Wikana Waffel und Keks: Geschichte, Produkte und Unternehmen im Überblick
Wikana zählt heute zu den bekanntesten Keksherstellern Deutschlands und blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück, die mehr als ein Jahrhundert umfasst. 1906 als „Kant Chokoladenfabrik AG“ in der Lutherstadt Wittenberg gegründet, hat sich Wikana zu einer festen Größe auf dem deutschen Markt für Waffel- und Keksprodukte entwickelt. Die heutige Wikana Keks- und Nahrungsmittel GmbH produziert jährlich über 5.000 Tonnen Gebäck und exportiert ihre Produkte in mehr als 14 Länder weltweit.
Die Anfänge und Entwicklung des Unternehmens
Die Geschichte der Keksfabrik begann 1906, als sie unter dem Namen Kant Chokoladenfabrik Wittenberg ins Leben gerufen wurde. Das Unternehmen stellte zunächst Schokoladen- und Kakaoerzeugnisse her, wobei die „Kant Schokolade“ als besondere Spezialität galt.
Im Jahr 1912 kam ein weiteres markantes Gebäude hinzu: das ehemalige Dampfmaschinenhaus. Es versorgte nicht nur die Fabrik mit Strom, sondern auch viele andere externe Abnehmer, dank eines leistungsstarken Generators. In den 1960er Jahren wurde das Gebäude umgebaut und diente seitdem als Notstrom- und Transformatorengebäude.
Während des Zweiten Weltkriegs musste die Produktion eingestellt werden, da der Hauptrohstoff Kakao nicht mehr von Hamburg über die Elbe nach Wittenberg transportiert werden konnte. Nach Kriegsende begann das Unternehmen unter dem Firmennamen „Kant“ wieder mit der Herstellung von Nahrungsmitteln. In den ersten Nachkriegsjahren zählten dazu dringend benötigte Produkte wie Kunsthonig, Haferflocken, Kaffeeersatz und Nudeln. Erst Ende der 1940er Jahre wurde die Produktion von Süßwaren wieder aufgenommen - Bonbons, Fondants, Geleeerzeugnisse, Lakritzeartikel und Schaumzuckerwaren ergänzten das Sortiment.
Fusionen und Übergang zur volkseigenen Keksfabrik
1950 erfolgte die Übernahme des Sortiments der Firma „Nadena”-Auerbach, wodurch der Grundstein für das heutige Produktionsprogramm gelegt wurde. Ab 1953 wurde die Firma als VEB Süßwarenfabrik Nadena Kant verstaatlicht und produzierte fortan Dauerbackwaren, Buttergebäckartikel sowie Puddingerzeugnisse. 1954 entstand der Name WIKANA, zusammengesetzt aus WI(ttenberg)-KA(nt)-NA(dena).
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Die Rolle von Wikana in der DDR und die Zeit nach der Wende
Wikana war die zweitgrößte Keksfabrik der DDR. 1989 beschäftigte das Unternehmen rund 500 Mitarbeitende und produzierte jährlich etwa 3.500 Tonnen Gebäck.
Mit der deutschen Wiedervereinigung verlor das Unternehmen aufgrund des Wegfalles seines größten Abnehmers, der NVA (Nationale Volksarmee) - Dauerbackwaren für Lager- und Manöverbestände -, aber auch wegen der starken westdeutschen Konkurrenz einen Großteil seines Absatzmarktes und stand vor der Schließung. Die Privatisierung erfolgte zunächst als Wikana Keksfabrik, im Zuge derer das Unternehmen mit zunächst 20 ehemaligen Mitarbeitenden ab 1992 neu aufgebaut wurde. Dank Investitionen in Höhe von drei Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln - unter anderem für eine moderne Sandwichanlage zur Füllung von Keksen - konnte das Überleben des Betriebs gesichert werden.
Moderne Produktion und Innovationen
Wikana ist heute der einzige Hersteller in den neuen Bundesländern, der auch Kekse füllt. Aus Landes- und EU-Mitteln wurden die Produktionsanlagen stetig modernisiert. Je nach Rezeptur werden verschiedene Zutaten verarbeitet, wobei die wichtigsten Bestandteile Mehl, Zucker und Fett sind.
| Rohstoff | Vielfalt bei Wikana |
|---|---|
| Mehlsorten | 14 |
| Kakaosorten | 12 |
| Buttersorten | 5 |
| Zuckersorten | 8 |
Nachdem alle Zutaten gemischt sind, entsteht ein 250 kg schwerer Teig, der in etwa 20 Minuten geknetet wird. Nach einer kurzen Ruhezeit wird der Teig maschinell geformt. Fast jeder Keks hat eine eigene Walze mit individuellem Motiv. Die Öfen sind 40 Meter lang und haben drei Zonen für unterschiedliche Temperatureinstellungen, Luftzirkulation und Feuchtigkeitsregulierung. Nach dem Backen folgt das Füllen mit leckeren Cremes - dank moderner Technik können pro Stunde mehr als 40.000 Kekse (ca. 2.700 Rollen) befüllt werden. Abschließend werden die fertigen Kekse automatisch verpackt.
Produkte: Klassiker und Innovationen
Besonders bekannt sind die Klassiker wie der Butter Keks, der Othello Keks und der originale Hansa Mürbekeks. Der Butter Keks ist der einzige runde Butterkeks Deutschlands und kommt exklusiv aus dem Hause Wikana. Auch Spezialitäten wie Doppelkekse Wickies, Wikinger und Winner, Lutherbrodt sowie Othello-Kekse erfreuen sich großer Beliebtheit.
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- Wikinger mit Zitronencreme: Mini-Sandwichkeks, perfekter Begleiter für unterwegs sowie bei Ausflügen.
- Keks-Sandmännchen: Feine Butterkekse für Jung und Alt, optimal für die Reise.
- Bio Dinkel Butterkeks: Alternative zu Weizenmehl-Gebäcken, beliebt insbesondere bei ernährungsbewussten Kundinnen und Kunden.
Seit 2001 ist Wikana zudem Vorreiter in der Produktion von Keksen aus ökologischem Anbau und entwickelt sich zum starken Partner für Bio-Kekse. Die Produktinnovation setzt sich konsequent fort. Ab 2008 wurden Fairtrade-Gebäcke eingeführt, wodurch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika verbessert werden.
Markterfolg und Messen
Mit insgesamt 36 Sorten setzte das Unternehmen 2006 acht Millionen Euro um. Wikana hat sich als starke Gebäckmarke im deutschen Handel etabliert. Die kontinuierliche Marktpräsenz wird durch regelmäßige Teilnahme an wichtigen Branchenmessen, etwa auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin oder der BioFach in Nürnberg, intensiviert. Auch die internationale Ausrichtung dieser Messen trägt zum Ausbau der Exporttätigkeit bei.
Wikana Kekswelt: Tradition zum Anfassen
Die heutige Wikana Kekswelt im alten Dampfmaschinenhaus ist ein beliebtes Ziel für Besucher und Einheimische. 2010 entstand die Idee, das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude in einen Werksverkauf mit Café zu verwandeln. Nachdem gemeinsam mit dem Architekturbüro „bc architekten + ingenieure“ ein stimmiges Konzept entwickelt wurde, begann 2016 der Umbau des Dampfmaschinenhauses zur heutigen Wikana Kekswelt. Heute können Besucher die Produkte bei einer Tasse Kaffee oder Tee genießen, direkt vor Ort im traditionsreichen Ambiente. Wer möchte, kann im Werksverkauf aus einer breiten Auswahl an Wikana-Keksen zu attraktiven Preisen wählen und die leckeren Spezialitäten mit nach Hause nehmen.
Hier vereinen sich Tradition und Innovation - typisch für die Firmenphilosophie von Wikana: Hochwertige Rohstoffe, handwerkliches Können und die Bereitschaft, auf moderne Verbraucherwünsche zu reagieren, bestimmen das Sortiment ebenso wie die kontinuierliche Weiterentwicklung und die Pflege bekannter Sorten. Die Kombination aus Tradition, Innovation und Nachhaltigkeit wird auch durch die Produktion von Bio- und Fairtrade-Keksen sowie die konsequente Qualitätskontrolle in der gesamten Herstellungskette sichtbar.
Aktuelle Unternehmensstruktur und Engagement
Jan Böhm, Geschäftsführer der Wikana Keks- und Nahrungsmittel GmbH, ist Vorsitzender der BDSI-Landesgruppe Ost; dies spiegelt das starke Engagement des Unternehmens in der Branche sowie das Bestreben wider, Tradition und Innovation, Zusammenarbeit und wirtschaftliche Entwicklung erfolgreich miteinander zu verbinden.
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2011 wurde Wikana als Unternehmen des Landes Sachsen-Anhalt vom Ostdeutschen Sparkassenverband ausgezeichnet: Die wirtschaftliche Entwicklung - geprägt von einer erfolgreichen Synthese aus Tradition und Innovation - wurde dabei besonders gewürdigt. Das Unternehmen arbeitet stetig daran, die Produktvielfalt und die technologische Kompetenz weiter auszubauen und ist bestens für die Zukunft gerüstet.
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