Die Geschichte und das Sortiment der Altmann und Kühne Pralinen: Handwerk und Genuss aus Wien

Die Confiserie Altmann & Kühne ist eine der traditionsreichsten Pralinenmanufakturen Wiens und wurde vor über einhundert Jahren gegründet. Bereits der Kaiserhof ließ sich von den feinen Pralinés beliefern, und noch heute zählt das Unternehmen zu den bekanntesten Institutionen der Stadt. Der unverwechselbare Geschmack der kleinen Köstlichkeiten ist weit über die Grenzen Wiens hinaus berühmt und zieht Liebhaber exklusiver Schokoladenkunst aus aller Welt an.

Historische Ansicht des Altmann & Kühne Ladens nahe dem Stephansdom

Geschichte und Architektur: Tradition seit 1923

Altmann & Kühne eröffnete sein Geschäft am Graben 1923. Das Geschäft befindet sich nur 60 Schritte vom Stephansdom entfernt und empfängt die Besucher mit einem feinen Schokoladenduft in seiner liebevoll erhaltenen Ladenlokalität. Die Pralinenfertigung findet im 2. Bezirk statt, während das Traditionsgeschäft seit 1928 am Graben feinstes Konfekt produziert und einzigartig verpackt.

Der originale Tresen aus Kirschbaumholz sowie die Regale wurden vom Stararchitekten der 1920er Jahre, Josef Hofmann, entworfen und stehen heute unter Denkmalschutz. Diese Ausstattung versetzt die Kundinnen und Kunden unmittelbar in die Zeit vor fast einem Jahrhundert zurück. Auch das Interieur nach der Flucht der Gründer Emil Altmann und Ernst Kühne vor den Nationalsozialisten ist bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben.

Innenansicht mit Kirschbaumtresen und originalen Regalen, entworfen von Josef Hofmann

Handwerkliche Fertigung: Qualität und Individualität

Jedes einzelne Praliné wird bei Altmann & Kühne bis heute ausschließlich von Hand gerührt, gerollt, gefüllt und mit unterschiedlichen Mustern liebevoll verziert. Maschinen und Fließbänder sind hier unbekannt; alles geschieht in sorgfältiger Handarbeit - auch noch kurz vor den Festtagen, wenn die Nachfrage am größten ist.

Die Konditoren arbeiten dabei nach den Original-Rezepturen der Gründer Emil Altmann und Ernst Kühne. Es kommen keine Konservierungsstoffe zum Einsatz. Generationen kennen und schätzen den Geschmack der Süßigkeiten, die „heute genauso schmecken wie schon in ihrer Kindheit“, berichtet Marion Stepan, die seit 28 Jahren Verkaufsleiterin im Geschäft am Graben ist.

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Für die Zubereitung werden die besten Zutaten ausgewählt: Marzipan beispielsweise wird eigens aus Lübeck bezogen, Mandeln stammen aus der Türkei. Einzigartige Pralinen wie Kaffeemarzipan im Schokoladenmantel, Nougatwürfel und Mandelkrokantblättchen stehen dabei im Mittelpunkt des Sortiments.

Sortiment: Liliput-Konfekt und exklusive Pralinenauslagen

Im Ladengeschäft präsentieren sich die winzig kleinen Pralinés, gefüllt mit Nougat, Marzipan und Kakao, in den Auslagen. Besonders die berühmten „Liliput-Konfekte“, gerade so groß wie ein Fingerhut, verleiten dazu, gleich mehrere Stücke auf einmal zu genießen - weshalb vielerorts Nachschub gefragt ist.

Ein Highlight sind die Himbeercreme-Pralinen in Edelbitterschokolade, die mit Pistazien und Schokoperlen verziert werden. Die Pralinenvielfalt bietet Kunden und Kundinnen eine Auswahl, die so unterschiedlich ist wie die Menschen, die von Januar bis Dezember das Geschäft besuchen und mit Tüten voller Spezialitäten den Laden verlassen.

Pralinenvielfalt im typischen Altmann & Kühne-Laden

Exklusive Verpackungskunst

Traditionell werden die Pralinés nach einem speziellen Muster in bunte Schachteln gefüllt. Die aufwändigen Verpackungen - etwa in Herzform, als kleine Nähkästchen oder Schubladen - werden exklusiv von den Wiener Werkstätten für Altmann & Kühne angefertigt. Die Kartonagen sind mit speziell gefertigtem Papier in grün, schwarz, rosa oder rot umwickelt, und zur Weihnachtszeit gibt es die „Naschkästen“ außerdem mit Silber-Papier.

Viele Kunden nutzen die hübschen Schachteln später als Behältnisse für andere Kleinigkeiten, etwa Büroklammern. Karin Prochazka, die Office Managerin, betont: „Die ungewöhnliche Art der Verpackung macht unser Unternehmen neben dem Konfekt besonders.“

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Bunte Pralinenschachteln und legendäre Altmann & Kühne Verpackungen

Kunden aus aller Welt und besondere Geschichten

Die Wiener Confiserie ist ein Magnet für Touristen und Naschkatzen aus aller Welt. Zur Hochsaison, besonders wenige Wochen vor Weihnachten, herrscht reger Betrieb im Geschäft. Für viele internationale Kundinnen und Kunden gehören die Pralinen zum Fest einfach dazu - nicht selten gehören sie zu den beliebtesten Mitbringseln aus Wien.

Der süßliche Duft zieht durch eine der frequentiertesten Einkaufsstraßen der österreichischen Hauptstadt und lockt Menschen aus aller Welt in das Traditionsgeschäft, das sie mit Tüten voller exklusivem Konfekt wieder verlassen. Eine Anekdote: Vor einigen Jahren kaufte ein Mann aus Saudi-Arabien sämtliche Pralinen aus den Schaufenstern und verfügbaren Schachteln im Geschäft auf - ein Zeichen für die weite Strahlkraft von Altmann & Kühne.

Altmann & Kühne Pralinen: Reportage und internationale Kundschaft

Unternehmensphilosophie und Preise

Auch wenn sich Altmann & Kühne den Herausforderungen des digitalen Wandels stellen musste - mittlerweile sind die Süßigkeiten im Online-Shop erhältlich -, ist das Entscheidende erhalten geblieben: handgefertigter Genuss und individuelles Serviceerlebnis. „Letztendlich glaube ich aber, dass eben diese individuelle Begegnung mit unseren Kunden den Erfolg des Unternehmens ausmacht“, so Karin Prochazka.

Die Preise spiegeln die hohe Qualität wider: Die kleinste Kartonage mit elf Pralinen kostet 12,50 Euro, eine Schachtel mit 220 Gramm Inhalt 34,50 Euro und die größte mit fast drei Kilo Konfekt stolze 400 Euro.

Packungsgröße Anzahl Pralinen/Gewicht Preis
Kleinste Schachtel 11 Pralinen 12,50 €
Mittelgroße Schachtel 220g 34,50 €
Größte Schachtel ca. 3kg 400 €

Wiener Handwerkstradition und Moderne

Der Mut, sich in der schnelllebigen Zeit jeglichen Innovationen zu verweigern, hat sich für Altmann & Kühne ausgezahlt. Obwohl viele Produkte und Marken weltweit verfügbar sind, setzen die Wiener auf Exklusivität, Individualität und echte Handarbeit. „Da sehnen sich die Menschen ganz natürlich nach etwas, das sie nicht überall bekommen, nicht an jeder Ecke finden“, so Prochazka.

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Eine Expansion in den arabischen Raum steht zwar nicht zur Debatte, doch gerade zu Weihnachten steigt die Nachfrage sprunghaft, und das gesamte Team arbeitet unter Leitung von Inhaberin Petra Heytmanek-Schick an den Vorbereitungen für das Fest. Zutaten werden eingekauft, die Handarbeit intensiviert - Maschinen gibt es keine. Hier bleibt Handwerkskunst auch im 21. Jahrhundert oberste Maxime.

Herstellung und Verpackung: Handarbeit bei Altmann & Kühne

Eine Faltung, eine Drehung, dann noch links und rechts zuklappen - schon ist der winzig kleine Nougatwürfel in seiner glänzenden Stanniolhülle verpackt. Sofort kommt der nächste dran. Flup-flup-flup, fertig - und weiter geht’s, bis ein ganzer Haufen süßer Goldwürfel auf dem Tisch liegt.

Handverpackte Goldwürfel-Pralinen

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