Enthält Kakao Zucker? Fakten, Unterschiede und Gesundheitswirkung
Bereits die Majas und Azteken schätzten den intensiven Geschmack des Kakaos und nutzten ihn als bitterscharfes Getränk. Heute ist Kakao weltweit als Bestandteil süßer Getränke und Schokolade beliebt, wobei sich sein Charakter durch die Zugabe von Zucker grundlegend verändert hat. Doch steckt im Kakao tatsächlich Zucker? Und welche Auswirkungen hat dies auf Geschmack, Gesundheit und Umwelt?
Der Ursprung: Reines Kakaopulver vs. Trinkkakao
Reines Kakaopulver ist kein Zuckerprodukt, sondern ein ursprünglicher Rohstoff, der direkt aus den Kakaobohnen gewonnen wird. Es enthält weder zugesetzten Zucker noch andere süßende Zutaten und zeichnet sich durch seinen kräftigen, herben Geschmack aus. Die Bohnen werden fermentiert, getrocknet, geröstet und gemahlen, bevor ein Teil der Kakaobutter herausgepresst wird; das übrige Pulver ist gesund und fast zuckerfrei.
Trinkkakao hingegen ist bereits gesüßt und oft mit Milchpulver oder Aromen versetzt - ein großer Unterschied, auch für die Gesundheit. Der Gedanke liegt nahe, dass Kakaopulver automatisch mit süßen Getränken oder Schokolade verbunden wird. Doch während viele fertige Kakao-Getränkepulver Zucker enthalten, besteht reines Kakaopulver ausschließlich aus Kakao und enthält natürliche Bitterstoffe, die für die typische Tiefe sorgen.
Unterschied: Kakao, heiße Schokolade und Schokoladenpulver
Heiße Schokolade wird traditionell aus geschmolzener Schokolade und Milch zubereitet, wobei Zucker und Fett direkt in das Getränk gelangen. Trinkschokoladenpulver enthält mindestens 25 Prozent und Schokoladenpulver mindestens 32 Prozent Kakao - die weiteren Zutaten bestehen meist aus Zucker. Da Zucker viele Aromen überdeckt, beeinflussen Röstung und Herkunft den Geschmack erheblich.
Ein kleiner Berg Kakao und ein großer Haufen Zucker ergeben ein hellbraunes, kakaohaltiges Getränkepulver - Kaba und Nesquik kennt jedes Kind. Ganze Generationen sind damit groß geworden. Der Anteil des Zuckers in klassischen Getränkepulvern beträgt bis zu 81 Prozent.
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Kakaopulver: Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile
Die Nährstoffe im reinen Kakao
- Kakao enthält von Natur aus Magnesium, Eisen, Kalium, Flavonoide, Theobromin und Tryptophan.
- Der hohe Fettgehalt (54 Prozent), Eiweiß (11,5 Prozent), Zellulose, Wasser und Mineralstoffe (2,6 Prozent) prägen das Profil.
- Kakao enthält zudem Koffein, jedoch wenig - nur 5 bis maximal 25 Milligramm pro 100 Gramm.
- Er ist reich an Kalorien: 100 Gramm Kakaopulver bringen es auf etwa 350 Kilokalorien (kcal), stark entölter, ungezuckerter Kakao nur noch rund 250 Kilokalorien.
Zudem enthält Kakao wichtige Ballaststoffe sowie in geringeren Mengen die Vitamine B1, B2 und E.
Gesundheitswirkungen von Kakao
- Schokoladensorten mit einem Kakaoanteil von über 70 Prozent werden nachgesagt, dass sie eine blutdrucksenkende Wirkung haben;
- Kakao enthält viele Flavanole, die positiv auf die Elastizität der Blutgefäße wirken;
- Antioxidantien schützen die Zellen vor Schädigungen als Radikalfänger;
- Theophyllin und Theobromin stimulieren Kreislauf und zentrales Nervensystem, während Tryptophan zur Bildung von Serotonin beiträgt;
- Kakao hat eine leicht anregende und stimmungsaufhellende Wirkung;
- Alkaloide wie Theophyllin und Xanthin entspannen Bronchialkrämpfe und öffnen Bronchien, was die Atmung verbessert;
- Flavanolreiche Diäten wurden auch mit geringeren Risiken für bestimmte Krebsarten und besserer Zahngesundheit assoziiert.
Es lässt sich festhalten, dass Kakao viele gesunde Effekte hat. Die gesundheitliche Wirkung des Kakaos ist jedoch noch nicht vollständig wissenschaftlich untersucht.
Zucker im Kakao: Was steckt drin?
Zuckergehalt in industriellen Produkten
Industrieprodukte enthalten oft viel Zucker: Das beliebte Schoko-Getränk besteht bis zu 81 Prozent aus Zucker. Der Kakao-Anteil liegt dabei gerade einmal bei knapp 20 Prozent. Frei von Zucker, Aromen und sonstigen Zusätzen ist lediglich reines Kakaopulver. Ein gehäufter Teelöffel Pulver entspricht im Schnitt einem Stück Würfelzucker. Zwei Teelöffel Pulver auf ein Glas Milch sind für Kinder unter sechs Jahren schon mehr als genug.
| Produkt | Kakaoanteil | Zuckeranteil | Zucker pro Portion (g) |
|---|---|---|---|
| Kakaogetränkepulver (klassisch) | ca. 20-25% | bis zu 81% | ca. 16-19 |
| Trinkschokoladenpulver | min. 25% | weniger als 81% | je nach Hersteller < 10 bis 16 |
| Schokoladenpulver (hochwertig) | min. 32% | variabel | bis 10 |
| Reines Kakaopulver | 100% | < 1% | nahezu 0 |
Die Stiftung Warentest hat 25 Kakaogetränkepulver getestet: Der fertige Kakao ist oft extrem süß und hat zu viele Kalorien. Zuckeranteil: bis zu 81 Prozent. Am wenigsten Zucker pro Portion enthalten die Bio-Getränkepulver von Alnatura und Naturata sowie die Schokoladenpulver von Nestlé, Sarotti und Rapunzel.
Schokolade: Kakaoanteil, Zucker und Fett
Die Kakaoverordnung legt fest, dass Schokolade einen Mindestkakaoanteil von 35 Prozent haben muss. Im Schnitt enthält eine 100-Gramm-Tafel mit mindestens 90 Prozent Kakaoanteil etwa 25 Gramm mehr Fett und 40 Gramm weniger Zucker als eine mit 50 Prozent Kakaoanteil. Dunkle Schokolade enthält im Durchschnitt 26 Gramm Zucker pro 100 Gramm, manche Produkte fast die Hälfte.
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- Bitterschokolade: Kakaoanteil über 60 Prozent, wenig Zucker
- Zartbitter: Kakaoanteil mindestens 50 Prozent
- Halbbitter/Vollmilch: deutlich mehr Zucker, weniger Kakao
Wer dunkle Schokolade mit wenig Zucker bevorzugt, findet diese bei Bitterschokoladen ab 90 Prozent Kakaoanteil.
Die Wirkung von Kakao auf Körper und Haut
Kakao wirkt sich nicht nur innerlich auf unsere Gesundheit und unser seelisches Wohlbefinden aus, sondern äußerlich angewendet auch auf unsere Haut. Für kosmetische Behandlungen ist besonders die Kakaobutter empfehlenswert; sie ist in Lippenpflegestiften und Körperpflegeprodukten enthalten und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit.
Gesichtsmaske mit Kakao: Ein Teelöffel Quark, Avocadoöl und Kakaopulver miteinander vermischen und auf das Gesicht auftragen.
Kakaonibs - Die gesunde Alternative
Kakaonibs, die zerkleinerten getrockneten Kakaobohnen, sind ein gesunder Snack ohne Zusätze und ohne Zucker. Sie haben einen herben Geschmack und eignen sich als Topping für Müslis und Bowls.
Kakao: Schattenseiten, Schadstoffe und Nachhaltigkeit
Kakao kann potenziell Schadstoffe enthalten, die gesetzlich geregelt sind: Cadmium, Aluminium, Oxalsäure und Schimmelpilzgifte sind die wichtigsten Belastungen.
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- Cadmium kann Schäden an Nieren und Knochen hervorrufen. Die Kakaoverordnung legt einen Höchstwert von 0,6 Milligramm Cadmium pro Kilogramm Kakaopulver fest.
- Aluminium lagert sich bei zu hoher Aufnahme im Körper an und kann Nieren, Knochen und das Nervensystem beeinträchtigen.
- Oxalsäure kann, zusammen mit Calcium, Kristalle bilden, die sich im Körper ablagern.
- Schimmelpilzgifte wie Ochratoxin A können bei Lagerung von Kakaobohnen entstehen. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es noch nicht.
Trotz dieser Besonderheiten gilt der maßvolle Verzehr von Kakao als unbedenklich, auch für Schwangere.
Industriell verarbeiteter Kakao ist sehr kalorienreich und enthält häufig viele Zusatzstoffe. Für fairen Handel und nachhaltigen Anbau empfiehlt sich der Kauf von Kakao mit Fairtrade-, Bio- oder GEPA-Siegel.
Kakao selber machen - Genuss ohne Zucker
Wer genau wissen will, was in seinem heißen Kakao steckt, mischt sich seine Trinkschokolade am besten aus purem Kakaopulver und kann Zucker nach Geschmack selbst hinzufügen. Für den Anfang empfiehlt sich ein Verhältnis von Zucker zu Kakaopulver von 3:2. Eine gesunde Alternative sind stark entölte, ungesüßte Kakaos; für eine besondere Schoko-Note sorgt die Zugabe von Bitterschokolade.
Hafer-, Mandel- oder Erbsenproteindrinks können für moderne Varianten genutzt werden; wer bewusst genießen möchte, greift zu Kakao mit hohem Kakaogehalt und kontrolliertem Zuckerzusatz.
Kakao als Superfood - Mythos und Realität
Der ursprüngliche Name "kakawa" stammt aus der Sprache der Maya und Azteken. Ab dem 16. Jahrhundert eroberte Kakao Europa, zunächst als heißes Getränk und später in Form der heute so beliebten Schokolade. Roher Kakao enthält viele Nährstoffe und wenig Zucker, im Gegensatz zu industriell hergestellten Produkten.
- Kakao kann sogar den Endorphinspiegel erhöhen und das Glücksgefühl fördern.
- Antioxidantien ersetzen jedoch keinen Sonnenschutz - bei Sonneneinstrahlung sollten entsprechende Schutzmittel verwendet werden.
- Grundsätzlich sind maximal 25 Gramm Schokolade pro Tag unbedenklich, bevorzugt mit hohem Kakaoanteil.
Viele Hersteller setzen Maßstäbe in puncto transparente Lieferketten und faire Löhne. Das Fairtrade-, Bio- oder GEPA-Siegel hilft, nachhaltige und sozial verträgliche Produkte zu erkennen.
Kakao und Zucker im Alltag: Empfehlungen und Tipps
- Trinkkakao- und Schokoladenpulver liefern - zubereitet mit 200 ml Vollmilch - bis zu 265 kcal pro Glas.
- Für Kinder, die pure Milch nicht mögen, können schwach gesüßte Kakao- und Schokoladenmilchgetränke ab und zu eine Alternative sein.
- Vergleichen Sie Produkte und wählen Sie Varianten mit weniger Zucker.
- Probieren Sie Kakaonibs oder reines Kakaopulver als gesunde Alternativen.
Gesundheitsprojekte und Ernährungsberatung helfen dabei, die Ernährungskompetenz zu fördern und den Zuckerkonsum zu senken.


