Die Geschichte und Herstellung der Dortmunder Kohle, Schokolade und Bier

Dortmund ist eine Stadt mit einer faszinierenden industriellen Geschichte und gleich mehreren kulinarischen Traditionen. Besonders die Kohleindustrie, die Bierherstellung und die Handwerkskunst der Schokolade prägen das Dortmunder Stadtbild und seine Kultur bis heute auf einzigartige Weise.

Historisches Panoramabild der Dortmunder Kokerei Hansa

Die Entwicklung der Dortmunder Kohleindustrie

Das Hauptaugenmerk der Kokerei lag auf der Koksherstellung. Koks ist ein poröser Brennstoff, den die Industrie bis heute bei der Stahlproduktion in Hochöfen einsetzt. Hüttenwerke waren die Hauptabnehmer für den Koks, der auf der Kokerei Hansa produziert wurde. Dabei stellten sie hohe Anforderungen an das Produkt. Die Grundlage für „guten“ Koks war die Kohlemischung. Auf Hansa gab es insgesamt 19 Kohlebunker für unterschiedliche Kohlen. Die angelieferte Kohle wurde sortenrein gelagert. Jeder Bunker nahm nur eine Kohlensorte auf. Die Mischung der Kohlen erfolgte nach Analyseergebnissen.

Denn Kohlen haben je nach geologischem Alter und ihrer Lagerstätte unterschiedliche Eigenschaften. Man beurteilt sie unter anderem nach ihrem Brennwert. Die sortierten Kohlen wurden im Anschluss zerkleinert und als „Fertig-Mischung“ in den jeweiligen Kohlenturm transportiert.

"Nicht jede Kohle ist für die Verkokung geeignet", erklärt der Fördervereinschef. Nur aus aschearmer Fettkohle kann mit Hilfe von Temperaturen bis zu 1500 Grad und unter Ausschluss von Sauerstoff Koks erzeugt werden. "Dazu wurden früher 16 Tonnen gemahlene Kohle von oben in eine Ofenkammer gefüllt", erläutert der 65-Jährige. 314 davon existieren bis heute - verteilt auf fünf Einheiten, Batterien genannt. Jede davon ist zwölf Meter lang, vier Meter hoch - aber nur 43 Zentimeter schmal. "Alle aus feuerfestem Stein gemauert." Die notwendige Hitze wurde Gasverbrennung erzeugt. "Damals durchzog eine Gichtgas-Pipeline von 20 Kilometer Länge die Stadt", erinnert Hendler.

Schema der Kohleverarbeitung: Vom Bunker zum Koks

"Täglich wurden 7500 Tonnen Kohle zu 5000 Tonnen Koks verarbeitet", sagt Gerhard Hendler. Das war von 1928 bis 1992. Innerhalb von 18 bis 20 Stunden bildet sich der sogenannte Kokskuchen. "Der brannte lichterloh und musste mit Wasser gelöscht werden", erklärt Gerhard Hendler weiter. Auch Kokereigas sei für die Produktion genutzt worden - zuletzt auch das Methangas, das durch Fäulnisprozesse auf der früheren Deponie in Deusen entstand.

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Dabei unterscheidet man zwei Produktionsbereiche - die sogenannte Schwarze Seite und die Weiße. Die Schwarze Seite verdankt ihren Namen dem dunklen Staub, der sich in diesem Bereich ablagerte. Denn dort liefen früher die Koksofenbatterien auf Hochtouren, in denen die Koksproduktion erfolgte. Auf der Weißen Seite befanden sich die Anlagen für die Gewinnung von Kohlewertstoffen und die Aufbereitung des Kokereigases.

Dortmunder Kokerei Hansa - Historische Entwicklung und heutiges Erbe

Nach 64 Jahren Betriebszeit erfolgte am 15. Dezember 1992 die Stilllegung. Seit 1998 ist die Kokerei in der Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen. Und auf der Geburtsurkunde der Anlage steht der Name Hellmuth von Stegmann und Stein (1892 - 1929). Als Baudirektor der Vereinigte Stahlwerke AG gilt der Architekt als einer der Väter der Kokerei Hansa. Von Stegmann und Stein ordnete die Gebäude des Werks klar nach dem Produktionsablauf und folgte einem sachlich-funktionalen Architekturstil. Heute eröffnet sich den Besuchern ein fesselnder Anblick auf dem Gelände der Kokerei Hansa. Hohe Türme strecken sich himmelwärts. Gigantische Maschinen überall, stählerne Dinosaurier der Industriezeit.

Dortmunder Bier: Brautradition und Wandel

Die Dortmunder Biergeschichte beginnt offiziell im Jahr 1266 mit der urkundlichen Erwähnung eines Bieres, das in der damaligen Hansestadt gebraut wurde. Die Menschen in Dortmund liebten das Grutbier, das mit verschiedenen Extrakten gewürzt und vergoren wurde: aus Myrten, Rosmarin, Wacholder, Lorbeeren, Kümmel, Anis, Kirschen und Harz. Aber die dickflüssige und trübe Brühe fand viele Freunde und reißenden Absatz.

Ein wichtiger Meilenstein in der Dortmunder Braugeschichte war das Jahr 1293. König Adolf von Nassau verlieh der Stadt das Recht, Bier zu brauen. Für den Landesherren war das kein uneigennütziges Unterfangen: Er erhob eine Steuer auf das Brauen von Bier - und füllte damit seinen Säckel. 1332 wurde das Dortmunder Braumonopol durch Kaiser Ludwig IV. bestätigt, was der Stadt Dortmund sichere Einkünfte und Wohlstand bescherte.

1477 brachte dann eine Neuerung für die Bierbrauzunft. Die exotischen Würzmischungen hatten ausgedient und wurden durch Hopfen ersetzt. Der machte das Bier nicht nur schmackhafter und bekömmlicher, sondern auch haltbarer. Denn haltbares Bier ließ sich besser transportieren und daher auch weitläufiger vermarkten. Das Dortmunder Bier wurde exportiert und fand Freunde im In- und Ausland.

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Bierbrauprozess: Von Grutbier zu Hopfenbier

Nach den Wachstumsjahren kam es dann aber in Folge des Dreißigjährigen Krieges und der Reformation zum Niedergang des Dortmunder Brauwesens. Und nicht nur der verheerende Krieg machte den Brauern zu schaffen. Auch die Trinkgewohnheiten hatten sich geändert. Nachdem das Brauwesen in Dortmund seinen Tiefpunkt überwunden hatte, ging es Mitte des 19. Jahrhunderts wieder bergauf mit der Brauwirtschaft.

In Dortmund spezialisierte man sich auf ein Bier bayerischer Brauart, das im Zuge der Industrialisierung einen Boom erlebte. Dortmund wurde durch Kohle und Stahl zum Industriezentrum, zu einer Arbeiterstadt - und das Bier zum Getränk Nummer Eins. Das helle untergärige Bier löste nun in Dortmund das bis dahin ausgeschenkte dunkle obergärige ab. Die neue Technik war teuer, und nur große Brauereien konnten sich ein Kühlsystem leisten. Die Hausbrauereien blieben auf der Strecke.

1840 hatte es noch 74 Brauereibetriebe gegeben, doch bis 1895 schrumpfte die Zahl auf 28 Brauereien. Schon damals kannte man als weltweite Dortmunder Bierspezialität das Dortmunder Export. 1968 lag der Marktanteil von Exportbier in Deutschland bei 57 Prozent. Pils erreichte gerade einmal 19 Prozent. In der Bierstadt wurden Anfang der 1970er jährliche 7,46 Millionen Hektoliter des deutschen Nationalgetränks hergestellt. Damit nahm Dortmund die Spitzenstellung in ganz Europa ein.

Jahr Anzahl der Brauereien Exportbier-Marktanteil (%) Produktion (Millionen hl)
1840 74 - -
1895 28 - -
1968 - 57 -
1970er - - 7,46

Die Zechenschließungen der 1980er-Jahre führten dann aber zu Massenentlassungen und zu einem Rückgang des Bierkonsums. Im Jahr 2000 wurden die 34 verschiedenen Dortmunder Biere von nur noch zwei Brauereien hergestellt. 2005 wurde die Schließung der Dortmunder Traditionsbrauerei Brinkhoff beschlossen. Seitdem braut die Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) fast alle Biere in Dortmund.

Dortmunder Brauereien und Bierexporte im Wandel der Zeit

Handwerkliche Schokoladenherstellung in Dortmund

Die Erzeugnisse der Schokolaterie entstehen traditionell in reiner Handarbeit. Für die Füllung der Trüffelpralinen wird besonders hochwertige Belgische Schokolade zur berühmten Ganache verarbeitet.

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Die Pralinen werden bei uns nicht in fertige Hohlkörper gegossen. Jede Praline bekommt ihre Kuvertüre einzeln und wird von Hand mit Schokolade überzogen. Unsere Verpackungen sind von uns liebevoll für jedes Produkt entworfen worden.

Die Rezepturen der Trüffelpralinen zu bewahren, dieses feine Handwerk zu pflegen und den Menschen dafür eine Wertschätzung zu vermitteln ist eines von unseren Zielen.

Wir laden Sie herzlich ein unsere Werkstatt am Schwanenwall in Dortmund zu besuchen und mehr über unser Handwerk zu erfahren.

Handgefertigte Pralinen aus der Dortmunder Schokoladenmanufaktur

Kulinarische Erlebnisse auf dem Gelände der Kokerei Hansa

Auf der Kokerei Hansa erwartet Sie eine Vielfalt an kulinarischen Erlebnissen. Im Bistro ButterRaum genießen Sie einfache, aber geschmackvolle Gerichte in einem entspannten Ambiente. Wer es exklusiver mag, lässt sich im SchwarzGold von einer Sterneküche der Spitzenklasse verwöhnen. Hier treffen anspruchsvolle Gourmets auf meisterhaft zubereitete Kreationen in stilvollem Ambiente.

Bistro und Sterneküche auf dem Industriestandort Kokerei Hansa

Dortmunder Traditionen - lebendig und genussvoll

Die Stadt Dortmund ist stolz auf ihre lange Geschichte als Zentrum von Kohle, Stahl, Bier und handgefertigter Schokolade. Besucher haben heute die Gelegenheit, auf Führungen und Rundgängen in die faszinierenden Produktionsprozesse einzutauchen und die Industriegeschichte und traditionsreiche Genusswelt dieser Metropole zu erleben.

Stadtführung: Industriekultur, Bier und Schokoladenkunst in Dortmund

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