Wieviel Honig pro Rähmchen und Ertrag pro Volk: Fakten, Einflussfaktoren und Praxiswerte
Viele Leute wollen wissen, wie viel Kilogramm Honig sich aus einem Bienenvolk im Jahr gewinnen lässt. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren: dem Wetter, den Pflanzen, der Volksstärke, dem Handeln des Imkers und nicht zuletzt auch einer Portion Glück.
Durchschnittswerte: Volk, Wabe und Honigraum
Das hessische Umweltministerium gibt den Honigertrag pro Bienenvolk mit durchschnittlich etwa 30 Kilogramm je Volk und Jahr an. Dies ist der langjährige Durchschnitt. Im Durchschnitt wird jedoch davon ausgegangen, dass Bienen circa 25 kg Honig in jedem Bienenhaus sammeln können. Es sei daran erinnert, dass diese Menge leicht auf 40-45 kg bei Wanderimkereien ansteigen kann. Bei unserer Honigbiene liegt die Volksstärke im Sommer bei 40.000 - 50.000 Tieren, unter guten Bedingungen kann sie sogar die 100.000er-Marke überschreiten. Eine Honigwabe kann bis zu 2,5 Kilo Honig fassen. Nach meiner Erfahrung ergibt eine DNM-Wabe 1,5 kg, eine Zanderwabe 1,8 kg Honigertrag. Entsprechend enthält ein wirklich volle 10er Zanderhonigzarge oder ein 12er DNM-Honigzarge ca. 18 kg Nettohonig.
Warum die Zahlen stark schwanken
Die Honigmenge kann je nach Jahr und Region stark schwanken. 2019 war in Baden-Württemberg wegen eines kalten und verregneten Frühjahrs so ein schlechtes Bienenjahr, dass so mancher Imker gar keinen Honig ernten konnte. In den Jahren 2019 und 2021 schleuderten manche Imker in Baden-Württemberg beispielsweise wenig bis gar keinen Honig, da der Mai kalt und verregnet war und es anschließend nicht mehr honigte. Somit konnten einige Imker ihren Honig nicht als „Echten Deutschen Honig“ nach den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes labeln.
Andererseits haben Linden und Robinien in anderen Regionen Deutschlands so viel Nektar gespendet, dass manchen Imkern über 100 Kilo pro Bienenvolk ernten konnten. Waldhonig oder starke Einzeltrachten können zu sehr hohen Erträgen führen: Linden und Raps liefern manchmal jeweils 30 Kilo bei den starken Völkern. Wanderimkereien erzielen das größte Einkommen, weil die Bienen unter solchen Umständen mehr Honig produzieren können und weil es so einfacher ist, Mischblütenhonig zu gewinnen. Der potenzielle Produktionsertrag aus Wanderimkereien ist viel größer als im Fall eines stationären Bienenhauses.
Einfluss des Wetters
Gutes Wetter: Das Wetter bestimmt wesentlich, wie viel Honig es gibt. Ist es während der Frühjahrsblüte zu kalt, fliegen die Bienen nicht. Beispielsweise wird eine hohe Tageszunahme des Gewichtes eines Bienenvolkes, das bei sonnigem Wetter und bei gutem Trachtangebot durchaus 3,5 Kilogramm am Tag betragen kann, durch eine Woche mit Kälte und Regen wieder zunichtegemacht. Zudem sollten die Pflanzen immer genug Wasser haben, Regen ist deshalb wichtig, weil z. B. Pflanzen wie Raps oder Linden bei Trockenheit weniger oder kaum Nektar bilden.
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Trachtquellen und Standort
Genügend nahe Trachtquellen: Die Bienen brauchen Pflanzen, die ihnen über das ganze Jahr hinweg Nektar spenden - je kleiner der Abstand vom Bienenvolk zur Trachtquelle, desto besser. Die Pflanzen in einem Umkreis um die drei Kilometer müssen genug Material zum Sammeln hergeben. Der Imker kann den Ertrag erheblich steigern, indem er eine Umgebung mit reichhaltigen Nektarquellen, z. B. Massentrachten wie Rapsfelder, als Standort für sein Volk aufsucht. Oder ob er lieber Bio-Honig aus Waldgebieten und Blumenwiesen bevorzugt.
Volksstärke und Schwarmverhalten
Starke Völker bringen mehr Honig als schwache. Wer viel Frühtracht ernten will, muss schauen, dass die Völker bereits im Frühjahr stark sind. Danach sollte man sie für Spättrachten stark halten und nicht zu sehr schröpfen. Doch Vorsicht: Wird das Volk zu groß, verlässt die alte Bienenkönigin mit einem Teil des Volkes den alten Stock und sucht sich eine neue Bleibe. Dabei verschwinden nicht nur etwa 30.000 Tiere, sondern mit ihnen auch die Aussicht auf eine ertragreiche Honigernte. Abgeschwärmte Völker erzielen weniger Honigertrag.
Handeln des Imkers
Auch der Imker kann mit seiner Betriebsweise dafür sorgen, dass er mehr Honig erntet. Beispielsweise, indem er die Bienen nicht schwärmen lässt. Mit angepassten Bruträumen kann man die Bienen außerdem dazu bringen, den Honig gleich im Honig- und nicht erst im Brutraum einzulagern. Zudem sollte man den Bienen immer genügend Leerzargen anbieten, wenn es honigt. Die Stockwaage misst mehrmals täglich das Gewicht der Beute samt Inhalt, meist auch andere Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Stocktemperatur. Imker, die also ganz genau wissen wollen, wie sich die Tracht gerade entwickelt, stellen eine Stockwaage unter ein Bienenvolk. Die Daten können auf ein Handy übermittelt werden.
Verbrauch der Bienen: wieviel bleibt übrig?
Einen Großteil des eingetragenen Honigs verbrauchen die Bienen selbst. Nur ein Teil wird für den Imker übrigbleiben. Ein Volk benötigt pro Jahr ca. 70 kg Honig zur Energieversorgung und ca. 25 kg Pollen zur Eiweißversorgung. Einen Großteil des eingetragenen Honigs verbrauchen die Bienen selbst, nur ein Teil wird für den Imker übrig blieben. Deshalb ist es wichtig, beim Honigentnehmen darauf zu achten, dass die Völker noch genügend Winterfutter haben.
Praxisbeispiele und Erfahrungswerte aus Imkerforen
Die Erfahrungsberichte zeigen große Bandbreite: Im Schnitt kann man ohne Wandern hier 40 kg pro Volk ernten - 30 kg im Frühjahr, 10 kg im Sommer. Andere Imker berichten von Durchschnittserträgen um 18-25 kg, wieder andere von 40-80 kg, in Ausnahmejahren sogar 100 kg pro Volk. Bei manchen Standimkereien wurden 72 kg brutto pro Wirtschaftsvolk nach mehreren Ernten berichtet; bei anderen liegen die Jahresmittel eher bei 12-25 kg, besonders in schwierigen Regionen wie Küstenstandorten oder hochalpinen Lagen.
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Die Zahlen hängen stark von Definitionen ab: Mit „Volk“ meint man in der Regel ausgewinterte Wirtschaftsvölker. Falls ein Ableger noch Honig liefert, wird er oft separat gerechnet. Bei einigen Imkern werden Honigzargen pro Volk gewogen und das Gewicht der Leerzargen abgezogen; nach dem Schleudern wird die Gesamtmenge anteilig verteilt. Diese Methode liefert verlässliche Nettozahlen.
Rähmchen- und Beutentypen: Einfluss auf Gewicht und Handhabung
Die Beuten- und Rähmchentypen haben Einfluss auf das Gewicht und die Handhabung bei der Ernte. Die Holzart ist bei allen Beutenteilen, so auch bei Rähmchen, von nicht unerheblicher Bedeutung für das Gewicht. Z. B. Hoffmann-Seitenteile gedrahtet: um 270 g; Rähmchen mit Mittelwand: ca. 340 g; Rähmchen mit beidseitig voll ausgebauter Wabe, leer: ca. Ein Wabenstück von 10 cm Kantenlänge wiegt leer 12 g. Segeberger Schaumstoff-Beute: Zarge ca. Hohenheimer/Liebig-Beute (Holz): Zarge ca. Die Abfolge von Flachzargen, Halbzargen, DN, Zander oder Dadant beeinflusst, wie viel Nettohonig pro Zarge zu erwarten ist. Im Süden von Deutschland ist die vorherrschende Beute Zander, im Norden die Segeberger Beute mit Deutsch-Normal-Rähmchen.
Beispielrechnungen
| Rähmchentyp / Zarge | Typisches Nettogewicht Honig |
|---|---|
| DNM-Wabe (voll) | ~1,5 kg |
| Zander-Wabe (voll) | ~1,8 kg |
| Volle 10er Zander-Honigzarge | ~18 kg Nettohonig |
| Volle 12er DNM-Honigzarge | ~18 kg Nettohonig |
Entsprechend würde ich 1 DN und 2x2/3 DN Honigräume, wenn sie wirklich voll sind, auf ca. 40 kg +/-10% Honig schätzen. Diese Durchschnittswerte ergeben sich bei der Methode, jedes Volk vor und nach der Ernte zu wiegen und Leergewichte abzuziehen.
Betriebsformen: Standimkerei vs. Wanderimkerei
Stationäre Bienenhäuser werden von Imkern gewählt, für die die Honigproduktion nur ein zusätzliches Einkommen darstellt. Die Bienen sammeln den Nektar in einem Radius von bis zu 1,5-3 km vom Bienenhaus und machen Gebrauch von einer begrenzten Anzahl von Pflanzen in diesem Gebiet. Das birgt ein gewisses Risiko in Bezug darauf, wie viel Honig pro Saison aus einem Bienenstock gewonnen werden kann. Wanderimkereien sollten je nach Blütezeit der einzelnen Pflanzen wie Raps, Akazie, Linde, Buchweizen oder Heidekraut in andere Gebiete transportiert werden. Wanderimkereien erzielen oft höhere Erträge und besseren Marktwert durch Mischblütenhonige.
Tipps, um den Ertrag zu optimieren
- Sorge für gute Trachtquellen im Flugkreis (Massentrachten wie Raps, Linden oder Obst).
- Vermeide Schwärmen: Schwarmverhinderung erhöht Ertrag.
- Gib bei Honigtracht genügend Leerzargen, damit die Bienen Honig in Honigräumen einlagern.
- Kontrolliere Varroa und andere Schwächungsfaktoren regelmäßig.
- Nutze Stockwaagen, um Trachtverlauf und optimale Erntezeitpunkte zu erkennen.
- Achte beim Schleudern auf geringen Wassergehalt des Honigs (>18 % problematisch) und trockene Schleuderräume.
- Gewichtsmessungen vor und nach der Ernte liefern verlässliche Nettoangaben pro Volk.
Wirtschaftliche Aspekte und Imkerzahlen
Für Imker, die die Bienenhaltung nicht nur in ihrer Freizeit, sondern als Beruf ausüben, ist die Situation schwierig. In Bayern zum Beispiel gab es drei Jahre lang schlechte Ernten - die Lager sind teilweise leer, die finanzielle Situation ist angespannt. Mittlerweile gibt es weniger als hundert Vollerwerbs-Imkereien in Deutschland. Hingegen steigt die Zahl der Freizeitimker: Insgesamt gibt es den Angaben zufolge inzwischen rund 160.000 Imker in Deutschland und damit fünf Prozent mehr als 2020. Die Zahl der Bienenvölker stieg im Jahr 2021, laut Deutschem Imkerbund, um vier Prozent auf rund 1,1 Millionen. Zusammengerechnet ernten deutsche Imker 15.000 - 25.000 Tonnen Honig pro Jahr, was etwa 20 % des Verbrauchs in Deutschland entspricht.
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Viele Hobbyimker streben nicht vorrangig nach maximalem Ertrag, sondern nach Freude am Imkern und nach Bestäubungsleistung der Bienen. Für diejenigen, die den Honigbedarf der Familie decken oder die Anschaffungskosten für Gerätschaften berechnen möchten, sind verlässliche Zahlen pro Volk und pro Rähmchen essenziell.
Praktischer Hinweis für Anfänger
Anfänger und Jungimker möchten oft wissen, wie viele Völker sie halten müssen, damit der Honigbedarf der Familie gedeckt ist. Um den Gewinn einer Imkerei, sei es groß oder klein, zu kalkulieren, muss man den Honigertrag kennen. Rechnet man konservativ mit 20-30 kg pro Volk und Jahr, kann man abschätzen, wie viele Völker nötig sind. In guten Gebieten oder mit Wanderimkerei sind 40-60 kg pro Volk erreichbar, in Ausnahmejahren sogar mehr.
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