Aldi Christstollen mit Marzipan: Inhaltsstoffe und Herstellung
Der Stollen gehört zum Adventsgedeck wie Plätzchen und Dominosteine. Wer keine Zeit zum Selberbacken hat, greift auf gekaufte Ware zurück. Die Vorweihnachtszeit ist bekanntlich recht kalorienreich, dazu trägt auch der Christstollen bei. Egal wie er schmeckt: Eine Diätmahlzeit ist Stollen nie. Schon eine Scheibe Christstollen (100 Gramm) könne bis zu 32 Prozent des täglichen Fettkontos eines Erwachsenen ausschöpfen - und bis zu 78 Prozent der tolerierten Zuckermenge.
Was wurde getestet und wie schneidet Aldi ab?
Für die "test"-Ausgabe 12/2022 haben die Verkoster 18 Stollen mit Rosinen zwischen vier und 30 Euro pro Kilo unter anderem auf Geschmack, Geruch, Aussehen und Mundgefühl getestet. Grundsätzlich haben viele der insgesamt 18 Christstollen (mit Rosinen) im Test die Tester überzeugt - und gleich vier Produkte haben sogar die Bestnote bei der Verkostung erreicht. Die Dresdner haben es drauf: Alle fünf getesteten Dresdner Christstollen haben im Test ein gutes bis sehr gutes Urteil im Teilbereich Sensorik (Geschmack) erzielt.
Beim Discounter sind die Stollen groß und billig, 2,99 Euro verlangen Aldi, Lidl und Co. für ihre Ein-Kilo-Stücke. Die Lidl-Ware ist geschmacklich immerhin gut und liegt hier gleichauf mit dem etwas teureren Gebäck von Edeka, Real oder Lieken Urkorn. Die anderen Billig-Stollen waren dagegen allenfalls Mittelmaß. "Brotartig" fanden die Tester den Geschmack bei Penny und Aldi Süd, der Netto-Stollen hatte leichte Pflanzenfettnoten und hinterließ ein etwas klebriges Mundgefühl. Für ein "Befriedigend" reichte es aber. Die Produkte von Norma und Aldi Nord kamen dagegen nicht über ein "Ausreichend" hinaus. Die Ware von Aldi-Nord bezeichneten sie als trocken, "leicht gärig und sehr süß".
Marzipanstollen: Zutaten und Unterschiede
Marzipanstollen müssen nicht mit Butter gebacken werden. Die meisten Hersteller setzen stattdessen auf Palmfett oder auf Rapsöl. Auch beim Marzipan greifen viele auf billigere Zutaten zurück. Statt hochwertiger Marzipanrohmasse verwenden sie Edelmarzipan. Das klingt erlesen, dabei ist Edelmarzipan nur mit Zucker versetzte Rohmasse. Die beiden besten Marzipanstollen im Test sind auch die teuersten: Sie kommen vom Lübecker Marzipanspezialisten Niederegger und von Emil Reimann aus Dresden. Ein Kilo kostet im Schnitt 22 bzw. 20 Euro.
Anders als die großen Dresdner Stollen wird das Marzipangebäck aber oft auch in kleineren Einheiten zwischen 250 und 750 Gramm verkauft. Und auch der Christstollen einer sehr bekannten Marke schafft es auf die Siegerliste: der Marzipanstollen von Bahlsen für 10,80 Euro pro Kilo.
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Dresdner Original und rechtliche Vorgaben
Diesen Namen dürfen nur Stollen tragen, die in Dresden oder in einer von zwölf Ortschaften rund um die sächsische Landeshauptstadt gebacken werden. Für sie darf nur Butter oder Butterschmalz verwendet werden, außerdem müssen sie bestimmte Mindestmengen an Sultaninen, Zitronat und Orangeat sowie Mandeln enthalten. Die Rezeptur geht auf: "Alle fünf Dresdner sind geschmacklich spitze, lobt die Stiftung Warentest. Die Stollen überzeugten durch aromatische Butter und ausgewogene Trockenfrüchte. Ein "Sehr gut" gab es in der Sensorikprüfung für alle Dresdner im Test, wobei die beiden Christstollen von Emil Reimann und Lafer Confiserie Collection nahezu makellos waren.
Testsieger und Preisspannen
Die gute Nachricht zuerst: Der Stollen-Testsieger (Note "sehr gut") ist der Dresdner Christstollen Dr. Quendt für neun Euro pro Kilo. Ungefähr das Doppelte müssen Stollenfans für die Dresdner Christstollen von Emil Reimann (17 Euro pro Kilo) und der Stollenbäckerei Krause (19 Euro pro Kilo) aufbringen. Auch diese beiden Markenprodukte haben die Tester der Stiftung Warentest geschmacklich überzeugt und haben in der Kategorie ebenfalls die Bestnote ("sehr gut") erzielt. Die folgenden Christstollen zählen ebenfalls zu den Gewinnern: Dresdner Christstollen der Bäckerei Café Eckert (15,50 Euro pro Kilo) mit der Note "gut", Dresdner Christstollen Spiegelhauer Bio mit Rum (30 Euro pro Kilo) mit der Note "gut", Christstollen von Kreutzkamm (27 Euro pro Kilo, sensorisches Urteil: Note 1,5) aus München.
Inhaltsstoffe bei Discounter-Produkten
Punktabzüge gab es auch für fehlende Nährwertkennzeichnungen oder die Verwendung von Emulgatoren, die nichts mit einer traditionellen Rezeptur zu tun hätten. Mono- und Diglyceride sind Spalt- bzw. Abbauprodukte von Speisefettsäuren, die aus Triglyceriden bestehen. In Backwaren gehen Mono- und Diglyceride Wechselwirkungen mit der enthaltenen Stärke ein, die dazu führen, dass diese ihre Wasserbindungsfähigkeit länger aufrecht erhält und die Backwaren weniger schnell altbacken werden. Mono- und Diglyceride werden in einer chemischen Reaktion (Veresterung) aus Fettsäuren und Glycerin (E 422) hergestellt.
Der Emulgator ist das Natriumsalz der Stearoylmilchsäure, einem Ester von Stearin- mit Milch- und Polymilchsäure. Wegen seiner Wechselwirkungen mit dem unter anderem in Weizenmehl vorkommenden Gluten verbessert Natriumstaroyl-2-lactylat die Backeigenschaften von Mehlen. Natriumstearoyl-2-lactylat entsteht in einer mehrstufigen chemischen Reaktion von Stearin-, Milch- und Polymilchsäure mit Natriumverbindungen. In Backwaren geht der Emulgator Wechselwirkungen mit der enthaltenen Stärke ein, die dazu führen, dass diese ihre Wasserbindungsfähigkeit länger aufrecht erhält und die Backwaren weniger schnell altbacken werden.
Zusätzliche Zusatzstoffe und Zuckeraustauschstoffe
Als Zwischenprodukt des Kohlenhydratstoffwechsels ist Sorbit natürlicherweise in vielen Früchten, insbesondere in Pflaumen enthalten. Sorbit, auch das Sorbitol, Glucitol oder Hexanhexol, zählt zu den Alditolen -Zuckeralkoholen- und findet in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln -Lebensmittelzusatzstoff E 420- als Zuckeraustauschstoff, Trägerstoff sowie Feuchthaltemittel Verwendung. Sorbit ist leicht wasserlöslich und stabil gegen Hitze und Säuren. Weil es Wasser aus der Luft anzieht, verhindert es das Austrocknen von Lebensmitteln. Sorbit wird darüber hinaus eingesetzt, um Lebensmittel weich zu halten. Zulassung gilt für fast alle Lebensmittel in beliebig hoher Menge, obwohl über 20g pro Tag zu einer stark abführenden Wirkung und Krämpfen führen können.
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Allergene, Kennzeichnung und Ernährungshinweise
Dieses Produkt enthält Gluten. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer vorkommt. Dieses Produkt kann Laktose enthalten. Laktose, auch Milchzucker, ist ein Zweifachzucker aus Glukose und Galaktose, der unter anderem in Kuhmilch, Schafsmilch, Ziegenmilch und Stutenmilch vorkommt. Dieses Produkt enthält Bestandteile tierischen Ursprungs. Enthält von Spuren von Haselnüssen, Pistazien, Ei und weiteren Milchprodukten.
Die Einschätzung beruht auf der Analyse der Verpackungsangaben, die entweder aus Produktdatenbanken stammen und zum Teil von Nutzer:innen erfasst wurden. Nur die Angaben auf dem Etikett des Produkts sind relevant. Auf Grund von fehlenden, widersprüchlichen oder unverständlichen Daten ist keine definitive Einschätzung möglich. Codecheck.info kann nicht für die Richtigkeit der Angaben garantieren.
Sensorik: Erwarteter Geschmack und Textur
Ein Christstollen sollte ausgewogen nach Rosinen, Orangeat und Zitronat schmecken, abgerundet mit Mandel- oder Vanille-Noten. Und im Inneren sollte der Stollen locker, aber auch mürbe sein. Die Stollen für rund vier bis fünf Euro pro Kilo seien meist leicht elastisch, erinnerten eher an Brot und brächten keine Aromafülle mit, so das Fazit der Tester. Am Geschmack scheiterten demnach unter anderem der "Wintertraum Butter-Mandel-Stollen" von Aldi (5,35 Euro pro Kilo) sowie der "Butter Stollen Thüringer Art" von Edeka (4,80 pro Kilo). Letzterer bekam zudem das schlechteste sensorische Urteil, "ausreichend", weil er im Test nach alter Butter gerochen habe.
Klimawirkung und Nachhaltigkeitshinweise
Der Klima Score hilft euch, beim Einkaufen einfach die klimafreundlichsten Lebensmittel zu finden. Die Berechnungen der CO2e Werte erfolgt anteilig über die Zutaten des Produktes. Diese Daten wurden vom Produzenten nicht kontrolliert oder verifiziert und sind ohne Gewähr. Dieser Lebenszyklus wird im Englischen “Cradle-to-Grave” genannt (übersetzt: Wiege bis Grabstätte). Die Berechnung des Klima Scores wird von unserem Partner Eaternity vorgenommen und basiert auf einer Lebenszyklusanalyse.
Tropische Wälder in Asien, Afrika und Lateinamerika werden zerstört, um Ölpalmenplantagen anzulegen und zu erweitern. Wir konnten den Green-Score für dieses Produkt nicht berechnen, da einige Daten fehlen.
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Praktische Hinweise beim Kauf
- Wer auf einen intensiven Geschmack setzt, sollte auf die Markenprodukte zurückgreifen.
- Es kann sinnvoll sein, auf einen teureren Stollen zu setzen - und diesen in Maßen zu verzehren.
- Wenn die Angaben nicht mit den Informationen auf der Verpackung übereinstimmen, können Sie sie ergänzen oder korrigieren.
- Relevant sind nur die Angaben auf der Etikette des Produktes.
Kurzdaten zu ausgewählten Aussagen
| Aspekt | Kernaussage |
|---|---|
| Preis Discounter | 2,99 Euro für Ein-Kilo-Stück (Aldi, Lidl) |
| Testsieger | Dr. Quendt, 9 Euro/kg, Note "sehr gut" |
| Dresdner Vorgaben | Nur Butter/Butterschmalz erlaubt, Mindestmengen an Sultaninen, Zitronat, Orangeat, Mandeln |
| Marzipanqualität | Viele Hersteller verwenden Edelmarzipan statt Rohmasse |
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