Tag der Schokolade: Bedeutung und Geschichte
Viele Schokofans und Naschkatzen kommen voll auf ihre Kosten. Der 7. Juli ist der Tag, an dem die ganze Welt der Schokolade Tribut zollt. Der 7. Juli steht ganz im Zeichen der Schokolade, denn an diesem Tag wird der internationale Tag der Schokolade (engl. World Chocolate Day) gefeiert.
Der Ursprung und Beginn sind angesichts der vielen weiteren Aktionstage rund um Schokolade nicht eindeutig belegt. Der 7. Juli wurde gewählt, um die Schokolade auf der ganzen Welt zu feiern, weil die Geschichte berichtet, dass an diesem Tag im Jahr 1550 das köstliche Getränk auf Kakaobasis in Europa eingeführt wurde. Das hängt mit einem Ereignis vor fast 500 Jahren zusammen. Denn der 7. Juli 1550 gilt allgemein als der Beginn des Siegeszugs der cremigen Köstlichkeit durch Europa. An diesem Tag sollen Dominikanermönche am spanischen Hof ihren neuartigen Maya-Schokoladen-Drink, den sie von einer Südamerikareise mitgebracht hatten, vorgestellt haben. Der Legende nach wurde die Schokolade daraufhin erst im gesamten spanischen Adel beliebt - und wenig später auch in anderen europäischen Königshäusern.
Tatsächlich fanden Kakaobohnen jedoch bereits viele Jahrhunderte vorher ihren Weg in die menschliche Ernährung: Archäologen haben Beweise für das Vorkommen von Kakaobohnen in der menschlichen Ernährung in Südamerika entdeckt, die mehrere tausend Jahre zurückreichen. Die ersten, die Kakao anbauten, waren die Maya, eine der ältesten Hochkulturen des amerikanischen Kontinents. Diese verwendeten die Kakaobohnen sogar als Währung. In jener Zeit war Schokolade auch nur als Getränk bekannt: Die Maya verwendeten die Kakaobohnen nämlich für die Zubereitung eines bitteren Getränks, dem sogenannten xocolātl, das aber nichts mit der heutigen Schokolade zu tun hat.
Das von Montezuma angebotene Getränk der Götter: Einer Legende zufolge hielt der aztekische Herrscher Montezuma, als der spanische Entdecker Hernando Cortés auf der Suche nach Gold und Silber in Mexiko ankam, ihn für eine wiedergeborene Gottheit und empfing ihn mit einem üppigen Bankett, bei dem er ein Kakaogetränk servierte. Die Spanier fügten Zucker hinzu, hielten es aber 100 Jahre lang geheim. Als die spanischen Konquistadoren in der Neuen Welt ankamen ... entdeckten sie auch den Wert des Kakaobohnenanbaus. Sie brachten ihren Erfindungsreichtum in das Rezept des Schokoladengetränks ein, indem sie Zucker und Gewürze hinzufügten, um es zu süßen. Von hier aus wurde Schokolade bei den Spaniern beliebt, die die Herstellungsmethode nach ihrer Entdeckung etwa 100 Jahre lang geheim hielten.
Schokolade wurde nur an den königlichen Höfen konsumiert. Schließlich gelangte die Schokolade - damals nur als Getränk konsumiert - nach Frankreich, dann nach England, an die königlichen Höfe und in Häuser, die dem Schokoladenkonsum gewidmet waren und von der Elite frequentiert wurden. Heiße Schokolade wurde von der oberen Gesellschaftsschicht wegen ihres Geschmacks und ihrer gesundheitlichen Vorteile geschätzt und erlangte im Laufe der Zeit den Ruf eines Aphrodisiakums.
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Der erste Schokoladenladen wurde 1657 eröffnet. In England wurde 1657 in London der erste Schokoladenladen eröffnet. Wie Coffeeshops wurden diese Orte von der High Society frequentiert. In Frankreich wurde Schokolade zum Symbol erhoben, das per königlichem Erlass nur Mitgliedern der Aristokratie vorbehalten war. Schokolade blieb bis zur Industriellen Revolution ein Privileg der Reichen, als neue Technologien entwickelt wurden, die Schokolade der breiten Öffentlichkeit zugänglich machten.
Vom Getränk zur Tafel: Technische Revolution im 19. Jahrhundert
Das 19. Jahrhundert revolutionierte die Schokolade. Zu Beginn des Jahrhunderts war sie noch ein Luxusgut das in Form von Trinkschokolade genossen wurde. Im Laufe des Jahrhunderts führte in vielen Ländern die Senkung oder der Wegfall von hohen Zöllen und Steuern auf Kakao zu einer Preissenkung. Gleichzeitig wurde der Kakaoanbau ausgedehnt und sorgte für ein zunehmend preiswerteres Angebot. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts löste zudem der Rübenzucker den teuren Import von Rohrzucker ab. Dazu kamen neue Maschinen die erstmals eine Massenproduktion ermöglichten und zugleich die Grundlage für neue Produkte wie Essschokolade, Milchschokolade und Kakaopulver waren.
1828 patentierte Conrad J. van Houten eine Entdeckung, die für die Geschichte der Schokolade von entscheidender Bedeutung war. Er erfand die Methode, mit der die Kakaobutter vom Pulver getrennt werden konnte. Auf diese Weise ließen sich sowohl Getränke als auch Schokoladenkuchen viel einfacher zubereiten. Die erste Tafel Schokolade wurde 1847 hergestellt, als der Engländer Joseph Fry entdeckte, dass er eine leicht formbare Paste erhalten konnte, wenn er Kakaobutter mit Pulver vermischte. Die erste Milchschokolade wurde jedoch 1857 vom Schweizer Daniel Peter in Zusammenarbeit mit Henri Nestlé erfunden. Die Feinheit der heutigen Schokolade ist dem Schweizer Rudolph Lindt zu verdanken, der 1879 eine spezielle Maschine erfand, die die Schokolade homogenisierte Punkt, an dem es fein wurde und im Mund schmolz.
Im Jahr 1868 stellte Cadbury, eine kleine Fabrik in England, die erste Schokoladenschachtel her. Die Praline wurde 1857 von einem belgischen Apotheker erfunden. Um den Geschmack der Medikamente zu verbergen, überzog er sie mit einer dünnen Schicht Schokolade. Gianduiotto wurde beim Karneval 1865 in Turin geboren. Neue Produkte wie Tafelschokoladen, Pralinen und Hohlfiguren eroberten den Markt.
Industrialisierung, Technik und moderne Produktion
Die industrielle Herstellung von Schokolade ist technisch anspruchsvoll. Zunächst werden Kakaobohnen zu Kakaomasse verarbeitet. Soll aus der Kakaomasse Schokolade werden, wird sie mit Zucker, gegebenenfalls auch Kakaobutter, Milchprodukten ... und Gewürzen vermischt. Diese Schokoladenmasse wird nun in Walzwerken fein vermahlen, sodass insbesondere die Zuckerkristalle auf eine durchschnittliche Größe von 10-20 Mikrometer reduziert werden. In den sogenannten Conchen wird die Schokoladenmasse nun erwärmt und gerieben. Moderne Technik ermöglichte eine starke Verkürzung dieses Vorgangs, der die Feuchtigkeit reduziert, das Aroma erschließt und unerwünschte Aromabestandteile entfernt.
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Bevor Schokolade aus dem flüssigen Zustand verarbeitet und zum Erstarren gebracht wird, muss sie temperiert werden, d. h., sie wird gekühlt, bis der Fettanteil in der Schokolade erste Erstarrungskristalle bildet. Die Kristallform 5 ist die gewünschte Form für den Verzehr. Beim Temperieren werden niedrig schmelzende Kristalle aufgeschmolzen, sodass nur hochschmelzende Kristalle sich in der flüssigen Schokolade befinden. Die Schokolade erstarrt dann beim anschließenden Kühlen in einem Kristallgefüge, das aus diesen hochschmelzenden Kristallen gebildet wird.
Nach der Erstarrung erfolgt ein erneuter Temperaturabfall. In einem weiteren Produktionsschritt wird die Masse in Formen abgefüllt oder als Überzugsmasse für Schokoriegel aufbereitet und danach abgekühlt. Diese Schokoladenmasse kann dann in entsprechende Formen wie Tafeln, Kugeln, Hohlformen oder Eier gegossen werden. Die mögliche Beigabe von Nüssen oder anderen harten Zutaten in die Masse erfolgt kurz nach dem Temperieren.
Herstellungstechniken kurz zusammengefasst
- Rösten und Mahlen der Bohnen zu Kakaomasse
- Trennung von Kakaobutter und -pulver (van Houten)
- Mahlergebnis durch Walzen und Conchieren
- Temperieren zur Bildung stabiler Fettkristalle
- Gießen, Füllen und Verpacken (u. a. One‑Shot‑Verfahren, Wendeverfahren)
Wirtschaft, Sorten und Qualitätsbegriffe
Es existiert eine Vielzahl von Sorten und Qualitäten, Formen und Geschmacksrichtungen. Unterschieden wird zwischen Bitterschokolade, Milchschokolade und weißer Schokolade. Beim Verkauf edlerer Schokoladen werden auch Unterscheidungen nach dem Anbaugebiet der Kakaobohne gemacht. Hierbei werden auch Qualitätsbegriffe wie das vom Wein bekannte „Premier Cru“ verwendet. Schokoladen (Tafeln zum direkten Verzehr wie auch Kuvertüren) mit hohen Ansprüchen an Reinheit und Qualität des verwendeten Kakaos werden von Herstellern in vielen Ländern produziert.
Die Produkte sind begrenzt haltbar und aufgrund des hohen Fettanteils relativ wärmeempfindlich. Man unterscheidet Konsumprodukte von Premiumprodukten, daher ist der Preis sehr unterschiedlich. To'ak-Schokolade ist die teuerste der Welt. Geliefert wird eine 50-Gramm-Tafel verpackt in einer Ulmenholzschachtel, in der sich auch eine speziell für die Verkostung der Schokolade angefertigte Holzzange und ein 116-seitiges Booklet befinden, in dem Sie alle Details rund um die Herkunft der Kakaobohnen finden. Der Rekord wurde in der neuen internationalen Ausgabe des Guinness-Buchs der Rekorde gewürdigt.
Schokolade und Gesundheit
Schokolade ist nicht nur köstlich, sondern bietet auch eine Reihe gesundheitlicher Vorteile. Der Kakao in dunkler Schokolade ist reich an Antioxidantien, die dazu beitragen können, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und das Risiko von Herzerkrankungen zu verringern. Einige Studien deuten auch darauf hin, dass ein mäßiger Verzehr von dunkler Schokolade positive Auswirkungen auf den Blutdruck und die Gehirnfunktion haben könnte. Bitterschokolade fördert die Produktion von Antioxidantien, was auch dem Herz-Kreislauf-System zugute kommen kann.
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Neben dem Kakaoanteil enthält Schokolade auch Inhaltsstoffe wie Theobromin, das mild anregend wirkt, und das Glückshormon Phenylethylamin, das als Muntermacher die Pulsfrequenz, den Blutdruck und nicht zuletzt den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen lässt. Aber aufgepasst, nur in hoher Dosis. Weitere Inhaltsstoffe sind die Serotonin-Vorstufe Tryptophan und das Cannabinoid Anandamid. Schokolade besteht zu beträchtlichen Teilen aus Fett und Zucker und hat einen hohen Energiegehalt; daher ist maßvoller Konsum wichtig.
Kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung
Der Weltschokoladentag ist eine Gelegenheit, die Vielfalt der Schokolade und ihre kulturellen Auswirkungen auf der ganzen Welt zu feiern. An diesem Tag kommen Chocolatiers, Produzenten und Schokoladenliebhaber zusammen, um ihre Leidenschaft für diesen dekadenten Genuss zu teilen. Der Weltschokoladentag ist auch die perfekte Gelegenheit, Ihren Kalender mit Veranstaltungen und Festivals zum Thema Schokolade auf der ganzen Welt zu versehen. Eurochocolate in Perugia, Italien: Ein jährlich in Perugia stattfindendes Schokoladenfestival mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Schokoladenverkostungen. Schokoladenwoche in Melbourne, Australien: Eine ganze Woche im Zeichen der Schokolade mit Veranstaltungen, Verkostungen, Ausstellungen und vielem mehr.
Der schokoladige Aktionstag bietet die perfekte Gelegenheit, sich ganz ohne schlechtes Gewissen einen schokoladigen Tag ganz nach den eigenen Vorlieben zu gönnen. Der Tag der Schokolade eignet sich also auch hervorragend, sich mit der Lieblingssüßigkeit ein bisschen intensiver auseinanderzusetzen und ein bisschen Recherchearbeit zu investieren. Das beinhaltet beispielsweise Fragen zu fair gehandelter Schokolade und den Anbaubedingungen des Kakaos, denn der Kakao für den Großteil der Schokolade, die im Supermarkt verkauft wird, stammt aus Monokulturen mit fragwürdigen Anbau- und Arbeitsbedingungen. Der Tag der Schokolade kann also fantastisch genutzt werden, den Schokoladenkonsum einmal zu überdenken und so vielleicht die spannende Welt der feinen und fair-gehandelten Schokolade zu entdecken.
Weitere Schokoladen‑Aktionstage
- International Chocolate Day / Internationaler Tag der Schokolade: 13. September (Geburtstag von Milton S. Hershey).
- World Chocolate Day / Weltschokoladentag: 7. Juli (verweist auf die Einführung des Kakaogetränks in Europa, 1550).
- National Chocolate Days in den USA: u. a. 28. Oktober und 28. Dezember sowie spezielle Tage wie National Milk Chocolate Day oder National White Chocolate Day.
- Weitere regionale Daten: in Ghana z. B. der 14. Februar, in Lettland der 11. (abweichende lokale Termine).
Statistiken und Konsum
Wenn es um den Schokokonsum geht, spielen wir Europäer im internationalen Vergleich ganz vorne mit. Wir erliegen der sündhaften Versuchung mit einem stetig steigenden Pro-Kopf-Verzehr von rund 9,71 kg pro Jahr. Die Österreicher verzehren rund neun Kilogramm Schokolade pro Jahr. Allein im Jahr 2019 lag der durchschnittliche Pro-Kopf Konsum von Schokolade in Deutschland bei 9,2 Kilogramm. Das bedeutet, jede:r Deutsche isst pro Woche fast zwei 100‑Gramm‑Schokoladentafeln.
| Land / Region | Pro-Kopf-Verbrauch (kg/Jahr) |
|---|---|
| Deutschland | ~9,2 |
| Österreich | ~9,0 |
| Europa (Durchschnitt/Beispiel) | ~9,71 |
Kurioses, Rekorde und Genussmomente
So beeindruckt in Las Vegas der größte Schoko-Brunnen der Welt, der von eindrucksvollen vier Metern Höhe dunkles und weißes Süß über verschiedene Ebenen effektvoll in Glasschalen laufen lässt. Auch die Marketingstrategen der Schönheitsprodukte haben das braune Etwas zwischenzeitlich für sich entdeckt. Die Schokolade hat viele Facetten: Sie wird in reiner Form genossen, als Halbfertigfabrikat weiterverarbeitet und als Basis für Pralinen und Konfekt verwendet. Chocolatiers schätzen die feinen Kuvertüren mit hohem Kakaobutteranteil und ausgewählten Edelkakaos.
Der Preis für Schokolade nimmt zu; die Schokoladenhersteller beziehen ihre Rohstoffe zu schwankenden Rohstoffpreisen. Die Kakaopreise schwanken und beeinflussen Angebot und Verarbeitung. Gleichzeitig gibt es spannende Entwicklungen bei Aromen: Schokoladen, denen in die Grundmasse Aromastoffe und Gewürze wie Chili, Zimt oder schwarzer Pfeffer beigemengt wurden, erfreuen Gourmets weltweit.
Der Weltschokoladentag ist ein besonderer Anlass, um eines der beliebtesten Desserts der Welt zu ehren: Schokolade. Dieser Tag ist die perfekte Gelegenheit, in die Geschichte einzutauchen, neue Rezepte zu entdecken und den einzigartigen Geschmack dieser Delikatesse zu genießen. Schokolade ist viel mehr als nur ein Dessert: Sie ist ein Symbol für Freude, Teilen und Liebe.
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