Dubai-Schokolade: Hype, Hersteller und Verbraucherschutz im Fokus
Die "Dubai-Schokolade" hat in den letzten Monaten einen bemerkenswerten Hype erlebt. Ursprünglich ein exklusives Produkt von Chocolatiers, fand sie schnell ihren Weg in die Regale von Discountern wie Aldi, Lidl und Netto. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe des Hypes, die verschiedenen Hersteller, die Qualität der Produkte und die rechtlichen Aspekte rund um die Bezeichnung "Dubai-Schokolade".
Der Ursprung des Hypes
Der Hype um die Dubai-Schokolade begann mit ihrer Verfügbarkeit bei ausgewählten Chocolatiers, wo sie aufgrund ihrer besonderen Zusammensetzung und Qualität einen hohen Preis hatte. Die Kreation besteht typischerweise aus Pistazien, Kadayif-Teig und Vollmilchschokolade. Reality-TV-Sternchen wie Leyla Lahouar trugen zur Popularität bei, indem sie die Schokolade lobten und ihren günstigen Preis im Vergleich zu anderen Herstellern hervorhoben.
Discounter mischen mit: Kampfpreise und Qualität
Nachdem Discounter wie Aldi, Lidl und Netto auf den Trend aufgesprungen waren, boten sie die Dubai-Schokolade zu deutlich günstigeren Preisen an. Lidl führte beispielsweise am 13. Dezember eine limitierte Edition der Dubai-Schokolade der Eigenmarke "Premium-Deluxe" ein, die für Nutzer der Lidl Plus App für 3,29 Euro (85 Gramm) erhältlich war. Ohne App kostete sie 4,99 Euro. Ab dem 16. Dezember gab es dann in allen Filialen eine alternative Dubai-Schokolade der Marke MilanGo (126 Gramm) für 3,99 Euro. Aldi kündigte ebenfalls an, Produkte rund um die Dubai-Schokolade ins Sortiment aufzunehmen.
Diese Kampfpreise warfen jedoch Fragen nach der Qualität der Discounter-Produkte auf. Um das herauszufinden, wurden Blindverkostungen durchgeführt und Expertenmeinungen eingeholt. Ein Chocolatier nahm beispielsweise die Discounter-Schokoladen und ein teures Chocolatier-Exemplar genau unter die Lupe.
Hersteller im Fokus: MilanGo und Fex
Neben den Eigenmarken der Discounter traten auch andere Hersteller auf den Plan. MilanGo wurde beispielsweise von Lidl als Hersteller für die Dubai-Schokolade ab dem 16. Dezember genannt. Die Drogeriemarktkette Müller verkaufte eine Sonderedition der Dubai-Schokolade der Marke Fex in ausgewählten Filialen. In München standen zunächst 500 Tafeln zu 190 Gramm für 24,99 Euro zum Verkauf bereit. Auch im Onlineshop von Müller sollten 500 Tafeln erhältlich sein.
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Rechtliche Auseinandersetzungen um die Bezeichnung "Dubai-Schokolade"
Die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" führte zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Andreas Wilmers, Geschäftsführer der Alina Wilmers Verwaltungs GmbH, importiert tatsächlich Dubai-Schokolade aus Dubai und ging gegen Unternehmen vor, die das Produkt irreführend als "Dubai-Schokolade" bezeichneten, obwohl es nicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten hergestellt wurde. Infolgedessen benannte Lindt & Sprüngli ihre "Dubai Chocolade" in "Lindt Dubai Style Chocolade" um, nachdem der Konzern eine Abmahnung erhalten hatte. Auch für Lidl, Aldi, Netto und weitere Anbieter drohten Unterlassungsklagen.
Verbraucherschutz und Qualitätsmängel
Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) startete ein landesweites Sonderprogramm, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei einer Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai-Schokolade beworben wurden, fielen alle durch. Es wurden Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl entdeckt. Einige Proben enthielten Sesam, ohne dass dies auf der Packung stand, was für Sesam-Allergiker gesundheitsschädlich sein kann. In fünf der acht Proben war keine Schokolade enthalten, sondern Palmöl. Diese Proben stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und enthielten eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester, eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird. In einer Probe mit Pistazienfüllung wurden hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt.
Diese Ergebnisse zeigen, dass beim Kauf von Dubai-Schokolade Vorsicht geboten ist und auf die Inhaltsstoffe und Herkunft geachtet werden sollte.
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