Die Esterházy-Torte: Rezept und Zubereitung – Grundlagen und klassische Techniken

Die Esterházy-Torte ist ein berühmter Klassiker der österreichisch-ungarischen Patisserie und wurde im 19. Jahrhundert zu Ehren der ungarischen Adelsfamilie Esterházy kreiert. Das typische Esterházy-Tortenmuster mit flüssiger dunkler Schokolade auf weißem Tortenguss oder Fondant macht die Torte weltweit unverwechselbar. Noch heute ist sie insbesondere in Österreich und Ungarn äußerst beliebt und gehört zu den Klassikern der Mehlspeisen. Wer die feinen, nussigen Böden und die cremige Vanillebuttercreme liebt, kommt bei der Esterházy-Torte voll auf seine Kosten.

historische Darstellung der Esterházy-Torte

Die Geschichte der Esterházy-Torte

Das Originalrezept für die Esterházy-Torte stammt aus Ungarn, wurde jedoch schnell von Wiener Konditoren übernommen. Einige halten das kunstvolle Backwerk deshalb für eine Erfindung der Österreicher. Gourmets mag es egal sein: Nach dem ersten Bissen spielt es kaum eine Rolle, woher das Original-Rezept für die Esterházy-Torte kommt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Budapester Konditoren kreiert, besteht sie aus einer hellen Creme, die klassischerweise zwischen mehreren Biskuitböden geschichtet wird.

Hauptbestandteile der Esterházy-Torte

  • Nussböden (Japonaise-Böden): Dünn aufgetragene Makronenmasse aus Eiweiß, Haselnüssen und Mandeln.
  • Buttercreme: Vanillebuttercreme mit Kirschwasser oder Kaffeelikör.
  • Glasur: Weiße Zuckerglasur oder Flüssigfondant mit typischem Esterházy-Muster aus dunkler Schokolade.
  • Dekoration: Mandelblättchen oder Haselnusskrokant am Rand.
Zutaten für Esterházy-Torte

Zutaten im Überblick

Kategorie Zutaten
Nussböden 8 Eiweiß, 220 g Zucker, Vanille-Zucker, geriebene Zitronenschale, Salz, gemahlene Mandeln und Haselnüsse, Zimt
Creme Schlagsahne, Eigelb, Zucker, Vanille-Zucker, weiche Butter, Kirschwasser
Glasur & Deko Haselnusskrokant, Aprikosen-Fruchtaufstrich, Kuvertüre, Puderzucker, Wasser, Mandelblättchen

Werkzeuge zur Zubereitung

  • Springform (Ø 26 cm) oder als Schablone auf Backpapier
  • Mixer für die Eiweißmasse und Buttercreme
  • Backblech mit Backpapier
  • Spritztütchen oder Papierstanitzel für feine Muster
  • Holzstäbchen für das Spinnennetz-Muster

Schritt-für-Schritt Zubereitung der Esterházy-Torte

1. Creme vorbereiten

  1. Sahne mit Eigelb, Zucker und Vanille-Zucker in einem kleinen Topf verrühren und einmal unter Rühren kurz aufkochen.
  2. Die Creme in eine Rührschüssel füllen, Frischhaltefolie direkt auf die Creme legen und erkalten lassen (nicht in den Kühlschrank stellen).
  3. Butter mit dem Mixer auf niedrigster Stufe geschmeidig rühren und dann auf höchster Stufe schaumig rühren.
  4. Die erkaltete Creme esslöffelweise daruntergeben und weiterrühren, dabei darauf achten, dass Butter und Creme Zimmertemperatur haben, da die Buttercreme sonst gerinnt.
  5. Zuletzt die Buttercreme mit Kirschwasser oder Kaffeelikör abschmecken.
Buttercreme für Esterházy-Torte zubereiten

2. Böden backen

  1. Backblech mit Backpapier belegen und einen Springformrand (Ø 26 cm) daraufsetzen. Alternativ eine Schablone auf Backpapier zeichnen.
  2. Backofen vorheizen: Ober- und Unterhitze ca. 200 °C, Heißluft ca. 180 °C.
  3. Eiweiß mit Zucker, Vanille-Zucker und Zitronenschale steif schlagen. Die Nussmischung und Zimt unterheben.
  4. Die Masse in 5 bis 6 Teilen jeweils rund (ca. 26 cm Ø) auf Backpapierböden verstreichen, den Ring abnehmen und die Böden circa 10 Minuten backen. Mehrere Böden können gleichzeitig gebacken werden.
  5. Die Böden nach dem Backen sofort stürzen und das Backpapier vorsichtig abziehen, dann auskühlen lassen.

TIPP:

Wenn Ihr das Papier mit zerlassener Butter einstreicht, dann geht das Abziehen wie von selbst. Für gleichmäßige Böden empfiehlt sich eine Springform als Schablone.

Böden für Esterházy-Torte im Ofen

3. Torte zusammensetzen

  1. Backpapier von den erkalteten Tortenböden vorsichtig abziehen. Einen Boden auf eine Tortenplatte legen und mit etwa 1/4 der Creme bestreichen.
  2. Nächsten Boden auflegen und diesen Vorgang wiederholen, bis alle Böden verbraucht sind.
  3. Übrige Creme am Rand verstreichen und den Rand mit Mandelblättchen oder Haselnusskrokant bestreuen.
  4. Den obersten Boden mit der glatten Unterseite nach oben auflegen.
Torte zusammensetzen

4. Glasieren und Verzieren

  1. Fruchtaufstrich oder Aprikosenmarmelade mit Wasser in einem kleinen Topf verrühren und gut aufkochen, anschließend die Tortenoberfläche dünn damit bestreichen.
  2. Für mindestens 20 Minuten kalt stellen, bis der Fruchtaufstrich fest geworden ist.
  3. Puderzucker mit Wasser zu einem dickflüssigen Guss verrühren und auf der Tortenoberfläche verstreichen.
  4. Kuvertüre oder Flüssigfondant mit Kakao für das Muster vorbereiten; in einen kleinen Spritzbeutel füllen.
  5. Die dunkle Glasur spiralförmig oder in Kreisen auftragen und mit einem Holzstäbchen abwechselnd von außen nach innen und von innen nach außen das Spinnennetz-Muster ziehen.
  6. Mandelblättchen oder Krokant am Rand andrücken.
typisches Muster Esterházy-Torte

Das Muster - So gelingt das Esterházy-Design

Bei der Esterházy-Torte fragen Sie sich vermutlich, wie das schöne Muster gelingt. Tatsächlich ist das weniger schwer als es aussieht: Sie brauchen nur ein Holzstäbchen durch die per Spritzbeutel aufgetragenen Schokokreise zu ziehen. Tun Sie sich mit der Spiralform schwer, spritzen Sie einfach gerade Querlinien auf die Glasur und ziehen das Stäbchen mehrmals längs durch die Schokolade. Wichtig ist, immer im Wechsel rauf und runter zur Mitte der Torte zu arbeiten, dabei das Stäbchen immer wieder abwischen.

Varianten der Esterházy-Torte

Nuss ist nicht gleich Nuss. Als Haselnussfan sind Sie mit unserer Esterházy-Torte bestens beraten. Mögen Sie lieber Mandeln, nehmen Sie einfach diese für den Teig. Fein gerieben statt gemahlen verleihen Sie den Böden bei Bedarf mehr Biss. Die Buttercreme kann mit Kirschwasser oder Cognac aromatisiert werden. Als Glasur können Sie Flüssigfondant oder Zuckerguss verwenden. Die klassische Esterházy-Torte wird vor allem zu festlichen Anlässen gebacken und ist eine wahre Kalorienbombe, aber der Aufwand lohnt sich auf ganzer Linie. Die Böden werden aus dünner aufgetragener Makronenmasse aus Baiser und Haselnüssen hergestellt. Ein wenig Arbeit und Handfertigkeit erfordert die Torte schon, aber das Ergebnis ist einzigartig - ein Stück Tortenhimmel, das in Wien etwa 4,20 € kostet und seinen Preis vollkommen wert ist.

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klassische Esterházy-Torte Schritt für Schritt

Gesellschaft und Tradition

Die Esterházy-Torte steht sinnbildlich für die feine Küche der Städte Budapest und Wien, die den Gegensatz zur ländlichen ungarischen Esskultur bildet. Internationale Potluck-Events oder eigene Familien-Feiern werden mit dieser Torte zu einer echten Bereicherung - nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern auch wegen ihrer kunstvollen Zubereitung.

Vergleich zu anderen Klassikern

  • Wiener Sachertorte: Einfach unwiderstehlich, setzt auf Schokoladenkuchen und Aprikosenmarmelade.
  • Prinzregententorte: Schichten aus Schoko-Buttercreme und lockerer Mürbeteig.
  • Herrentorte: Ausgeprägte, feine Buttercreme wie vom Konditor.
  • Apfelstrudel: Mit Rosinen und hauchdünnem Strudelteig. Schmeckt am besten mit Vanillesauce.
Vergleich Mehlspeisen Österreich-Ungarn

Esterházy-Torte selber machen - Tipps für Perfektion

  • Der Aufwand für das Backen der Böden ist geringer als oft gedacht, mit zwei Backblechen können mehrere Böden parallel gebacken werden.
  • Die feinen, fluffig weichen Böden sind herrlich nussig - das gelingt durch cremig aufgeschlagenes Eiweiß und feine Nussmischung.
  • Für das Spinnennetz-Muster einfach die dunkle Glasur mit kleinem Spritztütchen auftragen und mit Holzstäbchen einziehen.
  • Mandelblättchen halten wunderbar am Rand, indem man sie leicht in die Buttercreme eindrückt.
  • Wenn Flüssigfondant nicht verfügbar ist, kann auch weißer Fondant mit etwas Wasser erhitzt verwendet werden.
fertige Esterházy-Torte mit Muster

Zusammenfassung Schritt-für-Schritt:

  1. Nussböden nach Makronen-Art auf Backblech ausmessen und dünn bestreichen.
  2. Eiweiße mit Zucker und Vanille steif schlagen, Nussmischung unterheben, Böden bei 180-200 °C ca. 10 Min. backen.
  3. Buttercreme aus Pudding und Butter herstellen, aromatisieren und im Kühlschrank kühlen.
  4. Böden abziehen und abwechselnd mit Buttercreme schichten, Creme für Rand aufheben.
  5. Oberste Schicht mit Aprikosenmarmelade glasieren, dann mindestens 1 Stunde kalt stellen.
  6. Flüssigen Fondant oder Zuckerguss auftragen, dunkle Glasur als Kreise aufbringen, Muster mit Holzstäbchen einziehen.
  7. Mandelblättchen oder Krokant am Rand eindrücken.

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