Drehorte und Schauplätze des Films „Honig im Kopf“ – Eine Reise durch Hamburg, Südtirol und Venedig

Die deutsche Tragikomödie „Honig im Kopf“ von Til Schweiger erzählt nicht nur von der schleichenden Krankheit Alzheimer, sondern nimmt Zuschauer auch mit auf eine berührende Reise durch eindrucksvolle Landschaften und besondere Originalschauplätze. Die Dreharbeiten fanden zwischen April und Juli 2014 unter der Regie von Til Schweiger und Lars Gmehling in Deutschland, Italien und Südtirol statt und verbinden persönliche Erinnerungen des Regisseurs mit einzigartiger Natur und Städten voller Charme.

Die Geschichte hinter „Honig im Kopf“

Im Mittelpunkt des Films steht der ehemalige Tierarzt Amandus Rosenbach (gespielt von Dieter Hallervorden), der nach dem Tod seiner Frau zunehmend seine geistigen Fähigkeiten verliert. Er zieht daraufhin zu seinem Sohn Niko (Til Schweiger) und dessen Frau Sarah (Jeanette Hain) in den Hamburger Speckgürtel. Die elfjährige Enkeltochter Tilda (Emma Schweiger) ist mit ihm besonders eng verbunden und entscheidet sich, ihren geliebten Opa nicht in ein Pflegeheim zu geben. Stattdessen entführt sie ihn heimlich nach Venedig, den Ort seiner Flitterwochen.

Drehorte in Hamburg, Südtirol und Venedig - illustriert mit einer Route

Hauptdrehort: Das Gut Altfresenburg bei Hamburg

Der Hauptdrehort für das Haus der Familie Rosenbach war das Herrenhaus Altfresenburg nördlich von Hamburg. Da es zu Drehbeginn leer stand, ließ sich das Interieur vollständig nach den Bedürfnissen der Produktion gestalten, auch Außenaufnahmen und die Szenen der missglückten Gartenparty wurden hier umgesetzt. Die Veranda und die Scheune wurden eigens vom Filmteam ergänzt. Die Kinder des Teams waren auf einem nahegelegenen Ponyhof untergebracht.

Hamburger Orte und Filmkulissen

  • Das Haus von Amandus am Heiligen See in Potsdam wurde für den Dreh mit einer Holzfassade verkleidet.
  • Die Praxis von Dr. Holst (Mehmet Kurtulus) entstand in der Sternwarte.
  • Der Innenhof der Psychiatrie ist in Wirklichkeit ein Verwaltungsgebäude der Justizbehörde.
  • Nikos Büro befindet sich in den Tanzenden Türmen auf der Reeperbahn.
  • Flugaufnahmen und Panoramaansichten mit Kameradrohnen zeigen den Elbstrand (Wittenbergener Strand), die Alsterarkaden, die Binnenalster, die Elbchaussee, das Hotel Atlantic sowie den Staatsdampfer „Schaarhörn“.

Über diese Vielfalt sagt Produzent Tom Zickler: „Seit etwa 30 Jahren träume ich davon, dieses Haus als Drehort zu verwenden.“ Bei der Szene am St. Annenplatz endet die rasante Autofahrt von Tilda und Amandus: Im Hintergrund erkennt man das Fleetschlösschen der Speicherstadt. Schließlich kaufen sie am Hamburger Hauptbahnhof (bei Samuel Koch) die Zugfahrkarten nach Venedig.

Hamburger Drehorte - Gut Altfresenburg, Reeperbahn und Hauptbahnhof

Magische Drehorte in Südtirol

Regisseur Til Schweiger ist eng mit Südtirol verbunden: „Seit meiner Kindheit bin ich ein grosser Fan von Südtirol. Hier habe ich oft meine Ferien verbracht - und jetzt die perfekten Drehorte für den Film gefunden.“ Die Produktion folgte deshalb der Story und verlegte zentrale Szenen nach Südtirol.

Lesen Sie auch: Handlung und Entstehung der Komödie Schokolade für den Chef

Station: Bozen - Das Tor nach Italien

Die Reise von Tilda und Amandus führt zuerst in Südtirols Landeshauptstadt Bozen. Dort trifft deutsche und italienische Kultur aufeinander: mittelalterliche Laubengänge, Boutiquen, das Archäologiemuseum mit der Mumie Ötzi und das Franziskanerkloster prägen das Bild der Stadt. Leichtfüßig eingefangen werden Cappuccino-Momente auf dem Waltherplatz, Spaziergänge durch die Altstadt und Designhighlights wie das Museion für zeitgenössische Kunst.

Bozen Altstadt und Franziskanerkloster

Im Film verstecken sich Tilda und Amandus in der Bahnhofstoilette, werden von Reinigungskraft Erdal (Fahri Yardım) gefunden und von ihm zu einer Weiterfahrt im Schaftransporter verholfen. Die Außenaufnahmen des „Klosters“ zeigen tatsächlich das Weingut Kreithof in Eppan, während das Innere original das Franziskanerkloster Bozen präsentiert.

Dolomitental Villnöss und die Geislergruppe

Vorbei geht die Reise an der markanten Geislergruppe im Dolomitental Villnöss - einer der spektakulärsten Berglandschaften Europas. Die Gegend zeichnet sich durch traditionsreiche Dörfer, weite Wiesen, romantische Wanderwege und unberührte Almen aus. Hier machen die Protagonisten Station im malerischen Örtchen St. Magdalena. Berühmt ist der Ausblick über das barocke Ranuikirchlein hinweg auf die schroffen Dolomitenspitzen.

Geislergruppe und das Dolomitental Villnöss

Der Toblacher See im Höhlensteintal

Zu den zauberhaften Drehorten zählt der Toblacher See im Hochpustertal - am Rande des Naturparks Fanes-Sennes-Prags. Til Schweiger verbrachte hier als Kind seine Ferien. Am See bieten weite Wasserflächen, ruhige Wälder und Rückzugsorte für seltene Zugvögel eine besondere Atmosphäre. Im Film erlebt Tilda am Toblacher See wichtige Begegnungen. Informationen zur lokalen Natur finden Besucher im Naturparkhaus im Grand Hotel Toblach.

Drei Zinnen - UNESCO-Welterbe

Weiter führt der Film ins Hochpustertal, mit mächtigen Ausblicken auf die Drei Zinnen - eines der bekanntesten Wahrzeichen der Dolomiten und UNESCO-Welterbe. Hier drehen sich viele Szenen um kleine und große Abenteuer, um das Weiterziehen und die Suche nach Orientierung: Wanderungen, Passstraßen über Misurina und Fernrohre im Höhlensteintal lassen die raue Schönheit der Berge erleben.

Lesen Sie auch: Gesundheitliche Lage von Heinz Hoenig im Detail

Die Drei Zinnen im Hochpustertal
Region Wichtige Drehorte Besonderheiten
Hamburg/Schleswig-Holstein Gut Altfresenburg, Reeperbahn (Tanzende Türme), Hauptbahnhof, Elbstrand, Hotel Atlantic Familienszenen, Amandus’ Haus, Flugaufnahmen, Hafenszenen
Südtirol Bozen, Franziskanerkloster, Villnöss, St. Magdalena, Weingut Kreithof, Toblacher See, Drei Zinnen Reise der Hauptfiguren, Natur- und Alpenpanoramen
Venedig Hotel Bauer, Markusplatz, Canal Grande Endpunkt der Reise, emotionale Szenen

Venedig - Ziel und emotionaler Höhepunkt

In Venedig werden Tilda und Amandus schließlich von einer Nonne mit einem Dreirad hingebracht. Die opulenten Aufnahmen über dem Canal Grande wurden mit modernen Drohnen realisiert. Die Filmfiguren steigen im luxuriösen Hotel Bauer unweit des Markusplatzes ab, die elegante Terrasse der Restaurant-Szene gehört jedoch dem benachbarten Hotel Regina. Die Innenaufnahmen im Hotelzimmer wurden im Schlosshotel Berlin-Grunewald gedreht. Die Schlussszenen mit Amandus auf einer Bank spiegeln den Erinnerungsort an seine verstorbene Frau wider.

Hotel Bauer, Markusplatz und Canal Grande in Venedig
Führende Drehorte von „Honig im Kopf“ - Behind the Scenes

Weitere Produktionsdetails zu den Drehorten

Bei den Eisenbahnsequenzen kamen extra hergestellte, nostalgische Zugwaggons zum Einsatz, die vier Monate vorbereitet werden mussten. Die Bahnbehörde gewährte nur kurze Zeitfenster am Mittag, was die Dreharbeiten erschwerte. Nach dem Aufenthalt in Südtirol erfolgt ein Großteil der Rückreise Richtung Deutschland. Die emotionale Beerdigungsszene am Filmende entstand im märkischen Lenzerwische nahe der St. Johanniskirche; den Friedhof baute das Setdesign-Team eigens auf einer Wiese.

Die Wirkung von Schauplätzen in „Honig im Kopf“

Regisseur Schweiger wollte durch echte Landschaften, lichte Natur und vertraute Orte den inneren Zerfall durch Alzheimer kontrastieren. Panorama und Licht - vom satten Grün Norddeutschlands bis zum warmen, weichen Licht Südtirols und Venedigs - spiegeln Sehnsucht und Verlust wider. Die Kameraarbeit betont Naturschönheit und Stadtdetails, unterstützt von Musik und Sounddesign, das nie störend ist, aber manchmal die emotionale Wirkung doppelt. Für viele Zuschauer macht gerade das Nebeneinander von intimen Interieurs und grandiosen Außenschauplätzen die Erzählung besonders greifbar. Dieter Hallervorden, Emma Schweiger und Til Schweiger verleihen ihren Figuren in dieser Kulisse Glaubwürdigkeit und Wärme.

Kurzporträt der wichtigsten Schauplätze

  • Gut Altfresenburg: Drehort für Familienszenen und Amandus’ Zusammenbruch.
  • Bozen: Südliches Flair, Altstadt, Kloster und italienische Lebensart.
  • Toblacher See & Villnöss: Dolomitenpanoramen, Metapher für Freiheit und Erinnerung.
  • Drei Zinnen & Hochpustertal: Symbol für Aufbruch, Grenzen und Naturgewalt.
  • Venedig: Sehnsuchtsort, Endpunkt der Reise und emotionale Auflösung.

Wer Schauplätze wie im Film selbst erleben will, kann vieles vor Ort entdecken: In Südtirol empfiehlt sich die „Mobilcard“, mit der das gesamte Angebot des Nahverkehrs genutzt werden kann. Auch kleine Dörfer, Seen und alpine Wanderwege lassen sich mit Bus, Bahn oder zu Fuß bereisen.

Authentizität und Erinnerungswert: Regie, Drehbuch und Umsetzung

Bei der Entwicklung des Projekts entschied man, dass Amandus’ und Tildas Reise nach Venedig führen würde: „Dann müssen wir auch in Südtirol drehen, denn in Toblach im Pustertal habe ich früher alle Schulferien verbracht“, so Til Schweiger. Die Filmemacher übernachteten auf Motivsuche sogar in Schweigers Kindheitsquartier. Beim Kaffee zum Mitnehmen im Dorf lachte das Team, „weil die Verkäuferin das Produkt nicht kannte“. Diese persönliche Verbundenheit spiegelt sich in der liebevollen Auswahl der Drehorte wider.

Lesen Sie auch: Herstellungsprozess von Blaue Biene Honig detailliert erklärt

Infografik: Route von Hamburg nach Venedig mit Stationen

Insgesamt sind die Drehorte von „Honig im Kopf“ ein charakteristisches Element des Films: Sie unterstreichen nicht nur die Familienreise und den fesselnden Wechsel zwischen Komik und Tragik, sondern verleihen der bewegenden Geschichte von Amandus und Tilda greifbare Realität.

tags: #drehorte #von #honig #im #kopf

Populäre Artikel: