Herstellung und Eigenschaften von Rapshonig: Von der Blüte bis zum Glas
Rapshonig ist der in Deutschland am häufigsten vorkommende Sortenhonig und zählt zu den besonders sortenreinen Blütenhonigen. Die Grundlage für das „weiße Gold“ bildet der Nektar der Rapsblüte - eine Pflanze, deren leuchtend gelbe Felder zwischen Ende April und Anfang Juni das Landschaftsbild prägen. Rapshonig ist ein monofloraler Honig, da er zu mindestens 60 Prozent aus dem Nektar von Rapsblüten gewonnen wird.
Wie wird Rapshonig hergestellt?
Imker platzieren ihre Bienenstöcke in unmittelbarer Nähe zu blühenden Rapsfeldern, denn Bienen sind blütenstet und sammeln bevorzugt den Nektar von einer Pflanzenart, solange diese in ausreichender Menge vorhanden ist. Die meist sehr großen Rapsfelder bieten den Honigbienen eine Menge Nahrung, zumal jede einzelne Rapsblüte reich an süßem Nektar ist.
Rapsblüten öffnen sich nicht gleichzeitig, sondern präsentieren nacheinander ihre Farbenpracht über einen Zeitraum von bis zu fünf Wochen. Das geschieht genau in dem Zeitraum, wenn Honigbienen am aktivsten sind. Aus dem Nektar von Blüten eines Hektar Rapsfeld können bis zu 100 Kilogramm Honig gewonnen werden. Raps ist daher auch als Massentracht bekannt.
Die Imker ernten den Rapshonig üblicherweise Mitte Juni, nachdem die letzten gelben Blüten von den Rapsfeldern verschwunden sind. Die Waben werden aus den Imkerkästen entnommen, bei Zimmertemperatur geschleudert und der Honig durch ein Sieb in einen Sammelbehälter gefüllt. Danach wird der Rapshonig in Gläser abgefüllt.
Da Rapshonig einen hohen Anteil an Traubenzucker (Glukose) hat - etwa 41 Prozent - kristallisiert er sehr schnell nach der Ernte. Da etwas mehr Glukose als Fruktose enthalten ist und Glukose schneller Kristalle bildet als Fruktose, spricht dies für dessen Natürlichkeit und ist ein Qualitätsmerkmal. Um die cremige Konsistenz zu erhalten, rühren viele Imker den Honig in den ersten Tagen nach der Ernte kräftig um. Das Rühren zerschlägt die sich bildenden Kristalle, sodass sie klein bleiben und sich im Honig gleichmäßig verteilen. Flüssig wird Rapshonig hingegen nur durch Erhitzen.
Lesen Sie auch: Raps Honig ernten und verarbeiten – So geht's!
Typische Eigenschaften und Zusammensetzung von Rapshonig
Farbe und Konsistenz
Rapshonig ist sehr hell - seine Farbe reicht von weiß bis elfenbeinfarben. Die Kristallbildung schwächt den Farbton signifikant, daher präsentiert sich bereits teilweise kristallisierter Honig fast weiß. Durch die Kristallisation bleibt Rapshonig cremig bis fest und lässt sich leicht aus dem Glas entnehmen.
Geschmack
Rapshonig schmeckt mild, süß-fruchtig und leicht aromatisch. Das Aroma ist nicht aufdringlich und harmoniert sowohl mit Tee, Joghurt als auch mit Frühstücksflocken oder warmen Milchgetränken.
Nährstoffgehalt
| Inhaltsstoff | Anteil (%) |
|---|---|
| Glukose | ca. 41 |
| Fruktose | ca. 39 |
| Andere Zucker & Inhaltstoffe | bis 20 |
| Wasseranteil | niedrig |
Rapshonig enthält zahlreiche Inhaltsstoffe wie Vitamin C und Vertreter der B-Vitamine. Er liefert zudem Aminosäuren sowie Mineralien wie Calcium, Zink, Eisen und Magnesium, wenn auch in geringeren Mengen als Obst und Gemüse.
Gesundheitsfördernde Eigenschaften
Rapshonig enthält Verbindungen mit entzündungshemmenden Eigenschaften wie Flavonoide und Phenolsäuren. Die darin enthaltenen antioxidativen Verbindungen wie Katalase und Peroxidase helfen, freie Radikale zu neutralisieren. Wissenschaftler haben jedoch festgestellt, dass Rapshonig geringere antibakterielle und antioxidative Eigenschaften als andere Honigsorten besitzt.
Rapshonig kann zur Linderung von Gelenkschmerzen beitragen, die mit Rheuma einhergehen. Außerdem wurde nachgewiesen, dass regelmäßiger Verzehr positive Effekte auf den Cholesterinspiegel haben kann, indem er das LDL-Cholesterin senkt und das HDL-Cholesterin erhöht. Der glykämische Index von Rapshonig ist vergleichsweise hoch, weshalb Personen mit empfindlichem Blutzuckerspiegel darauf achten sollten.
Lesen Sie auch: Gesundheitliche Lage von Heinz Hoenig im Detail
Verwendungsmöglichkeiten in der Küche
Rapshonig ist ein hervorragender Brotaufstrich, weil er durch seine cremige Konsistenz nicht heruntertropft. Der mild-süße Geschmack prädestiniert ihn als natürliches Süßungsmittel für Tee, Joghurt, Müsli, Dressings oder warme Milch. Besonders beliebt ist er als Zutat beim Backen, für Quarkspeisen, Speiseeis und Müslis. Auch in der Vorweihnachtszeit wird Rapshonig gerne zum Backen verwendet.
- Brotaufstrich - tropft nicht vom Brot
- Natürliches Süßungsmittel für Kindertees und warme Milch
- Zutat für Dressings und Soßen
- Backzutat in der Vorweihnachtszeit
- Verwendung in Quark, Joghurt und Müsli
Dank seiner milden Süße genießen Kinder und Erwachsene Rapshonig gleichermaßen. Viele Kinder schätzen den milden Geschmack, der im Gegensatz zu anderen Honigsorten weniger intensiv ist.
Nachhaltigkeit, Umweltaspekte & Qualität
Mit dem zunehmenden Anbau von Raps auf großen Flächen stellt sich auch die Frage nach Umweltauswirkungen. Zwar handelt es sich nicht um echte Monokulturen, aber die Fruchtfolge verliert in der konventionellen Landwirtschaft an Vielfalt, was Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenvielfalt hat. Mit Dünger und Pestiziden lässt sich zwar ein hoher Ertrag sichern, aber dies geschieht auf Kosten der Umwelt. Je mehr Pestizide eingesetzt werden, desto mehr können in den Honig gelangen. Verschiedene Untersuchungen haben Rückstände von Pestiziden in Honig nachgewiesen, vor allem bei importiertem Rapshonig.
Viele Imker lassen ihren Rapshonig auf Rückstände prüfen. Landwirte und Imker halten sich an die Bienenschutzverordnung und tauschen sich aus, um zu verhindern, dass Bienen behandelte Rapsblüten besuchen. Wer besonderen Wert auf Umweltverträglichkeit legt, sollte Rapshonig aus ökologischer Landwirtschaft und - wenn möglich - aus Deutschland kaufen. Die ökologische Landwirtschaft baut jedoch weniger Raps an, sodass Bio-Rapshonig nur begrenzt erhältlich ist.
Wissenswertes & Einkaufstipps
Beim Kauf sollte auf eine weiße Farbe und eine cremige bis feste Konsistenz geachtet werden. Nur dann handelt es sich um naturbelassenen Rapshonig, der alle Inhaltsstoffe unbeschadet enthält. Dunkel, trocken und kühl gelagert ist Rapshonig mindestens drei Jahre haltbar.
Lesen Sie auch: Herstellungsprozess von Blaue Biene Honig detailliert erklärt
- Weiße bis elfenbeinfarbene Farbe
- Cremige Konsistenz
- Mindestens drei Jahre haltbar bei richtiger Lagerung
- Bio-Qualität bevorzugen für geringe Belastung
Fakten rund um Rapshonig
- Rapshonig zählt zur Gruppe der Blütenhonige
- Bienen sammeln Nektar von Rapsblüten
- Sehr große Rapsfelder bieten reichhaltige Nahrung
- Cremiges, mildes und süßes Aroma
- Beliebt bei Kindern und Erwachsenen
- Schnelle Kristallisation ein Qualitätsmerkmal
- Breit einsetzbar in der Küche
- Wird früh im Jahr geerntet
tags: #wie #wird #Raps-Honig #hergestellt #und #welche


