Winkel 43 Amsterdam: Appeltaart — Rezept, Geschichte und Geheimnisse des berühmtesten Apfelkuchens

Appeltaart - der niederländische Apfelkuchen - ist mehr als nur ein Gebäck: eingebettet in buttrigen, knusprigen Teig liegt eine dicke Schicht mit Zimt verfeinerter Äpfel. Kaum vergleichbar mit klassischen Apfelkuchen-Rezepten, aber für viele das perfekte Gefühl von Herbst. Die Appeltaart ist der holländische Apfelkuchen-Klassiker mit dicker Apfelschicht, Zimt und buttrigem Teig. Er schmeckt saftig, aromatisch und passt perfekt in den Herbst.

Historischer Hintergrund: Wie alt ist die Appeltaart?

Apple pie hat been around for centuries. The first record of a Dutch recipe comes from 1514 in Notabel Boecxken van Cokeryen. Over time, the appeltaart has evolved, but it remains a solid staple of Dutch bakery. In den Niederlanden gilt die Appeltaart als traditionelles Gebäck: Man findet Appeltaart in fast jeder Bäckerei und in jedem Café in den Niederlanden, meist mit Schlagsahne oder Vanilleeis serviert. Eingebettet in einem buttrigen, knusprigen Teig liegt eine dicke Schicht mit Zimt verfeinerter Äpfel.

Jordaan Noordermarkt Café Winkel 43 und Appeltaart

Winkel 43 - das Epizentrum der Appeltaart in Amsterdam

Die beste Appeltaart in ganz Amsterdam gibt es eindeutig im Café Winkel 43 am Noordermarkt. Winkel is called out by every local tourist guide as the place to get the best appeltaart in all of Amsterdam. Von der Westerkerk und dem Anne Frank Haus aus sind es nur 5 bis 10 Minuten zu Fuß und vom Bahnhof erreicht ihr den Noordermarkt in knapp 15 Gehminuten. Bei Winkel wird der Apfelkuchen am laufenden Band tablettweise rausgetragen. Die Stücke sind riesig und die Schlange vor dem Café immer lang. Für mich alte Kuchentante, war der Ausflug ins Café Winkel eindeutig ein absolutes Amsterdam Highlight.

Gegessen habe ich meine erste Appeltaart übrigens in Amsterdam im Café Winkel 43 am Noordermarkt. Bei Winkel ist Self-Service angesagt und ihr holt euch euren Apfelkuchen drinnen an der Theke. Da schätzungsweise 90 % der Gäste wegen der Appeltaart vorbeischauen, hat das Personal die Kuchenstücke schon auf Tellern vorbereitet und in Reih und Glied auf dem Tresen bereitgestellt. Unser Tipp: Auf die Frage „Slagroom erbij?“ antwortet auf jeden Fall mit „Ja, graag!“. Denn niederländischer Apfelkuchen ist eigentlich erst mit Schlagsahne komplett.

Was macht die Appeltaart so besonders?

  • Es liegt irgendwo dazwischen und vereint das beste aus allen Welten: Der Teig außen herum ist knusprig und gehaltvoll und dabei trotzdem dezent und zart.
  • Die Füllung ist hoch geschichtet und unglaublich saftig. Im Gegensatz zum Beispiel zu Apfel-Streuselkuchen ist der buttrige Teig außen knusprig und bleibt innen aber weich und kuchenartig.
  • Die Menge an Äpfeln ist ganz schön gewaltig im Vergleich zu anderen Apfelkuchenrezepten.
  • Statt Streusel kommen Teigstreifen als Deckel auf den Kuchen; keine Sorge, es wird kein filigranes und aufwendiges Gittermuster.

Typische Zutaten & Tipps zur Vorbereitung

Die Appeltaart besteht im Kern aus zwei Hauptzutaten: Mürbeteig und Äpfeln. Sehr viele Äpfel. Dazu noch ein bisschen Zitrone und Zimt. Und das war’s auch schon. Oben drauf kommt dann noch eine dünne Schicht Zucker, die im Ofen schön karamellisiert.

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Der Apfelkuchen lässt sich ganz wunderbar vorbereiten. Den Teig und die Apfelfüllung kann man prima am Vorabend zubereiten und dann über Nacht im Kühlschrank aufbewahren. So kann man den Kuchen am nächsten Tag frisch zusammensetzen und backen. Der fertig gebackene Kuchen hält sich luftdicht verpackt 2 Tage bei Raumtemperatur oder 4 Tage im Kühlschrank. Man kann ihn auch in Stücke geschnitten gut einzeln verpackt einfrieren und etwa 2-3 Monate aufbewahren. Am besten bei Raumtemperatur auftauen lassen und dann im Ofen oder Airfryer kurz aufbacken, damit er warm und knusprig wird.

Welche Äpfel sind typisch?

In den Niederlanden gilt die alte Sorte Goudreinet als Standard für Appeltaart. Bei uns kennt man sie als Boskoop-Äpfel, die sich hervorragend für Kuchen und Gebäck eignen. Sie bringen ein kräftiges Aroma mit, eine feine Säure und bleiben beim Backen schön in Form. Die Füllung wird klassisch mit Zimt und Zucker aromatisiert. Oft wird sie durch Zitrone, Rosinen, Nüsse oder einen Schuss Likör ergänzt. Ob Rosinen wirklich dazu gehören, sorgt schon immer für Diskussionen. Ich liebe Rosinen zum Beispiel in Rosinenbrot oder im Müsli, aber ich möchte sie nicht in meinem Apfelkuchen haben und backe die Appeltaart ohne Rosinen.

Feste Apfelsorten eignen sich am besten, weil sie ihre Struktur behalten und der Kuchen nicht breiig wird. Für eine kräftigere Säure könnt ihr mehr auf das Original und den Boskoop setzen. Ich würde dann aber ein paar Elstar oder Jonagold oder Braeburn mit darunter mischen. Egal was eure Lieblingssorte ist - feste Apfelsorten eignen sich am besten.

Sollte man die Äpfel schälen?

In vielen Rezepten für niederländische Appeltaart wird der Apfelkuchen bewusst mit ungeschälten Äpfeln gebacken. Bleibt die Schale dran, gibt das zusätzlich Struktur, die Stücke halten besser zusammen und die Füllung bekommt noch mehr Aroma und auch Farbe. Vor allem Wellant, Braeburn oder Elstar haben eine ausreichend zarte Schale, die beim Backen weich wird. Wer aber eine besonders feine Konsistenz erreichen möchte, nicht gerne auf Schalen beißen will oder lieber Äpfel mit einer festeren Schale nutzt, sollte die Äpfel natürlich vorab schälen.

Aufgeschnittener Appeltaart mit Schlagsahne

Ausführliches Rezept: Appeltaart (für ca. 12 Stücke)

Dieses Rezept ist eine praktikable und sehr gelingsichere Variante, die nahe an das Erlebnis eines Stücks Winkel 43 heranreicht. Es kombiniert bewährte Methoden: kühlen Teig, vorgebackene Äpfel und großzügige Apfelmenge.

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Zutaten Teig Zutaten Füllung
350 g weiche Butter, 275 g Zucker, 50 g brauner Zucker, 4 Eier, 1 TL Vanille, 475 g Mehl, 1,5 TL Weinsteinbackpulver, Salz 6 große Wellant/Boskoop (ca. 1,7 kg), 2 Braeburn/Elstar (ca. 450 g), 50 g Speisestärke, 2 TL Zimt, Saft 1/2 Zitrone

Zubereitung (kompakt)

  1. Für den Teig: Weiche Butter, 200 g Zucker und den braunen Zucker 3-4 Minuten dickschaumig schlagen. 3 Eier einzeln untermixen, Vanille dazugeben.
  2. Mehl, Backpulver und Salz mischen und nach und nach einarbeiten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. 1/3 des Teigs abnehmen, beide Teile flach drücken, luftdicht verpacken und mindestens 2 Stunden oder über Nacht kühlen.
  3. Für die Äpfel: Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen, Backblech mit Backpapier auslegen. Äpfel (ggf. ungeschält) vierteln, entkernen und in 1,5-2 cm Stücke schneiden. Mit 75 g Zucker, Speisestärke, Zimt und Zitronensaft vermischen, gleichmäßig aufs Blech geben und ca. 30 Minuten backen. Abkühlen lassen.
  4. Teig 20 Minuten vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen. Großes Teigstück zu ~30 cm Kreis ausrollen, Boden einer 24 cm Springform auslegen und Ränder formen. Boden mehrfach einstechen.
  5. Abgekühlte Äpfel auf den Teig geben und glatt streichen. Zweites, kleineres Teigstück auf ~24 cm ausrollen, in 6 Streifen schneiden und als Deckel (3 + 3 versetzt) auflegen. Ränder andrücken.
  6. Übriges Ei mit 1 TL Zucker und 2 Prisen Salz verquirlen, Deckel bestreichen. Bei 180 °C Ober-/Unterhitze auf mittlerer Schiene ca. 1 Stunde backen. 15 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann Rahmen lösen und vollständig auskühlen lassen. Nach Belieben mit Puderzucker bestreuen und mit Schlagsahne oder Vanilleeis servieren.

Alternative und praktische Hinweise

  • Wer keine Mürbeteigliebhaberin ist, findet auch deckelfreie Varianten in Amsterdam (z. B. „De laatste kruimel“), wo die Äpfel hoch geschichtet ohne Deckel gebacken werden.
  • Für eine vegane Version lässt sich Butter durch Margarine ersetzen und Ei weglassen; Mürbeteig gelingt oft mit 1-3 EL kaltem Wasser als Ersatz.
  • Wichtig: Die Äpfel vor dem Einfüllen abtropfen lassen, damit der Boden nicht durchweicht.
  • Den fertig gebackenen Kuchen mindestens 30 Minuten (besser mehrere Stunden oder über Nacht) in der Form auskühlen lassen - er setzt sich erst dann richtig.
How to make Dutch Appeltaart - Schritt-für-Schritt Backvideo

Praktische Backzeiten & Formen

Für eine Springform 24 cm: Backzeit ca. 60-75 Minuten (je nach Ofen). Für kleinere Formen (20 cm) erhöht sich die Höhe der Füllung; passt Backzeit an. Als Richtwert: 50-70 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze. Das bedeutet: Am Ende mit einer Holzspießprobe prüfen - die Äpfel sollten weich sein.

Winkel 43: Erfahrung vor Ort

Die Stücke sind riesig, die Schlange vor dem Café immer lang. Selbst samstags im Sommer ist es eine Herausforderung, einen Platz auf der Außenterrasse des Café Winkel 43 zu bekommen - kein Grund, es nicht zu versuchen. Zur Not schnappt ihr euch einen der Plätze im Inneren des Cafés oder lasst euch den Kuchen samt Sahne zum Mitnehmen einpacken. Bei einem dermaßen hohen Absatz könnte die Qualität des Appelgebaks leiden. Tut sie zum Glück aber nicht. Der Apfelkuchen schmeckt hier wirklich immer fantastisch: locker, leicht, nach Apfel und besonders nach Zimt.

Warum anstehen lohnt

Für diese Sünde mit Äpfeln und Zimt lohnt sich ein kleiner Umweg: Bei Winkel wird der Apfelkuchen am laufenden Band tablettweise rausgetragen. Was braucht es mehr zum Glück? Schlange stehen für ein Stück Amsterdamer Apfelkuchen? Unbedingt!

Varianten & Serviervorschläge

  • Mit Schlagsahne (Slagroom) servieren - typisch niederländisch und sehr zu empfehlen.
  • Vanilleeis passt hervorragend als warm-kalt-Kombination.
  • Rosinen, Nüsse oder ein Schuss Likör ergänzen die klassische Füllung, sind aber geschmacklich optional.
  • Statt Teigdecke kann man buttrige Streusel verwenden, wenn man kein Deckel-Fan ist.
Appeltaart auf Teller mit Slagroom (Schlagsahne)

Zum Schluss: Appeltaart als Kulturerlebnis

Appelgebak oder Appeltaart mit oder ohne Slagroom: ein echter Klassiker der holländischen Küche. Zu eurem Amsterdam-Kurztrip gehört daher ein schönes Stück frisch gebackener Apfelkuchen genauso dazu wie Kroketten, Stroopwafels und ein leckeres Eis. Der Besuch im Café Winkel 43 am Noordermarkt und ein Stück Appeltaart gehören für viele Reisende und Einheimische einfach zusammen. Und wer es zuhause so gut wie möglich nachbacken möchte: Mit kühlem Teig, vorgebackenen Äpfeln und reichlich Zimt kommt man dem Winkel‑Erlebnis sehr nahe.

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