Agnes‑Bernauer‑Torte: Geschichte und ausführliches Rezept

Die Agnes‑Bernauer‑Torte aus Straubing ist eine Schichttorte aus mit Mocca‑Buttercreme gefüllten Nuss‑Baiser‑Böden. Die Agnes‑Bernauer‑Torte mit ihren weichen Biskuitschichten und einer herrlichen Buttercreme ist nicht nur lecker und schön, sondern erzählt eine Geschichte. Es ist die einer Bayerin, die im Mittelalter lebte und liebte, was ihr später zum Verhängnis wurde. Heute schlagen wir kein Kochbuch, sondern ein Geschichtsbuch auf. Komm mit uns auf eine Zeitreise in ein historisches Liebesdrama und genieße dabei ein Stück leckere Torte.

Geschichte hinter der Torte: Wer war Agnes Bernauer?

Agnes Bernauer (* um 1410 wohl in Augsburg; † 12. Oktober 1435 bei Straubing) war die Geliebte und vielleicht auch erste Ehefrau Albrechts, des Thronfolgers und späteren Herzogs von Bayern. Geboren wurde sie vermutlich um 1410 in Augsburg. Sie gilt als Tochter eines Baders - bezeichnet wurden damit Personen, die Badestuben besaßen oder dort angestellt waren. Genau belegt, wie Vieles aus ihrem Leben, ist das nicht. Sicher ist jedoch, dass sie aus einfachen Verhältnissen stammte.

Dennoch fiel die Schöne dem bayerischen Herzogssohn Albrecht III. bei einem Turnier ins Auge. Er holte sie kurz darauf zu sich an den Münchner Hof, wo sie fortan lebte. Es ist nicht bekannt, ob Albrecht seiner Agnes die Ehe nur versprach oder die beiden tatsächlich verheiratet waren. Das junge Glück war dem Vater Albrechts, Herzog Ernst, jedoch ein Dorn im Auge. Sein einziger Sohn gefährdete mit seiner Weigerung, standesgemäß zu heiraten, schließlich die Erbfolge.

Als Albrecht 1435 wegen einer Veranstaltung nicht in der Stadt war, ließ Herzog Ernst die junge Frau verhaften. Die offizielle Begründung lautete, Agnes sei ein „böses Weib“, das „hart und streng“ mit Albrecht umgehe. Sie wurde von der Straubinger Donaubrücke in den Fluss gestürzt und dort von einem Henker mithilfe eines langen Stabs ertränkt. Einer Überlieferung nach soll der Henker ihr zuvor angeboten haben, sie zu verschonen, wenn sie bekenne, dass Albrecht nicht ihr Mann sei. Sie habe geantwortet, sie sei Albrechts Frau.

Der tragische Tod der Agnes Bernauer wurde in der Bevölkerung mit Mitleid aufgefasst. Leben und Sterben der Agnes Bernauer wurden in zahlreichen literarischen Werken verarbeitet. Zu den bekanntesten zählen Friedrich Hebbels Trauerspiel Agnes Bernauer und Die Bernauerin von Carl Orff. Ihr tragisches Schicksal aber machte sie unsterblich: Unweit der Stelle, an der sich das blonde Haupt der Toten ans Ufer legte, erbaute man als Sühnestätte die Agnes‑Bernauer‑Kapelle.

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In Straubing wurde zudem eine Gasse nach ihr benannt und bei den Agnes‑Bernauer‑Festspielen erwacht die tragische Liebe zwischen Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III. regelmäßig wieder zum Leben. Seit 1935 werden daher alle vier Jahre die Agnes‑Bernauer‑Festspiele im Innenhof des Herzogsschlosses aufgeführt. Die Agnes‑Bernauer‑Torte macht die tragische Herzogin unvergessen.

Agnes-Bernauer-Kapelle Straubing

Die Entstehung der Torte

Die Straubinger Agnes‑Bernauer Torte ist eine Schichttorte aus mit Mocca‑Buttercreme gefüllten Nuss‑Baiser‑Böden. Das Originalrezept für die Agnes‑Bernauer‑Torte ist ein wohl gehütetes Geheimnis einer Straubinger Konditorei, die für sich beansprucht, die Torte erfunden zu haben. 1954 kreierte die Konditorei Krönner anlässlich der Festspiele eine besondere Torte, die den Namen der unglücklichen Herzogin trägt und zu den drei Haustorten des Café Krönner gehört.

Die Zubereitung ist mit unserem Rezept für Agnes‑Bernauer‑Torte nicht schwer, braucht aber etwas Zeit: Zunächst werden die fünf Tortenböden gebacken und eine feine Mokka‑Creme angerührt. Schicht für Schicht landen Böden und Creme dann auf der Tortenplatte. Zum Schluss wird das Meisterwerk mit gerösteten Mandelblättchen und Puderzucker verziert.

Zutaten (zusammengefasst aus mehreren Varianten)

Für die Böden (insgesamt 5 Böden)Für die Mokka‑Buttercreme / Puddingcreme
7 Eiweiß (oder 6 Eier getrennt nach Variante)250 g Butter (weich)
220-225 g Zucker160 g Puderzucker (oder 75 g + Puderzucker nach Rezept)
1 Pck. Vanillezucker4 Eigelb (je nach Variante) oder 1 Pck. Vanillepuddingpulver
200 g gemahlene Mandeln500 ml Milch (für Pudding)
40-70 g Mehl / Puderzucker (je nach Variante)50-160 g Zucker (je nach Variante)
5 g Kakao, 1 Prise Zimt2-4 EL Kaffee‑Extrakt / Instantkaffee
50 g gehackte Mandeln (zum Bestreuen)Mandelblättchen leicht geröstet zum Bestreuen
etwas Puderzucker zur Dekorationoptional: 1 Pck. Puddingpulver Vanille für Puddingbasis

Nährwerte (pro Portion)

Berechnung der Nährwertangaben: Durchschnittliche Schätzung für eine Portion, basierend auf den Zutaten dieses Rezepts. Mit Unterstützung von KI berechnet.

Schritt‑für‑Schritt‑Zubereitung

  1. Eiweiß und Baiserteig: Die Eiweiße mit Zucker und Vanillezucker steif schlagen. Schlage das Eiweiß steif und füge den Zucker nach und nach hinzu. Vermische separat Mandeln, Mehl, Zimt und Kakao und hebe diese Mischung dann vorsichtig mit einem Spatel unter die Meringue.
  2. Böden backen: Aus dem Teig 5 Böden backen. Dazu jeweils 1/5 des Teiges auf einen mit gefettetem Backpapier belegten Springformboden streichen. Die Springform mit Backpapier auskleiden und ein Fünftel des Teiges einfüllen. Jede Variante nennt leicht verschiedene Zeiten: Bei 175° etwa 8 Minuten backen (kurze dünne Böden) oder bei 170 Grad Celsius etwa 20 Minuten bzw. bei 140°C Umluft 40 Minuten, je nach Dicke und Ofentyp. Zeichne 5 Kreise mit einem Durchmesser von 20 cm auf Backpapier, verstreiche den Teig darauf und backe bei 140°C (Umluft) für etwa 40 Minuten, wenn du dünne, gut ausgetrocknete Böden möchtest. Jeden Boden mit 10 g gehackten Mandeln bestreuen und sofort nach dem Backen das Backpapier abziehen. Die Böden einzeln auf einem Küchenrost erkalten lassen.
  3. Mokka‑Buttercreme / Puddingcreme: Für die Mokkacreme aus Puddingpulver, Zucker, Kaffee und Milch einen Pudding kochen und erkalten lassen. Bereite den Pudding mit der Milch zu, rühre den Instantkaffee ein, solange er noch warm ist, und lasse alles komplett abkühlen, abgedeckt mit Frischhaltefolie. Sobald die Puddingmasse kalt ist, schlage die Butter in einer Rührschüssel schaumig. Die Butter (sie muss gleiche Temperatur wie der Pudding haben!) geschmeidig rühren und den Pudding nach und nach esslöffelweise unterrühren. Füge den abgekühlten Kaffee‑Pudding löffelweise zur Butter hinzu und schlage weiter, bis eine glatte Buttercreme entstanden ist. Hinweis: Butter und Pudding müssen dieselbe Temperatur haben, sonst gerinnt die Creme.
  4. Aufbau der Torte: Lege einen Boden auf eine Platte, streiche etwa 1 cm Creme darauf und wiederhole das für alle 5 Schichten. Alle Mandelböden mit der Mokkacreme bestreichen, mit Mandelblättchen bestreuen und dann die Torte zusammensetzen. Die Teigplatten werden danach mit der Mokka‑Buttercreme bestrichen und dann übereinander geschichtet. Bestreiche die Seiten und die Oberseite mit der restlichen Creme. Drücke die gerösteten Mandelblättchen an die gesamte Oberfläche. Die Torte sollte für mindestens 12 Stunden im Kühlschrank stehen, bevor sie serviert wird.
Mokka-Buttercreme und geschichtete Torte

Varianten und Tipps

  • Die Zubereitung ist mit unserem Rezept für Agnes‑Bernauer‑Torte nicht schwer, braucht aber etwas Zeit: Zunächst werden die fünf Tortenböden gebacken und eine feine Mokka‑Creme angerührt.
  • Unbedingt beachten: Butter und Pudding müssen dieselbe Temperatur haben, damit die Creme nicht gerinnt.
  • Wenn du magst, kannst du mit der restlichen Buttercreme die ganze Torte rundherum einstreichen oder die Schichten freiliegend lassen. Alternativ füllst du die restliche Buttercreme in einen Spritzbeutel mit einer Sterntülle. Spritze dekorative Rosetten auf die Oberseite der Torte.
  • Die Böden sollten gut austrocknen; dünne Baiserplatten gelingen am besten bei niedriger Temperatur und längerer Backzeit.
  • Zum Schluss wird das Meisterwerk mit gerösteten Mandelblättchen und Puderzucker verziert.
Zubereitung der Agnes-Bernauer-Torte: Schritt für Schritt

Serviervorschlag

Die Agnes‑Bernauer‑Torte schmeckt hervorragend zu Kaffee oder einem kräftigen schwarzen Tee. Stelle sie zwei Stunden oder besser über Nacht in den Kühlschrank, damit sich die Aromen verbinden und die Torte gut schneidet.

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Agnes Bernauer in der Kultur

Bis heute ist ihr Leben und Sterben ein Quell der Inspiration für Literatur und Theater. Die Agnes‑Bernauer‑Torte ist eines von vielen Beispielen für die jahrhundertelange Nachwirkung ihres Schicksals. Bei den Agnes‑Bernauer‑Festspielen erwacht die tragische Liebe zwischen Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III. regelmäßig wieder zum Leben. Ihr tragisches Schicksal aber machte sie unsterblich: Unweit der Stelle, an der sich das blonde Haupt der Toten ans Ufer legte, erbaute man als Sühnestätte die Agnes‑Bernauer‑Kapelle.

Agnes-Bernauer-Festspiele im Innenhof des Herzogsschlosses Straubing

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