Honig oder Honich? Rechtschreibung, Aussprache und Herkunft im Überblick

Honig erfreut sich großer Beliebtheit und gehört zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Primärprodukten. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt etwa ein Kilogramm Honig pro Jahr. Eine Vielzahl von Sorten sind im Angebot: von Akazienhonig, über Rapshonig bis hin zu Wald- und Wiesenhonig. Doch rund um das süße Gold herrscht oft Unsicherheit: Wie lautet die korrekte Rechtschreibung und Aussprache? Was sagt die Honigverordnung zum Ursprungsland und wie sieht es mit der Herkunftskennzeichnung aus? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte zu Honig, Schrift und Herkunft.

Glas Honig, Bienen, Ursprungsland, Etikett

Rechtschreibung: „Honig“ oder „Honich“?

Immer wieder höre ich, dass Wörter mit der Buchstabenendung -ig wie z. B. lustig oder kräftig als lustich oder kräftich ausgesprochen werden. In der Tat begegnet man häufig der Annahme, dass die Aussprache von -ig am Wortende als [ç] (also als ch wie in ich) eine nachlässige, nicht korrekte Artikulation sei - und doch handelt es sich dabei um die regelhafte Aussprache: Das Suffix -ig wird standardsprachlich im Wort- und Silbenauslaut als [ç] realisiert, z. B. Honig [‚ho:nıç], stetig [‚ʃte:tıç], wenig [‚ve:nıç]. Dies gilt auch für die Endung -wig wie in Ludwig oder Hedwig.

Es gibt allerdings auch Fälle, in denen -ig als Verschlusslaut [k] realisiert wird - nämlich dann, wenn auf -ig unmittelbar die Ableitungssilbe -lich folgt: lediglich [‘le:dikliç], ewiglich [‚evikliç], königlich [‚könikliç]. Dies geschieht aus Gründen des Wohlklangs: zwei Mal [ç] hintereinander soll vermieden werden. In der Alltagssprache und vor allem in süddeutschen Dialekten, aber auch in der österreichischen Standardaussprache wird das Suffix -ig am Wortende und vor Konsonant zwar häufig als [ık] ausgesprochen (z. B. Honig [ho:nık]), dies gilt jedoch nicht als Standard.

Froschkönig oder Froschkönich? Das ist hier die Frage! Das Wort „Honich“ ist heute falsch, die richtige Schreibweise ist „Honig“. Auslautendes -ng wird fälschlicherweise oft wie ein k [k] gesprochen. Doch weder bei der Zeitung noch beim Ring sollte in der Standardaussprache am Ende ein k [k] zu hören sein. Dasselbe gilt auch für die Buchstabenfolge -ig: Auch hier wird das auslautende -g bei deutschen Berufssprechern und -sprecherinnen, in Norddeutschland und darüber hinaus überregional vor allem in Zahlwörtern nicht wie ein k [k] gesprochen, sondern wie der Reibelaut in dem Wort ich.

Aussprache, Phonetik, Suffix -ig, Standarddeutsch

Sprachliche Varianten der Aussprache

Im süd- und mitteldeutschen Raum sowie in der Schweiz und Ostösterreich ist aber auch die Aussprache mit k [k] oder g [g] verbreitet. Sobald durch Deklination weitere Buchstaben hinzutreten, wird das g allgemein wie g gesprochen: die Könige, eilige Nachrichten, in einer sperrigen Kiste. Folgt der Endung -ig die Ableitungssilbe -lich (königlich), so wird das g wie ein k [k] gesprochen.

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Folgt auf das -ig ein Konsonant, spricht man ebenfalls [ç]: freudigste [‚froidıçstə], Richtigkeit [‚rıçtıçkait], Honigkuchen [‚ho:nıçkuxən].

Ausspracheführer: Deutsche -ig Endungen

Rechtschreibgeschichte und Herkunft des Wortes „Honig“

Die richtige Schreibweise ist „Honig“. Früher tauchte in alten deutschen Texten auch „Honich“ auf, diese Form ist jedoch nicht mehr korrekt und wird heute als veraltet angesehen.

In Namen wird die Schreibung oe in der Regel wie der Buchstabe ö ausgesprochen (Foerster, Schoeller, Spoerl, Moers, Goetheanum). Das gilt jedoch nicht für die auf -er gebildeten Ableitungen von geografischen Namen, die auf -o enden: Togoer, Chicagoer, Osloer, Kairoer. In bestimmten norddeutschen Namen wird oe abweichend von dieser Regel als langes, geschlossenes o [o:] gesprochen: Coesfeld, Itzehoe, Soest. Eine weitere Aussprachebesonderheit gibt es auch in bestimmten, besonders rheinischen Ortsnamen, in denen oi als langes, geschlossenes o [o:] gesprochen wird: Grevenbroich, Korschenbroich, Roisdorf, Voigt. Solche Ausspracheregeln sind jedoch auf Eigennamen beschränkt und haben keinen Einfluss auf das Wort „Honig“.

Französische Einflüsse auf die deutsche Aussprache

Aus dem Französischen kommende Wörter, die auf einen Nasalvokal enden, werden in vielen Fällen heute eingedeutscht, d. h. ohne Nasal gesprochen. Vor allem häufig gebrauchte Wörter auf -on sind betroffen: Balkon, Ballon, Beton, Saison, Blouson. Sie werden mittlerweile wie -ong gesprochen. Allerdings hat dieser Vorgang nicht alle Fremdwörter gleichmäßig und gleichzeitig ergriffen. Erhalten geblieben ist der Nasalvokal in der Standardaussprache der Wörter Chanson, Fasson, Flakon, Jargon, Jeton, Bidon.

Die aktuelle Honigverordnung und Ursprungskennzeichnung

Die jüngste Änderung der Honigverordnung hat viele Fragen ausgelöst - vor allem zur Ursprungsangabe auf dem Etikett. Die wichtigste Nachricht vorweg: Wer ausschließlich eigenen Honig abfüllt und bisher korrekt gekennzeichnet hat, muss nichts ändern. In den vergangenen Tagen haben unsere Geschäftsstelle zahlreiche Fragen zur Ursprungsangabe auf den Honigetiketten erreicht. Die Änderung der Honigverordnung betrifft in diesem Punkt aber ausschließlich Mischhonige aus unterschiedlichen Ursprungsländern.

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Für Imkerinnen und Imker, die nur ihren eigenen Honig abfüllen und bislang korrekte Etiketten verwendet haben, bleibt alles beim Alten. Auf jedem Honigglas muss das Ursprungsland angegeben sein. Wichtig dabei ist: Die bloße Nennung eines Landes in der Anschrift genügt nicht. Eine Adressangabe gilt rechtlich nicht als Ursprungsangabe. Eine Flagge allein reicht übrigens nicht aus. Wie für andere Pflichtangaben gelten auch für die Ursprungsangabe die allgemeinen Regeln zur Lesbarkeit.

Situation Vorgeschriebene Angabe auf dem Etikett
Honig aus nur einem Land Ursprungsland muss benannt sein, z. B. „Deutschland“
Honig aus mehreren Ländern Möglich: „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“

Honig ist ein landwirtschaftliches Primärprodukt. Als Ursprungsland gilt deshalb das Land, in dem die Bienenvölker stehen. Bei Mischungen aus mehreren Ländern müssen alle Herkünfte mit Prozentanteilen aufgeführt werden. Die EU-Kommission hat bereits vor einiger Zeit klargestellt: Wird Honig in einem anderen Land verarbeitet als dem, in dem ihn die Bienen produziert haben, rechtfertigt dies keine Änderung der Ursprungsbezeichnung.

Nur etwa 30 Prozent unserer Nachfrage kann aus einheimischer Produktion gedeckt werden. Der größte Anteil wird importiert, vor allem aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine. Die genaue Herkunft erfahren Verbraucher jedoch oft nicht.

Weltkarte: Honigherkünfte, wichtigste Exportländer

Wichtige Hinweise für den Verbraucher

Gemäß der deutschen Honigverordnung muss Honig zwar eine Herkunftsangabe tragen, ein konkretes Ursprungsland muss aber lediglich auf dem Etikett stehen, wenn der Honig aus nur einem Land stammt. Oft handelt es sich jedoch um eine Mischung von Honigen aus zwei oder mehr Ursprungsländern. Dann genügt einer dieser Hinweise: „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“.

Wer gern Honig aus Deutschland kaufen möchte, sollte sich nicht nur auf den ersten Eindruck verlassen, sondern genauer hinschauen. So hat manch deutscher Hersteller bzw. wird „Deutschland“ als Ursprungsland angegeben oder lautet die Bezeichnung „Deutscher Honig“, darf der Honig auch nur aus Deutschland stammen.

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Abschließend noch ein Wort zu regionalen oder anderen geografischen Angaben. Sie ersetzen nicht die Angabe des Ursprungslandes. Für sie gelten aber dieselben Grundsätze: Steht auf dem Etikett etwa „Honig aus Bayern“, müssen die Bienenvölker tatsächlich dort gestanden haben.

Honiggläser mit unterschiedlichen Herkunftsetiketten

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