Feuchte Kekse nachträglich trocknen: Methoden, Tipps und Lagerung
Plätzchen gehören in die Plätzchendose. Es klingt so einfach, doch in der Realität ist es nicht immer ganz so leicht. Denn nicht alle Kekse bleiben in allen Keksdosen lecker, so werden Makronen manchmal weich und zäh, Zimtsterne verwandeln sich, wenn man Pech hat, in kleine Steine.
Warum Kekse weich oder hart werden
Die weichen Kekse sind weich, weil sie noch viel Feuchtigkeit enthalten, und zwar mehr Feuchtigkeit als die Luft in der Umgebung. Das Gleiche gilt für Brot. Frisches Brot besteht zu 40 Prozent aus Wasser; außerdem hat es noch eine Kruste. Da wandert die Feuchtigkeit zunächst von innen nach außen.
Genau umgekehrt ist es bei den Gebäcksorten, die von Anfang an ziemlich trocken sind, wie Zwieback, Knäckebrot oder normale Butterkekse. Bei Zucker ist es ähnlich. Zuckerkristalle ziehen auch Feuchtigkeit an, wenn auch nicht so stark wie Salz. Salz ist "hygroskopisch", d.h. es zieht Feuchtigkeit an. Deshalb werden Salzstangen, aber auch generell die Kruste von Laugengebäck bzw. Brezeln, so schnell weich.
Lagert man Plätzchen falsch, kann das Gebäck schnell hart werden. Je nachdem, um welchen Typ es sich handelt, ist auch die beste Dose eine andere. Während Plätzchen, die schnell hart werden (also mit der Zeit an Feuchtigkeit verlieren), am besten luftdicht verwahrt werden, sollten Kekse, die mit der Zeit weich werden, besser nicht ganz luftdicht gelagert werden.
Unterscheidung der Keksarten
- Feuchte Sorten: Makronen, Lebkuchen, Plätzchen mit Füllung - diese behalten Feuchtigkeit und werden bei zu luftdichter Lagerung kaum trockener, können aber bei falscher Kombination anderer Sorten weich werden.
- Trockene/knusprige Sorten: Mürbeteigplätzchen, Buttergebäck, Zwieback - diese verlieren mit der Zeit Feuchtigkeit und werden hart.
Richtige Lagerung zur Vorbeugung
Um die Plätzchen nach dem Backen mürbe zu halten, wird empfohlen, sie etwas kürzer zu backen, da sie auch nach dem Herausnehmen noch nachgaren. Das ist die erste Maßnahme, um die Mürbheit zu bewahren. Oft liegt es daran, dass sie zu lange gebacken wurden. Daher kann es hilfreich sein, die Backzeit etwas zu reduzieren.
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Nach dem Erkalten sollten die Plätzchen nicht im Kühlschrank gelagert, sondern in einem luftdichten Behälter bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Blechdosen sehen zwar gut aus, sind aber für eine dauerhafte Aufbewahrung nicht ideal, da sie nicht hundertprozentig schließen. Für Typ eins bieten sich deshalb Dosen oder Gläser mit Gummilippe an, die die Luft fernhält, während der zweite Typ besser in klassischen Blechdosen aufgehoben ist, die nicht hundertprozentig schließen.
Kekse sortenrein lagern: Feuchte und trockene Sorten nie zusammen aufbewahren. Kühl und dunkel lagern: Ein Vorratsschrank oder eine Speisekammer eignet sich ideal. Tipp: Schreib das Backdatum auf ein Etikett oder direkt auf die Dose, um den Überblick zu behalten.
Praktische Methoden, um feuchte bzw. harte Kekse nachträglich zu behandeln
1) Apfel-Trick (gegen harte, ausgetrocknete Kekse)
Gerade in der Weihnachtszeit verstauen wir unsere mühsam gebackenen Kekse gerne in besonders schönen, klassischen Blechdosen. Das hat nur leider den Haken, dass Kekse wie Zimtsterne, Vanillekipferl und Co. austrocknen und hart werden. Aber das lässt sich vermeiden - mit einem Stückchen Apfel. Es ist genauso einfach, wie es klingt: Sie waschen und schneiden einen Apfel klein und legen ein Stückchen mit in die Keksdose. Mit der Zeit gibt der Apfel seine Feuchtigkeit ab, die die Plätzchen aufnehmen können und so nicht austrocknen.
Zuallererst geben Sie die Plätzchen in eine Dose. Nun benötigen Sie lediglich ein Stück Apfel. Halbieren Sie den Apfel und legen Sie eine Hälfte in die Mitte der hausgemachten Plätzchen. Die Apfelfeuchtigkeit sorgt dafür, dass die Plätzchen bald wieder mürbe sind. Wichtig dabei: am besten täglich die Apfelscheibe kontrollieren und immer wieder austauschen, damit nichts schlecht wird oder schimmelt.
2) Brot als Feuchtigkeitsquelle
Wenn keine Äpfel verfügbar sind, kann auch eine Brotscheibe helfen. Die Feuchtigkeit im Brot wirkt ähnlich. Sie können auch eine Scheibe Weißbrot statt des Apfels in der Dose platzieren. Sie spendet ebenfalls Feuchtigkeit, wenn auch nicht ganz so viel, aber anders als der Apfel ist sie etwas neutraler im Geruch, der leicht auf die Kekse abfärben kann.
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3) Alufolie plus feuchtes Küchenpapier
Wenn Sie befürchten, das Apfelstück oder Brot in der Keksdose zu vergessen und die Plätzchen schimmeln, gibt es auch eine Alternative. Legen Sie einfach ein Stück Alufolie auf die Plätzchen und darüber ein mehrfach gefaltetes, feuchtes Küchenpapier. Sobald der Deckel geschlossen ist, werden die harten Kekse wieder mürbe. Diese Methode eignet sich für alle, die Apfel oder Brot in der Dose vergessen könnten.
4) Mikrowelle für eine schnelle Lösung
Wer es eilig hat, greift zur Mikrowelle. Die Kekse in ein feuchtes Küchenpapier wickeln und 10 bis 15 Sekunden in die Mikrowelle geben. Die Feuchtigkeit des Papiers macht die Plätzchen blitzschnell wieder weich - sie sollten dann aber sofort gegessen werden. Ein Tipp: Wenn Sie Kekse auf einem Tablett anrichten, sollten Sie dies in kleinen Mengen tun. Plätzchen verlieren mit der Zeit Feuchtigkeit und werden dadurch trocken. Es ist besser, immer wieder frische Kekse nachzulegen, als alle sofort zu servieren.
5) Eintunken in Kakao oder Kaffee (für einzelne Kekse)
Für einzelne Kekse gibt es noch einen anderen Weg: Kakao oder Kaffee machen trockenes Gebäck beim Eintunken sofort wieder essbar. Diese Methode eignet sich aber nicht, wenn die Plätzchen aufbewahrt werden sollen.
6) Backofen-Methode
Schon weich geworden? Kein Problem: Einfach ab in den Backofen bei etwa 100 °C. Manche Leser empfehlen auch, Plätzchen nochmal bei niedriger Temperatur zu backen, also eher mehr trocknen, um gewünschte Knusprigkeit zu erreichen.
Tipps zur Vorbereitung und speziellen Fällen
- Plätzchen etwas kürzer backen, da sie nachgaren.
- Die gebackenen Kekse auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
- Gefüllte Kekse und Sandwich-Kekse sind besonders empfindlich: Einmal geöffnet, sollten sie möglichst rasch verzehrt oder in einer luftdichten Dose gelagert werden.
- Wer verschiedene Sorten gebacken hat, sollte sie unbedingt getrennt lagern.
- Bei gefüllten Keksen empfiehlt sich statt Marmelade eventuell Nougat, da Marmelade eine Restfeuchte hat, die an die Kekse abgegeben wird.
- Vermeiden Sie es, feuchte (z. B. Lebkuchen) und trockene Sorten zusammen zu lagern.
Kurze Tabelle: Methoden auf einen Blick
| Methode | Anwendung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Apfelstück | Ein Stück Apfel in die Keksdose legen, täglich wechseln | Sehr effektiv, pflanzlich | Kann Apfelgeruch abgeben, Schimmelgefahr bei Vergessen |
| Brot | Scheibe Weißbrot in Dose legen | Neutralerer Geruch, einfach | Weniger Feuchtigkeit als Apfel |
| Alufolie + feuchtes Küchenpapier | Feuchtes Papier auf Folie legen, Dose schließen | Keine Lebensmittel, geringere Schimmelgefahr | Feuchte Papier wechseln, nicht langfristig |
| Mikrowelle | Mit feuchtem Papier 10-15 Sek. erhitzen | Schnell, sofort genießbar | Nur kurz haltbar, sofort essen |
| Backofen | Bei ~100 °C nachtrocknen | Kontrollierbar, knusprig | Zeitaufwendig, Risiko des Überbackens |
Praktische Hinweise und Vorsicht
Wichtig: am besten täglich die Apfelscheibe kontrollieren und immer wieder austauschen, damit nichts schlecht wird oder schimmelt. Wenn Sie befürchten, das Apfelstück oder Brot in der Keksdose zu vergessen und die Plätzchen schimmeln, nutzen Sie die Alufolie‑Methode.
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Eine Schüssel Salz in die Dose rein? Habt ihr erprobte Tipps? Achtung: Speisesalz ist oft so behandelt, dass es keine Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt (sonst würde es verklumpen). Deshalb ist Salz als Feuchtigkeitsregler meist ungeeignet.
Die beste und einfachste Maßnahme bleibt: Die Kekse ganz schnell vernaschen! Doch wenn das nicht möglich ist, helfen die beschriebenen Lifehacks, die Keksdose zu retten.
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