Anleitung: Verwendung von Blumenröhrchen (Blumen-Picks) für Torten

Für die Hochzeitstorte, die ich im Sommer 2019 backen durfte, habe ich ganz besondere Deko verwendet: Echte Blumen! Lest hier wie das funktioniert und was ihr beachten müsst, damit eure Torte der absolute Knaller wird.

Warum echte Blumen?

Das Auge isst ja bekanntlich mit - deshalb ist das Äußere der (Hochzeits-) Torte mindestens genauso wichtig wie das Innere. Blumen sind für die Dekoration von Torten sehr beliebt. Besonders für besondere Anlässe wie Hochzeiten eignen sich frische Blüten, Knospen und Blütenblätter. Frische Blumen haben einen einzigartigen Charakter und eine besondere Ausstrahlung.

Hochzeitstorte mit frischen Blumen

Vorüberlegungen: Sicherheit, Geschmack und Stil

Klärt dabei vor allem die Wünsche des Brautpaars ab, denn immerhin ist es ihr großer Tag und nicht eurer. Gleichzeitig sollte ihr aber auch etwas machen, bei dem ihr euch “wohl fühlt” - für mich war zum Beispiel ganz schnell klar: Eine Fondant-Torte werde ich nicht machen. Ich habe Null Erfahrung im Eindecken von Torten mit Fondant und ehrlich gesagt ist das auch einfach nicht mein “Stil”.

Bevor man Blumen auswählt, sollte man sich Gedanken über den Geschmack machen. Das hängt von der Art der Blume ab. Manche haben einen kaum wahrnehmbaren Geschmack, andere schmecken leicht parfümiert - so zum Beispiel Rosenblätter. Kräuterblüten sind in der Regel aromatischer. Vor allem Lavendel hat einen unverkennbaren Geschmack. Doch auch die zierlichen Blüten von Rosmarin haben ein starkes Aroma. Vorsicht: Einige Blüten haben auch einen pikanten oder sogar bitteren Geschmack. Daher gilt: Man sollte die Blumen, die man bei einer Torte verwenden möchte, vorher probiert haben.

Welche Blumen eignen sich? - Giftig vs. essbar

Natürlich gilt: Finger weg von giftigen Blumen. Dazu zählen auch bekannte Klassiker, von denen manchmal mehr, manchmal weniger bekannt ist, dass sie giftig sind: Azaleen, Maiglöckchen, Efeu, Rhododendron, Narzissen, sowie das “Grünzeug” von Holunderblüten, Flieder und vielem mehr. In großen Mengen sind sogar das beliebte Schleierkraut und Gänseblümchen giftig (bei kleiner Anzahl aber unbedenklich). Eine Aufzählung an dieser Stelle wäre lang und höchst wahrscheinlich unvollständig. Daher würde ich euch empfehlen: Sucht euch Blumen aus, die ihr haben möchtet, und recherchiert dann, ob ihr sie verwenden könnt oder nicht.

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Es gibt eine Menge Speiseblumen, die sich für die Dekoration von Torten und anderen essbaren Kreationen eignen. Diese Blumen sind nicht nur ungiftig, sondern können auch ohne Probleme einfach mitgegessen werden: Lavendel, Pfingstrosen, Nelken, Rosen, Primeln, Stiefmütterchen, Tagetes, Veilchen. Die Liste ist noch viel länger. Auch die Blüten der meisten Kräutersorten sind zum Verzehr geeignet.

Gefährdung durch Pestizide und Hygienemängel

Das zweite Thema ist schon schwieriger: Sind die Blumen gespritzt? Bei meiner Recherche zum Thema Blumen-Deko habe ich bestimmt 100 Mal gelesen “nehmt in jedem Fall nur ungespritzte Blumen”. Leider konnte mir weder der Bio-Supermarkt meines Vertrauens, noch die örtliche Gärtnerei da weiterhelfen: “Ungespritzte Blumen? Sowas kann man nicht kaufen!”.

Die Blumen werden von den Händlern nicht wie Lebensmittel behandelt: Sie werden in ungereinigten Gefässen aufbewahrt. Die Reinigungsmittel sind nicht lebensmittelkonform. Und alles, was nicht lebensmittelecht ist (sprich: nicht im Lebensmittelgeschäft erhältlich), sollte nur mit der nötigen Vorsicht in die Nähe von Torten kommen. Deshalb sollte man sich für Blumen für eine Torte an einen Bio-Anbauer wenden oder selbst im Garten auf die Suche gehen. Übrigens: Abwaschen alleine reicht bei gespritzten Blumen nicht aus.

Woher die Blumen beziehen?

  • Bio-Gärtnereien. Problem: Die gibt es nur ganz, ganz, ganz selten. Und wenn, dann haben sie in der Regel ein sehr eingeschränktes, saisonales Angebot.
  • Der eigene Garten. Problem: Hat nicht jeder. Und auch hier ist das Angebot meistens eingeschränkt und passt eventuell nicht zu dem Torten-Design.
  • Konventionelle Blumen. Eines ist sicher: Konventionelle Blumen entsprechen sicherlich keiner Lebensmittelhygiene-Vorschrift und ihr solltet es euch wirklich gut überlegen.

Ich habe mich zum Schluss dann doch für ungespritzte Blumen aus dem Garten entschieden - sicher ist sicher.

Haltbarkeit und Lagerung

Hierzu kann man keine allgemein gültige Aussage treffen. Jede Blume etwas anders, daher gilt: Ausprobieren. Bei meinen bisherigen Torten habe ich die Blumen immer rund 24 Stunden vorher abgeschnitten und in klares Wasser gestellt. Dunkle und kühle Räume sind nicht verkehrt, da sich einige Blüten bei Sonnenstrahlen schnell öffnen und dann verblühen.

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Ich schneide die Stiele dabei immer relativ weit von der Blüte ab und kürze den Stängel erst, wenn ich die Torte dekoriere. Sicher ist: je kurzfristiger ihr die Blumen drapiert, desto sicherer könnt ihr sein, dass sie bei der Präsentation und dem Anschnitt frisch und stabil aussehen. Wenn du deine Torte einen Tag vorher fertigstellst, dekorier sie noch nicht mit deinen Blumen - sie trocknen nur aus.

Methoden zur Befestigung von Blumen: Fokus auf Blumenröhrchen (Blumen-Picks)

Sind die richtigen Blumen gefunden, kann es losgehen mit dem Dekorieren - aber Stopp, nicht so schnell! Den Stängel einfach so in die Torte stecken, das geht natürlich nicht. Wie bei vielen Torten-Dingen habt ihr auch hier mehrere Möglichkeiten:

  • Blumen-Pics verwenden: diese kleinen Röhrchen aus Plastik sind klein und dezent. Da sie vorne spitz zulaufen, lassen sie sich einfach in die fertige Torte schieben und wiederverwendbar sind sie auch. Da sie zudem nicht sehr teuer sind habe ich mich für diese Variante entschieden. Es gibt sie in verschiedenen Größen - auf den Bildern seht ihr Größe M, was sowohl für die Probe-Torte als auch für die tatsächliche Hochzeitstorte absolut ausreichend war. Größe L ist aber sicher auch nicht verkehrt.
  • Orchideenröhrchen / Reagenzgläser: Das sind kleine Reagenzgläser aus Kunststoff mit einem Gummideckel. Die Blumenstiele verlaufen durch diesen Gummideckel und da die Röhrchen verschlossen sind, können sie so etwas bewässert werden. Diese Technik habe ich noch nie ausprobiert - ich persönlich bin der Meinung, dass die frischen Blumen auch eine Weile ohne Wasser auskommen und die Blumendeko sollte nach Möglichkeit sowieso erst kurz vor der Präsentation und dem Anschnitt drapiert werden.
  • Floristenband: Trocknet die Stiele dazu vorher gut ab und wickelt sie rundherum mehrmals mit dem Band ein. Das ist wahrscheinlich die einfachste, aber auch “unsauberste” Lösung.
Blumen-Picks und Orchideenröhrchen

Blumenpicks (Halter) sind spezielle Befestigungslösungen in Form von Röhrchen zum Anbringen von Zuckerblumen an Torten. Die Blumenröhrchen sind lebensmittelecht und lassen sich unauffällig in die Torte stecken. In die Blumenröhrchen kann dann der Draht des Gestecks aus Zuckerblumen gesteckt werden. So hat der Draht keinen direkten Kontakt zur Torte.

Praktische Tipps zur Anwendung der Röhrchen

  1. Wenn die Blüte die Torte berührt, legt einen kleinen Kreis aus Butterbrotpapier unter die Blüte und piekst den Blumenstiel durch das Papier. Schon liegt die Blüte nicht mehr direkt auf der Creme.
  2. Steckt die Röhrchen vorsichtig in die Torte - da sie vorne spitz zulaufen, lassen sie sich einfach einbringen. Platziert sie so, dass der Stängel keinen direkten Kontakt zur Creme hat.
  3. Verwendet beim Einsatz von Reagenzgläsern oder Orchideenröhrchen Wasser, wenn die Blumen länger frisch gehalten werden sollen. Die Blumendeko sollte nach Möglichkeit sowieso erst kurz vor der Präsentation und dem Anschnitt drapiert werden.
  4. Bei Verwendung von Floristenband: Trocknet die Stiele vorher gut ab und wickelt sie rundherum mehrmals mit dem Band ein, damit kein Pflanzenmaterial in die Torte gelangt.

Design-Überlegungen: Wie Blumen in das Gesamtkonzept passen

Gerade bei Hochzeitstorten dürfen Blumendekorationen nicht fehlen. Und der Anlass bietet eine Fülle an Designmöglichkeiten: So lassen sich Blumen-Elemente aus der Tischdekoration oder Arrangements des Brautstraußes auf der Torte unterbringen und verleihen deinem Tortendesign einen einheitlichen Look. Blumen sollten die Farbpalette Ihrer Torte ergänzen und nicht überwältigen.

Blumen lassen sich bei der Tortendekoration vielfältig einsetzen. Wenn man Blumen für die Dekoration einer Torte verwenden will, kann man den Konfetti-Stil anwenden. Dazu werden einige Blütenblätter mit Glasur gemischt und über den Kuchen gegossen. Eine alternative Möglichkeit, die sehr farbenfroh und fröhlich wirkt, ist die Verwendung vieler Blumen für die Torte. Es ist auch möglich, die Torte mithilfe eines Blumenstraußes in Szene zu setzen. Dafür kommt die Methode mit den Reagenzgläsern zum Einsatz. Alternativ gibt es im Fachhandel auch spezielle Blumenständer oder Einsätze aus lebensmittelechtem Kunststoff.

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Verschiedene Blumenlayouts auf Torten

Spezialfälle und zusätzliche Hinweise

Kleiner Exkurs: Sukkulenten. Die exotischen Pflanzen sind ja wahre Hingucker auf Torten und noch etwas extravaganter als die klassische Blumendeko. Bitte beachtet dabei aber: Sukkulenten haben die Fähigkeit, lange ohne Flüssigkeit zu überleben, da sie viel Wasser speichern können. Schneidet ihr sie ab (um damit die Torte zu verzieren), wässern sie an der Schnittstelle stärker aus, als andere Blumen. Mein Tipp: Schneidet sie deshalb schon einen Tag vorher ab und legt sie zum Trocknen auf ein Küchenkrepp.

Blütenstaub / Blütenpollen: Achte darauf, dass nichts von deinen Blumen / Blüten auf die Torte gelangen kann. Faustregel: Alle Blumen, die als ‚essbar‘ deklariert sind, lassen sich einsetzen. Diese Pflanzen sind zwar essbar, einige halten sich aber nicht ohne Wasser.

Transport: Torten sollten grundsätzlich vorsichtig von A nach B transportiert werden. Wer Blumen für die Torte verwendet, sollte noch ein bisschen mehr Sorgfalt walten lassen. Viele empfehlen daher, den Kuchen erst vor Ort zusammenzustellen.

Alternative Lösungen

  • Kunstblumen: In den letzten Jahren wurden auf dem Kunstblumemarkt grosse Fortschritte erzielt: Inzwischen sind wunderschöne Textilblumen erhältlich, die dem Original - ausser dem Duft - in fast Nichts nachstehen - inklusive „Realtouch“-Technik! Ein weiterer Vorteil: Die Seidenblumen überstehen problemlos einen längeren Aufenthalt auf der Torte.
  • Zuckerblumen: Aus Zuckerblütenpaste lassen sich täuschend echte Blüten fertigen, welche das Dekorations-Thema der Hochzeit auf der Torte fortsetzen. Die Blumen aus Zucker sind hart und können nach der Hochzeit als Andenken an das Fest aufbewahrt werden.
  • Trockene bzw. gepresste Blumen: Das Trocknen von Blüten und Knospen ist eine bewährte Methode, mit der man Blumen haltbar machen kann. Vor allem für den Konfetti-Stil sind trockene Blumen ideal geeignet. Gepresste Blumen ermöglichen eine ganz andere Optik.
Demonstration: Verwendung von Blumenröhrchen auf Torten

Checkliste: So vorbereitet ihr die Blumendekoration mit Blumenröhrchen

Schritt Worauf achten
Blumenauswahl Ungiftig, idealerweise unbehandelt/biologisch, auf Geschmack prüfen
Lagerung Rund 24 Std. vorher schneiden, in klarem Wasser, dunkel & kühl lagern
Vorbereitung Stiele Stiele weit von Blüte schneiden, erst beim Dekorieren kürzen; ggf. Frischhaltefolie/Floristenband
Halterung Blumen-Picks / Orchideenröhrchen nutzen; Butterbrotpapier unter Blüte legen
Platzierung Erst kurz vor der Präsentation anbringen; nicht in pralle Sonne stellen
Transport Vorsichtig transportieren; nach Möglichkeit erst vor Ort final dekorieren

Fazit (ohne Schlusswort)

Blumen sind für die Dekoration von Torten sehr beliebt und können jeder Torte visuell aufwerten. Mit Blumen-Picks (Blumenröhrchen) lässt sich die Blumendeko sicherer und sauberer anbringen, da Stiele und Drähte keinen direkten Kontakt zur Torte haben. Achtet auf ungiftige Blumen, auf Pestizidfreiheit und eine korrekte Vorbereitung und Lagerung - dann steht einer beeindruckenden, aber auch sicheren Tortendekoration nichts im Weg.

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