Unterschied zwischen Anzer-Honig und Manuka-Honig: Herkunft, Inhaltsstoffe, Qualitätssiegel, Wirkung und Alternativen

Manuka-Honig gilt als einer der außergewöhnlichsten und begehrtesten Honige der Welt. Er stammt aus Neuseeland und wird aus dem Nektar der Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium) gewonnen, die dort wild wächst. Durch diese Eigenschaften hebt sich Manuka-Honig deutlich von vielen deutschen Honigsorten ab. Doch gibt es vielleicht auch heimische Manuka Alternativen?

Heidehonig ist einer der wenigen deutschen Honige, die geschmacklich und von der Konsistenz her mit Manuka-Honig vergleichbar sind. Der Vergleich mit Heidehonig zeigt, dass es auch in Deutschland hervorragende Honige gibt, die geschmacklich und in ihrer Konsistenz dem Manuka-Honig ähneln.

Vergleichsinfografik: Herkunftsgebiete Anzer (Türkei) und Manuka (Neuseeland), Blütenquellen, Erntefenster

Herkunft und Erntebedingungen

Die Gewinnung von Manuka-Honig ist besonders anspruchsvoll, da die Manuka-Pflanze nur für wenige Wochen im Jahr blüht. Die Honigernte erfolgt traditionell in entlegenen, naturbelassenen Regionen Neuseelands. Da Manuka-Honig weltweit stark nachgefragt wird, gibt es in Neuseeland strenge Vorschriften zur nachhaltigen Imkerei. Echter Manuka-Honig wird durch verschiedene Labortests überprüft und zertifiziert.

Manuka-Honig ist weltweit begehrt - doch genau das macht den Kauf schwierig. Der Markt ist voller Produkte mit fragwürdigen Etiketten, überzogenen Versprechen und zweifelhafter Herkunft. Wer sicherstellen will, dass er echten Manuka-Honig bekommt, muss genau hinschauen.

Dokumentation: Saisonale Manuka-Blüte, Imkerei in abgelegenen Regionen, Laborprüfung

Schlüsselverbindung MGO und ihre Entstehung

MGO steht für Methylglyoxal, eine natürliche Verbindung, die für die besonderen Eigenschaften des Manuka-Honigs verantwortlich ist. Das Besondere daran: MGO entsteht aus Dihydroxyaceton (DHA), das in den Blüten der Manuka-Pflanze vorkommt. Manuka-Honig wird in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt, basierend auf dem MGO-Gehalt pro Kilogramm Honig.

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In Arbeiten des Instituts für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden konnte die Konzentration des Stoffwechselproduktes Methylglyoxal in bestimmten Manuka-Honigen aus Neuseeland gemessen und dessen antibakterieller Einfluss quantitativ in vitro nachgewiesen werden. Besonders bakterizide Eigenschaften wurden gegen die Erreger Staphylococcus aureus und Escherichia coli festgestellt. Für Methylglyoxal wurde die minimale Hemmkonzentration gegenüber beiden Keimen ermittelt als 1,1 Millimol pro Liter (entsprechend 75 Milligramm Methylglyoxal pro Kilogramm).

Forscher der Universität von Waikato (Neuseeland) fanden heraus, dass Methylglyoxal hauptsächlich durch einen katalytischen Effekt entsteht. So lösen verschiedene Anionen offenbar im „jungen“ Manuka-Honig eine Dehydratation des Inhaltsstoffes Dihydroxyaceton (DHA) zu Methylglyoxal aus. Dieser Prozess findet nach Einbringen des Honigs in den Bienenstock statt. Die MGO-Konzentration im „reifen“ Honig korreliert mit der DHA-Konzentration im Nektar, welche wiederum von Strauch zu Strauch schwankt. Die TU Dresden hat ein Messverfahren entwickelt, mit dem sich die durch Lagerung erzielbare MGO-Konzentration im Honig vorhersagen lässt.

Qualitätssiegel: MGO-Rating und UMF

Der entscheidende Unterschied zwischen herkömmlichem Honig und Manuka-Honig liegt in der Art der antibakteriellen Aktivität. In gewöhnlichem Honig entsteht die keimhemmende Wirkung durch das Enzym Glucose-Oxidase, das Wasserstoffperoxid (H_2O_2) bildet. Manuka-Honig hingegen enthält MGO. Warum das wichtig ist: Im Gegensatz zu Wasserstoffperoxid bleibt MGO auch bei Erhitzung stabil und wird im Körper nicht so schnell durch Enzyme abgebaut.

Wer Manuka kauft, stolpert über Kürzel. MGO-Rating: Misst rein quantitativ den Gehalt an Methylglyoxal (z.B. 400+ bedeutet mind. UMF (Unique Manuka Factor): Ein umfassenderes Siegel. Es prüft zusätzlich auf Leptosperin (Beweis der Echtheit) und DHA (Reifungspotenzial). Ein echter Manuka-Honig sollte mindestens eine dieser beiden Auszeichnungen tragen.

Andere Anbieter folgen mittlerweile dieser Methodik, indem sie ebenfalls einen MGO-Wert (Methylglyoxalgehalt) zur Charakterisierung der nicht-peroxidischen antibakteriellen Wirkstärke angeben. Kommerzielle Manuka-Honige werden hinsichtlich ihrer nicht-peroxidischen antibakteriellen Aktivität mit einem sogenannten Unique Manuka Factor = UMF (übersetzt „einzigartiger Manuka-Faktor“) gekennzeichnet, welchen der neuseeländische Verband Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) an Lizenznehmer für entsprechende Honigqualitäten vergibt.

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Echtheit und Betrugsrisiken

Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es leider viele Fälschungen oder minderwertige Mischhonige auf dem Markt. 2013 warnte die britische Agentur für Lebensmittelstandards (Food Standards Agency) Konsumenten vor zunehmenden Betrügereien mit falschem Manuka-Honig. Die neuseeländischen Produzenten gaben 2013 eine jährliche Produktion von nur 1700 Tonnen an, weltweit wurden jedoch jährlich 10.000 Tonnen angeblicher Manuka-Honig verkauft. Eine Gruppe Dresdner Lebensmittelchemiker um Thomas Henle konnte auch unter den in Deutschland angebotenen „Manuka-Honigen“ eine ganze Reihe identifizieren, in denen kein Methylglyoxal enthalten war.

Im Dezember 2017 stellte das neuseeländische Ministerium für Grundstoffindustrien (MPI) eine Definition und ein Analyseverfahren vor, die für die Authentifizierung von „neuseeländischem Manuka-Honig“ verwendet werden können. Mit diesem Analyseverfahren, welches nur für die neuseeländischen Exporteure von Manuka-Honig vorgeschrieben ist, kann zwischen monofloralen und multifloralen Manuka-Honigen unterschieden werden. Mit der Einführung separater Warennummern für Manuka-Honig - zur Unterscheidung des Honigs von anderen Blütenhonigen im internationalen Zollkodex - war es möglich, die tatsächlichen Exportmengen eines Jahres für Manuka-Honig zu beziffern.

Siegelvergleich: UMF, MGO, Labortestmarker Leptosperin und DHA

Wirkung und Einsatzgebiete

Manuka-Honig ist ein von Honigbienen aus dem Blütennektar der Südseemyrte (Manuka) erzeugter Honig, der traditionell als Naturheilmittel verwendet wird. In vitro konnten antibakterielle Eigenschaften des Honigs nachgewiesen werden. Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, verwenden traditionell Blätter und Rinde bzw. Auszüge daraus sowie den Honig des Manuka-Baums äußerlich zur Desinfektion und Unterstützung der Heilung von Wunden und Entzündungen, ferner innerlich bei Erkältungen, Blasenentzündungen und anderen Infektionen.

Im August 2005 wurde ein zur Behandlung von Wunden ausgewiesenes Fertigpräparat unter der Bezeichnung Medihoney europaweit als Medizinprodukt zugelassen. Mittlerweile wird Manuka-Honig in klinischen Studien erforscht und teilweise angewendet. Durch den Einsatz des Honigs als Wundauflage soll ein feuchtes Wundmilieu erzeugt werden. Allerdings bestehe Evidenz moderater Qualität dafür, dass Honig wirksamer zur Wundheilung von infizierten Wunden nach chirurgischen Eingriffen ist als Antiseptika mit anschließendem Mullverband.

In der EU unterliegt die Bewerbung von Honig strengen Auflagen. Gemäß der EU Health-Claims-Verordnung sind krankheitsbezogene Aussagen für Lebensmittel untersagt. Manuka-Honig hat seine Berechtigung als hochspezialisiertes Therapeutikum.

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Preis, Verfügbarkeit und Markt

Mit der steigenden internationalen Nachfrage erhöhte sich der Preis von 37 NZD für ein Kilo im Jahr 2010 auf über 100 NZD im Jahr 2015. Die Zahl der Imker wuchs sprunghaft und die Menge an produziertem Honig erreichte 2015 20.000 Tonnen. Mit der wachsenden Konkurrenz um die begrenzte Zahl an Futterpflanzen kam es zu zahlreichen Konflikten und steigender Kriminalität im Manuka-Imkermilieu. Der Preis von Manuka-Honig ist deutlich höher als der von herkömmlichem Honig. Manuka-Honig deutlich teurer als herkömmlicher Honig.

Weltweit gibt es über einhundert unterschiedliche Anbieter und Marken. In Deutschland sind im stationären Handel besonders fünf Marken vertreten. Dazu zählen Egmont Honey, Manuka Health, Larnac, Watson & Son und Comvita.

Heimische Alternativen und praktische Auswahl

Warum also eine schwierige Suche nach echtem Manuka-Honig auf sich nehmen, wenn es auch hervorragende heimische Alternativen gibt? Wer eine hochwertige, regionale und unkomplizierte Alternative sucht, trifft mit Heidehonig eine kluge Entscheidung. Es muss nicht immer die 18.000 km lange Reise sein.

  • Heidehonig ist der Champion unter den heimischen Sorten.
  • Unser Augsburger Waldhonig (z.B. aus dem Stadtwald oder den Westlichen Wäldern) ist eine Mineralstoffbombe.
  • Ein Glas Honig aus der BioImkerei Rauscher in Augsburg unterstützt die lokale Bestäubung in den Wertachauen oder in Inningen.

Natürlich spielen auch der Geschmack und die allgemeine Konsistenz des Honigs wichtige Rollen bei deiner Auswahl. Die Konsistenz sollte cremig sein, jedoch nicht zu flüssig. Bezüglich des Geschmacks wird die Auswahl natürlich etwas individueller.

Kostprobe und Sensorik: Farbe, Textur und Viskosität von Manuka-, Heide- und Waldhonig

Kaufkriterien und Zertifikate

Wer sicherstellen will, dass er echten Manuka-Honig bekommt, muss genau hinschauen. Der wichtigste Faktor bei der Bewertung von Manuka-Honig ist sein MGO-Wert. Hoher MGO-Gehalt: Je höher der MGO-Wert, desto wertvoller ist der Honig. Echtheit und Qualität zu gewährleisten. möchtest, solltest beim Kauf auf den MGO-Wert, die Herkunft und die Zertifizierungen achten.

Um echten Manuka Honig zu erkennen, wurden in Zusammenarbeit mit der neuseeländischen Regierung zwei geschützte Gütesiegel entworfen. Der Honig muss einem strengen Prüfverfahren standhalten und wird auf diverse Inhaltsstoffe getestet, um diese Warenzeichen zu erhalten. Lerne in 5 Minuten, wie du ein Manuka Honig Zertifikat liest. Damit kannst du die einzelnen Werte beurteilen und die Qualität selbst überprüfen.

Monofloral vs. multifloral

Monofloraler Manuka-Honig stammt überwiegend aus einer einzigen Blütenquelle, der Manukapflanze, wohingegen multifloraler Manuka-Honig aus mehreren unterschiedlichen Quellen stammen kann. Mit der Einführung separater Warennummern für Manuka-Honig - zur Unterscheidung des Honigs von anderen Blütenhonigen im internationalen Zollkodex - war es möglich, die tatsächlichen Exportmengen eines Jahres für Manuka-Honig zu beziffern.

Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede

  • Manuka enthält MGO und wird mit einer UMF-Wertung versehen.
  • Du kannst echten Manuka nur aus Neuseeland kaufen.
  • Der neuseeländische Honig der Südseemyrte wirkt entzündungshemmend und teilweise antibakteriell.
  • Du kannst ihn folglich gegen Erkältungen, Entzündungen und Verletzungen der Haut einsetzen.
  • Auch die Konsistenz und der Geschmack unterscheiden sich von anderen Honigsorten.
  • Heidehonig ist einer der wenigen deutschen Honige, die geschmacklich und von der Konsistenz her mit Manuka-Honig vergleichbar sind.

Manuka-Honig ist zweifellos ein außergewöhnlicher Honig mit einzigartigen Eigenschaften. Sein intensiver Geschmack, die besondere Konsistenz und der hohe MGO-Gehalt machen ihn zu einem begehrten Produkt. Echter Manuka-Honig ist selten, schwer zu produzieren und entsprechend teuer. Doch genau diese Knappheit zieht Fälschungen und fragwürdige Produkte an.

Preis-Leistungs-Diagramm: MGO-Stufen vs. durchschnittlicher Marktpreis, Platzierung von Heidehonig als Alternative

Hinweise zu Verwechslungen (Kanuka, „Aktiv“-Auslobungen)

Der Honig aus dem Nektar der verwandten Kunzea-Art Kanuka kann kein MGO entwickeln; es fehlt DHA als Ausgangsstoff für die MGO-Synthese. Da aber die Pollen von Manuka und Kanuka praktisch nicht zu unterscheiden sind, wird auch Kanuka-Honig häufig als Manuka-Honig ausgewiesen. Diese Honige würden mit entsprechenden „Phantasie-Auslobungen“ wie zum Beispiel active plus oder active 10 verkauft.

Tabellarischer Überblick

AspektManuka-HonigHeidehonig (heimische Alternative)
HerkunftNeuseeland, Südseemyrte (Leptospermum scoparium)Deutschland, Heidekraut
SchlüsselinhaltsstoffMethylglyoxal (MGO) aus DHAkeine MGO-Spezialität, aber kräftiges Aroma
Erntekurzes Blühfenster, abgelegene Regionensaisonabhängig, regional
SiegelMGO-Rating, UMFkeine UMF/MGO-Siegel
Preisdeutlich teurer als herkömmlicher Honigmoderater, regional verfügbar
RisikenFälschungen, Mischhonigegeringere Fälschungsgefahr

Wichtig sind beispielsweise auch die Zertifikate, die du zu jedem guten Honig nicht nur ansehen können solltest, sondern bestenfalls auch beim Kauf erhältst. Natürlich spielen auch der Geschmack und die allgemeine Konsistenz des Honigs wichtige Rollen bei deiner Auswahl.

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