Asbach Uralt Pralinen und Flaschen: Herstellung, Geschichte und Besonderheiten
Der Weinbrand „Asbach Uralt“ und die dazugehörigen Pralinen sind untrennbar mit der Stadt Rüdesheim am Rhein verbunden. In der Asbach-Brennerei in Rüdesheim sind gerade die letzten Tropfen des 2016er-Jahrgangs destilliert worden. Rund zwei Millionen Liter Wein werden pro Jahr am Stammsitz verarbeitet, wie Dellee erklärt. Neben dem Stammsitz in Rüdesheim gibt es mehrere Produktionsorte in Frankreich.
Die Entstehungsgeschichte: Hugo Asbach und die Marke
Erfinder dieser hochprozentigen Köstlichkeiten ist der Firmengründer und Weinbrandfabrikant Hugo Asbach (1868 - 1935) selbst. Nach Lehrjahren in Frankreich nahm 1892 Hugo Asbach zwei Brennblasen in Rüdesheim in Betrieb. 1892 gründete der Kaufmann und Destillateur Hugo Asbach mit zwei Brennblasen einen Familienbetrieb, der im Laufe der Jahrzehnte zu einer Erfolgsgeschichte für Rüdesheim und Umland wurde.
Hugo Asbach war von Beruf Destillateur und hatte einige Zeit in Frankreich gelebt und dort die Herstellung des Cognacs gelernt. Sein Ziel war es, deutschen Cognac herzustellen, der den französischen Produkten gleichwertig ist. 1907 erfand Asbach den Begriff Weinbrand als deutsche Bezeichnung für Cognac und ließ ihn ebenso wie den Namen Asbach uralt als Warenzeichen beim Patentamt eintragen, wobei uralt für lange Reifezeit des Weines stand.
Um seinen deutschen Weinbrand zur Weltmarke zu machen, half ihm auch sein gutes Näschen für Werbung. 1937 prägte er den Slogan „Im Asbach ist der Geist des Weines“. Später dann: „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert“.
Die Erfindung der Asbach-Praline
Die Erfindung der Asbach Pralinen geht auf die Tatsache zurück, dass es in den 1920er Jahren gesellschaftlich Tabu war, dass Damen in der Öffentlichkeit Alkohol genossen haben. Aus diesem Grund entwickelte Hugo Asbach 1924 eine mit Asbach Weinbrand gefüllte Praline, so dass die Damen in der Öffentlichkeit seinen Weinbrand konsumieren konnten, ohne dass es auffallen konnte.
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Asbach entwickelte Krustenpralinen mit Asbach Uralt. Allerdings lieferte die traditionelle Herstellungsweise von Krustenpralinen, bei denen zunächst Stempel in ein Bett aus Stärkemehl gedrückt werden und die Vertiefungen dann mit einer Zucker-Alkohol-Mischung aufgefüllt wird, die dann außen aushärtet, innen aber flüssig bleibt, nicht die von Asbach gewünschte Qualität. Also erfand er ein eigenes sogenanntes Kaltgussverfahren, mit dem es möglich war, die Kruste besonders dünn zu halten. Das Ergebnis wurde dann wie gehabt mit Schokolade überzogen. Das Ergebnis eroberte die Frauenwelt der 1920er und 30er Jahre im Sturm.
Herstellungsverfahren der Pralinen: Besonderheiten
Die traditionelle Herstellungsweise von Krustenpralinen sieht vor, Stempel in ein Bett aus Stärkemehl zu drücken und die Vertiefungen dann mit einer Zucker-Alkohol-Mischung zu füllen. Bei dieser Methode härtet die Außenkruste aus, während die Füllung innen flüssig bleibt. Asbach fand diese Methode für seine Ansprüche nicht ideal und entwickelte ein eigenes Kaltgussverfahren.
Mit dem Kaltgussverfahren war es möglich, die Kruste besonders dünn zu halten und so eine sehr feine Balance zwischen äußerer Schokoladenhülle und flüssigem Weinbrandkern zu erreichen. Das Ergebnis wurde dann wie gehabt mit Schokolade überzogen.
Varianten und Sortiment
Derzeit gibt es die Asbach Pralinen in folgenden Variationen: Asbach Fläschchen (Krustenpralinen in Flaschenform mit Weinbrand gefüllt), Asbach Kirschen (Gefüllte Pralinen in Kirschform ohne Kruste), Asbach Bohnen (Gefüllte Pralinen in Bohnenform ohne Kruste), Asbach Minis (Kleine Pralinen mit Kruste und Weinbrandfüllung), Asbach Pralinenmischungen (Sortiment verschiedener Asbach Pralinen) und Asbach Trüffel (Klassische Trüffelpralinen mit Weinbrandfüllung).
Außerdem bietet Asbach noch ein Sortiment mit saisonalen Produkten (Weihnachten, Ostern, Jahreswechsel) an. Die neueste Kreation aus dem Hause Asbach sind die Asbach-Cream Minis, kleine Pralinen ohne Kruste mit einer Füllung aus Sahne und Weinbrand.
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Produktion, Lizenzfertigung und Standortfragen
Die Asbach Pralinen werden heute nicht mehr von der Firma Asbach selbst, sondern in Lizenz vom Familienunternehmen Reber bei der Rüdesheimer Confiserie-Pralinen GmbH & Co. hergestellt. Zunächst wichtigster Standort war ein Gelände nahe dem Bahnhof, wo heute unter anderem in der Rüdesheimer Confiserie das Familienunternehmen Reber („Mozartkugeln“) in Lizenz die „Asbach-Pralinen“ herstellt.
Auf dem weiteren Gelände etwas oberhalb des Rheins sind inzwischen unter anderem die Brennerei und ein Besucherzentrum untergebracht. Hier wird der Weinbrand auch veredelt, bevor er in die Flasche kommt. Für viele Reisegruppen ist es fester Bestandteil ihres Besuchs in der Drosselgasse: ein Rüdesheimer Kaffee, auf spezielle Art am Cafétisch kredenzt. Dazu wird Zucker zunächst im Weinbrand aufgelöst und beides flambiert. Dazu kommen Kaffee, süße Sahne und Schokoraspel.
Marke, Besitzverhältnisse und Relaunch
Die Asbach GmbH gehört seit 2002 zum Underberg-Konzern. 1999 ging Asbach jeweils zu 50 Prozent an Underberg und das niederländische Unternehmen Bols Royal, das bis 2006 zu Rémy Cointreau gehörte. Im März 2002 übernahm Underberg Asbach, durch eine Option auf die 50 Prozent der Anteile von Bols, vollständig.
Seit Ende 2011 versucht das Unternehmen, die Marke Asbach von dem verbundenen Attribut „uralt“ zu lösen, allerdings ohne den Aufdruck „Asbach Uralt“ auf den Etiketten zu ändern. Im April 2019 wurde Asbach Uralt, das langjährige Aushängeschild, einem „Relaunch“ unterzogen und kommt jetzt in einer moderneren und zeitgemäßeren Ausstattung. Seit 2022 nutzt Asbach Festivals gezielt für die Markenaktivierung.
Regionale Bedeutung und Kultur
Ob in der Praline, im Rüdesheimer Kaffee oder pur im bauchigen Glas: Der Weinbrand „Asbach Uralt“ ist in Rüdesheim an nahezu jeder Ecke präsent. Die Stadt am Rhein und die Spirituosen-Marke verbindet eine Symbiose, von der beide Seiten profitieren. „Der Ort ist immens wichtig für uns, das ist unsere Heimat“, sagt der Geschäftsführer der Asbach GmbH, Christopher Dellee. Auch Bürgermeister Volker Mosler betont: „Rüdesheim und Asbach gehören zusammen.“
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Im Sommer strömen wieder Scharen von Touristen aus aller Welt in das romantische Mittelrheintal und in Rüdesheim das »Asbach Besucher Center« aufsuchen. Dieses Museum trägt den Namen der Traditionsmarke Asbach Uralt, die in dem von Weinbergen und Hügeln umgebenen 10 000-Einwohner-Städtchen auf eine lange Geschichte zurückblickt.
Qualität, Reife und Produktionsdetails des Weinbrands
Der Begriff „Uralt“ bezieht sich auf die Reifezeit des Weinbrandes. Mindestens drei Jahre liegt das Destillat, der sogenannte Feinbrand, auf dem Eichenfass im großen Asbach-Lager im fernen Schwarzwald. Das Grundprodukt, der französische Branntwein, wird erst im Schwarzwald verschnitten, dann in Rüdesheim verfeinert und gelagert, in Wilthen abgefüllt und abgepackt.
Die Reifezeit und die Verwendung von Fässern aus deutscher Eiche sowie Reifungszeiten, die bis fünfmal länger als gesetzlich vorgeschrieben sein können, verraten schnell, warum es sich um ein Premiumprodukt handelt. Asbach wird zurecht als Kulturgut bezeichnet.
Beliebtheit und Konsumformen
Asbach Uralt wird häufig gemischt mit Cola getrunken. Üblich sind Mischungen mit ca. 25 % Asbachanteil. Die Bezeichnung für ein derartiges Mischgetränk ist regional sehr unterschiedlich, einige Beispiele sind Futschi, Peng, Rüscherl, Dopsi, Oschi oder Hütchen.
Veränderungen, Krisen und Arbeitsplätze
Anfang der 90er Jahre geriet die Firma in die Hände des britischen Weltkonzerns United Distillers, der die Produktion ganz einstellen und die Marke Asbach liquidieren wollte. Dagegen sträubten sich die Belegschaft und die Gewerkschaft NGG, die 1995 für ihren Widerstand die gesamte Region mobilisierten. Mit starker Unterstützung aus der Politik und nach einer Demonstration vor der Londoner United-Distillers-Zentrale wurde ein Kompromiss vereinbart: Der Konzern verkaufte das historische Fabrikgelände für einen zweistelligen Millionen-DM-Betrag an die öffentliche Hand und zog in das örtliche Industriegebiet um.
2002 übernahm der Underberg-Konzern Asbach vollständig. Anfang dieses Jahres kündigte er die Verlagerung der Weinbrandabfüllung in das ostsächsische Wilthen an. Wieder gingen die - 31 verbliebenen - Arbeiter mit Angehörigen auf die Straße, unterstützt von der Kommunalpolitik. Doch Underberg blieb stur. Letztlich kam es unter massivem Druck zum Abschluss eines Sozialplanes und zur Einrichtung eines Fonds in Höhe von 150 000 Euro, der die sozialen Härten für die Gekündigten abfedern soll.
Renaissance und Gegenwart
Nach dem 2. Weltkrieg erlebten die Asbach Pralinen eine erneute Blütezeit bis sie nach den Wirtschaftswunderjahren als „spießig“ und „bürgerlich“ angesehen wurden und der Absatz stagnierte. Allerdings haben die Asbach Pralinen in den letzten Jahren so etwas wie eine Renaissance erlebt, was sich auch in der Entwicklung neuer Produkte und Variationen niederschlägt.
Die Marke Asbach uralt ist in Deutschland so bekannt, dass die Bezeichnung „Asbach“ in der Umgangssprache häufig in der Art eines Synonyms für „uralt“ verwendet wird. Seit 2022 nutzt Asbach Festivals gezielt für die Markenaktivierung.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Erfinder | Hugo Asbach (1868-1935) |
| Erfindungsjahr Praline | 1924 |
| Wichtigster Standort | Rüdesheim am Rhein |
| Reifezeit "Uralt" | mindestens 3 Jahre (teils länger) |
| Aktuelle Pralinenvarianten | Fläschchen, Kirschen, Bohnen, Minis, Trüffel, Cream Minis, saisonale Produkte |
| Herstellungsart Pralinen | Kaltgussverfahren für dünne Kruste; Lizenzfertigung durch Reber |
Hugo Asbach - er brannte für seine Leidenschaft. Seine eigene Weinbrennerei wurde von seinen Söhnen fortgesetzt. Asbach persönlich setzte Maßstäbe in Qualität und Marketing, die die Marke bis heute prägen.
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