Was ist Dubai-Schokolade und woher kommt der Trend

Dubai-Schokolade ist eine gefüllte Schokoladentafel mit einer cremigen Pistaziencreme und knusprigem, geröstetem Kadayıf (sehr feine Teigfäden, auch „Engelshaar" genannt). Das Besondere ist der Kontrast: außen zarte, schmelzende Schokolade, innen eine samtige Pistaziencreme - und mittendrin das markante Knuspern des gerösteten Kadayıf.

Die Zutaten und die Textur

1. Die Hülle besteht meist aus Vollmilchschokolade, gelegentlich auch aus dunkler oder weißer Schokolade. Sie bildet die schmelzende Außenschicht und hält die Füllung zusammen.

2. Das Herzstück ist eine Pistaziencreme - eine streichfähige Paste aus gemahlenen Pistazien. Der Pistazienanteil bestimmt maßgeblich Qualität und Preis.

3. Für den Crunch sorgt Kadayıf (Engelshaar): feine Teigfäden, die in Butter goldbraun geröstet und unter die Pistaziencreme gemischt werden.

Close-up Pistaziencreme und geröstetes Kadayıf in einer aufgebrochenen Tafel

Geschmacklich dominiert die Pistazie: cremig, nussig und mild-süß. Der eigentliche Star ist aber die Textur: Während Schokolade und Pistaziencreme im Mund schmelzen, liefert das geröstete Kadayıf einen anhaltenden, feinen Crunch.

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Entstehung und Ursprung

Erfunden wurde die Dubai-Schokolade von der Confiserie Fix Dessert Chocolatier in Dubai. Sehr feine, fadenartige Teigstränge aus der orientalischen Küche (auch Engelshaar) sind eine zentrale Zutat. Die ersten Tafeln kamen rund um 2022/2023 auf den Markt - zunächst als lokales Nischenprodukt für Liebhaber:innen orientalischer Süßigkeiten.

„Can’t Get Knafeh Of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt. Sarah Hamouda kreierte den Schokoriegel, um eine Heißhunger-Attacke während ihrer Schwangerschaft zu stillen. Ein Experiment, das binnen kürzester Zeit eine weltweite Hysterie entfachte.

Fix Dessert Chocolatier Verkaufsstand am Flughafen Dubai

Warum der Snack viral ging

Der Google-Bericht “Year In Search” zeigte, dass “Dubai Chocolate Bar” im Jahr 2024 weltweit die fünfthäufigste Suche in der Kategorie der Rezepte, Lebensmittel und Getränke war. Was als viraler Online-Trend begann, ist 2026 fester Bestandteil des Sortiments im LEH, Foodservice und Convenience.

Die Plattform machte die Schokolade berühmt. Food- und ASMR-Influencer:innen haben die Schokolade ins Rampenlicht gerückt: Maria Vehera aß sie in einem Video, was einen riesigen Hype auslöste; auf dem deutschen Markt machte die Food-Influencerin Kiki Aweimer die Dubai-Schokolade bekannt. Kiki probierte sie vor Ort und wusste sofort, dass diese besondere Mischung von Pistaziencreme und knusprigem Kadayıf auch in Deutschland begeistern würde.

Das Produkt bediente ein starkes Marketing-Prinzip: FOMO - Fear of Missing Out (dt. die Angst, etwas zu verpassen). Wenn ein Produkt schwer zu bekommen ist, wollen es plötzlich alle haben. Der limitierte Zugang erzeugt Begehrlichkeit und Dringlichkeit. Bei der Dubai-Schokolade greift genau dieses Prinzip.

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Wie sich der Hype konkret äußerte

Stundenlanges Anstehen für 150 Gramm Schokolade - so geschehen in Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und zuletzt Hamburg. Menschen filmen sich dabei, wie sie die Packungen in Kleinstarbeit auseinanderfriemeln oder ungeduldig zerreisen, um an die Schokolade zu gelangen. Wenn die dann noch ordentlich knackt und cruncht, kann man sich vieler Likes sicher sein.

Der Hype führte auch zu skurrilen Vorfällen: Im Januar versuchte eine Frau am Hamburger Flughafen vergeblichst 460 Pistazien-Knafeh-Tafeln am Zoll vorbeizuschmuggeln - das entspricht etwa 90 Kilogramm der heißbegehrten Schokolade!

ASMR-Video: erstes Aufbrechen einer Dubai-Schokolade und Kauen

Variationen, Kopien und rechtliche Streitfragen

Es gibt keine einzige, offizielle Rezeptur für die Dubai Schokolade. Jeder Konditor oder Hobbykoch kann seine eigene Version mit verschiedenen Schokoladenarten, Nüssen und weiteren Zutaten kreieren. Mittlerweile gibt es fast alles in einer Dubai-Geschmacksrichtung: Kuchen, Croissants, Milkshakes, Eis und mehr.

Der Markt wurde binnen kürzester Zeit mit Produkten geflutet, die anfangs den Namen Dubai-Schokolade trugen. Im Gegensatz zu vielen europäischen Produkten - Champagner, Parmigiano Reggiano, Kalamata-Oliven - gibt es für die Schokolade aus Dubai keine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP).

Bis dann im Januar 2025 ein Gericht in Köln entschied, dass sich nur im Emirat hergestellte Produkte Dubai Chocolate oder Dubai-Schokolade nennen dürfen. Nun findet man in europäischen Supermärkten fast nur noch Süßigkeiten mit der Bezeichnung Dubai “Style” Schokolade - Betonung auf Style! Mit dem Original haben die meisten Produkte nicht viel zu tun, günstig sind sie dennoch nicht.

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Das Deutsche Patent- und Markenamt verzeichnete viele Markenanmeldungen mit dem Begriff „Dubai“ im Zusammenhang mit Süßwaren. In Europa wurden mehr als 30 ähnliche Markenanmeldungen für Schokolade registriert. Im Dezember 2024 mahnte ein Importeur andere Hersteller ab, da deren Dubai-Schokolade nicht in Dubai produziert wird. Trotz der Abmahnungen vertreiben zahlreiche Hersteller weiter unter der Bezeichnung Dubai-Schokolade.

Qualität, Verbraucherschutz und Gesundheitsaspekte

Die Produkte in den Supermärkten haben nichts mit richtiger Dubai-Schokolade zu tun. Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg führte eine Untersuchung von acht Proben „Dubai-Schokolade“ durch: Fünf Proben waren unterschiedliche Chargen eines Herstellers aus den VAE, drei stammten von verschiedenen Produzenten aus der Türkei. Dabei wurde der Einsatz von Palmöl anstelle von Kakaobutter in den VAE-Proben beanstandet, was eine Verbrauchertäuschung darstellt, da das Produkt nicht den rechtlichen Anforderungen für Schokolade entspricht. Zudem enthielten die VAE-Proben herstellungsbedingte Verunreinigungen. In den Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam nachgewiesen, was für Personen mit Sesamallergie ein Gesundheitsrisiko darstellt. Fast alle untersuchten Proben enthielten zudem künstliche Farbstoffe, die einen höheren Anteil an hochwertigen Zutaten vortäuschten.

Die Delikatesse mag schmecken, ist aber leider auch eine Kalorienbombe. Der 200-Gramm-Riegel “Can't Get Knafeh Of It” von FIX kommt mit sage und schreibe 992 Kalorien und 60 Gramm Fett einher.

Herstellung zu Hause: Grundprinzipien und Tipps

Du möchtest die Dubai-Schokolade selbst herstellen? Kein Problem! Unser Tipp: Experimentiere ruhig mit verschiedenen Schokoladensorten und Nüssen. So kreierst du deine ganz persönliche Dubai-Schokolade. Besonders gut hat uns die Zubereitung mit weißer Schokolade geschmeckt, die exzellent mit den Pistazien harmoniert.

Basis-Schritte (aus dem Material zusammengestellt)

  • Kadayif in kleinere Stücke schneiden, in Butter goldbraun braten, bis sie knusprig werden. Abkühlen lassen.
  • Pistaziencreme, Tahin, Meersalz, Pistazienstücke und das knusprige Kadayif zu einer Masse verarbeiten.
  • Das Geheimnis für eine glänzende und knackige Schokolade liegt im richtigen Temperieren. Schokolade im Wasserbad schmelzen und auf 40 Grad erhitzen. Danach bis 28 Grad abkühlen lassen und nochmal bis 29.5 Grad im Wasserbad erwärmen.
  • Jetzt in die Form gießen. 5 Min. ruhen lassen und dann für 30 Min. in den Kühlschrank. Jetzt die Füllung dazu und dann wieder 30 Min. in den Kühlschrank. Danach deckeln (also mit Schokolade abdecken) und wieder 30 Min. in den Kühlschrank stellen.

Je nach Größe der Form variieren die Zutatenmengen. Für eine Tafel brauchst du unter anderem weiße Schokolade zum Dekorieren, Lebensmittelfarbe zum Einfärben der weißen Schokolade und Pistaziencreme.

Schritt-für-Schritt: Kadayıf rösten und Füllung mischen

Kommerzielle Angebote und der Markt 2026

Was als viraler Online-Trend begann, ist 2026 in vielen Supermärkten, Confiserien und online nicht mehr wegzudenken. In Deutschland haben Akteur:innen wie Kiki Aweimer (Kiki’s Kitchen) mit eigenen, händisch hergestellten Tafeln die Produktion lokalisiert und den Trend hier etabliert. Kiki setzte auf palmölfreie Pistaziencreme mit Tahini und handwerkliche Produktion - acht Menschen sind an der Herstellung jeder Tafel beteiligt. Trotz steigender Rohstoffpreise blieb der Preis ihrer Tafeln stabil bei 14,90 Euro.

Namhafte internationale Schokoladenmarken wie Lindt, Godiva und Galaxy sind ebenfalls mit von der Partie. Lindt bietet in der Schweiz Kurse zur Herstellung eigener Dubai-Schokoladentafeln an, die von Maître Chocolatiers geleitet werden. Auf dem europäischen Festland gibt es zahlreiche Copycats und teils überraschend gute Nachahmungen, etwa aus der Türkei.

Kulturelle Wirkung und Tourismus

Die Beliebtheit des Produkts hat sogar Auswirkungen auf den Tourismus. Aida Mohammad Al Busaidy, Associate Vice President of Consumer Advocacy beim Dubai Department of Economy and Tourism (DET), sagt, es gäbe immer mehr Besuchende, die den Erwerb einer Dubai-Schokolade als wesentlichen Bestandteil und Grund für den Besuch des Emirates sehen. „FIX ist mehr als nur ein virales Dessert. Es erzählt eine Geschichte von Unternehmergeist, handwerklicher Qualität und kosmopolitischer Anziehungskraft, die alle das Wesen Dubais widerspiegeln.“

Al-Busaidy meint, die Schokolade würde mittlerweile genauso zur modernen kulturellen Identität Dubais gehören wie traditionell Datteln und Gold. „Sie stärkt den Ruf Dubais als Reiseziel für einzigartige, hochwertige Erlebnisse.“

Kritikpunkte und Zukunftsperspektiven

Der hohe Preis ist für viele Menschen nur ein Grund zur Kritik. Ein weiterer ist die Qualität: So berichten Verbraucher:innen davon, dass viele der Schokoladen stark überzuckert sind und kaum echte Pistazien enthalten. Die steigenden Preise für Kakaobohnen und Pistazien könnten die Attraktivität der Luxusschokolade auf der ganzen Welt beeinträchtigen.

Marktforscher wie Tim Gensheimer erklären, dass der Hype durch Social Media und die Sehnsucht nach exklusiven Genussmomenten angetrieben wurde. Ob sich der Hype auf Dauer halten kann, bleibt abzuwarten. Entscheidend für die Nachhaltigkeit des Trends werde sein, ob das Geschmackserlebnis die hohen Erwartungen erfüllt.

Auch rechtliche Entscheidungen und Verbraucherschutzberichte haben das Feld bereinigt: Gerichtliche Festlegungen, Probenuntersuchungen und Markenanmeldungen führten dazu, dass sich die Begriffsnutzung und Produktqualität weiterentwickeln.

Praktischer Hinweis für Einkäufer:innen

Sie sind Einkäufer:in und möchten den Trend listen? Mit Los Bubos bietet VOVAN Global eine Dubai-Style Schokolade für den B2B-Großhandel. Achtung: Original-Tafeln und hochwertige Dubai-Schokolade liegen preislich oft deutlich über klassischer Tafelschokolade. Gerade die anfängliche Knappheit befeuerte den Hype zusätzlich.

Aspekt Kurzbeschreibung
Hauptzutaten Vollmilchschokolade, Pistaziencreme, geröstetes Kadayıf (Engelshaar), evtl. Tahini
Ursprung Dubai, Fix Dessert Chocolatier (Sarah Hamouda)
Erster Hype 2024 global durch ASMR- und Food-Influencer
Preisniveau Premium, typ. 14,90-19 EUR pro Tafel bei Originalen/Craft-Produkten
Häufige Probleme Nachahmungen, Palmöl statt Kakaobutter, künstliche Farbstoffe, Allergene

Die Dubai-Schokolade ist mehr als nur ein süßes Vergnügen - sie ist eine kleine Reise in den Orient. Der knusprige Kadayif, der an orientalische Süßspeisen erinnert, gibt der Schokolade eine ganz besondere Textur und einen tollen Crunch.

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