Rumtopf Rezept Anleitung: Schritt für Schritt durch den Sommer bis zum ersten Advent
Ein Rumtopf ist eingemachter Sommer - und ein kleines Geduldsspiel. Statt alles an einem Tag zuzubereiten, wächst er über das ganze Sommerhalbjahr: Du beginnst im Mai oder Juni mit den ersten Erdbeeren und legst dann Monat für Monat die nächste reife Frucht nach.
Wir hatten den Rumtopf pünktlich am ersten Advent probiert und er war oberlecker. Als ich klein war, gab es bei meiner Oma für die Erwachsenen an Weihnachten immer Vanille-Eis mit Rumtopf.
Warum jetzt starten? Geschichte, Tradition und Saison
Schon im Frühling denken wir an herrlich gehaltvolle Desserts, die uns die kalten Herbst- und Wintertagen versüßen. Wir setzen gemeinsam einen Rumtopf an.
Die Rumtopf-Geschichte reicht wohl bis ins 18. Jahrhundert zurück. In die Zeit, als sich die Hafenstadt Flensburg über den Rohrzucker-Handel zur Rumhochburg entwickelte. Vielleicht fielen dort aus Versehen ein paar Früchte in ein Fass, die erst nach einiger Zeit gerettet werden konnten?
Als noch nicht jede Obstsorte das gesamte Jahr über im Supermarkt verfügbar war, Dosenfrüchte und Tiefgefrorenes für die Masse in weiter Ferne lagen, bedeutete ein Rumtopf eine gute Möglichkeit das Obst aus dem eigenen Garten haltbar zu machen.
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Der Rumtopf hat eine lange Tradition und stammt ursprünglich aus der deutschen und österreichischen Küche.
Gefäß, Rum und Grundregeln
Zum Ansetzen eines Rumtopfs braucht es nicht viel: ein geeignetes Gefäß, Rum, Zucker und Früchte der Saison. Keramik- oder Steingutgefäße mit Deckel eignen sich zum Einlegen der Früchte am besten.
Das beste Gefäß für Rumtopf: Um einen Rumtopf anzusetzen, ist ein sorgfältig gesäubertes Steingutgefäß ohne Risse oder Sprünge mit etwa 5 Liter Fassungsvermögen und einem gut schließenden Deckel die richtige Wahl.
Alternativ kannst du große Einmachgläser verwenden. Dann sollte der Rumtopf zusätzlich an einem dunklen Ort gelagert werden.
Spüle den Rumtopf aus Steinzeug oder Glas gründlich heiß aus und trockne ihn ab.
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Wichtig ist aber, dass es luftdicht verschlossen werden kann. Außerdem sollte der Inhalt vor Licht geschützt (deshalb eignen sich Glasgefäße nur bedingt) und an einem Ort mit nicht allzu hoher Luftfeuchtigkeit stehen.
Warum muss der Rum mindestens 54 % Vol. Der Alkohol ist das, was die Früchte haltbar macht. Liegt der Rum unter 54 % Vol., ist die Konservierung nicht sicher und die Früchte können verderben.
Wie der Name bereits verrät, verwendet man zum Ansetzen eines Rumtopfs, genau, Rum. Für möglichst lange Haltbarkeit sollte dieser mindestens 54 % Vol. haben.
Zutaten und geeignete Früchte
Früchte der Saison, hochprozentiger Rum und Zucker - mehr braucht es nicht für einen guten Rumtopf. Ein leckeres Extra zu sahnigen Desserts, Eis, Waffeln oder Käsekuchen.
Geeignete Früchte für den Rumtopf: Kirschen, Sauerkirschen, Stachelbeeren, Weiße Johannisbeeren, Rote Johannisbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Aprikosen (ich häute sie vorher), Heidelbeeren.
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Wichtig: Für den Rumtopf nur reife, aber nicht überreife (zu weiche) Früchte verwenden. Alle verwendeten Früchte müssen makellos sein.
Nicht alle Obstsorten sind gut geeignet für den Rumtopf. Brombeeren und Äpfel werden beim Einlegen hart, rote Johannisbeeren und Stachelbeeren verleihen dem Rumtopf eine säuerliche Note, zarte Himbeeren und Heidelbeeren neigen dazu zu zerfallen.
Wann kommen welche Früchte in den Rumtopf?
- Mai, Juni: 500 g Erdbeeren
- Juni, Juli: 500 g Süßkirschen (nicht entsteint)
- Juli, August: 500 g Aprikosen und/oder Pfirsiche (abgezogen, entsteint und halbiert), Sauerkirschen
- August, September: 500 g Reneclauden, Mirabellen, Pflaumen und/oder Zwetschgen (entsteint und halbiert)
- September, Oktober: 500 g Birnen (geschält, in Stücke geschnitten und ohne Kerngehäuse)
Grundrezept: Schritt-für-Schritt-Anleitung
So funktioniert's: Dann kann es losgehen. 500 g Erdbeeren und 500 g Zucker abwiegen, Erdbeeren auf dem Boden des Topfs platzieren und den Zucker gleichmäßig darüber rieseln.
Dann lässt Sabine das Ganze etwa eine halbe Stunde lang ziehen. So hat der Saft der Erdbeeren Zeit, auszutreten und der Rum wird dadurch besonders intensiv aromatisiert.
Dann mit Rum übergießen. Er soll stets fingerbreit über den Früchten stehen (schwimmende Früchte eventuell mit einer Untertasse beschweren).
Gehe mit jeder neuen Frucht-Saison gleich vor: Früchte hinzufügen, mit der halben Menge Zucker bestreuen und mit Rum auffüllen.
Gut mit Zellophan verschließen und an einem kühlen Ort aufbewahren.
| Schicht | Früchte | Zucker | Rum (min. 54 %) |
|---|---|---|---|
| Start | 500 g Früchte | 500 g Zucker | ca. 500 ml, bis bedeckt |
| jede weitere | 500 g Früchte | 250 g Zucker | ca. 500 ml, bis bedeckt |
| Reife | - | - | nach 4 Wochen servierfertig |
Fertigen Rumtopf ca. 4 Wochen durchziehen lassen, bis die Früchte den vollen Geschmack entwickelt haben. Spätestens im November ist der Rumtopf servierfertig.
Monat für Monat: detaillierter Ablauf
Mai/Juni: Erdbeeren
Wir starten im Mai mit 500 g Erdbeeren, 500 g Zucker und 700 ml braunem Rum. Wie Sabine das macht, könnt ihr euch hier anschauen.
Erst werden sie verlesen, dann gewaschen, trockengetupft und vom Grün befreit. Die Großen werden einmal halbiert.
Zur Sicherheit platziert Sabine einen kleinen Teller auf den schwimmenden Erdbeeren, der die Früchte daran hindert, an der frischen Luft herumzudümpeln und Schimmel zu verhindern.
Juni: Kirschen und Aprikosen
Im Juni geht es weiter mit 600 g Kirschen, 400 g Aprikosen, 500 g Zucker, einer Vanilleschote und Rum zum Aufgießen.
Die Kirschen waschen, gut abtrocknen und unbedingt entsteinen. Wer keinen Entsteiner hat, kann den Kern mit einem Metallstrohhalm von unten nach oben aus der Kirsche drücken.
Mit einem scharfen Messer ein Kreuz am Stielansatz einritzen und sie in einer Schüssel mit kochenden Wasser übergießen. Nach wenigen Minuten kann dann die Schale mit einem Messer abgezogen werden.
Juli: Pfirsiche und Zimt
Im Juli, geht es weiter mit 500 g herrlich reifer Pfirsiche, zwei Stangen Zimt, 250 g braunem Zucker und Rum zum Aufgießen.
Am Stielansatz einritzen, dann mit heißem Wasser übergießen, ein paar Minuten warten und dann in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. So lässt sich die Schale besonders leicht abziehen.
August/September: Mirabellen und Pflaumen
Im August oder im September geht es weiter mit 300 g Mirabellen, 300 g Pflaumen oder Zwetschgen und 300 g braunem Zucker.
Diesmal wird nicht mit Rum aufgefüllt, denn Flüssigkeit ist in Sabines Rumtopf noch ausreichend vorhanden. (Sollte das bei euch nicht so sein, gießt ruhig noch einmal nach.)
Oktober/November: Birnenfinale
Im Oktober oder im November nehmen 500 g Birnen ein Bad in unserer herrlichen Rummischung, die seit mittlerweile sechs Monaten in dem Topf vor sich hin zieht.
Sabine gibt zusätzlich 250 g braunen Zucker hinzu. Rum füllt sie auch diesmal nicht auf, denn die Früchte sind noch gut bedeckt.
Tipps für Hygiene, Lagerung und Sicherheit
Auch wenn der Topf sauber aussieht, sollte er unbedingt noch einmal ordentlich gereinigt werden. Mit einem milden Spülmittel und heißem Wasser.
Manche spülen ihn zusätzlich mit Essig-Essenz aus, um ganz sicher zu gehen, dass keine Pilze oder Bakterien das Ergebnis verunreinigen.
Wichtig ist es, denn Rumtopf dunkel zu stellen und möglichst wenig Luft hinein kommen zu lassen.
Bewahre den Rumtopf an einem kühlen, dunklen Ort auf. Haltbarkeit: Ein gut verschlossener Rumtopf kann mehrere Jahre halten.
Bitte beachte: Rumtopf enthält Alkohol (ca. 15-25 % Vol. im fertigen Topf) und ist nicht für Kinder, Schwangere oder Personen geeignet, die keinen Alkohol zu sich nehmen möchten.
Varianten, Gewürze und Zuckersorten
Wenn man mag, kann man den Rumtopf noch mit Zimt oder Kardamom aromatisieren, ich würde diese aber erst im Spätherbst dazugeben.
Der braune Kandis verleiht dem Rumtopf eine feine Karamellnote. Man kann aber auch weißen Kandis verwenden.
Klassischerweise wird zu braunem Rum gegriffen. Je nach persönlichem Geschmack kannst du auch weißen Rum nehmen.
Servieren, Rezepte und Geschenkideen
Am ersten Advent darf dann probiert werden. Wir essen Vanille-Eis dazu. Ganz wie meine Oma eben.
Als Dessert: Serviere die Früchte mit Vanilleeis oder Pudding. In Backwaren: Verwende die Früchte als Füllung für Kuchen oder Torten.
Als Getränk: Gieße den Rumtopf mit Sekt oder Prosecco auf und genieße einen spritzigen Cocktail.
Als Geschenk: Ein selbstgemachter Rumtopf ist auch ein tolles Geschenk. Fülle die fertigen Rumtopf-Früchte und den Rum in dekorative Gläser und verschenke sie zu Weihnachten oder anderen besonderen Anlässen.
Leckere Rezepte mit Rumtopf: Freu dich an Weihnachten über Geeisten Christstollen mit Rumtopffrüchten oder feiere eine süße Party mit unserer verführerischen Rumtopf-Torte.
Erfahrungsbericht: Vom ersten Ansatz bis zur Adventsbowle
Dieses Jahr war es endlich soweit. Ich habe einen Rumtopf angesetzt. Nachdem ich den Topf meiner Mutter schon vor Jahren abgeschwatzt hatte, hat mich das Leben immer wieder abgehalten, diesen auch zu befüllen.
Ich entschloss mich, eine Adventsparty zu veranstalten, denn traditionell wird ein Rumtopf am ersten Advent geöffnet und probiert.
Ich habe Rumtopf mit Prosecco aufgefüllt und als Bowle serviert. Einen Teil der Früchte habe ich zu einem Topfkuchen verarbeitet.
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