Coppenrath Geeste‑Groß Hesepe: Unternehmensgeschichte einer Familienbäckerei

Die Liebe zum Gebäck liegt bei Coppenrath in der Familie - und das seit 200 Jahren und bereits in siebter Generation. In über 60 Ländern weltweit genießen viele Kunden unsere Backkreationen.

Anfänge und erste Erfolge (1825-1890)

Mit Heinrich Coppenrath (dem Ersten) beginnt mit dem 1825 im emsländischen Geeste/Groß Hesepe gegründeten Unternehmen die Geschichte der Familienbäckerei mit dem Honigkuchen ...

Es war das Trendgebäck der 60er und 70er Jahre im 19. Jahrhundert, denn mit seinem Honigkuchen machte der Bäckermeister Heinrich Coppenrath (der Zweite) nicht nur im heimischen Emsland Furore. Auch in den bedeutenden Fürsten- und Königshäusern wusste man den Geschmack dieses feinen Gebäcks zu schätzen.

Das sollte aber nicht das Ende der Fahnenstange sein: mit viel Können, Fleiß und Unternehmergeist erweiterten die Coppenraths ihre Produktvielfalt und verkauften geschickt das beliebte Gebäck in weitere Teile der Nation.

Sortimentsentwicklung und Ausbau (Ende 19. / frühes 20. Jahrhundert)

Sohn Heinrich (der Zweite) sorgt mit dem legendären Coppenrathschen Honigkuchen im Emsland für Aufsehen. An den Erfolg knüpft Heinrich (der Dritte) an und beginnt zusätzlich mit der Zwieback-Produktion. Pferdefuhrwerke beliefern die umliegenden Lebensmittelgeschäfte.

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Aloys Coppenrath (vierte Generation) intensiviert die Produktion und bringt Brote und Süßwaren mit in die Landbäckerei. Erste Lastkraftwagen erweitern den Handelsradius.

Krisenjahre und Durchhaltevermögen (1942-1962)

Aloys Coppenrath verunglückt auf tragische Weise im Krieg. Seine Frau, Änne Coppenrath, führt die Firma in den schweren Jahren des Krieges fort und kümmert sich alleine um die acht Kinder.

Wegen des frühen Todes seines Vaters übernimmt Franz Coppenrath (fünfte Generation) den elterlichen Betrieb schon im Alter von 21 Jahren. Sukzessive werden die Fabrik- und Ofen-Anlagen modernisiert und erweitert.

Franz Coppenrath und seine Ehefrau Ursula beschließen den Schritt weg von der Landbackstube hin zu einer modernen Großbäckerei. Unter hohem unternehmerischem Risiko wird ein neues Fabrikgebäude errichtet. Die Belieferung des Großhandels wird auf den gesamten deutschen Raum ausgedehnt.

Neue Geschäftsfelder und Internationalisierung (1968-1998)

Franz Coppenrath erkennt den regionalen Bedarf eines Süßwaren-Großhandels: Der "Süßwaren-Vertrieb Ems-Vechte" nimmt seine Tätigkeit auf. Das erste Sortiment besteht aus 250 Artikeln. Nach dem Tod von Franz Coppenrath übernimmt seine Frau Ursula die Leitung der Firma, die heute unter dem Namen "Naschwelt" Geschäfte und Tankstellen bundesweit beliefert.

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Ausweitung der Vertriebsaktivitäten auf das Ausland. Der erste wichtige Exportmarkt ist Österreich.

Unter Andreas Coppenrath baut das Unternehmen erfolgreich seine Marktposition im In- und Ausland aus. Weltweit werden über 50 Länder mit Feingebäck beliefert.

Schicksalsschlag 1978 und Wiederaufbau

Am 27. August 1978 brannte die gesamte Produktionsstätte der Firma Coppenrath aus. Innerhalb von nur zwei Stunden werden sämtliche Produktionsanlagen, einschließlich der Rohstoffe und des Vorratslagers, ein Raub der Flammen.

Durch den engagierten Einsatz der Mitarbeiter wird in der Rekordzeit von drei Monaten die neue Fabrikhalle erbaut.

Übergänge der Geschäftsführung und jüngere Entwicklungen (1995-2015)

Andreas Coppenrath tritt 1995 die Nachfolge seines Vaters Franz Coppenrath an, der kurz danach schwer erkrankt und 1997 im Alter von nur 67 Jahren stirbt.

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Unter Andreas Coppenrath baut das Unternehmen erfolgreich seine Marktposition im In- und Ausland aus. Weltweit werden über 50 Länder mit Feingebäck beliefert.

Nach einem Jahr Bauzeit sind auf dem Firmengelände ein neues Bürogebäude sowie eine weitere Halle zum Ausbau der Produktion entstanden. Die neu erbaute Halle umfasst ca. 2.000 qm und dient der Erweiterung des Lagers und der Verpackung. Auf das Thema Energieeffizienz wird beim Bau besonders Wert gelegt.

Der Wirtschaftsverband Emsland e.V. hat das Familienunternehmen mit dem „Emsländischen Unternehmenspreis“ in der Kategorie „Soziales Engagement“ ausgezeichnet.

Tradition, Produktion und Markenphilosophie

Die Firma Coppenrath ist seit 1825 ein von Familienhand geführtes Unternehmen. In unserer heimischen Produktionsstätte im emsländischen Groß Hesepe backen wir Saison- und Ganzjahresgebäcke verschiedenster Arten.

Der heutigen, industriellen Produktion steht das traditionelle Handwerk gegenüber, das neben aller Technisierung nach wie vor die Grundlage für hochwertige Feinbackwaren bildet.

Die höchste Wertschätzung verdienen unsere Mitarbeiter. Gute Zusammenarbeit, persönlicher Kontakt und Teamgeist sind für die Erfüllung unserer Aufgaben entscheidend. Der Umgang miteinander ist offen, direkt und fürsorglich.

Unser Denken und Handeln zeichnet sich durch unsere Ehrlichkeit aus. Die Führungskräfte haben eine besondere Verantwortung. Wer andere führt, muss gelernt haben, sich selbst zu führen. Führen beinhaltet auch: Vertrauen schaffen, Förderung der Identifikation mit der Arbeit und der Entwicklung des Selbstwertgefühls der Mitarbeiter.

Die Wünsche des Kunden und die Bedürfnisse des Verbrauchers sind für uns wichtig. Sie zu erfüllen bestimmt den Erfolg unseres Unternehmens. Deshalb legen wir Wert auf gute Beratung und perfekten Service. Nur der persönliche Kontakt zu unseren Kunden hilft uns, ihre Wünsche zu erkennen und ein partnerschaftliches Verhältnis aufzubauen, das auf gegenseitigem Vertrauen und Ehrlichkeit basiert.

Qualität bedeutet sehr viel mehr als das Erfüllen bestehender Forderungen, nämlich auch ein waches und bewusstes Arbeiten und verbessern der eigenen Leistung.

Wir alle tragen in unserem Unternehmen Verantwortung im Hinblick auf unsere Umwelt und den verantwortungsvollen Umgang mit allen Ressourcen. Jeder ist aufgerufen, sein Wissen und Handeln danach auszurichten. Machbares wird sofort umgesetzt, vor allem bei langfristigen Entscheidungen stehen umweltschonende, nachhaltigkeits- und energierelevante Aspekte im Vordergrund.

Zur Sicherung unserer Zukunft und zur Erhaltung der Arbeitsplätze sind wir bereit, mutig neue Wege zu gehen. Wer auf Veränderung in unserer Gesellschaft und im Markt reagiert, wird bestehen können. Wir warten nicht auf den Erfolg, wir suchen ihn. Jeder ist bereit, zu lernen und bereit zum Wandel.

Historische Ansicht der Landbäckerei Coppenrath in Groß Hesepe

Bildungsangebot: Schulbäckerei und Workshops

In der liebevoll restaurierten Backstube wird seitdem wieder gebacken. Am 15. Februar 2008 eröffnete Andreas Coppenrath die Schulbäckerei nach den erfolgreichen Restaurierungsarbeiten des 1798 entstandenen Gebäudes.

In der restaurierten Schulbäckerei wird den Besuchern das Bäckerhandwerk, im Speziellen die Herstellung von Dauerbackwaren nähergebracht. Zusätzlich bietet es Schülern eine interessante Möglichkeit der beruflichen Orientierung.

Bei einem spannenden Vortrag erfahren die Besucher mehr über die traditionsreiche Geschichte des Familienunternehmens Coppenrath und das Backen selbst. Nach dem theoretischen Teil heißt es dann „selber anpacken und ausprobieren.“ In der Praxis wird, zusammen mit unseren Profis, nach Vorgaben verschiedener leckerer Rezepturen Gebäck oder Brot hergestellt. Gruppen aller Art haben die Möglichkeit, das Thema „Backen“ von heimischen Getreide bis zum duftenden Gebäck theoretisch und praktisch in Workshops zu erarbeiten.

Schulbäckerei: praktischer Workshop mit Schülern

Markt, Export und Jubiläum

Die Liebe zum Gebäck liegt bei Coppenrath in der Familie - schon in der sechsten Generation. Greifen Sie doch zu: auf jede Menge appetitlich angerichteter Informationen zu unserem Unternehmen, unseren Produkten sowie zu Aktuellem und Wissenswertem rund ums Thema Coppenrath und Feingebäck.

Seit fast 200 Jahren stellt die Firma Coppenrath Feingebäcke her. Das Jahr 2025 ist für die Coppenrath Feingebäck GmbH aus dem emsländischen Geeste-Groß Hesepe ein ganz besonderes Jahr: Das Familienunternehmen feiert sein 200-jähriges Bestehen.

Seit bald sieben Generationen steht der Name Coppenrath für die Fertigung von Gebäckspezialitäten. Angefangen hat alles in einer kleinen Landbackstube im Jahr 1825 und mit feinem Honigkuchen, den Gründer Heinrich Coppenrath aus seinem kleinen Heimatdorf im Emsland bis an die bedeutenden Fürsten- und Königshäuser auslieferte.

Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem großen Fest am 19. und 20. Juni. Ich denke, unsere Vorfahren wären vor allem von der heutigen Vielfalt und Raffinesse unseres Sortiments überrascht.

Besonders erstaunen würde sie vermutlich, wie weit unsere Kekse heute reisen - bis nach Asien, Amerika und in viele weitere Länder der Welt.

Jubiläumsdokumentation Coppenrath 200 Jahre

Familie, Nachfolge und Zukunft

In ihrer Zeit war das Backhandwerk noch deutlich stärker von Handarbeit geprägt und regional begrenzt. Heute kombinieren wir traditionelle Rezepturen mit modernen Herstellungsverfahren und kreativen Produktideen. Besonders erstaunen würde sie vermutlich, wie weit unsere Kekse heute reisen - bis nach Asien, Amerika und in viele weitere Länder der Welt.

Andreas Coppenrath (AC): Vielen Dank! Ich denke, unsere Vorfahren wären vor allem von der heutigen Vielfalt und Raffinesse unseres Sortiments überrascht. In ihrer Zeit war das Backhandwerk noch deutlich stärker von Handarbeit geprägt und regional begrenzt. Heute kombinieren wir traditionelle Rezepturen mit modernen Herstellungsverfahren und kreativen Produktideen.

Als die aktuelle Generation im Jubiläumsjahr 2025: Was ist es, dass Sie gerade jetzt mit Freude erfüllt? AC: Auch trotz der vielen Veränderungen sowie wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, die das Jahr 2025 mit sich bringt, schaffen wir es, uns treu zu bleiben: Tradition und Innovation gehen bei uns Hand in Hand.

Bei den Recherchen für unsere Jubiläumschronik stießen wir auf einige spannende handschriftliche Aufzeichnungen, Fotos, Dokumente und Berichte meiner Vorfahren. Mich erstaunt es immer wieder, mit welchem Idealismus, Qualitätsanspruch und Unternehmergeist sie damals zu Werke gegangen sind.

Es macht mich vor allem demütig und tief dankbar. Die Geschichte unserer Firma ist nicht nur geprägt von Erfolgen, sondern auch herausfordernden Zeiten. Änne Coppenrath etwa verlor 1942 ihren Mann und arbeitete dann mit acht Kindern allein im Unternehmen weiter. Sie ist für uns alle ein Vorbild für Mut, Verantwortung und Durchhaltevermögen. Und auch der Brand von 1978 - der alles hätte beenden können - wurde durch gemeinsamen Einsatz und Zusammenhalt überwunden.

Im Jahr 1995 trat der jetzige Geschäftsführer Andreas Coppenrath (62) die Nachfolge in sechster Generation an - und mit Tochter Hanna Coppenrath steht bereits seine Nachfolgerin in den Startlöchern.

Hanna Coppenrath hat nach dem erfolgreichen Abschluss von Ausbildung und Studium unter anderem bei Backbetrieben, Schokoladenherstellern und Konditoreien in Deutschland und im Ausland gearbeitet. Frau Coppenrath, im August 2026 übernehmen Sie in siebter Generation das Familienunternehmen. Gibt es etwas, auf das Sie sich schon jetzt besonders freuen? Hanna Coppenrath: Auf ein selbstbestimmtes Arbeiten und die Möglichkeit, meine eigenen Ideen zu verwirklichen. Natürlich habe ich auch jetzt schon die Möglichkeit mitzubestimmen, aber eben auf eine andere Art und Weise.

Zeitleiste - Wichtige Meilensteine

Jahr Ereignis
1825 Gründung der Landbäckerei durch Heinrich Coppenrath (I)
1890 Erfolg des Coppenrathschen Honigkuchens; Zwieback-Produktion beginnt
1924 Intensivierung der Produktion, Brote und Süßwaren; erste Lkw
1942 Änne Coppenrath führt die Firma nach Kriegsverlust weiter
1962 Neuausrichtung zur Großbäckerei, modernes Fabrikgebäude
1978 Großbrand; Wiederaufbau in drei Monaten
1995 Andreas Coppenrath übernimmt Führung
2008 Eröffnung der restaurierten Schulbäckerei
2014 Neues Bürogebäude und Produktionshalle; Fokus Energieeffizienz
2015 Emsländischer Unternehmenspreis für soziales Engagement
2025 200‑jähriges Jubiläum, weltweit Vertrieb in über 50 Ländern

Die heutige Marke Coppenrath steht für die Fertigung feinster Gebäckspezialitäten, Verantwortung für die Qualität unserer Produkte, die wir mit unserem ganzen Können, guten Rezepten und ausgesuchten Zutaten herstellen, sowie für die Zufriedenheit unserer Handelspartner und Kunden, die sich auf unsere Technik und Logistik verlassen können. Wir liefern heute unser Feingebäck in alle Welt. Aber wir vergessen niemals unsere Wurzeln. Mit Hand und Herz beteiligt sein, das Alte ehren und gleichzeitig das Neue wagen - das ist es, was uns als Familienunternehmen aus Überzeugung prägt und von vielen anonymen Großkonzernen unterscheidet.

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