Der Arzt für Zuckerkrankheit: Ein umfassender Leitfaden zur Diabetologie
Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch als "Zuckerkrankheit" oder einfach "Zucker" bekannt, ist eine weit verbreitete Stoffwechselerkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Die Betreuung von Menschen mit Diabetes erfordert spezialisierte Kenntnisse und eine umfassende Behandlung, die oft in den Händen von Diabetologen liegt. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Welt der Diabetologie, ihre Aufgaben, Behandlungsmethoden und die Bedeutung der spezialisierten Versorgung.
Was ist ein Diabetologe?
Der Spezialist für Diabetes ist der Diabetologe. Diabetologen sind Fachärzte, die sich auf die Diagnose, Behandlung und Prävention von Diabetes und seinen Komplikationen spezialisiert haben. Sie verfügen über eine umfassende Ausbildung in Innerer Medizin und haben sich anschließend auf Diabetologie spezialisiert. Viele Hausärzte, beispielsweise Allgemeinmediziner und Internisten, sind in der Lage, Diabetespatienten fachkundig zu betreuen und zu behandeln. Zusätzlich sind für Diabetes-Patienten regelmäßige Untersuchungen bei weiteren Fachärzten wichtig, um mögliche Folgeschäden der Erkrankung frühzeitig erkennen und behandeln.
Aufgaben und Zuständigkeiten eines Diabetologen
Zu den Hauptaufgaben eines Diabetologen gehören:
- Diagnose aller Diabetes-Typen: Der Diabetologe istExperte in der Erkennung und Klassifizierung von Diabetes, einschließlich Typ-1-Diabetes, Typ-2-Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes und anderen spezifischen Formen.
- Therapieplanung und -durchführung: Diabetologen entwickeln individuelle Therapiepläne, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Patienten zugeschnitten sind. Dies kann Ernährungsumstellung, Bewegung, medikamentöse Therapie mit Tabletten (orale Antidiabetika) oder die Insulintherapie (Zuführung von Insulin mit Pens, Spritzen oder Pumpen) umfassen.
- Behandlung von Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen: Diabetologen behandeln auch Erkrankungen, die eng mit dem Diabetes in Verbindung stehen, wie Störungen des Fettstoffwechsels, starkes Übergewicht und Bluthochdruck. Sie sind auch darauf spezialisiert, Folgeerkrankungen wie die Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder die Diabetische Polyneuropathie (PNP) zu behandeln.
- Schulung und Beratung von Patienten: Ein wichtiger Teil der Arbeit eines Diabetologen ist die Schulung der Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung. Dies umfasst Informationen zur Selbstkontrolle des Blutzuckers, zur richtigen Ernährung, zur Bedeutung von Bewegung und zur Vorbeugung von Komplikationen.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Diabetologen arbeiten oft mit anderen Spezialisten zusammen, wie z.B. Gefäßchirurgen, klinische Diabetologen und Augenärzte, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Im Umfeld der Praxis arbeiten sie mit Pflegediensten, Podologen, Orthopädieschuhmachern und Seniorenheimen zusammen, die im Hinblick auf die besonderen Erfordernisse bei Diabetikern weitergebildet und angeleitet werden.
Diabetes mellitus: Eine chronische Stoffwechselerkrankung
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin produziert oder der Körper das vorhandene Insulin nicht richtig verwerten kann. Insulin ist ein Hormon, das dafür sorgt, dass Glukose (Zucker) aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird, wo sie als Energiequelle dient.
Typen von Diabetes
Es gibt verschiedene Typen von Diabetes, wobei Typ 1 und Typ 2 die häufigsten sind:
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- Typ-1-Diabetes: Typ-1-Diabetiker können kein körpereigenes Insulin produzieren, weil ihre insulinbildenden Zellen zerstört sind. Dies ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Typ-1-Diabetes tritt meist im Kindes- oder Jugendalter auf, kann aber auch in jedem anderen Alter entstehen.
- Typ-2-Diabetes: Typ-2-Diabetiker können Insulin bilden, aber ihre Körperzellen reagieren immer schlechter darauf (Insulinresistenz). Der Körper muss also immer mehr Insulin ausschütten, um den Zucker aus dem Blut abzubauen. Mit der Zeit überlastet dies die insulinbildenden Zellen, so dass sie ihren Dienst teilweise oder sogar ganz einstellen und der Zuckerhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Da diese Form von Diabetes oft erst in fortgeschrittenem Alter auftritt, nennt man sie umgangssprachlich auch „Altersdiabetes".
- Andere Diabetesformen: Neben Typ 1 und Typ 2 gibt es noch weitere, seltenere Diabetesformen, wie z.B. Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), der während der Schwangerschaft auftritt, oder spezifische Formen, die durch genetische Defekte oder andere Erkrankungen verursacht werden.
Folgeerkrankungen von Diabetes
Diabetes sollte grundsätzlich immer richtig therapiert werden, da es ansonsten zu schweren Erkrankungen und Folgeschäden kommen kann. Ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann langfristig zu einer Schädigung verschiedener Organe und Gewebe führen. Zu den häufigsten Folgeerkrankungen gehören:
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Eine häufige Folgeerkrankung des Diabetes ist die pAVK. Aufgrund von Ablagerungen kommt es in den versorgenden Blutgefäßen der Beine zu einer verminderten Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gewebes. Symptome können kalte Füße oder Schmerzen in den Beinen beim Gehen sein.
- Diabetische Polyneuropathie (PNP): Ist der Blutzuckerspiegel jahrelang erhöht, kann es auch zu funktionellen Schädigungen von Nerven kommen. Je nach Beeinträchtigung entstehen unterschiedliche Arten von Empfindungsstörungen, aber auch Lähmungserscheinungen.
- Diabetisches Fußsyndrom (DFS): Dabei handelt es sich um eine schwerwiegende Komplikation im Rahmen einer Diabetes-Erkrankung. Diese entsteht aufgrund der Nervenschädigung (diabetische Neuropathie) und der Durchblutungsstörungen im Fußbereich oder Unterschenkel. Es kommt zum Absterben von Gewebe und Geschwüren. Im schlimmsten Fall ist die Amputation von Gliedmaßen erforderlich.
- Diabetische Retinopathie: Schädigung der Netzhaut des Auges, die zu Sehverlust oder Erblindung führen kann.
- Diabetische Nephropathie: Schädigung der Nieren, die zu Nierenversagen führen kann.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Diagnose von Diabetes
Zur Diagnose von Diabetes stehen verschiedene Tests zur Verfügung:
- Nüchternblutzuckertest: Messung des Blutzuckerspiegels nach mindestens achtstündiger Nüchternheit.
- Oraler Glukosetoleranztest (oGTT): Messung des Blutzuckerspiegels zwei Stunden nach Einnahme einer zuckerhaltigen Lösung.
- HbA1c-Test: Messung des durchschnittlichen Blutzuckerspiegels der letzten zwei bis drei Monate.
Therapie von Diabetes
Die Therapie bei Diabetes hat das Ziel, die Blutzuckerwerte des Patienten zu normalisieren und zu stabilisieren. Die Diabetes-Behandlung gehört die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, der Blutzuckerwerte und die sorgfältige Inspektion der Füße, um zeitnah und bedarfsgerecht Anpassungen in der Therapie vornehmen zu können. Die Therapie umfasst in der Regel folgende Bausteine:
- Ernährungsumstellung und Bewegung: Diabetes-Patienten erhalten medizinische Beratung und Schulungen zur Optimierung ihrer Ernährung und wie sie Bewegung in den Alltag integrieren.
- Orale Antidiabetika: Medikamentöse Therapie mit Tabletten zur Senkung des Blutzuckerspiegels.
- Insulintherapie: Zuführung von Insulin mit Pens, Spritzen oder Pumpen, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren.
- Schulungen zum Krankheitsbild und möglichen Folgeerkrankungen: Berücksichtigt werden dabei je nach Typ nicht nur der Diabetes mellitus, sondern auch Erkrankungen, die mit diesem assoziiert sind. Ebenso: Folgeerkrankungen, zum Beispiel die Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder die Diabetische Polyneuropathie (PNP).
Moderne Therapieansätze
Neben den etablierten Therapieformen gibt es auch moderne Therapieansätze, die in der Diabetologie eingesetzt werden:
- Kontinuierliche Glukosemessung (CGM): Ein kleines Gerät misst kontinuierlich den Blutzuckerspiegel im Unterhautfettgewebe und sendet die Werte an ein Empfangsgerät oder Smartphone. Dies ermöglicht eine bessere Kontrolle des Blutzuckerspiegels und hilft, Unterzuckerungen zu vermeiden.
- Insulinpumpentherapie: Eine Insulinpumpe gibt kontinuierlich Insulin ab und kann individuell an den Bedarf des Patienten angepasst werden. Dies ermöglicht eine flexiblere Lebensweise und eine bessere Blutzuckerkontrolle.
- Telemedizinische Betreuung: Die telemedizinische Betreuung ermöglicht es Diabetologen, ihre Patienten auch aus der Ferne zu betreuen. Dies kann z.B. durch Videosprechstunden, die Übermittlung von Blutzuckerwerten oder die Anpassung der Therapie per App erfolgen.
Warum ein Diabetologe?
Diabetes sollte grundsätzlich immer richtig therapiert werden, da es ansonsten zu schweren Erkrankungen und Folgeschäden kommen kann. Darum sollte man sich als Diabetiker wenn möglich von Spezialisten wie Diabetologen oder Endokrinologen behandeln lassen. Nur ein richtig eingestellter Blutzuckerspiegel, der perfekt auf den Patienten und dessen Bedürfnisse abgestimmt ist, ermöglicht ein „langes normales Leben“. Zudem muss der behandelnde Arzt andere Faktoren in die Therapie mit einbeziehen, die Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben können.
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Spezialisierte Kenntnisse und Erfahrung
Diabetologen verfügen über spezialisierte Kenntnisse und Erfahrung in der Behandlung von Diabetes und seinen Komplikationen. Sie sind mit den neuesten Therapieansätzen vertraut und können individuelle Therapiepläne entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Patienten zugeschnitten sind.
Umfassende Betreuung
Diabetologen bieten eine umfassende Betreuung, die neben der medikamentösen Therapie auch die Schulung und Beratung der Patienten umfasst. Sie helfen den Patienten, ihre Erkrankung zu verstehen und selbstverantwortlich mit ihr umzugehen.
Früherkennung und Behandlung von Komplikationen
Diabetologen sind darauf spezialisiert, Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Durch regelmäßige Untersuchungen können sie Schädigungen der Organe und Gewebe rechtzeitig erkennen und die Therapie entsprechend anpassen.
Die Rolle der interdisziplinären Zusammenarbeit
Die Behandlung von Diabetes erfordert oft eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Diabetologen arbeiten eng mit anderen Spezialisten zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten.
Beteiligte Fachrichtungen
Zu den Fachrichtungen, die häufig in die Behandlung von Diabetes involviert sind, gehören:
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- Hausärzte: Hausärzte sind oft die ersten Ansprechpartner für Menschen mit Diabetes und übernehmen die Grundversorgung.
- Endokrinologen: Endokrinologen sind Spezialisten für Hormonerkrankungen und können bei komplexen Diabetesfällen hinzugezogen werden.
- Kardiologen: Kardiologen behandeln Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bei Diabetikern häufig auftreten.
- Nephrologen: Nephrologen behandeln Nierenerkrankungen, die eine häufige Folge von Diabetes sind.
- Augenärzte: Augenärzte untersuchen und behandeln Augenerkrankungen, die durch Diabetes verursacht werden können.
- Podologen: Podologen sind Spezialisten für die Fußpflege und -behandlung und spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung des diabetischen Fußsyndroms.
- Ernährungsberater: Ernährungsberater helfen Diabetikern, ihre Ernährung umzustellen und einen gesunden Lebensstil zu entwickeln.
- Diabetesberater: Diabetesberater unterstützen Diabetiker bei der Selbstkontrolle des Blutzuckers, der Medikamenteneinnahme und der Anpassung der Therapie.
Leben mit Diabetes: Tipps für Patienten
Ein „langes normales Leben“ ist mit Diabetes möglich, wenn der Blutzuckerspiegel richtig eingestellt ist und andere Faktoren, die Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben können, in die Therapie mit einbezogen werden. Hier sind einige Tipps, die Diabetikern helfen können, ihre Erkrankung лучше zu bewältigen:
- Regelmäßige Blutzuckerkontrollen: Messen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig und dokumentieren Sie die Werte.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel.
- Regelmäßige Bewegung: Bewegen Sie sich regelmäßig, um Ihren Blutzuckerspiegel zu senken und Ihr Gewicht zu kontrollieren.
- Medikamenteneinnahme: Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig und wie von Ihrem Arzt verordnet ein.
- Regelmäßige Arztbesuche: Gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Diabetologen und anderen Fachärzten, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
- Fußpflege: Achten Sie auf eine gute Fußpflege, um das diabetische Fußsyndrom zu vermeiden.
- Stressmanagement: Vermeiden Sie Stress, da er Ihren Blutzuckerspiegel erhöhen kann.
- Selbsthilfegruppen: Treten Sie einer Selbsthilfegruppe bei, um sich mit anderen Diabetikern auszutauschen und Unterstützung zu erhalten.
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