Geschichte und Herstellung der Gala Peter Schokolade
Daniel Peter, geboren 1836 in Moudon als Sohn eines Metzgers, entwickelte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Vevey am Genfersee die Idee, Milch dauerhaft mit Schokolade zu verbinden. Die feste Tafelschokolade war auch keine Neuerung mehr: Schon Jahrzehnte zuvor hatte François-Louis Cailler in der Region begonnen, Schokolade in Tablettenform industriell herzustellen. Neu war hingegen die Frage, ob sich Milch dauerhaft mit Schokolade verbinden ließ.
Die Idee war nicht unbekannt - in Deutschland hatte man bereits im frühen 19. Jahrhundert mit milchhaltigen Schokoladen experimentiert. Diese Versuche blieben jedoch technisch heikel: Milch verdarb schnell, die Produkte waren instabil und nur begrenzt haltbar. Daniel Peter ließ das Thema dennoch nicht los. Über Jahre experimentierte er mit verschiedenen Rezepturen, immer auf der Suche nach einer Lösung, die sich nicht nur geschmacklich, sondern auch praktisch bewährte.
Der entscheidende Schritt bestand darin, Milch nicht frisch, sondern in konzentrierter Form zu verwenden. Nach ersten Versuchen mit Milchpulver versuchte es Daniel Peter 1875 mit Kondensmilch, welche damals im grossen Stil im Kanton Zug in Cham hergestellt wurde. 1875 gelang es ihm eine aus Kakao, Zucker und Kondensmilch bestehende Schokolade zu entwickeln, die beim Publikum zu einem Grosserfolg wurde. Dies gilt in vielen Veröffentlichungen heute noch immer als das Erfindungsdatum der Milchschokolade.
Gala Peter: Name, Formate und Markteinführung
1887 brachte Peter diese Schokolade unter dem Namen Gala Peter auf den Markt. „Gala“, abgeleitet vom griechischen Wort für Milch, war Programm. Die Schokolade unterschied sich äußerlich kaum von anderen Tafeln jener Zeit, doch ihre Zusammensetzung war neu. Sie war milder, weicher im Geschmack und vor allem zuverlässig herstellbar.
Ab 1880 presst er seine Milchschokolade in praktischen Formen, die einfach zu verwenden, zu transportieren und zu lagern sind. Die zweite Schokoladenart namens „Gala Peter“ (Gala bedeutet Milch im Altgriechischen) ist zum Essen mit der Hand in Form von Tafeln oder „Kroketten“, kleinen runden Scheiben, gedacht. 1895 registriert Daniel Peter diese beiden Marken an, die ihm Wohlstand bringen werden.
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Diese Schokolade war nicht zum Abbrechen und Essen bestimmt, sondern zum Auflösen und Trinken. Delta kam zeitlich nach Gala, in den 1890er-Jahren, und richtete sich an Konsumenten, die Schokolade weiterhin als Getränk schätzten.
Technische Voraussetzungen: Kondensmilch aus Cham und industrielle Entwicklungen
Hergestellt wurde die Kondensmilch damals in Cham im Kanton Zug. Die «Milchsüdi» wurde 1866 vom Amerikaner George Ham Page in Cham, unter dem Namen Anglo-Swiss Condensed Milk Company, zwecks der Herstellung und weltweiten Vermarktung von Kondensmilch, gegründet. Die Milchsiederei war Anlaufstelle für Milchbauern aus der ganzen Region und wuchs schnell zu einem der wichtigsten Hersteller von Kondensmilch weltweit.
Zu Spitzenzeiten verarbeitete die Milchsiederei täglich 66 000 Kilogramm Rohmilch von 1300 Bauerhöfen rund um Cham. Im Jahr 1905 fusionierte Nestlé mit der Anglo-Swiss Condensed Milk Company. Es war damals die grösste Fusion der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Der weitaus grössere und stärkere Partner der Fusion war damals die Anglo-Swiss, die Nestlé war die Juniorpartnerin.
Dass überhaupt genügend Milch vorhanden war, um all die Städter zu nähren, war ebenfalls dem technischen Fortschritt und der ersten Globalisierung zu verdanken. Im Westen der USA und im Süden Russlands wurden im 19. Jahrhundert neue Getreidekammern erschlossen. Dank der Eisenbahn und der Dampfboote lohnte sich der Export in ferne Länder - also auch in die Schweiz. Das wiederum setzte die hiesigen Bauern unter Druck. Sie kamen weg vom arbeitsintensiven und teuren Getreideanbau und setzten nicht nur in den Bergen und Hügeln, sondern immer häufiger in den Tälern auf Viehwirtschaft.
Wachstum, Marken und Werbung
Dank der «besten Schweizer Alpenmilch» gewinnt Daniel Peters Schokolade auf vielen internationalen Ausstellungen die begehrten Medaillen. Die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ist eine Zeit wahren Prosperität für die Schweizer Wirtschaft und die Schokoladenindustrie. Dies fiel mit einer Ära der Entwicklung des Tourismus in der Schweiz zusammen. Tausende wohlhabender Touristen aus der ganzen Welt haben die Möglichkeit, diese Spezialität zu entdecken und zu geniessen.
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Daniel Peter bewirbt seine Schokolade als „besonders nahrhaft, leicht verdaulich, ideal für Kinder zum Frühstück“ oder als „das Beste für Wanderer und Touristen“. In seiner Werbung zeigt er idyllische Szenen mit Kühen auf grünen Wiesen und hohen Berggipfeln, um Schweizer und Touristen zu überzeugen.
Familie, Partnerschaften und Fusionen
1863 heiratete Daniel Peter Fanny-Louise Cailler, die älteste Tochter des Schokoladenunternehmers François-Louis Cailler. Daniel Peter gründete 1867 mit seiner Frau Fanny eine eigene Firma unter dem Namen Peter, Cailler & Cie und tüftelte an neuen Kreationen. François-Louis Cailler hatte 1819 die Schokoladenmanufaktur Cailler gegründet und produzierte dort als Erster Schokolade in der noch heute gängigen Tafelform.
Daniel Peters Unternehmen wächst und erobert neue Märkte in England, Frankreich, Deutschland und den USA. Trotz seines Erfolgs bleibt die finanzielle Situation von Daniel Peter schwierig. Die Konkurrenz in der Schokoladenbranche ist nach wie vor hart. Andere Schokoladenhersteller versuchen, Daniels Rezept für Milchschokolade zu kopieren. Nach langen Verhandlungen findet Peter einen neuen Geschäftspartner mit dem notwendigen Kapital, um die Fabrik zu vergrössern.
Am 2.02.1901 eröffnet Daniel seine zweite Fabrik in Orbe und fusioniert anschließend im Jahr 1904 mit der Firma Kohler zur „Société générale Peter & Kohler“. Die Geschäfte verbessern sich stetig, und die Produktion muss gesteigert werden. Da es in Vevey keinen Platz mehr für eine Erweiterung gibt, wird in Orbe eine neue Fabrik gebaut. Die neue Fabrik bietet Perspektiven, und Daniel freundet sich mit Jacques-Jean Kohler an, dem Enkel von Amédée Kohler, einem weiteren Schweizer Schokoladenpionier, was später zur Fusion der beiden Hersteller führt.
1911 schliessen sich Peter & Kohler mit Alexandre Cailler zur «Peter, Cailler, Kohler, Chocolat Suisse S.A.» zusammen, auch bekannt als PCK. Die drei Schokoladenpioniere beschliessen, dass sie gemeinsam stärker sind, um der Welt die beste Schweizer Milch- und Fondant-Schokolade zugänglich zu machen. Der Zusammenschluss trägt Früchte. «Peter, Cailler, Kohler Suisse S.A.» ist bald für 50% der Schweizer Schokoladenexporte verantwortlich.
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1929 fusionieren Peter, Cailler & Kohler mit der Nestlé Gruppe zu NPCK. Eine erwartete und erfolgreiche Allianz zwischen einem noch familiengeführten Unternehmen (PCK) und einer international ausgerichteten Struktur (Nestlé & Anglo-Swiss Condensed Milk Co.).
Cailler, Alexandre und Broc
Alexandre Cailler, Enkel von François-Louis, führt inzwischen das Schokoladengeschäft der Familie in 3. Generation. Er verlässt Vevey und die Fabrik seiner Vorfahren und eröffnet 1898 die neue Schokoladenfabrik in Broc. Er wählt das Dorf im Greyerzland, um direkten Zugang zur frischen Milch und damit zur wichtigsten Zutat für seine Milchschokolade zu haben, die er inzwischen ebenfalls produziert.
Die Schokolade der Marke Cailler wird heute noch ausschliesslich in der Fabrik in Broc hergestellt. Und so wie bereits zu Alexandre Caillers Zeiten stammt die frische Schweizer Alpenmilch von ungefähr 1500 Kühen, die in einem Kreis von 30 Km um die Fabrik grasen. Die Milch, die für die Produktion in Broc verwendet wird, trägt stolz das Label „IP Suisse“.
Rezept, Herstellung und Weiterentwicklung
Daniel Peter experimentierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Vevey am Genfersee mit Milchschokolade. Der entscheidende Schritt bestand darin, Milch nicht frisch, sondern in konzentrierter Form zu verwenden. Das Geheimnis der Cailler Milchschokolade, die von Daniel Peter erfunden und von Alexandre Cailler perfektioniert wurde, ist immer noch Kondensmilch, die sie so unglaublich zart schmelzen macht.
Cailler ist der einzige Schokoladenhersteller, der flüssige Kondensmilch in seinen Kreationen verwendet. Milchschokolade ist unser Markenzeichen und die Basis für viele unserer Produkte. Es gibt sie nicht nur in der beliebten Tafel, sondern sie umhüllt auch die berühmten Cailler Branches oder viele unserer feinen Pralinen.
Die heutige Milchschokolade wird jedoch nicht mehr mit Kondensmilch, sondern häufig mit Milchpulver hergestellt. Daniel Peter kam als Sohn eines Metzgers zur Welt. Seine Lehrjahre verbrachte er im Lebensmittelhandel und in einer Kerzenfabrik in Vevey. Die er später zusammen mit seinem Bruder kauft und für einige Jahre mit begrenztem Erfolg betreibt.
Rechtliche Auseinandersetzungen und historisches Erbe
Der Grund für seinen Ärger ist der Werbeslogan der Firma Nestlé. «Die Familie Cailler hat die Milchschokolade erfunden», behauptet der Konzern darin. «Doch das ist falsch», sagt Marc-Olivier Peter. Denn historische Quellen belegen: Der richtige Schoggi-Erfinder heisst Daniel Peter (1836-1919) und ist ein entfernter Vorfahre des in Zug lebenden Schoggi-Liebhabers. Peter hat deshalb bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission und beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) Beschwerde eingereicht - mit durchschlagendem Erfolg.
«Erfinder der Milchschokolade ist der Waadtländer Daniel Peter», sagt Urs Furrer, Geschäftsstellenleiter des Verbandes der schweizerischen Schokoladenhersteller Chocosuisse in Bern. Auch der Historiker Roman Rossfeld von der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich bestätigt: «Der Fall ist klar. Daniel Peter hat die Milchschokolade erfunden, und zwar im Jahr 1875 an der Rue des Bosquets 14 in Vevey.»
Mit dem Zusammenschluss von Peter-Cailler, der Firma Kohler (Erfinder der Nussschokolade) und Nestlé im Jahr 1929 blieb nur die Marke Cailler erhalten. Folglich sei es im Rahmen eines Werbespots von kurzer Dauer rechtens, sich auf Cailler zu konzentrieren, auf die einzige noch aktive Marke der Gruppe. Die Argumente scheinen nun auch Nestlé überzeugt zu haben: «Wir haben uns entschieden, in künftigen Werbemitteilungen im Zusammenhang mit der Erfindung der Milchschokolade auf die Erwähnung der Familie Cailler zu verzichten», sagt Oertlé.
Internationale Verbreitung und Markenentwicklung
In 1901, an American businessman from Lamont, Corliss & Company discovered a Peter’s Gala Bar while in England. He was so enamored with the chocolate that he successfully convinced the American firm to secure rights to sell Peter’s Chocolate in America. By 1917, a Peter’s manufacturing facility was opened in Fulton, NY. In 2002, the Peter’s Chocolate brand was purchased by Cargill, Incorporated, which continues the tradition of producing milk chocolate from whole milk crumb in accordance with Daniel Peter’s original method.
As the first and oldest milk chocolate manufacturer in the world, Peter’s Chocolate has over 140 years of experience producing chocolate with a distinctive Swiss-style flavor. Today, the Peter’s Chocolate portfolio encompasses a wide variety of high quality chocolates, and specialty confectionary coatings, and serves the nation’s finest confectioners, bakers and artisans.
Auszeichnungen, Image und Vermarktung
Dank der «besten Schweizer Alpenmilch» gewinnt Daniel Peters Schokolade auf vielen internationalen Ausstellungen die begehrten Medaillen. Daniel Peter bewirbt seine Schokolade als „besonders nahrhaft, leicht verdaulich, ideal für Kinder zum Frühstück“ oder als „das Beste für Wanderer und Touristen“. In seiner Werbung zeigt er idyllische Szenen mit Kühen auf grünen Wiesen und hohen Berggipfeln, um Schweizer und Touristen zu überzeugen.
Tabelle: Wichtige Daten zur Entstehung und Entwicklung
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1819 | François-Louis Cailler gründet Schokoladenmanufaktur |
| 1863 | Heirat Daniel Peter mit Fanny-Louise Cailler |
| 1867 | Gründung Peter, Cailler & Cie |
| 1875 | Erfolg mit Milchschokolade aus Kondensmilch |
| 1887 | Markteinführung Gala Peter |
| 1898 | Alexandre Cailler eröffnet Fabrik in Broc |
| 1901 | Peter in den USA: Vertrieb und spätere Fabrik in Fulton, NY |
| 1904 | Fusion Peter & Kohler |
| 1911 | Zusammenschluss Peter, Cailler & Kohler (PCK) |
| 1929 | Fusion mit Nestlé (NPCK) |
Vermächtnis von Gala Peter
Daniel Peters Beitrag zur Schokoladengeschichte liegt damit weniger in einer einzelnen Erfindung als in einer Übersetzungsleistung: Er überführte eine bekannte, aber problematische Idee - Milch in Schokolade - in ein verlässliches Produkt. Mit Gala und Delta zeigte sich, wie Schokolade am Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend standardisiert, markenfähig und vielseitig einsetzbar wurde.
Die Marke Gala Peter ist nicht mehr in den Regalen der Geschäfte zu finden, aber der Name ihres Erfinders und vor allem sein geniales Rezept haben die Schokoladenindustrie revolutioniert. Sein Erbe besteht fort und sichert den hervorragenden Ruf der Schweizer Schokolade in der ganzen Welt.
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