougat Creme (EDEKA)
- Choco nussa - Bio Nuss‑Nougat‑Creme (LIDL)
- dmBio Schokolade „Sierra Leone“ Feine Bitter (bio, vegan)
- iChoc (Alle Sorten) (vegan, plastikfrei, bio)
- Vego Schokoaufstrich (fair, bio, ohne Palmöl; kann Spuren von Milch enthalten)
Tipps zum palmölfreien Einkauf
Zugegeben, wer palmölfrei einkaufen möchte, muss Anfangs durchaus etwas Zeit investieren. Achtung: Rezepturen können sich schnell ändern. Ein Verzicht scheint oft gar nicht so einfach. Um beim Einkauf den Griff zu umweltfreundlichen Produkten zu erleichtern, fordert Greenpeace von der österreichischen Bundesregierung sich auf EU‑Ebene für strenge Gesetze einzusetzen: “Für die Produktion von Lebensmitteln dürfen keine Wälder gerodet, sondern müssen Tiere und Pflanzen geschützt und Menschenrechte gewahrt werden. Das gilt natürlich auch für Produkte, die von außerhalb der EU in unsere Supermärkte kommen.”
Praktische Hinweise:
- Etiketten lesen: Palmöl kann unter vielen Namen auftauchen (Palmöl, Palmfett, Palm Kernel Oil etc.).
- Auf Bio‑ und Fairtrade‑Siegel achten: Diese bieten bessere Chancen für nachhaltigere Lieferketten.
- Auf handwerkliche (Craft) oder spezialisierte Marken setzen: Dort wird häufig bewusst auf Fremdfette verzichtet.
- Alternativen wählen: Produkte, die Sheafett, Sonnenblumenöl oder andere pflanzliche Öle statt Palmöl verwenden.
- Selber machen: Schokoaufstriche, Aufstriche und sogar Chips lassen sich zuhause palmölfrei herstellen.
Welche weiteren Produkte enthalten oft Palmöl?
Palmöl wird in vielen Produkten eingesetzt: Schokoaufstriche, Kekse, Margarine, Tiefkühlprodukte, Fertigsuppen, Knuspermüslis, Kosmetikartikel wie Mascara oder Bodylotions und vieles mehr. In Drogerie‑ und Supermärkten sind Seifen ohne Palmöl schwer zu finden. Auch Körperpflege sollte ohne Palmöl auskommen, zum Beispiel mit Olivenseife.
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Beispiele für palmölfreie Alternativen in anderen Kategorien: Aleppo‑Seife (auf Olivenölbasis), Hopery Bodylotion (vegan, ohne Palmöl), Alnatura Tomatensuppe (palmölfrei), Knusperzeug‑Chips ohne Palmöl.
Datenübersicht: Palmöl in Supermarktprodukten (Auswahl)
| Produktkategorie | Häufigkeit Palmöl | Alternative |
|---|---|---|
| Schokolade / Schokoriegel | Hoch (fast 1/3 Tafelschokolade, viele Markenprodukte) | Bio‑/Craft‑Schokolade, iChoc, Rapunzel |
| Schokoaufstriche | Sehr hoch (Nutella & Co.) | Vego, Nocciolata (Bio‑Alternativen) |
| Margarine | Hoch | Alsan Bio (teilw. Bio‑Palmöl), Landkrone Bio‑vegane Margarine |
| Fertiggerichte & Suppen | Mittel bis hoch | Alnatura Produkte, selbst kochen |
Unser Schokolade‑Konsum hat Folgen für Mensch und Umwelt. Für einen verantwortungsvollen Konsum gilt: achte auf Zutatenlisten, wähle Bio‑ und Fairtrade‑Produkte, unterstütze Herstellende, die auf palmölfreie Rezepturen setzen, und informiere dich regelmäßig, da Rezepturen sich ändern können.
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