Augenringe durch Zucker: Zusammenhang und Ursachen

Augenringe sind meist scharf begrenzte, dunkle Schattierungen unter den Augen. Manchmal verlaufen sie auch um das Auge herum. Sie entstehen, weil die feinen Blutgefässe durch die an dieser Stelle sehr dünne Haut hindurch schimmern. Aufgrund der dünneren Haut sind die Blutgefässe an dieser Körperstelle viel dichter an der Oberfläche und daher besser zu sehen als an anderen Körperstellen. Zudem ist diese Hautregion besonders gut durchblutet.

Wie entstehen Augenringe - physiologische Grundlagen

Die Dunkelfärbung wiederum erklärt sich aus der Farbe des Blutes: Augenringe entstehen, wenn besonders viel sauerstoffarmes Blut durch die Adern verläuft. Je weniger Sauerstoff das Blut enthält, desto dunkler wirkt es. Sauerstoffreiches Blut dagegen ist immer hell. Sind die Ringe bläulich-lila und erscheinen am Unterlid, sind sie häufig angeboren. In sehr seltenen Fällen sind die Augenringe angeboren. In manchen Familien sind die Hautpartien rund um die Augen grundsätzlich dunkler pigmentiert als die übrige Gesichtshaut.

Schema: Dünne Haut und sichtbare Blutgefäße um das Auge

Zucker, Blutzucker und Haut: biologischer Zusammenhang

Unser Körper braucht Zucker als Energielieferant. Wird Zucker in Form von Kohlenhydraten konsumiert, werden diese im Körper zu Glucose umgewandelt. Der Blutzuckerspiegel steigt. Damit der Körper die Glucose verwerten und in die Zellen transportieren kann, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Durch einen hohen Insulinspiegel setzt der Körper unter anderem bestimmte Enzyme frei, die der Haut Kollagen und Elastin entziehen. Diese beiden Proteine beeinflussen auch die Elastizität und Festigkeit der Haut.

Ein hoher Zuckerkonsum verlangsamt nämlich die Zellerneuerung und sorgt so dafür, dass die Haut schneller altert, matt und fahl aussieht. Hinzu kommen Hautunreinheiten und kleine Pusteln übers ganze Gesicht verteilt. Zucker versorgt den Körper im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmitteln mit keinerlei Nährstoffen; er stellt einfach nur eine Belastung dar.

Wie hohe Zuckerzufuhr indirekt Augenringe fördert

  • Durch Insulinanstieg: Entzug von Kollagen und Elastin schwächt die Hautstruktur und macht die Gefäße sichtbarer.
  • Erhöhte Talgproduktion: Insulin sorgt für eine erhöhte Aktivität der Talgdrüsen; verstopfte Poren und Entzündungen fördern ein insgesamt schlechteres Hautbild, das Augenringe betont.
  • Beschleunigte Hautalterung: Die Haut wird dünner und lässt die darunterliegenden Gefäße stärker durchscheinen.
  • Indirekte Effekte auf Schlaf und Stoffwechsel: Übermässiger Zuckerkonsum fördert Gewichtszunahme und metabolische Störungen, die wiederum Schlafqualität, Durchblutung und Entzündungsniveau beeinflussen.

Ernährung, Mangelzustände und Augenringe

Im Falle einer ungesunden Ernährung werden dunkle Augenringe meist von einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen hervorgerufen. Gerade bei stark menstruierenden Frauen oder Frauen, die gerade erst entbunden haben, sind dunkle Augenringe oft auf einen starken Eisenmangel zurückzuführen. Weiterhin führt ein Mangel des Spurenelements Zink unter anderem zu Augenringen. Zink wird für den Eiweiss- und Fettstoffwechsel ebenso benötigt wie für das Immunsystem. Eisen- und Zinkmangel treten vor allem aufgrund eines ungesunden Lebensstils sehr häufig auf.

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NährstoffFunktionQuellen
Eisen Bildung von Hämoglobin, Sauerstofftransport Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse, getrocknete Aprikosen, Nüsse
Zink Eiweiss- und Fettstoffwechsel, Immunsystem Nüsse, Pilze, Hülsenfrüchte, Haferflocken
Vitamin K Blutgerinnung, unterstützt bei dunklen Augenringen Rosenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Bohnen, Mangold

Achten Sie darauf, beim Verzehr eisen- und zinkreicher Nahrungsmittel keine koffeinhaltigen Getränke oder Milch zu trinken, was die Eisen- und Zinkresorption verschlechtern würde. Vitamin K kann auch als Nahrungsergänzung eingenommen werden - idealerweise gemeinsam mit Vitamin D.

Weitere ernährungsbedingte Faktoren: Milch, Gluten, Salz, Alkohol

Auch übermäßiger Milchkonsum kann Entzündungen im Körper hervorrufen. Augenringe, Rötungen und Schwellungen im Augenbereich und Pickel am Kinn sind eindeutige Symptome dafür. Wer einige Wochen lang auf den Verzehr von Milchprodukten verzichtet, kann im Selbsttest überprüfen, ob die Hautunreinheiten von übermäßigem Milchkonsum stammen. Glutenreiche Produkte aus Weißmehl wie Brot, Nudeln und Pizza sorgen für ein unreines Hautbild. Ein hoher Salzkonsum entzieht der Haut Wasser, was in der Folge zu verstopften Poren, Augenringen und trockener Haut führen kann.

Ab und an ein Glas Wein schadet nicht. Übertreiben sollte man es aber nicht, denn Alkohol ist neben seinen zahlreichen negativen Effekten auch für schöne Haut pures Gift. Alkohol entwässert den Körper, die Haut wird durchscheinender und die Blutgefäße zeigen sich mehr. Langfristiger Alkoholkonsum lässt uns schneller altern und erhöht zudem das Risiko für Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Psoriasis.

Infografik: Ernährung und Haut - Zucker, Milch, Salz, Alkohol

Ungesunde Lebensweise, Schlafmangel und Bildschirmarbeit

Im Falle von Schlafmangel entstehen Augenringe, weil die Muskeln der Augenpartie schlicht über Gebühr beansprucht und deshalb vermehrt durchblutet werden. Gesunde Erwachsene brauchen nachts etwa sieben bis acht Stunden Schlaf. Entscheidend ist nicht nur die Länge des Schlafes, sondern auch der Zeitpunkt des Insbettgehens: Legen Sie sich nach Möglichkeit noch vor Mitternacht zur Ruhe. Wer dagegen regelmässig erst spät in der Nacht oder früh am Morgen das Bett aufsucht, schläft nicht mehr tief genug.

Bei einer Überanstrengung der Augen (z. B. durch Bildschirmarbeit) entstehen Augenringe auch, weil Menschen, die viel vor einem Bildschirm sitzen, meist zusätzlich noch an einem Sauerstoffmangel leiden. Augenringe, die aufgrund von zu viel Bildschirmarbeit und zu wenig Bewegung an frischer Luft entstehen, lassen sich am besten mit einem Ausschalten des Computers oder des Fernsehers und einem langen Spaziergang beseitigen.

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Krankheiten und ernsthafte Ursachen, die nicht übersehen werden dürfen

Die bislang aufgezählten Ursachen für dunkle Augenringe sind eher harmlos und vergleichsweise leicht zu beheben. Daneben gibt es allerdings zahlreiche andere Gründe, die unter Umständen nicht ganz so unbedenklich sein können. Krankheitsbedingte Gründe können beispielsweise allergische Reaktionen oder auch eine Neurodermitis sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen (v. a. Diabetes) sein. Meist werden Sie es bereits wissen, wenn Sie eine der genannten Krankheiten haben. Andernfalls lassen Sie die Angelegenheit von Ihrem Hausarzt überprüfen.

Neben einer bestehenden Niereninsuffizienz zeigen dunkle Augenringe vor allem auch Erkrankungen der Leber an. Da sich eine Fettleber nicht bemerkbar macht, wissen die wenigsten Betroffenen, dass sie eine solche haben. Die Leber ist das Organ, welches Schadstoffe abbaut bzw. nicht abbaubare Stoffe einlagert. Schädigungen durch zu viele Giftstoffe sind dann natürlich vorprogrammiert. Schädlich für die Leber sind übrigens nicht nur eine ungesunde Ernährung, häufiges Überessen und Genussgifte (Nikotin, Alkohol, Zucker), sondern auch Stress und eine ständige Überforderung.

Das recht weit verbreitete Epstein-Barr-Virus verursacht in manchen Fällen monatelange eher unspezifische Beschwerden wie Erschöpfung und depressive Verstimmungen, bis es überhaupt erkannt wird. Auch Herzprobleme, Schilddrüsenerkrankungen oder Allergien können mit geschwollenen oder verfärbten Augenringen in Verbindung stehen. Bei Diabetes gilt: Ist der Blutzuckerspiegel langfristig zu hoch, kommt es zur Schädigung kleiner Gefäße - das betrifft auch die Augen.

Diagramm: Erkrankungen (Leber, Niere, Diabetes) und ihre Auswirkungen auf die Augenpartie

Praktische Maßnahmen gegen zuckerverstärkte Augenringe

  1. Ursachen abstellen: Reduzieren Sie Zucker, raffinierte Kohlenhydrate, Transfette, Alkohol und übermäßigen Milchkonsum.
  2. Gesunde Ernährung: Viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Omega-3-reiche Lebensmittel und ausreichend Flüssigkeit (Wasser, ungesüsste Tees).
  3. Nährstoffzufuhr sichern: Achten Sie auf ausreichende Eisen-, Zink- und Vitamin-K-Versorgung.
  4. Schlaf & Rhythmus: 7-8 Stunden Schlaf, möglichst vor Mitternacht ins Bett gehen.
  5. Bewegung & frische Luft: Fördert Durchblutung und Lymphfluss; bei Bildschirmarbeit häufig Pausen und Spaziergänge einlegen.
  6. Leber schützen: Kohlenhydratreduzierte Ernährung, hochwertige Fette, kein Alkohol, Stressreduktion.
  7. Soforthilfe: Viel Wasser oder ungesüssten Kräutertee trinken. Die trockene Haut unter den Augen können Sie mit dem Einklopfen von etwas Mandelöl entspannen.
  8. Vorsicht bei Hausmitteln: Hämorrhoidensalbe (Lidocain) und Eiswürfel sind nicht empfehlenswert - Salben können Haut dünner machen, Eiswürfel verursachen Kälteschocks.
Video: Ernährung, Zucker und Hautgesundheit - Praxis-Tipps gegen Augenringe

Pflegeoptionen und medizinische Behandlungen

Bei Augenringen, die durch erschlaffte Haut entstanden sind, kann man auf hochwertige Augencremes zurückgreifen, die meist Hyaluronsäure enthalten. Stark hyaluronhaltige Lebensmittel sind Süßkartoffeln, Soja, grünes Blattgemüse oder Zitrusfrüchte. Man kann die Haut unter den Augen auch per Injektion mit Hyaluronsäure oder Eigenfett auffüllen lassen. Dieser Eingriff ist jedoch nicht ohne Risiko, deshalb dürfen die sogenannten Filler nur durch die Hautärztin oder den Hautarzt durchgeführt werden.

Bei hyperpigmentierten Augenringen (Überpigmentierung) ist es wichtig, Sonnenbäder zu vermeiden. Zur Behandlung gibt es spezielle Salben mit Bleichmitteln wie Hydrochinon oder Azelainsäure; diese Mittel können jedoch unter anderem zu Hautreizungen führen, deshalb sollte man beim Kauf unbedingt auf die Dosierung achten.

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Wann zum Arzt?

Hellhörig sollte man werden, wenn Augenringe nicht nur dick, sondern auch noch dunkel verfärbt sind. Das kann Anzeichen einer Nierenerkrankung sein. Auch Sauerstoffmangel wird mit geschwollenen Augenringen in Verbindung gebracht. Auf diese Weise können sich Herzprobleme ankündigen, manchmal auch Schilddrüsenerkrankungen oder eine Allergie. Vorsicht: Einen echten Eisenmangel kann man nicht bloß auf Basis dunkler Augenringe erkennen. Bei ungeklärten oder neu aufgetretenen Augenringen sowie begleitenden Symptomen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Praktische Zusammenfassung - was tun bei zuckerverstärkten Augenringen?

  • Zucker reduzieren: weniger Süßigkeiten, Weißmehlprodukte und stark zuckerhaltige Getränke.
  • Auf eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Kost achten (Eisen, Zink, Vitamin K).
  • Ausreichend schlafen und auf Schlafrhythmus achten.
  • Bewegung und frische Luft, Bildschirmzeiten reduzieren.
  • Alkohol und Nikotin meiden, Leber schonen.
  • Bei anhaltenden oder plötzlich auftretenden starken Augenringen medizinische Abklärung suchen.

Die besten Mittel gegen Augenringe sind ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, viel Wasser, Bewegung für den Lymphfluss sowie möglichst wenig oder gar kein Alkohol und Nikotin. So stehen die Chancen gut, dass die Augenschatten einfach wieder verschwinden.

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