Aldi Nord Marmelade Sorten und Qualität
Erdbeermarmelade steht in vielen Haushalten täglich auf dem Frühstückstisch. Mit einem Löffel Erdbeermarmelade versüßen wir uns nicht nur das morgendliche Brötchen - im schlimmsten Fall nehmen wir damit auch Schadstoffe und jede Menge Zucker auf.
Öko-Test hat 25 Erdbeer-Fruchtaufstriche untersucht und einiges zu kritisieren. Öko-Test analysierte insgesamt 25 Erdbeer-Fruchtaufstriche, darunter neun Bio-Produkte. Die 25 Erdbeer-Fruchtaufstriche im Test stammen aus (Bio-)Supermärkten, Discountern und Drogerien und kosten zwischen 1,14 Euro und 4,99 Euro pro 250 Gramm.
Begriffe: Marmelade, Konfitüre, Fruchtaufstrich
Eins vorweg: Im alltäglichen Sprachgebrauch benutzen wir das Wort deutlich häufiger. Streng genommen handelt es sich bei allen Produkten in unserem Test nicht um Erdbeermarmeladen, sondern um Fruchtaufstriche. Laut der offiziellen Konfitürenverordnung darf sich aber eigentlich nur Marmelade nennen, was aus Zitrusfrüchten und mindestens 55 Prozent Zucker besteht. Für Konfitüre gilt: Ein Kilo muss mindestens 350 Gramm egal welcher Frucht enthalten, beim Zucker gilt das Gleiche wie bei der Marmelade. Den Begriff „Fruchtaufstrich“ findest du übrigens nicht in der Konfitürenverordnung. Demnach ist für Fruchtaufstriche auch kein Mindestzucker- und Mindestfruchtanteil festgelegt. Gemäß dieser darf sich nur ein Aufstrich aus Zitrusfrüchten „Marmelade“ nennen. Zudem muss das Produkt zu mindestens 55 Prozent aus Zucker bestehen und für ein Kilogramm Marmelade müssen Hersteller:innen mindestens 200 Gramm Früchte verwenden.
Was wurde geprüft?
Geprüft wurden unter anderem Pestizidrückstände, der Zucker- und Erdbeeranteil sowie die Verpackungsbestandteile. Für unseren Test haben wir 25 Erdbeer-Fruchtaufstriche eingekauft und im Labor analysieren lassen. In den Bio-Produkten fand Öko-Test hingegen keine bedenklichen Pestizide.
Ergebnisse insgesamt
Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Produkte schneidet mit „sehr gut“ oder „gut“ ab, zwei Produkte fallen mit „mangelhaft“ durch. Im Erdbeermarmeladen-Test fallen besonders die Bio-Produkte positiv auf: Von neun Marmeladen überzeugen vier mit der Bestnote „sehr gut“, die restlichen fünf erhalten die Bewertung „gut“. Alle Bio-Testsieger sind dabei frei von Pestiziden oder Pestizidspuren. Auch der Zuckergehalt ist vergleichsweise niedrig.
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Pestizide: ein Hauptkritikpunkt
Einer der beiden Hauptkritikpunkte im Erdbeermarmeladen-Test sind Pestizide: In allen 16 konventionellen Produkten und einer Bio-Marmelade konnte das Labor mindestens ein Pestizid in Spuren nachweisen. Allerdings enthalten zahlreiche Marmeladen Spuren mehrerer Pestizide. Die Untersuchung von Öko-Test zeigt: Wie viel Zucker Erdbeermarmelade enthält, unterscheidet sich von Produkt zu Produkt teilweise erheblich. Manche Marmeladen kommen auf nur 50 Prozent Erdbeeren, andere auf bis zu 80 Prozent.
Den traurigen Rekord halten die beiden Testverlierer: „Granessa Erdbeere Fruchtaufstrich, 75% Frucht“ von Aldi und die „Mövenpick Gourmet-Frühstück Erdbeere“. In beiden Produkten fand das Labor Spuren acht unterschiedlicher Pestizide. Das von uns beauftragte Labor ist in den getesteten Erdbeermarmeladen von Mövenpick und Aldi auf Spuren von gleich acht verschiedenen Spritzgiften gestoßen.
Pestizide im Spurenbereich sind zwar nicht akut gefährlich. Aber mögliche Gesundheitsrisiken durch Wechselwirkungen der einzelnen Pestizide sind bisher kaum erforscht. Da bislang noch unklar ist, welche Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Pestiziden auftreten können, sieht Öko-Test dies besonders kritisch. Wir werten es deshalb ab, wenn ein Produkt mehr als eine Pestizidspur enthält.
Welche Wirkstoffe sind besonders problematisch?
Konkret wurden in beiden Produkten, wie auch einer weiteren Erdbeermarmelade im Test, Cyprodinil nachgewiesen. Das Fungizid wirkt laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als endokriner Disruptor. Zu den besonders kritischen Substanzen zählen wir auch Fludioxonil und Captan-Metabolite: Erstgenanntes Spritzgift gilt ebenfalls als endokriner Disruptor und steckt im untersuchten Aldi-Aufstrich. Im Mövenpick-Produkt und drei weiteren Marmeladen konnte Öko-Test außerdem Abbauprodukte des krebserregenden Pflanzenschutzmittels Captan feststellen.
Zuckergehalt: der zweite große Kritikpunkt
Die Zuckergehalte unterscheiden sich stark: Dementsprechend ist der Zuckergehalt der zweite große Kritikpunkt im Erdbeermarmeladen-Test: Neun Produkte enthalten so viel, dass eine einzige Portion (30 Gramm) bereits mehr als die Hälfte der von der WHO empfohlenen Tageshöchstmenge von 25 Gramm abdeckt. Die Aldi-Erdbeermarmelade enthält pro 30-Gramm-Portion 12,6 Gramm Zucker, das Mövenpick-Produkt sogar 15,7 Gramm Zucker. Zum Hintergrund: Wir werten es ab, wenn in einer Erdbeermarmelade mehr als 12,5 Gramm Zucker pro 30-Gramm-Portion steckt. Die WHO empfiehlt für Erwachsene höchstens 25 Gramm Zucker am Tag. Isst man also zum Beispiel 30 Gramm der kritisierten Produkte im Test, hat man schon mehr als 50 Prozent dieser maximalen Tagesempfehlung ausgeschöpft.
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Verpackung und Umweltkritik
Das Mövenpick-Aufstrich bekommt noch einen Minuspunkt aus Umweltgründen: Das Labor hat in der Deckeldichtung PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen nachgewiesen. Wir sehen den Einsatz dieser Stoffe kritisch, weil sie die Umwelt belasten und Weichmacher enthalten können. Zudem bemängelte Öko-Test, dass viele Hersteller:innen Erdbeeren aus Ägypten, Marokko und der Türkei für ihre Produkte verwenden. Damit müssen die Früchte lange Transportwege bis nach Deutschland zurücklegen und verursachen dementsprechend viele CO2-Emissionen.
Sensorik: Geschmack, Geruch, Konsistenz
Was Aussehen, Geschmack, Geruch und Konsistenz angeht, waren die Sensorik-Expertinnen und -Experten mit fast allen Produkten zufrieden. Das Mövenpick-Produkt schmeckt den geschulten Sensorikexperten zufolge "aromatisch, fruchtig nach Erdbeere, süß, leicht säuerlich". Es rieche "leicht aromatisch, leicht fruchtig nach Erdbeere". Beim Geruch und Geschmack bemerkten sie außerdem "leichte Kochnoten". Der Geschmack des Fruchtaufstriches von Aldi sei "süß, leicht säuerlich". Zum Geruch und Geschmack notierten die Experten: "Aromatisch, fruchtig nach Erdbeere, Kochnoten". Die Konsistenz sei ebenfalls "geliert" und "streichfähig".
Empfehlungen für Verbraucher:innen
Wer sicher gehen will, dass wirklich nur Erdbeeren und möglichst wenig Zucker im Glas landen, sollte Erdbeermarmelade selbst kochen. Nutze dafür am besten in der Erdbeerzeit saisonale Bio-Früchte aus der Region, um keine Pestizide einzukochen. Mit einer solchen selbst gemachten Marmelade sparst du nicht nur Transportwege und Schadstoffe, sondern auch Verpackungsmüll.
Worauf beim Kauf achten?
- Achte auf Bio-Label und Herkunftsangaben der Früchte.
- Vergleiche den Fruchtanteil im Glas: Manche Marmeladen kommen auf nur 50 Prozent Erdbeeren, andere auf bis zu 80 Prozent.
- Beachte die Zuckermenge pro Portion und orientiere dich an der WHO-Empfehlung.
- Informiere dich über Verpackungsmaterialien und vermeide Produkte mit problematischen Deckeldichtungen.
Test-Facts und konkrete Produkte
Frei von Pestiziden und (fast) frei von Kritik sind die Bio-Produkte im Test, von denen vier mit „sehr gut“ bewertet wurden - unter anderem EnerBio Erdbeere, 40 % weniger Zucker von Rossmann (1,58 Euro pro 250 g). Aber auch vier konventionelle Erdbeer-Aufstriche können sich die Bestnote sichern. In den Bio-Produkten fand Öko-Test hingegen keine bedenklichen Pestizide.
| Produkt | Bewertung | Problem |
|---|---|---|
| Granessa / Grandessa Erdbeere Fruchtaufstrich (Aldi) | mangelhaft | Spuren von 8 Pestiziden, hoher Zucker |
| Mövenpick Gourmet-Frühstück Erdbeere | mangelhaft | Spuren von 8 Pestiziden, Captan-Abbauprodukte, Verpackung |
| EnerBio Erdbeere, 40 % weniger Zucker (Rossmann) | sehr gut | Bio, frei von Pestiziden, niedriger Zuckergehalt |
Schon 2020 prüfte Öko-Test 20 Erdbeermarmeladen auf Geschmack und mögliche Schadstoffe. Und auch 2020 fand das Verbraucherschutzmagazin in fast allen konventionellen Produkten mindestens ein Pestizid. Besonders negativ fielen damals die Marmelade von Aldi Nord mit vier unterschiedlichen Pestiziden, die Schwartau „Samt“-Marmelade mit fünf sowie die Lidl-Marmelade mit sogar sechs Pestiziden auf. Und auch schon vor fünf Jahren kritisierte Öko-Test den Zuckergehalt so mancher Erdbeermarmelade.
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Fazit für den Einkauf
Die Untersuchung zeigt deutlich: Qualität und Zusammensetzung von Erdbeermarmeladen und Fruchtaufstrichen variieren stark. Verbraucher:innen sollten beim Kauf auf Bio-Siegel, Fruchtanteil, Zuckermenge und Herkunft achten. Wer auf Nummer sicher gehen will und Transportwege sowie Pestizide vermeiden möchte, kann selbst saisonale Bio-Erdbeeren zu Marmelade verarbeiten.
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